Downton Abbey Season 6 Episode 7 Recap

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Es hieß, dass es in der letzten Staffel der Serie einen Todesfall geben würde. Und ich sage nur soviel: jepp. Stimmt. Beware: this place is dark and full of spoilers. Hier gehts übrigens zu den bisherigen Recap-Artikel.

Daisy, Molesley und Andy

Sowohl Daisy als auch Mr Molesley bekommen das Datum für ihre Prüfungen genannt – es wird ernst. Nachdem Daisy so lange an sich gearbeitet hat und alle auf sie einredeten, werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Ich muss aber gestehen, dass ich mit Mr. Molesley noch viel mehr mitgefiebert habe. Wir erfahren, dass er seine Prüfung bestanden hat und der Schuldirektor bietet ihm eine Stelle als Lehrer an. Sehr zu meiner Überraschung bedeutet das scheinbar gar nicht zwingend, dass er seinen Job in Downton an den Nagel hängt. Ich war sehr gespannt auf Molesley als Lehrer! Während die Familie dann verreist ist, tritt auch Daisy ihren Prüfungsmarathon an und trifft die anderen Angestellten bei einem Picknick. Als sie einen Prüfungsbogen mitbringt, wird Andy aufgefordert eine Frage vorzulesen, was er versucht, aber kaum hinkriegt und sich gegenüber den anderen offenbart: er kann nicht lesen. Da er nicht wollte, dass es jemand erfährt, ist er sichtlich geknickt und schrumpft zu einem Häufchen Elend zusammen. Daisy ermutigt ihn aber und der Schuldirektor bietet ihm an, ein paar Mal die Woche bei ihm Unterricht zu nehmen, er weist aber Thomas ab und gibt ihm zu verstehen, dass sie Andy doch nicht mit mehreren Lehrmeinungen verwirren wollen – traurig.

Thomas

In der Episode wird Thomas ein ums andere Mal abgewiesen – es tut richtig weh zuzuschauen und es macht den Eindruck, als ob aus Thomas jegliche Lebensenergie gesogen wird. Nicht nur, dass Carson ständig auf ihm rumhackt, dass er schnellstmöglich eine andere Stelle finden soll, die wenigen Lichtblicke wie das Lernen mit Andy werden ihm auch noch genommen. Da er nun Andy nicht mehr das Lesen beibringt, spürt man wenig von freundschaftlichen Verbindungen. Selbst die kleinsten Kleinigkeiten münden immer wieder darin, dass sich andere von ihm distanzieren und ihn scheinbar ablehnen. Rob-James Collier, der Thomas spielt, hat offensichtlich nicht umsonst gesagt, dass Thomas in dieser Staffel an seinem Tiefpunkt ankommt – ich würde sagen, wir sind quasi angekommen. Wenn es jetzt noch schlimmer wird, dann endet es mit Sicherheit in einer Katastrophe.

