Neulich im Kino … Review zu „Guardians of the Galaxy“

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Kann ich zu diesem regelrecht gehypten Film noch irgendwas beitragen, das noch nicht gesagt wurde? Wer weiß … darüber schreiben muss ich trotzdem unbedingt, denn ich habe den Film wirklich sehr gemocht. 🙂

Worum gehts?

1988 ist der traurigste Tag im Leben des kleinen Peter Quill. Seine Mutter liegt im Sterben – später an diesem Abend wird ein unendlich trauriger Junge aus dem Krankenhaus rennen und sich vor Verzweiflung auf den Boden werfen. Bis da dieses Raumschiff ist – helles Licht. Cut. Blick in die Zukunft. Im Jahr 2014 in einer weiter entfernten Galaxie ist Peter ‚Starlord‘ Quill (Chris Pratt) nun Plünderer und auf der Suche nach einem Artefakt, das offensichtlich auch viele andere raue Gesellen wollen. Als dann auch noch auf ihn ein Kopfgeld ausgesetzt wird, klebt ihm der Ärger offiziell an den Hacken. Und wer nicht das Artefakt will, ist nun wegen der Kohle hinter Peter her. So kommt es, dass die Kämpferin Gamora (Zoë Saldaña), der genetisch veränderte Rocket Racoon und sein Kumpel, das Baumwesen Groot, in einen Kampf mit Peter geschnappt und kurzerhand alle eingebuchtet werden. Und die können sich jetzt schon nicht riechen, dann kommt auch noch Drax der Zerstörer dazu, der Gamora nach dem Leben trachtet. Aber sie merken schnell: sie haben dieselben Feinde. Sie beschließen zusammenzuarbeiten, auszubrechen, das Artefakt zu versetzen und den Gewinn aufzuteilen. Und das bei diesen Dickköpfen und Querdenkern? Bei diesen Egomanen und Wahnwitzigen? Bei diesen Unterschätzten und Missverstandenen? Schießwütiger Waschbär, maulfauler Baum, begriffsstutziger Muskelprotz, unnahbare Amazone und ein Mensch? Ob das gut geht? Die Feinde sind jedenfalls nicht ohne und plötzlich liegt das Schicksal Tausender in ihren Händen.

Hintergrund

Guardians of the Galaxy basiert auf einem Marvel-Comic und spätestens seit der Erwähnung der Infinity-Steine und dem Auftritt eines gewissen Thanos ist klar: es ist Teil des Marvel Cinematic Universe. Zumal Thanos in Avengers bereits einen Auftritt hatte, liegt die Vermutung nahe, dass sich die Avengers und die Guardians mal zusammentun. Bisher ist diese Meldung unbestätigt – Gerüchte darüber, ob das überhaupt passiert und in welchem Umfang gibt es aber Zuhauf. Lustig, denn … ich kenne niemanden, der den Comic Guardians of the Galaxy kennt. Zwar kommt mir Groot irgendwie bekannt vor und beim Namen Rocket Raccoon klingelts irgendwie … aber auch ich kannte die Guardians nicht. Außerdem gibt es in diesem Film mal mehr 80er-Referenzen als irgendwelche Eastereggs die auf andere Marvel-Comics hinweisen. James Gunn gehört trotz seines Rufs als Trash-Kultresgiesseur bisher nicht zu meinen Lieblings-Filmemachern … könnte daran liegen, dass er auch u.a. die Realverfilmung von Scooby Doo verbrochen hat. Ich mochte die Zeichentrickserie sehr. Die Filme … nicht. Auch im Cast gibt es erstaunliche Mischungen zu bewundern. So spricht Vin Diesel den wortkargen Groot, was fast wie eine Parodie wirkt, da Vin Diesels Rollen bisher ja eher körperbetont und nicht ganz so still waren. Sein kuscheliger und kratzbürstiger Kumpel hingegen wird von Bradley Cooper gesprochen – im Original.

Fazit

Guardians of the Galaxy erfindet das Medium Film definitiv nicht neu. Die Handlung hat man so schon ein paar Mal gesehen und die dem Comic entliehene Welt erinnert mich auch extrem an Filmvorgänger wie zum Beispiel Luc Bessons „Das fünfte Element“. Was der Film aber hat ist jede Menge Charme. Denn … wessen Herz schlägt nicht für Antihelden? Die müssen sich dumme Sprüche anhören, sind bisher ein Niemand gewesen, versuchen vergeblich sich coole Spitznamen zuzulegen oder werden gehasst. Alle haben sie einen gewaltigen Knacks weg, aber keiner ist richtig böse. Helden in Anführungszeichen, die sich alle anfangs nicht besonders leiden können, die aber (wir wissen es ja eigentlich schon vorher) zusammenwachsen und große Taten vollbringen? Jeder hier hat eine eigene Motivationen, eine tragische Hintergrundgeschichte und einen gewaltigen Spleen. Der Humor und diese bunt gewürfelten Truppenteile sind die Essenz des Films und machen das ganze zu einem wirklichen tollen Unterhaltungsfilm, den man auch gerade deswegen schauen sollte. Um eine gute Zeit zu haben! Dann zieht der Film trotz der meiner Meinung nach mangelhaften Story alle Register und ihr werdet viel viel viel zu lachen haben. Manchmal etwas grenzwertigen Humor, manchmal etwas spleenigen – eben anders. Schöner 80er-Jahre-Charme und Musik, die heute noch mein Ohrwurm ist! Über eine Woche nach dem Kinobesuch …. hooked on a feeling …. ch-ch-ch-ch-ch-ch-cherry bomb …. gut gemacht. 😉

(8/10)

Sternchen-8

Habt ihr ‚Guardians of the Galaxy‘ schon gesehen? Und wie hat euch der Film euch gefallen? Kennt ihr denn eigentlich die Comics? Und was mich auch brennend interessiert … seid ihr bis zu den Postcredits sitzen geblieben und habt ihr, so wie ich, auch was anderes erwartet? 🙂