Netzgeflüster: Was ist eigentlich aus der „Drosselkom“ geworden?

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Wir erinnern uns: zu den größeren Skandalen der Netzwelt gehörte im Jahr 2013 neben dem Abhörskandal, auch die Aussage der Telekom in Zukunft eine Drosselung einzuführen. Heißt: ab einem bestimmten verbrauchten Datenvolumen wird euer bislang geliebtes, nicht zu erschütterndes Heim-Internet auf Schneckentempo (364 KILObit/sec.) heruntergedrosselt. Wer mehr will (bzw. schneller will), muss draufzahlen. Das war zumindest die Hiobsbotschaft im April diesen Jahres. Mit dieser Aktion handelte sich die Telekom den Spitznamen Drosselkom ein und hat sich einen mächtigen Shitstorm beschert. Ich denke da nur an die ganzen schönen Spott-Bilder im Netz – herrlich. Es gab Unterschriftenaktionen und viele Beschwerden und Häme – Aber was ist eigentlich aus der Drosselkom geworden?

Zuerst bekam die Telekom also von der breiten Masse eins auf den Deckel (Stichwort Drosselkom), danach vom Landgericht Köln und jüngst auch noch aus Sachsen. Tarife mit Drosselko … äh *hust* Drosselung dürfen also nicht mit dem Begriff Flatrate um sich werfen. Ob das nun noch größere Umbenennungs-Schlachten nach sich ziehen wird, muss man abwarten. Aber es darf nun zumindest nicht etwas als Flatrate verkauft werden, was keine ist. Ein größerer Schaden unserer Netzwelt-Lebensqualität scheint abgewendet und viele dunkle Bedrohungen sind nicht eingetreten. So zum Bespiel, dass die Telekom damit das Nachziehen anderer Anbieter auslösen wollte. Hoffentlich bleibt es jetzt erstmal vorerst dabei oder wird zumindest (bitte!) nicht schlimmer.

Bei all dem Mist den wir dieses Jahr so durch haben, wundert es mich also kaum, dass ich neulich in Caschys Blog gelesen habe: „46 % wollen staatliche Grundversorgung in Sachen DSL“. Dafür würde ich mir aber zuerst etwas mehr Anspruch und Bewusstsein seitens unserer Regierung wünschen was Netz-Themen betrifft. Mal ehrlich – bei Abmahnwellen, Drossel-Drohungen und Abhöraktionen habe ich das Gefühl, dass unsere Regierung hier viele Entscheidungen ausläßt oder das Internet nicht zeitgemäß genug bewertet. Nehmen wir allein das Thema Abmahnungen: muss vielleicht nicht irgendwann mal definiert werden was „illegal“ ist? Gerade jetzt, wo scheinbar Streaming in den Fokus rückt? Oder was „intensive“ Nutzung ist? Aber ich weiß schon … wer nach Regeln schreit, kann auch ganz schnell Regeln bekommen, die nicht schmecken. :-/

weiterführende Links zu dem Thema:

Caschys Blog
FAZ
Focus

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