Mrs Patmore & Carson & Carson

Es ist so dermaßen deprimierend sich Thomas Situation anzuschauen und wie ständig jemand (v.A. Mr Carson!) stichelt und auf ihm rumhackt, da musste es einen lustigen Ausgleich geben. Nennen wir es mal die Rache der Mrs. Carson. 🙂 Mrs Patmore heckt einen kleinen Plan aus für das nächste 3-Gänge-Menü, dass Mrs Carson ihrem mäkeligen Gatten kredenzen soll. Mrs Carson tut so, als ob sie sich was an der Hand getan hätte und bringt Carson dazu selber das Essen zu kochen. Und der gute ist so fertig, dass er am Tisch einschläft – ich hätte fast Tränen gelacht. So fertig haben wir Carson defintiv in den sechs Staffeln Downton Abbey noch nie gesehen. 😉 Er hat nun scheinbar mehr Respekt vor dem Thema Haushalt. Mrs Patmore selber hat zusammen mit ihrer Nichte das Bed & Breakfast eröffnet und darf ihre ersten Gäste begrüßen. Freut mich ja für sie, aber es wird schon wieder angedeutet, dass irgendetwas nicht stimmt. Ein Reporter lungert dort herum. Oh man … nicht mal das läuft einfach rund, was? Ihr evil plotting mit Mrs Carson ist aber genial. XD So ziemlich gegen Ende der Episode hat sie nochmal ein ernstes Gespräch mit Daisy, in dem sie ihr entlockt, dass sie so ätzend darauf reagiert, wenn jemand mit Mr Mason zutun hat, weil sie seine Aufmerksamkeit nicht teilen will. Sie sagt, dass sie in ihrem Leben wenig hatte, was ihr ‚gehört‘. Einerseits verständlich, andererseits komme ich nicht umhin sie für sehr naiv und egoistisch zu halten. Mrs Patmore macht ihr klar, dass weiter alle für sie da sein werden. Mr Mason und auch sie. Das ist so einer der Punkte, die ich mir noch wünsche: ein Happy-End für Mrs. Patmore. Vielleicht mir Mr Mason?

Violet, Isobel und die ach so freundliche Amelia

Amelia Cruikshank (Phoebe Sparrow) ist Larry Greys (Lord Mertons Sohn) Verlobte und hat in der letzten Episode vehement behauptet, dass Larry und sie sehr froh über eine Verbindung zwischen Isobel und Lord Merton wären, was sowohl Isobel als auch Violet ziemlich seltsam finden. Violet beschließt daher ihr mal auf den Zahn zu fühlen und kitzelt aus ihr heraus, dass sie sich von der Verbindung vor Allem erhofft, dass Isobel sich später um Lord Merton kümmert, wenn der alt und krank ist, damit das nicht an ihr hängen bleibt. Das ist ja mies. Irgendwie hoffe ich aber, dass Isobel es doch noch wagt, wobei ich auch ein Fan von dem Gedanken gewesen wäre, dass sie mit Dr. Clarkson anbändelt. Wie dem auch sei … Isobel wartet nun darauf, dass Larry sich äußert, vielleicht zermürbt Amelia ihn ja … Verlobte und Ehefrauen sollen ja der Legende nach einen gewissen Einfluss auf ihre Männer ausüben können. Violet bringt ein anderes gutes Thema auf den Tisch: kann Isobel es guten Gewissens rechtfertigen, dass sie Lord Merton mit den beiden freundlichen Erbschleichern alleine lässt? XD Ich habe sehr gelacht. Violet selber beschließt angesichts der ganzen Krankenhauskabbelei etwas zu verreisen. Alle haben das Gefühl, als ob sie sie vertrieben hätten und finden das ganz furchtbar. Ich denke mir so: egal. Man wird ja wohl mal verreisen dürfen? Lasst sie mal machen … . Außerdem schenkt sie Robert einen kleinen süßen Hund, sie wird euch schon nicht alle hassen, jetzt jammert mal nich rum.

Edith und Bertie

Bertie macht ihr einen Antrag!! Ein Antraaaaaaaaag, yessssssss! Zu einem qualitativ hochwertigeren Kommentar bin ich nicht in der Lage. 😀 Sollte es für Edith endlich ein Happy-End geben?

