7ème art: Winter-Filme

Posted by in 1973, 1997, 2007, 2009, 2013, 2014, 7ème art, Animationsfilm, Dänemark, DDR, Deutschland, Drama, Fantasy, Feelgood-Movie, Film, Frankreich, Historienfilm, Horror und Mystery, Kanada, Krimi und Noir, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Märchen, Neuseeland, Österreich, Review, Schweden, Spielfilm, Thriller, Tschechien, Tschechoslowakei, Türkei, USA, Western, Whodunit

Ich hatte ja in den Werkschauen im Dezember wirklich oft Weihnachtsfilme. Nämlich 2015 und 2013 … das macht vierzehn Weihnachtsfilme. Aber wonach schreit Dezember? Also da gäbe es ja schon eine Sache. Diese eine Sache von der wir in den letzten Jahren etwas zu wenig im Dezember hatten. Zumindest da wo meine Familie oder ich wohnen. Nämlich Schnee und Winter. Aber ich bin so gar kein Winter-Fan … gar nicht. Nicht ein bisschen. Vereiste Schlitter-Fahrbahnen … neeeeeeee. Nein. Naja. Aber so Schnee im Film tut ja nich weh, was? Also heute: sieben Filme mit dem gemeinsamen Nenner: sie spielen im Winter. Oder es liegt zumindest viel Schnee 😉 .

Schloss Moritzburg bei Dresden - einer der Schauplätze von "Aschenbrödel"

Schloss Moritzburg bei Dresden – einer der Schauplätze von „Aschenbrödel“

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Der Film ist zu einem Weihnachtsklassiker geworden, obwohl er mit Weihnachten eigentlich nicht viel gemein hat. Er ist quasi sowas wie Aschenputtel im Schnee. Nur, dass unser Aschenputtel hier Aschenbrödel heißt. Gespielt wird sie von Libuše Šafránková. Auch hier ist unsere Heldin eine bescheidene Seele mit gutem Herzen und leider Waise. Nachdem ihr Vater gestorben ist, ist Aschenbrödel wie eine Hausmagd für ihre Stiefmutter (Carola Braunbock) und -schwester (Dana Hlaváčová). Das Anwesen bereitet sich derweil auf den Besuch des Königs und seines Sohnes vor, alles wird fein herausgeputzt. Aschenbrödel interessiert sich für ihre Freunde, die Menschen um sie herum und die Tiere des Anwesens, weniger für den Prinzen (Pavel Trávníček). Da begegnet sie ihm zufällig und ihr Interesse ist geweckt. Aber was will ein Prinz mit einem Aschenbrödel wie ihr …? Da bekommt sie zufällig drei magische Haselnüsse … . Die Produktion entstand als Kooperation zwischen dem Filmstudio Barrandov, Prag und der DEFA, ist also ein Film der damaligen ČSSR und DDR. Im Prinzip ist es eine Mischung zwischen der klassischen grimmschen Aschenputtel-Erzählung und der Version von Božena Němcová, die etwas landwirtschaftlicher und kirchlich beeinflusster ist, wovon man im Film nicht viel merkt. Eins der Merkmale, die den Film so erfrischend anders und beliebt machen ist die flapsige Art mit der der Prinz sich von einem Standard-charakterlosen Schönling absetzt. Er interessiert sich für die Jagd, weniger Pomp und Prunk und sich eine Frau auszusuchen, die er kaum kennt ist ihm zuwider. Noch markanter ist aber Aschenbrödel. Sie ist schlau, sie kann jagen und reiten und sie flirtet ein bisschen mit dem Prinzen und ärgert ihn. Sie ist mutig und hat trotzdem die bekannten Charakterzüge wie Bescheidenheit. Mensch, schau mal an was für Frauenbilder Filme aus den 70er Jahren vermitteln können. Das ist fortschrittlicher als heute. Und gerade diese Abkehr vom Muster macht den Film zu einem erfrischend anderen Märchen, das extrem gut gealtert ist. Mal vom Regenschirm-ähnlichen Hut der Stiefmutter beim Ball abgesehen … .

