The Anime Diversity: „Lady Oscar“

Posted by in Anime, Review, The Anime Diversity

Header_TAD1

„Lady Oscar“ – Worum gehts?

Der Anime Lady Oscar (Originaltitel: Die Rosen von Versailles) spielt zur Zeit Marie Antoinettes in Frankreich. Die Titelheldin ist aber nicht besagte tragische Königin, sondern die junge Frau Oscar Francois de Jarjayes. Sie wird als sechste Tochter eines Generals geboren, der die militärische Tradition des Hauses um jeden Willen fortführen will und beschließt sie Oscar zu nennen und wie einen Jungen aufzuziehen. Das Mädchen wächst mit Fechten, Reiten und vielen militärischen Pflichten komplett anders als andere Mädchen auf und schafft es bereits sehr früh Teil der königlichen Garde zu werden. Bald schon ist die junge Oscar die Leibwächterin Marie Antoinettes. Sie steht ihr in allen Fragen zur Seite, aber ihre Loyalität wird mehr als nur einmal auf die Probe gestellt. Intrigen, seelische und körperliche Verletzungen, die Konfrontation mit ihrer weiblichen Seite und unerfüllte Liebe, vor Allem aber auch die Vorgänge innerhalb Frankreichs und die anstehende Revolution stellen sie vor eine harte Probe. Immer an ihrer Seite: ihr Kindheitsfreund André, der für Oscar viel mehr empfindet als nur Freundschaft.

Hintergrund

Die Rosen von Versailles ist ein von 1972 bis ’73 erschienener Manga der Zeichnerin Riyoko Ikeda, der 1979 als 40-teiliger Anime umgesetzt wurde. Man kann die Serie am ehesten als Period Drama einordnen, wobei aufgrund der geschichtlichen Ereignisse die Serie anfangs wesentlich beschwingter und fröhlicher daherkommt. Den meisten dürfte die Geschichte noch aus dem heißgeliebten Nachmittagsprogramm von RTL aus dem Jahr 1995 bekannt sein. Lady Oscar (so wurde die Serie auf dem deutschen Markt umbenannt) war ein fester Bestandteil meiner Kindheit und mich überwältigt immer ein bisschen die Nostalgie. 🙂 Wer den Anime auch noch kennt, darf gerne mal einen Kommentar hinterlassen ;). Die Geschichte von Oscar und André hat mich mit meinen äh … 7 Jahren schwer beschäftigt. Jahre später habe ich die Story besser verstanden und muss nun nach so langer Zeit feststellen, dass es mal abgesehen von den Liebesgeschichten eine Serie ist, die mich wirklich um einiges schlauer gemacht hat. Was vielleicht weniger bekannt ist: es gab sogar mal eine Verfilmung des Stoffs durch Jacques Demy im Jahr 1978, die sich aber nur sehr mäßiger Beliebtheit erfreute und mich einst tatsächlich dazu brachte abzuschalten, als der Film mal im deutschen Fernsehen lief. Warum ich ihn schlecht fand, kriege ich heute aber leider nicht mehr auf die Reihe. Ein ähnliches seltsames Erlebnis war für mich der Manga, der zwar gut recherchiert und mitreißend ist. Leider empfinde ich den Mangastil aber nun mal als hoffnungslos veraltet für heutige Sehgewohnheiten und konnte mich nicht so recht an die supergroßen funkelnden Augen gewöhnen.

„Lady Oscar german Intro“, via RetroBoter (Youtube)

Fazit

Dass „Lady Oscar“ als Junge aufgezogen wurde und es mit 14 (in Worten: VIERZEHN!!!) als Mädchen in die königliche Garde schafft, ist natürlich eine überaus fiktive Fiktion. Um nicht zu sagen abwegig. Als Oscar aber das Ungleichgewicht zwischen den Armen und den Reichen zu spüren bekommt und der revolutionäre Gedanke sich ausbreitet, wird Lady Oscar ein packendes Drama, das die Geschehnisse aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet und ehrlich keine schlechte Lehrstunde ist! Oscars innere Dämonen und ihre Geschichte berühren umso mehr.

Wo schauen?

der Anime ist auf DVD erschienen und somit höchstwahrscheinlich auch ausleihbar 🙂

Anime sind unheimlich vielseitig – genau das möchte ich in „The Anime Diversity“ ausdrücken und stelle jeden Monat einen Anime vor. 😀 Lustig, kultig, alt, neu, grenzwertig, gruselig, romantisch, verrückt: Anime eben.