Fantastischer Film: I Origins – Im Auge des Ursprungs

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Inhalt

Dr. Ian Gray (Michael Pitt) ist Molekularbiologe und hat sich auf den Sehsinn und Augen spezialisiert. Er möchte farbenblinde Ratten wieder Farben sehen lassen, am liebsten möchte er allen Organismen das Augenlicht schenken, selbst denen die keine Augen haben. Er und seine Assistentin Karen (Brit Marling) suchen das Ursprungsauge – den Ursprung des Sehens. Auch privat ist er besessen von den vielfältigen Mustern der menschlichen Iris. Eines Tages sieht er die Augen einer Frau auf einer großen Werbeanzeige. Es ist dasselbe faszinierende Augenpaar, dass er auf einer Party sah, aber zu schnell verschwand. Er recherchiert und findet sie. Ihre Ansichten könnten nicht unterschiedlicher sein. Sofi (Àstrid Bergès-Frisbey) ist ein spiritueller Mensch, er Wissenschaftler und will von all dem nichts wissen. Aber die Anziehung der Beiden ist groß, sie verlieren sich in einer leidenschaftlichen Liebe. Bis etwas schreckliches passiert. Und letztendlich sind es die Augen, die Ian zurück zum Ursprung führen und ihn alles überdenken lassen, was er jemals glaubte.

Hintergrund

Ich hoffe, dass ich mich damit nebulös genug ausgedrückt habe. Leider leider enthält der Trailer fiese Spoiler, die den Twist des Films vorweg nehmen. Also lieber den Trailer auslassen. Und wenn euch meine schleierhafte Inhaltsangabe überzeugen konnte und ihr den Film wirklich schaut, dann bleibt auch noch nach dem Abspann sitzen und schaut, was dann kommt. Bei mir war die Neugier schon alleine deswegen groß, weil ich den Regiesseur Mike Cahill noch von Another Earth in bester Erinnerung habe. Apropos Another Earth … der Schauspieler William Mapother wirkte in dem fantastischen Low-Budget-Film als Hauptdarsteller für gerade Mall 100$/Tag mit und hat hier einen Cameo-Auftritt. Ein ebenso bekanntes Gesicht ist die sehr talentierte Brit Marling, die hier etwas blasser rüberkommt, die ich aber nach wie vor gerne sehe. Michael Pitt sollte mir aus Dawsons Creek bekannt sein, aber seine jüngste Leistung als Mason Verger in der 2. Staffel der Serie Hannibal hat einen größeren, bleibenden Eindruck hinterlassen.

Was ich Mike Cahill hoch anrechne ist, dass seine Filme immer eine wissenschaftlich interessante Komponente haben, die das Köpfchen beansprucht. Während das in Another Earth noch mehr theoretisch und philosophisch ist, sind wir in I Origins tatsächlich im Labor. Und wie man hier und da lesen kann, hat der Regiesseur sich dafür Unterstützung im eigenen Bekanntenkreis gesucht und greift auf real existierende Paper zurück. (Link enthält Spoiler) Übrigens wird über ein Sequel gesprochen, dass 20 Jahre nach den Ereignissen des Films spielen soll. Für mich ein reizvoller Gedanke, für die breite Masse wahrscheinlich nicht, denn der Film ist bei den Kritikern leider ziemlich durchgefallen.

Meinung

Für mich ist I Origins ein besonderes Stückchen Film. Ohne zu urteilen oder zu verurteilen wird ein Mittelweg zwischen Wissenschaft und Glaube bzw. Spiritualität gefunden. Als Wegweiser zu dieser Entdeckung dient eine nicht ganz einfache, aber gerade deswegen zauberhafte Liebesgeschichte. Die Bilder und das Gespür für Timing, Musik und Entwicklung der Handlung sind bestens, aber nicht in Mainstream-Manier. Der Handlungsbogen ist kein klassischer Hollywood-Actioner-Verlauf, sondern bricht mehrmals. Hat 2 Höhepunkte und dazwischen tiefe Täler. Diese ruhigen Passagen muss man abkönnen. Für mich beweist Mike Cahill aber einmal mehr, dass er den richtigen Riecher für junges, neues Kino mit unverbrauchten Ideen hat, die den Zuschauer berühren und fordern. Die Konsequenzen die sich aus I Origins Handlung ergeben, können einen lange beschäftigen und offenbaren ein Ausmaß, dass vielleicht tatsächlich ein Sequel verdient. Außerdem muss ich den Soundtrack noch einmal besonders lobend erwähnen. Schöne Sache! Jetzt muss nur noch endlich die DVD auf dem deutschen Markt rauskommen. Wird Zeit, liebe Leute.

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Da der Trailer riesige Spoiler enthält, verzichte ich an der Stelle mal darauf. Stattdessen gibts schöne Musik aus dem Film, Deal?

Jeden Monat stelle ich einen Film vor, den ich für einen fantastischen Film halte – losgelöst von Mainstream, Genre, Entstehungsjahr oder -land. Einfach nur: fantastisch. 😆