Neulich im Kino … Review zu „Stereo“

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Im Hinterhofkino meines Vertrauens lief „Stereo“ – eine deutsche Produktion, die ich zum Kinostart im Mai leider verpasst habe – aus Gründen (Umzug, Berufseinstieg, …). Und jetzt nachgeholt habe – hier lest ihr wie es mir gefallen hat.

Worum gehts?

Erik (Jürgen Vogel) führt ein ruhiges und bescheidenes Leben auf dem Land mit seiner Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) und deren Tochter. Zwar kommt er bei seinem Schwiegervater nicht weltbewegend gut an, aber er macht den Eindruck, als ob er das verkraften kann. Eines Tages fällt ihm aber dieser Typ auf. Eine dunkle Gestalt mit stets tief ins Gesicht gezogener Kapuze. Anfangs beobachtet der Eric nur aus der Ferne, scheint aber immer näher zu kommen und zuletzt nicht wegzugehen. Mit seiner zerstörerischen Haltung kommentiert er alles, was Erik tut und was ihm am Herzen liegt und trampelt darauf rum. Er soll aber nicht Eriks einziges Problem bleiben, als auch noch finstere Gestalten auftauchen, die seine Familie bedrohen, wenn er nicht bei Ihnen mitmischt.

Fazit

Wie ich es zuvor bereits im Blog kund getan habe: Schnitt gut, Kamera gut, Ton gut, Vogel gut, Bleibtreu gut. Aber Story … jein. Anfangs ist man etwas verwirrt, weil man Schema F erwartet: Kerl denkt, dass er von einer Person belagert wird, merkt man im ausgelutschten Endtwist, dass der Typ nur in seinem Kopf existiert. Als innerhalb der ersten halben Stunde des Films bereits klar wurde, dass Eric sich den Typ nur einbildet, war ich erstmal etwas baff. Das ganze war sogar sehr offensichtlich aufgezogen. Mir erging es dabei so, dass ich erstmal etwas vor den Kopf gestoßen war. Des Twists beraubt? Des Nachdenkens und Miträtselns beraubt? Eigentlich ist es mal ziemlich erfrischend, dass gleich die Karten auf dem Tisch liegen. Erik tut das, was ’normale Menschen‘ tun würden: zum Arzt gehen. Und das Miträtseln spielte auch noch eine Rolle, als sich das Thema änderte zu: „Warum sieht er diesen Typ?“ Dann nahm für mich die Geschichte an Fahrt auf und ich hatte wieder Spaß dran. Auch die große Auflösung am Ende fand ich gut und die Erkenntnisse episch und bitter. Episch bitter eben. Nur der Rest der Geschichte? Die actionlastigen Szenen? Das Rumgeprügel und Blut? Die Gangster? Das fand ich alles klischeehaft, aufgesetzt und übertrieben. Auch die späteren Auftritte von Jürgen Vogels „Eric“ waren zu betont cool. Bei dem Einsaz von Kunstblut und nackten Frauen hatte ich den Eindruck, dass man versucht irgendeine innoffizielle „Krass“heits -Skala zu erreichen. Aus diesen Gründen bußt der Film bei mir ordentlich Punkte ein. Ist das vielleicht der Versuch bei amerikanischen Actionreißern mitzuhalten? Hoffentlich nicht. Das hat der deutsche Filme nicht nötig, finde ich. Und eine Frage wird mich auch noch lange beschäftigen: können die Kinder von heute nicht mehr einfach eine dämliche Frage beantworten? Denkt an mich, wenn ihr den Film anschaut. 😉

(6/10)

Sternchen-6

Habt ihr Stereo gesehen? Und wie hat er euch gefallen? Wart ihr ebenso überrascht wie ich, dass die Karten gleich auf den Tisch gepackt wurden? Habt ihr die eigentliche Auflösung in der Art kommen sehen?