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (OT: Tři oříšky pro Popelku), ČSSR, DDR, 1973, Václav Vorlíček, 82 min, (9/10)

Sternchen-9

Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Die Leute sagen, dass der kleine Isaiah Christiansen (Clipper Miano), ein Inuk, beim spielen vom Dach gefallen ist. Aber Smilla (Julia Ormond) fragt sich warum er dort spielen sollte. Sie sieht seine Spuren im Schnee auf dem Dach und weiß sofort, dass das kein Unfall war. Nur glaubt ihr keiner. Außer der Nachbar (Gabriel Byrne). Sie forscht nach und findet heraus, dass ein renommierter Wissenschaftler eine Autopsie an Isaiah vorgenommen hat und dass Isaiahs Mutter Zahlungen einer Organisation namens Greenland Mining erhält. Ihre Nachforschungen bringen Smilla in höchste Gefahr.

Smilla ist nicht unbedingt nett. Sie stößt die Leute gern vor den Kopf, ist sehr direkt und fasst niemanden mit Samthandschuhen an. Aber sie hat ein Herz. Das spürt man an ihren Erinnerungen an Isaiah, der wie ein Sohn für sie geworden ist. Oder wie ein Freund. Ihre Bestürzung wandelt sie in Forschergeist und Mut. Wie sie investigiert hat mich sehr beeindruckt als ich den Film das erste Mal sah. Da war ich ein Kind im Grundschulalter und wollte tatsächlich so werden wie sie. Betrachtet man den Film heute, ist die Verschwörungsgeschichte etwas ausgelutscht und der Film hat einige logische Lücken oder Charaktere, die sehr abstrus wirken. Allerdings liegt das nicht daran, dass der Film gealtert ist, sondern daran, dass die Rezensentin (ich) älter und (vielleicht ein bisschen) weiser geworden ist. Der Krimi ist zeitlos gut und spannend. Vor Allem strotzt er vor Figuren die mal ein bisschen anders sind als das was Hollywood so zu bieten hat. Smilla ist eine sehr spröde Heldin. Quasi eine Antiheldin. Ihr Hintergrund und die Aura, die sie umgibt geben dem Film das bisschen extra, das ihn von anderen Filmen absetzt. Ansonsten kann der Krimi mit seinen unwirtlichen und ungeschönten Schauplätzen beeindrucken. Weite Schneelandschaften der Arktis, dazwischen das urbane Kopenhagen und Schiffe im Eismeer. Bille August hat einen Film gemacht, der sich stilistisch kaum in irgendeiner Form absetzt, aber er nimmt sich Zeit für große Bilder und lässt diese wirken. Das klassische Spiel Frau gegen große Firma/Verschwörung und Smillas Forscherdrang bilden ein gutes Duo, schaffen einen spannenden Film. Und der Zuschauer wird wahrscheinlich Peter „Doctor“ Cappaldi und Jürgen Vogel in Nebenrollen sehen, wenn er gut aufpasst.

Fräulein Smillas Gespür für Schnee (OT: Smilla’s Sense of Snow), Dänemark/Deutschland/Schweden, 1997, Bille August, 116 min, (8/10)

Sternchen-8

„Fräulein Smillas Gespür für Schnee – Trailer“, via constantinfilmvod

30 Days of Night

David Slade inszenierte Jahre später einige Folgen der eleganten Horror-Psychothriller-Serie Hannibal mit Mads Mikkelsen. 2007 war er an einem nicht minder-blutigen Stoff dran, der allerdings nicht die Qualität anderer Werke Slades erreicht. In 30 Days of Night schlägt sich Josh Hartnett als Sheriff Eben Oleson in einer Kleinstadt in Alaska durch 30 Tage Dunkelheit. In der Zeit ziehen viele Anwohner weg, etwa ein Drittel bleibt da und sitzt die Zeit aus, wenn es sowohl tags als auch nachts dunkel ist. Eines Tages aber fällt das Telefon aus, der Strom, die Verkehrsmittel werden außer Gefecht gesetzt und plötzlich Leute angegriffen. Die Erkenntnis trifft die Bewohner und den Sheriff spät. Es sind blutrünstige, schnelle, vampir-ähnliche Kreaturen, die die 30 Tage andauernde Dunkelheit nutzen, um sich zu ernähren.

