The Anime Diversity: „X“

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„X“ – Worum gehts?

X handelt von der Prophezeiung, dass zum Millenium der finale Kampf um das Weiterbestehen der Menschheit stattfinden wird. Zwei Gruppe von jeweils sieben Menschen mit besonderen Kräften stehen sich gegenüber. Die „Erddrachen“ genannten Menschen wollen den Planeten schützen und zu dem Zweck die Menschheit vernichten. Dazu zerstören sie essentielle Punkte auf der Landkarte. Werden diese angetastet, resultiert das in verheerenden Erdbeben – bis die Zivilisation dem Erdboden gleich gemacht wurde. Das wollen die „Himmelsdrachen“ verhindern. Bei den Kämpfen stehen sich Menschen gegenüber, die unterschiedlichste Motivationen haben und tragische Hintergrundgeschichten, die sie antreiben oder hemmen. Als der Schüler Kamui Shiro nach langer Abwesenheit nach Tokio zurückkehrt, bringt er den Lauf des Schicksals und das Aufeinandertreffen der beiden Gruppen in Gang. Denn er hat ein Privileg – er ist der vom Schicksal auserwählte, der sich für eine Seite entscheiden kann. Welche Seite wird er wählen, was hat das für Konsequenzen und wer wird gewinnen?

Hintergrund

„X“ basiert auf dem auch in Deutschland erschienenen Manga mit dem prägnanten Untertitel „Their Destiny Was Foreordained“ und spielt im Jahr 1999. Der Manga erschien tatsächlich von 1992 bis 2002 (!) und ist damit nicht unbedingt brandneu. Aber sehr mitreißend. Grund dafür sind vor Allem die vielen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Hintergrundgeschichten und den vielschichtigen Beziehungen untereinander. Bestes Beispiel dafür wären die Oberstufen-Schüler Kamui und Fuuma. Sie sind aufgewachsen wie Brüder, stehen aber auf unterschiedlichen Seiten. Andere Beispiele sind Sorata, ein junger Mann, dem einst die Prophezeiung gemacht wurde, dass er einmal für die Frau die er liebt sterben wird. Eine Nachricht mit der es sich vermutlich nicht nur gut lebt. Oder Yuzuriha, die wegen ihrer Fähigkeit früher als „Irre“ verspottet wurde und vielleicht zu gutmütig zum Kämpfen ist. Die besonderen Kräfte der Himmels- und Erddrachen reichen vom Kontrollieren der Elemente bis über Psychokinese bis hin zu Magie und dem Wandern durch Träume. Oder auch der Kontrolle des Strom- und Datennetzes!

Die Schöpfer des zugrunde liegenden Manga, die Zeichnergruppe CLAMP, haben sich auch etwas besonderes einfallen lassen: Charaktere früherer Geschichten treten hier auf. So finden sich beispielsweise Subaru Sumeragi und Seishiro Sakurazuka aus dem Manga „Tokyo Babylon“ auf unterschiedlichen Seiten wieder und tragen ihren Jahre zurückliegenden Konflikt in dem Kampf aus. Eher einen Gastauftritt haben hingegen die Jungs aus „CLAMP School Detectives“. Aufgrund von Differenzen mit dem Verlag wurde die Veröffentlichung des Manga leider pausiert. Grund dafür waren die Gewaltdarstellungen und die dargestellten Desaster wie Erdbeben. Der Hype war allerdings noch währen des Erscheinens groß genug, um einen Kinofilm („X – The Movie“), mehrere Videospiele und diesen 24-teiligen Anime zu produzieren. Um den Film würde ich allerdings einen Bogen machen, der ist noch brutaler als Manga und Serie, verfremdet aber die Charaktere enorm. Von deren Hintergründen ist nichts mehr übrig, sie zerfleischen sich eigentlich nur.

Fazit

„X“ ist ein Action-Drama-Anime, der vielleicht keine komplett neue, aber sehr dichte Geschichte erzählt. Dass Menschen mit besonderen Fähigkeiten gegeneinander kämpfen – für oder gegen den Weltuntergang, das gabs so oder so ähnlich schon mal. Aber das komplexe Geflecht an Beziehungen und die sehr unterschiedlichen Motivationen streuen Tragik und schwierige Entscheidungen in die Gleichung. Die Kampfszenen sind manchmal etwas over-the-top und Blut fließt auch nicht zu knapp. Trotzdem denke ich, dass sich der Anime eher an Mädchen und Frauen richtet. Zwar ist die Serie nicht kitschig, aber Äußerungen zwischen Kamui und Fuuma wie „Ich werde dich immer beschützen, egal was kommen mag“ oder auch die Beziehung zwischen Subaru und Seishiro (s. „Hintergrund“) mit doppeltem Boden sorgte bei meinen männlichen Freunden und Mangalesern damals schon für Bedenken („So rede ich mit meinen Kumpels nicht.“)

In jedem Fall verdichtet sich die Atmosphäre stetig, bis man es kaum noch erwarten kann, über den Ausgang des Kampfes Bescheid zu wissen. Da ist es auch egal, dass der finale Kampf im Serienuniversum 1999 ausgetragen wurde, was – oh Schreck – schon einige Jahre her ist und die Millenniums-Panik schlicht verpasst hat. Der Animationsstil ist durchgängig hoch und mysteriös gehalten. Stets erlebt man traum- und albtraumhafte Sequenzen mit wiederkehrenden Motiven wie den Zahnrädern des Schicksals, die unermüdlich malen und ineinander verzahnt laufen. Kann aber das Schicksal nicht geändert werden? Der Zuschauer findet es heraus, denn der Anime erzählt die Geschichte im Gegensatz zum Manga zu Ende.

Zur Einstimmung mal das Opening, das die Hauptcharaktere Kamui und Fuuma zentriert

Wo schauen?

der Anime ist in Deutschland auf DVD erschienen – aktuell muss man leider ziemlich große Summen hinblättern. Aber die Erfahrung lehrt uns: was es auf DVD gibt, kann man sicherlich auch irgendwo kostenpflichtig streamen. Oder man schaut mal auf Youtube. *hust*

Anime sind unheimlich vielseitig – genau das möchte ich in „The Anime Diversity“ ausdrücken und stelle jeden Monat einen Anime vor. 😀 Lustig, kultig, alt, neu, grenzwertig, gruselig, romantisch, verrückt: Anime eben.