Serien-Review: ‚Flight of the Conchords‘ Season 1 & 2

Posted by in Review, Serienlandschaft

Man beschäftigt sich soviel mit den Medien. Liest jeden Tag in Blogs, Webseiten, Büchern, Zeitschriften. Irgendwie geht einem aber doch immer mal was durch die Lappen. Meinem Freund, nennen wir ihn Mr. Boolean, ist es zu verdanken, dass ich ‚Flight of the Conchords‘ kennengelernt habe. Die leider nach zwei Staffeln abgeschlossene Serie erzählt rein fiktiv wie die neuseeländischen Musiker Bret McKenzie und Jemaine Clement alias ‚Flight of the Conchords‘ in die USA auswandern und sich dort irgendwie versuchen durchzuschlagen. Während die Geschichte fiktiv ist, sind es die Musiker allerdings nicht – sie spielen sich selber. Reviews sind spoilerfrei.

„Flight of the Conchords“ Season 1

Die erste Staffel der Serie verschwendet nicht viel Zeit uns zu erklären worum es geht und beginnt mit Jemaine und Bret, die auf einer Party sind. Sofort ist Jemaine hin- und weg von Sally, die eigentlich Brets Ex-Freundin ist. Spannungen sind vorprogrammiert. Nach und nach erfahren wir die Eckdaten. Dass beide die Band ‚Flight of the Conchords‘ bilden, eigentlich aus Neuseeland stammen und versuchen in New York bekannt zu werden. Ihr Manager ist Murray Hewitt (Rhys Darby), der eigentlich in der neuseeländischen Botschaft in New York in einem fensterlosen Büro sitzt und arbeitet. Ihr einziger Fan ist die obsessive Mel (Kristen Schaal), die man getrost als Stalkerin bezeichnen kann. Die einzelnen Folgen kann man quasi losgelöst voneinander schauen – das Thema ist immer ein anderes. Die Motive bleiben ähnlich. Mal sind es die Versuche der Musiker ein Date mit einer noch ahnungslosen Glücklichen auszumachen oder einfach die Bemühungen der liebenswerten Looser ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber die Situationen sind absurd-komisch, ironisch, satirisch oder Slapstick ohne Gesichtsentgleisungen.

Wenn sie beispielsweise ihrem Manager Murray was gutes tun wollen, damit er sich nicht so nutzlos fühlt, engagieren sie einen Schauspieler, der ihm vorgaukeln soll, dass er einen Plattendeal an Land gezogen hätte. Dummerweise geht der Schauspieler so in der Rolle auf, dass er Murray im Glauben lässt, dass sie jetzt alle reich und berühmt werden. Oder wenn der Kumpel der Gruppe, Dave (Arj Barker), ihnen beibringen muss wie man jemanden beleidigt und den Stinkefinger zeigt. Die irrwitzigen Situationen sind unendlich und eine Szene führt zu einer noch schrägeren voller weltfremdem Humor. In den einschneidensten Situationen fangen Bret & Jemaine und manchmal auch ihre Co-Stars oder Gast-Stars an zu singen. Das wird so konsequent durchgespielt, dass es sich wie ein improvisiertes Musikvideo anfühlt, in dem alle Klischees von Genre-Spezifika aufs Korn genommen werden. Apropos Gast-Stars … mit von der Partie ist in dieser Staffel u.a. Aziz Ansari (Master of None) als rassistischer(!) Gemüsehändler. Durch die Serie habe ich außerdem viele wichtige Dinge gelernt, zum Beispiel, dass sich scheinbar Australier und Neuseeländer nicht leiden können, aber oft miteinander verwechselt werden. 😉 Die Serie wirkt manchmal spürbar low budget, aber macht sehr viel Spaß, wenn man absurden Humor und Situationskomik erwartet. Und die Musik mag. Einen Vorgeschmack gibts unter dem Absatz.

(8/10)

Sternchen-8

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„Flight of the Conchords“ Season 2

Die zweite Staffel von Flight of the Conchords setzt direkt nach dem großen Paukenschlag am Ende der letzten ein Staffel ein. Zu den gewohnt verrückten Themen gehört dieses Mal u.a. wie eine Tasse dafür sorgt, dass sich Jemaine prostituieren muss, Bret eine Gang gründet und sich beide (wiederholt) in dieselbe Frau verlieben. Aufmerksame Zuschauer werden unter den Gaststars u.a. Kristen Wiig (Brautalarm) erkennen. Im Gegensatz zur ersten Staffel ist der Aufwand scheinbar zusammen mit dem Budget gestiegen. Es gibt mehr Dreh- und Schauplätze der Handlung, mehr Nebendarsteller und alles wirkt einen Tick glatter und professioneller. Dafür leistet sich die Serie jetzt running gags. Achtet beispielsweise mal auf die Poster in Murrays Büro oder Brets T-Shirts. Die Kleinigkeiten lassen die Serie irgendwie runder wirken. Dafür sind die Themen recht ähnlich. Ziemlich zuverlässig dreht sich eine Folge um Frauen, wieder eine ums Musiker-Dasein, dann wieder eine um Frauen. Nichtsdestotrotz ist der Humor der Serie ein großer Pluspunkt und ein Geheimtipp für schrägen Humor und Musik-Fans. So scheinen sich die Clips der Band und ihre Songs ziemlich pointiert immer mal einem anderen Genre zu widmen. Während einer wie ein R’n’B-Justin-Timberlake-Standard-Song anhört, ist der nächste HipHop oder Chanson. Die können es einfach. Durch die Lauflänge von nur rund 25-27 Minuten ist es eine unschlagbare, witzige Serie für Zwischendurch und für Fans des leisen, schrägen Humors, der eingespielte Lacher wie in Massenware-Multi-Camera-Shows nicht nötig hat.

(8/10)

Sternchen-8

Kanntet ihr die Serie vorher? Wenn ja, wie hat sie euch gefallen und wie habt ihr davon erfahren? Riskiert mal einen Blick in den Youtube-Channel der Gruppe oder auf die offizielle Web-Page. Und wer (wie ich) wissen will, was die Conchords zur Zeit machen, wird bei der NY Times fündig.