Der Grundgedanke ist eigentlich ganz smart. Die Vampire nutzen den isolierten Ort, wollen alles niedermähen und später wie einen Unfall aussehen lassen. Sie schicken einen verwirrten Typen vor, der solange es noch hell ist die Stadt langsam von allen Kommunikationskanälen und Verkehrsmitteln abschneidet und ihren Überfall auf das Dorf vorbereitet. Die Anfangsstimmung ist wirklich atmosphärisch und unheilvoll. Aber der 30 Tage andauernde Überlebenskampf des Sheriffs und seiner Schäfchen kann das nicht aufrecht erhalten. Genauso wenig wie die Vampire mit ihren pathetischen Sprüchen in einer fremden Sprache. Neben Logigklücken sind wahrscheinlich einer der schlimmeren Abtörner die miesen CGI-Splatter-Einlagen.

30 Days of Night, USA/Neuseeland, 2007, David Slade, 113min, (6/10)

Sternchen-6

Whiteout

US-Marshal Carrie Stetko (Kate Beckinsale) ist so weit vor ihrer Vergangenheit geflohen wie sie konnte: in die Antarktis. Auf der Amundsen-Scott-Südpolstation sieht sie nach dem rechten und bekommt einen brisanten Fall als der Pilot Delfy (Columbus Short) eine Leiche im schnee- und eisbedeckten Nirgendwo findet. Niemand kann sich vorstellen wie die Leiche dort hingekommen ist, fest steht aber: es war Mord. Stetko muss ermitteln und hat dabei stets den Gedanken im Hinterkopf, das die Saison auf der Station bald vorbei ist und einer der nächsten Flieger der letzte für viele Monate sein kann, der sie aus dem Eis nach Hause bringt.

Whiteout basiert auf dem gleichnamigen Comic von Greg Rucka und Steve Lieber. Was den Comic betrifft, so kann man hier und da nachlesen, dass er sich stark von anderen amerikanischen Comics absetzt. Klar, das Thema ist nicht weit verbreitet im amerikanischen Comic: ein Noir Thriller am Südpol mit Einblick in das Leben an einer Forschungsstation. Aber als Film ist Whiteout schon eher gewöhnlich. Die Hintergrundgeschichte der Hauptcharakterin hat man so oder so ähnlich schon zig Mal gesehen und dass Kate Beckinsale eine Fanservice-Duschszene absolvieren muss ist auch sehr typisch. Selbst der Kriminalfall, der sich vor den Augen des Zuschauers entwickelt ist wenig überraschend und dazu noch sehr geradlinig und einfach inszeniert. Was aber beeindruckt ist der andere Gegner, dem sich die Figuren stellen müssen. Die Umstände. Bei Temperaturen von bis zu minus 65 Grad Celsius und dann vielleicht noch im Schneesturm ist es äußerst schwer vor einem Angreifer zu flüchten. Es gibt eine haarsträubende Szene in der Stetko mit bloßen Händen eine vereiste Tür öffnen muss und sich dabei Erfrierungen zuzieht. Da kuschelt man sich doppelt in die Couch und nippt nochmal ganz lange am warmen Glühwein. Der Einblick in die Forschungsstation und die Hetzjagd bei unmenschlichen Temperaturverhältnissen stemmt die sechs Punkte, die ich dem Film gebe quasi alleine, denn ansonsten gibt es nicht viel überzeugendes.

