Fantastischer Film: Das Meer in mir

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Inhalt

Der Galicier Ramón (Javier Bardem) erlitt mit 25 Jahren einen Badeunfall. Er sprang in das zu seichte Wasser, schlug auf dem Boden auf und brach sich das Genick. Hätte man ihn nicht gerettet, wäre er elendig ertrunken. Seitdem ist er vom Hals abwärts gelähmt und wird in seinem Elterhaus von seiner Familie gepflegt. Er empfindet sein Leben als nicht lebenswert und bedauert, dass er nicht einmal in der Lage ist, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Von Beginn an verfolgen wir seinen Leidensweg im Kampf für sein Recht sterben zu dürfen. Schonungslos und offen sagt Ramón, dass er sich gewünscht hätte, man hätte ihn damals ertrinken lassen. Das klingt unheimlich hart aus dem Mund eines so intelligenten Mannes mit sovielen Interessen. Aber was wissen schon die Menschen, die gesund sind? Genau das ist es. Sein Todeswunsch stellt nicht nur an seine Familie und Freunde hohe Anforderungen, sondern auch an das Gericht und die Kirche. Ihm zur Seite steht die ebenfalls unheilbar kranke Anwältin Julia (Belén Rueda) – in einem Kampf, der so immens endgültig erscheint.

Hintergrund

Der chilenische Regiesseur Alejandro Amenábar nahm sich in Das Meer in mir der wahren Lebengeschichte des aus Galicien (Spanien) stammenden Ramón Sampedros an. Und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere von euch von dem Fall gehört hat, der in Spanien und ich behaupte mal in ganz Europa, sehr bekannt wurde und viel zur Diskussion anregte. Ich will aber nicht die halbe Geschichte vorweg nehmen… .

In den letzten Ausläufern des Sommers ist das vielleicht nicht unser aller Lieblingsthema: Krankheit. Irgendwie kam mir dieser großartige Film in Erinnerung, als ich die ALS Ice Bucket Challenge Videos sah, auch wenn das Thema vollkommen anders ist.

Meinung

Natürich wissen wir beim Lesen der Inhaltsangabe sofort: wenn das Gericht urteilt, dass er Sterbehilfe erhalten darf, ist das traurig. Und wenn nicht, dann ist das traurig für ihn. Also kann der Film eigentlich nur traurig sein? Das Meer in mir ist keines Falls ein Film, der „einfach nur“ traurig ist. Ramón Gespräche mit Anwälten, der Kirche und seiner Familie sind intelligent, er ist gewitzt und schlau. Die Gespräche zeugen von viel Liebe zu seiner Familie und mindest genauso viel Liebe zum Leben. Und kritisieren gleichzeitig auch das Rettertum. Menschen, die eine Doku über ihn sehen, meinen zu ihm zu kommen und ihm zeigen zu müssen, wie wunderbar das Leben doch ist. Das weiß er allerdings auch ohne ihre Hilfe. Selten hat mich etwas mehr bewegt, als der Moment wenn Ramón sich vorstellt zu seinem Zimmerfenster herausfliegen zu können.

Jeden Monat stelle ich einen Film vor, den ich für einen fantastischen Film halte – losgelöst von Mainstream, Genre, Entstehungsjahr oder -land. Einfach nur: fantastisch. 😆