Netzgeflüster: ‚Künstliche Intelligenz‘ (I) – Was ist dran?

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Das Thema „Künstliche Intelligenz“ hat mich schon früher immer angefixt. Schuld daran waren meistens Filme – ich empfand es immer als extrem spannend zu sehen wie eine Maschine scheinbar selbstständig „denkt“. An der Uni hatte ich mehrmals die Gelegenheit mich damit zu beschäftigen. Die Ernüchterung kam aber schon vorher 😉 Wenn das mit der Künstlichen Intelligenz (KI) so einfach wäre, dann wären wir wohl schon alle von Androiden umgeben oder mit denen verheiratet oder so. In den nächsten Monaten werde ich mich in meiner Kategorie „Netzgeflüster“ mit KI beschäftigen. Das wird wie eine kleine Kolumne, ich werde Tech-Sprech vermeiden, versuchen es interessant und lustig zu gestalten und mich jedes Mal mit einem anderen Thema auseinandersetzen. Fragen, Anregungen und Wünsche sind gerne gesehen und haben gaaaaanz viel Platz in den Kommentaren. Heute: Was ist dran an der Sache mit der KI?

Künstliche Intelligenz in den Medien

Glaubt man Filmen, läuft die Sache mit der KI zwangsläufig auf eins hinaus:

unseren Untergang! In den Medien gibt es allerlei Visionen über künstliche Intelligenzen, die autonom handeln und zu eigenen Gedanken und Entscheidungen fähig sind und sich irgendwann gegen den Menschen auflehnen. Egal ob der Terminator oder HAL – irgendwann sind wir Mode. Und wenn es ein bisschen weniger brenzlig aussieht, dann sind wir zumindest von zahlreichen nützlichen Robotern umgeben, die uns das Leben leichter machen. Was ist dran?

Was ist dran an der Sache mit der KI?

Am letzten Satz ist eigentlich eine ganze Menge dran. Die meisten von uns laufen mit einem Smartphone in der Tasche rum, das teilweise sogar mitbekommt, ob wir gerade den Bildschirm anschauen und deswegen die Helligkeit automatisch regelt oder eine Kamera hat, deren Software automatisch Gesichter fokusiert (in beiden Fällen Stichwort: Gesichtserkennung). Oder wir haben dort solche netten virtuellen Assistenten, die für uns automatisch nach den richtigen Daten suchen (Stichwort: Siri, Google Now, Cortana ausgestattet mit Funktionen zum Verstehen natürlicher Sprache, Stichwort: Natural Language Processing. Phonetik ist so vielschichtig). Oder meinetwegen auch Pflegeroboter in japanischen Altersheimen. Oder die NSA. Die haben nämlich alle eine Sache gemeinsam: sie können gut und effektiv Daten auswerten, gerne auch aus riesigen Mengen. (Stichworte: Big Data, Data Mining, Deep Learning) Und da steckt schon KI drin. Aber zu eigenem Denken und Handeln und Emotionen fähig … das ist wohl noch Fiktion.

Woran liegts, dass die Wahrnehmung in der Medienwelt und die Realität so weit auseinanderklaffen?

Darauf wird jetzt jeder eine andere Antwort geben. Zum Einen liegt es daran, dass der Begriff „Künstliche Intelligenz“ total irreführend ist. Durch den Begriff haben die meisten sofort sehr hohe Anforderungen und setzen das mit der menschlichen Intelligenz gleich. Aber jetzt mal ehrlich … wenn wir Intelligenz definieren, kommen wir wahrscheinlich bei ganz interessanten und sehr sehr unterschiedlichen Erklärungsversuchen raus 😉 . In der Regel versucht man einfach Abläufe zu automatisieren, die „lebendigen“ und vermeintlich „menschlichen“ Eigenschaften und Fähigkeiten nahekommen. Sowas wie Mustererkennung, Schlussfolgerung, Abwägen, etc. Das kann mit beispielsweise mit Methoden der Statistik. 🙁 (Ihr seht meine Freude und erkennt sofort, dass das nur halb meine Disziplin ist…) Naja oder mit anderen – darüber reden wir in der Zukunft. Um aber diese tollen, intelligenten Fähigkeiten zu simulieren, braucht es viel Daten. Wir haben ja auch viele Daten im Laufe unseres Lebens gesammelt 😉 Und dank unseren Daten (Wissen, Erfahrung) können wir erstmal schlussfolgern, abwägen, Prognosen machen. Aber: unsere Hirne sind ja auch ein unerreichtes Speichermedium. Um viele Daten zu verarbeiten reicht meistens nicht der winzige Chip wie wir ihn im Hirn des Terminators gesehen haben. Watson gibt da vielleicht etwas mehr Aufschluss wieviel Power es braucht:

Habt ihr euch mit dem Thema schon einmal auseinandergesetzt? Oder eher von außen als ‚cool‘ oder als ‚Quatsch‘ abgetan? In welchem Zusammenhang seid ihr über den Begriff gestolpert? Und seid ihr eher ernüchtert, wenn ihr hört, dass wir vielleicht noch nicht sofort die superintelligenten Roboter haben? Was an KI interessiert euch?

Netzgeflüster ist eine Kategorie meines Blogs in der ich mich immer zwischen dem 10. und 15. eines jedes Monats Themen rund um IT, Forschung, Netzwelt, Internet und eben auch Gerüchten widme. 🙂