a tribute to … the funny guy

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… oder funny gal, je nachdem. Christopher Eccleston hat mal gesagt, dass nichts so schwer ist wie die Menschen zum Lachen zu bringen. Und tatsächlich sind es sehr oft nicht die großen Charakterdarsteller, die uns einen Angriffspunkt zur Identifikation bieten oder die Stimmung aufhellen. Mit dem funny guy, dem der die Witze macht und nur allzu schmerzlich menschlich reagiert, können wir uns am besten identifizieren. Sie sind es, die bei uns positive Assoziationen wecken: wir verbinden mit ihnen lachen. Es gab schon viele davon in der Geschichte der Filme und TV-Serien. Und was soll ich sagen? Ich hab einen neuen ;). Um mich bei Laune zu halten mir eine Serie über Werwölfe im Highschool-Umfeld anzuschauen gehört schon was …*hust* Es geht heute um den Funny Guy, die tote Werwolf-Mystik, Youtube-Karrieren und ‚Teen Wolf‘.

The Funny Guy

Die gibt es ja eigentlich zur Genüge und jeder von uns hat mit Sicherheit so einen Lieblings-funny guy. Damit meine ich nicht mal nur Chandler Bing aus Friends oder Barney (oder alle anderen aus HIMYM). In Serien die nicht vordergründig Comedy-Serien sind tragen diese lustigen Typen auch dementsprechend eine größere Last und müssen immer mal die Stimmung aufhellen oder geben einen ironischen Blick auf das Geschehen. So zum Beispiel Sawyer mit seiner harte-Schale-weicher-Kern-Bissigkeit in LOST, Felicity Smoak in Arrow (Serie basierend auf dem Comic ‚Green Arrow‘, startet voraussichtlich noch dieses Jahr im deutschen TV) oder auch die sympathischen bis ekligen Spleens von Walther Bishop in Fringe. Hier mal ein paar Beispiele (Arrow-Video beinhaltet evtl. leichte Spoiler!) …

Serie die ich ohne funny guy wahrscheinlich nie geschaut hätte …

Die gibt es definitiv. Man sieht also, dass ich scheinbar einfach glücklich zu machen bin. XD Ich las, dass Teen Wolf im deutschen Free TV Premiere haben wird. Gestern lief nun bereits das Finale der ersten Staffel. Als ich anfangs darüber las, wusste ich bereits, dass die Serie einen echten Hype in den USA genießt. Ob ich mir die Serie angucken würde … joah, nein eher nicht. Das ursprünglich mysteriöse und gefährliche Motiv des Werwolfs wurde für mich durch die Jugendliteratur und Medien der letzten Jahre genauso demontiert wie Vampire. Twilight, Vampire Diaries, … nein. Es hat leider seine Mysterien verloren. Aus Neugier habe ich es mir dann doch angeschaut. Ich wollte einfach wissen was dran ist an der Serie, die so begeistert.

Tatsächlich habe ich mich von Woche zu Woche mehr auf meine Aufnahme der Folgen gefreut. Das liegt eher weniger an dem Werwolf-Thema, die Effekte sind teilweise wirklich für den Eimer und dramaturgisch hätte man noch viel mehr aus der Serie machen können. Die Charaktere und ihr Zusammenspiel sind aber wirklich spitze und man kann sich ganz prima amüsieren, da sich die Serie bewusst nicht ganz so ernst nimmt. Es handelt sich nebenbei gesagt um eine Neuinterpretation des gleichnamigen Films von 1985 in dessen Zentrum der Teenager Scott McCall (Tyler Posey) steht, der von einem Werwolf gebissen wird und sich von da an selbst in einen verwandelt. Was das sowieso turbulente Teenie-Dasein nochmals aufwühlt und die Serie spielt verdammt gut damit. Manche Charaktere wie der des ‚bully‘ der den Hauptcharakter ärgert (Jackson gespielt von Colton Haynes) oder die oberflächliche Schulschönheit (Holland Roden als Lydia) sind so überzeichnet, dass es einfach nur köstlich ist und einen zurück in die Oberflächlichkeiten der Schulzeit versetzt. Da ich schon immer auf der Seite der Außenseiter war (oder selbst ein Außenseiter war je nach Definition…) ist es auch mehr als nur geschickt, dass Scott ein Außenseiter ist, der sich plötzlich mit übermenschlicher Stärke ausgestattet wiederfindet. Die größte Hilfe ist aber in dieser Serie Scotts bester Kumpel Stiles (Dylan O’Brien), der dem Werwolf-Wahnsinn ganz menschlich gegenübertritt und für eine ganze Mennge gut pointierte Dialoge und Zeilen sorgt. Damit ist er der Anknüpfungspunkt für den Zuschauer und bringt auch etwas Nerd-Charme mit.