Mary und Henry

Das Beste kommt zum Schluss … in diesem Fall das dramatischste. Aufhänger der Episode ist eigentlich, dass Henry Talbot die gesamte Familie zu einem Rennen einlädt. Robert findet den Gedanken super, da er endlich mal wieder raus will und irgendwie machen alle mit. Selbst Mary, die Autos verabscheut seit dem was Mathew widerfahren ist. Sie zeigt aber Anpassungswillen (man höre und staune) und so fahren alle zu dem Rennen, dinnieren und sind schick. Das übliche eben. Ich muss aber gestehen, dass es mir gut gefallen hat die Familie in diesem Umfeld und das Autorennen zu sehen. Ist schon ein dekadentes Vergnügen und solche kleinen Ausflüge bei denen man die Familie mal in einem anderen Szenario sieht, haben in dieser Staffel fast gefehlt. Hach ja … das waren sie, die Zeiten in denen die Rennfahrer noch beim Fahnenschwenk zu ihren Autos rennen mussten. Ich fands sehr spannend! Mary steht aber die Angst ins Gesicht geschrieben, dass etwas passieren könnte und das überträgt sich auf den Zuschauer bis letztendlich wirklich was passiert. Bange Minuten, alle Rennen zu der Stelle von der die Rauchschwaden kommen, Feuer und ein Mann ist eingeklemmt und verbrennt. Es ist aber nicht Henry, sondern ein Freund von ihm und er versucht ihn noch zu retten, scheitert aber. Alle sind verstört aufgrund des schrecklichen Vorfalls. Das hat einen derben bitteren Beigeschmack. Nebenbei komme ich nicht umhin festzustellen wie fantastisch insbesondere Matthew Goode den vollkommen am Boden zerstörten Henry spielt. Aber der Albtraum geht weiter. Am selben Abend ruft er Mary an und redet davon, dass ihm klar wurde wie kurz das Leben ist und dass er wissen will wo die beiden stehen. Und sie macht Schluss. Die Zweifel waren immer da aber angesichts der jüngsten Ereignisse kommt Mary zu dem Schluss, dass sie beide nicht zusammen passen. Oder besser gesagt ihre Welten. So oder so müsste sich einer der beiden ändern, damit es funktioniert und das wäre nicht richtig. Bullshit. Aber sie ist unverbesserlich.

Und sonst so?

Ansonsten passiert nicht viel – Baxter hadert immer noch mit sich, ob sie den Mann aus ihrer Vergangenheit im Gefängnis besuchen soll, um mit dem Thema abzuschließen, aber es kommt (noch) nicht dazu. Außerdem bewirbt sich eine gewisse Cassandra Jones bei Ediths Zeitung und möchte eine Ratgeberkolumne für Frauen schreiben mit einem auffällig bissigen Humor. Edith und der neue Editor, Laura Edmunds (Antonia Bernath), diskutieren das und sie scheinen ein freundschaftliches Verhältnis zu pflegen. Sie lädt sie auch zu dem Familienessen und dem Rennen ein. Wäre schön, wenn Edith noch einen weiteren Ankerpunkt hat und einen weiteren Grund ihr Leben in London fortzusetzen anstatt in Downton, was noch nicht 100%ig entschieden zu sein scheint. Während des Rennens sieht man Laura und Tom öfter miteinander sprechen und mir gefällt der Gedanke, dass sich zwischen den Beiden vielleicht was anbahnt. Sie ist nett, intelligent und emanzipiert, aber nicht so, dass sie das Familienessen aufmischt und Streitereien vom Zaun bricht. Warum also nicht?

Nach diesem großen Knall bewegt sich die Serie straff auf die letzte Episode zu und es ist wie ich vermutet habe, nicht nur ein Genuss. Die Episode ist wirklich richtig gut, aber auch sehr sehr bitter. Ich habe befürchtet, dass die letzten Episoden der Staffel eher negativ werden, damit die Serienschöpfer (hoffentlich) im Christmas Special nochmal so richtig auf die Kacke hauen können und mit mehreren Happy Ends schließen. Die Frage nach dem Todesfall ist inzwischen auch geklärt. Und es wirkt so, als wäre das Thema Hochzeit auch besiegelt. Aber bei Edith und Bertie gibt es da noch ein klitzekleines Detail zu klären und das heißt Marigold. Der Abwärtsstrudel in dem sich Thomas bewegt ist ebenfalls bitter und ich hatte schlimme Befürchtungen wo das hinführt. Was erwartet ihr von dem Staffelfinale?