Fantastischer Film: The Sixth Sense

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Inhalt

Cole Sear (Haley Joel Osment) ist ein neunjähriger Junge, der in der Schule als Psycho und Freak beschimpft wird. Er leidet unter Angstattacken, wirkt sehr in sich gekehrt und abweisend – er sieht und hört Dinge, die für andere Menschen nicht da sind und wird deswegen als Spinner abgetan. Der renommierte Psychologe Dr. Malcolm Crowe (Bruce Willis) ist auf Kinder und Jugendliche spezialisert und möchte Cole helfen. Er geht ganz behutsam mit ihm um und nimmt ihn sehr ernst. Nicht zuletzt, weil er schon Mal einen ganz ähnlichen Fall hatte. Der Patient ist allerdings später in Crowes Wohnung eingebrochen und hat sich dort erschossen. Vielleicht gerade deswegen will er Cole unbedingt helfen und nicht erneut einen Patienten mit so ähnlicher Geschichte verlieren. Als er genug Vertrauen zu Cole aufgebaut hat, offenbart er ihm sein Geheimnis und den Grund seiner Ängste: der Junge kann Geister sehen.

Hintergrund

Kaum zu glauben aber wahr … der Film ist aus dem Jahr 1999. Packen wir nochmal 2 Jahre drauf bis er im Free-TV lief, da war ich wohl so ca. 13 oder 14 und habe meine Eltern sooo gegängelt und gedrängelt den Film zu schauen. Schon damals ein kleiner Filmfreak. Tatsächlich hat The Sixth Sense damals eine Sache ganz anders gemacht als andere Filme. So hat der Regiesseur M. Night Shyamalan den Plot-Twist wieder gesellschaftsfähig gemacht. Das heißt, dass irgendwann im Film offenbart wird, dass alles was wir gesehen haben einen fundamental anderen Zusammenhang hat, als wir zuerst dachten. Ein Umsturz in der Erzählung, der meist mit einem Schock oder Aha-Effekt daherkommt und eine umso größere Wirkung hat, desto länger man bis zur Auflösung wartet. Also am besten ganz am Ende. Seither haben viele Drehbuchautoren versucht einen solchen erfolgreich einzubauen. Mit mehr oder minder erfolgreichen Ergebnissen. Die wirklich große Kunst ist es, den Zuschauer die ganze Zeit über keinen Verdacht schöpfen zu lassen – das sollte Shyamalan noch mehrmals in seiner Karriere als Regiesseur gelingen. Mitlerweile wird er leider wie ein Aussetziger behandelt und man kann kaum eine neutrale Kritik lesen, seitdem er durch spirituelle Züge in seinen Filmen in Ungnade gefallen ist. (Der amerikanische Ansatz: „Oh Gott nein, ich will unterhalten werden und nicht nachdenken müssen“) Für mich so ziemlich unverständlich wie ich schon mal bekundet habe. Daher freue ich mich immer wieder auf die Cameos Shyamalans. Denn wie der Großmeister Hitchcock, taucht auch Shymalan früher oder später in seinen eigenen Filmen auf. Haltet mal in The Sixth Sense nach ihm Ausschau – Tipp: auch er will Cole helfen. Irgendwie jedenfalls.

Wer sich ein bischen für Psychologie und/oder Gossip interessiert, wird hier auch fündig. So wird Cole u.a. von dem Geist eines Mädchens geplagt, in dem wir Mischa Barton (O.C. California) erkennen werden, die jüngst über ihren Absturz nach dem Schauspiel-Durchbruch mit The O.C. berichtet. Viel besser erging es dem Kinderstar Haley Joel scheinbar auch nicht aber ich bin ja keine Klatschtante, also brechen wir hier ab. Das war der Gossip-Teil, jetzt zur Psychologie. Besagtes Mädchen möchte, dass Cole etwas für sie tut – ihren Tod aufklären! Es ist zwar etwas spekulativ, aber eine mögliche Erklärung warum es zu ihrem Tod kommen musste, ist „einfach“ Mord. Die andere Erklärung: sie wurde Opfer des sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms. Merkmale des Syndroms sind, dass man eine Person ganz und gar von sich abhängig macht. Also beispielsweise vergiftet, sodass die Person auf Pflege angewiesen ist. Das was für die ausführende Person rausspringt ist Anerkennung für die ‚Aufopferungsbereitschaft‘, aber auch das Gefühl gebraucht zu werden. Nicht selten werden ‚Schwächere‘ wie bspw. Kinder dabei verletzt. Dass die Menschen die diese Störung aufweisen ihre Opfer eigentlich lieben ist nicht ungewöhnlich.

Meinung

The Sixth Sense kann man am ehesten als Psycho- oder Mysterythriller bezeichnen. Zwar handelt der Film von Geistern, setzt aber eher darauf Schockmomente unblutig zu inszenieren. In allerbester Suspense-Manier wird die Fantasie des Zuschauers gekitzelt und ohne großes Effektfeuerwerk oder Gemetzel Angst geschürt. Für mich war das schon immere die größere Kunst beim Erzählen einer Geschichte. Das ist es was The Sixth Sense zeitlos macht. Shymalan hat außerdem ein wenig Filmgeschichte geschrieben und sein grandioser Plot-Twist wurde etwa tausende Male kopiert. Der missverstandene Cole wird von Haley Joel Osment sehr zerbrechlich dargestellt. Mir hat es aber nochmal besonders große Freude bereitet, dass Bruce Willis diesmal keinen Sprücheklopfer spielt, sondern einen ebenso gebrochenen Mann.

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Jeden Monat stelle ich einen Film vor, den ich für einen fantastischen Film halte – losgelöst von Mainstream, Genre, Entstehungsjahr oder -land. Einfach nur: fantastisch. 😆