Man … die Serie muss wirklich bekannt und gehypt sein, wenn die solche Werbespots machen, oder!?

Die Serie schafft es trotz allem nicht unter meine TOP 10 oder TOP 20 oder sonstwas meiner Lieblingsserien aber sehr wohl der Charakter von Stiles, weil er so schön menschlich ist. Ein Part der Serien wie Vampire Diaries schon lange fehlt. Ehrlich, ich hätte die Serie ohne seine Sprüche wahrscheinlich nicht weitergschaut. Normalerweise schreibe ich hier keine Fangirl-Lobeshymnen oder Liebesbekundungen über irgendwelche Schauspieler aber ich habe doch tatsächlich mal die Biografien der Darsteller ge-wikipedia-t und bin da auf eine Sache gestoßen die mich schon länger beschäftigt und mir Dylan O’Brien gleich nochmal sympathischer macht …

Gibt es sie – die ‚Youtube-Karriere‘?

Als ich also die Biografie von Dylan O’Brien las, erkannte ich erstens, dass er demnächst in ein paar interessanten Projekten mitspielt und zweitens, dass er scheinbar einen relativ erfolgreichen Youtube-Kanal hatte, bevor seine Karriere richtig begann. Meine Neugier war ja sowieso schon angeheizt, also habe ich den Kanal mal gesucht und gefunden. Da war er süße 16 oder so und hat Youtube-Videos gemacht, die wirklich ziemlich lustig sind oder ziemlich viel Herz haben und richtig gut gemacht, obwohl 4 Jahre oder älter sind.

Was der Sache nochmal einen extra Sympathie-Bonus bringt, ist dass er mal Cinematographer bzw. Schauspieler werden wollte und ihm beim ‚groß werden‘ zuschauen kann und merkt wie er sich in den Videos damit auseinandersetzt bzw. ‚übt‘. Dabei hat man schon das Wissen, dass er offensichtlich Schauspieler geworden ist und sieht ihm auch bei ganz menschlichen Situationen zu in denen er zum Beispiel via Youtube einen Korb bekommt … und dass er höchstwahrscheinlich ‚Ted‘ (Stichwort sprechender Bär) erfunden hat:

Katie dürfte sich jetzt ärgern.

Das Internet hat mir nicht die Frage beantwortet ob sein Youtube-Kanal ihm auf seinem Weg geholfen hat (oder ich habe nicht tief genug gegraben). Aber ich finde es krass einen Youtuber zu sehen, der jetzt sehr bekannt geworden ist. Kenne das eigentlich eher andersrum. Ich schaue regelmäßig mehrere Kanäle von Youtubern die im echten Leben Schauspieler sind, von denen ich das aber nicht wusste oder die ich noch nie in einer Produktion gesehen habe. Mir kommt es sogar oftmals so vor, als ob Schauspieler in Deutschland oftmals ihren Fokus auf Youtube verschieben, weil sie dort immerhin eine Plattform finden, gesehen werden, Projekte umsetzen können oder sogar mehr Bekanntheit erlangen als durch die liebe deutsche Film- und Fernsehlandschaft.

Ist das vielleicht nur ein deutsches Phänomen, da wir mit den Medien sowieso leider etwas hinterher hinken? Wird man in Deutschland mit Youtube jemals richtig Karriere machen? Sind die USA tatsächlich immer noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Wenn wir mal ehrlich sind ist die deutsche Filmwelt wirklich weniger lebendig. Sind solche Karrieren hier denkbar? Und habt ihr auch solche Serien, die für euch nur von einem Charakter leben? Könnt ihr noch was mit Werwolf oder Vampir-Mystik anfangen? Und was ist euer Lieblings ‚funny-guy‘?

Dylan O’Brien ist zur Zeit mein Lieblings-funny-guy und ich freue mich, dass er in Prakti.com und The First Time mit von der Partie ist und in der Adaption des Jugendbuchs The Maze Runner den männlichen Hauptcharakter spielt. Hoffentlich hat er eine lange Karriere vor sich.