Whiteout, USA/Frankreich/Kanada/Türkei, 2009, Dominic Sena, 97min, (6/10)

Sternchen-6

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

Da ist der Kreativschmiede Walt Disney ja ein finanziell mehr als erfolgreiches Kunststück gelungen. Selbst drei Jahre nach dem Kinostart sieht man immer noch überall Elsa- und Anna-Merchandise rumstehen und -liegen. Elsa und Anna sind die ungleichen Protagonistinnen des sehr lose auf Hans Christian Andersens Die Eiskönigin basierenden Animationsfilms. Sie wachsen behütet auf und sind wie beste Freundinnen. Da bemerkt Elsa ihre Fähigkeiten Schnee und Eis zu erzeugen und verletzt dabei Anna gefährlich. Ihre Familie und Elsa selbst sind so erschrocken, dass sie sich stark zurückziehen. Elsa geht soweit, dass sie kaum ihr Zimmer verlässt. Anna kann sich nicht erinnern was geschehen ist und trauert der Zeit mit ihrer Schwester hinterher. Als Elsa viele Jahre später zur Königin gekrönt werden soll, entgleiten ihr ihre Kräfte erneut und sie versetzt das Königreich in einen ewigen Winter und flüchtet. Anna versucht ihre Schwester zu finden.

Disney brütet schon lange über dem Projekt. Erste Ideen wurden 2002 bereits verworfen. Anfangs sollte Elsa bzw. die Eiskönigin auch mehr dem Vorbild aus dem Märchen entsprechen und herzlos und böse sein. Tatsächlich erkennt man sehr wenig von dieser Eiskönigin in Elsa. Der Film ist eine Geschichte, die von Missverständnissen erzählt und der Angst vor Ablehnung – einige der Motive, wegen derer Elsa sich letzten Endes von allen abkehrt. Bewährte Disney-Motive. Genauso wie das singen. Was der Film aber angenehm anders macht ist dass die Heldinnen hier Frauen sind und den Karren fast ohne männliche Hilfe aus dem Dreck ziehen. Natürlich gibt es da auch den Eislieferanten(!) Kristoff, der Anna hilft und den Schneemann Olaf, aber den guten Prinzen gibt es hier nicht. Im Gegenteil. Damit ist Frozen/Die Eiskönigin wahrscheinlich einer der wertvolleren und modernen Filme, die Disney zu bieten hat mit einigen schönen Botschaften wie familiären Werten, Eigenständigkeit, Mut und der Weisheit, dass Schneemänner sich von Kaminen fernhalten sollten.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (Frozen), USA, 2013, Chris Buck/Jennifer Lee, 101min, (9/10)

Sternchen-9

Das finstere Tal

Der Film entführt uns in ein Bergdorf in den Alpen im 19. Jahrhundert. Ein Mann, der sich Greider (Sam Riley) nennt reitet unter den kritischen Augen der Dorfbevölkerung ein und bittet um Unterschlupf während des Winters. Schnell sind die Grenzen und Hierachien ausgelotet. Er muss mit dem Brenner-Clan verhandeln, einer Bauern-Familie, die scheinbar das Sagen in dem Dorf hat. Allen voran Hans Brenner (Tobias Moretti), der ihm gestattet zu bleiben und bei Frau Gader und ihrer Tochter Luzi (Paula Beer) einquartiert. Die Stimmung im Dorf ist düster, missbilligend und misstrauisch. Greider scheint aber bereits zu wissen warum und v.A. warum Luzi ihrer Hochzeit mit ihrem Verlobten Lukas (Thomas Schubert) mit Schrecken entgegensieht. Die Regeln im Dorf sind unausweichlich und unumgänglich.

Das ist wirklich ein finsteres Tal und kein Ort, an dem ich wohnen möchte. Die über viele Jahrzehnte aufgebauten Regeln in dem Dorf sind zerstörerisch und scheinbar unausweichlich. Niemand traut sich, sich aufzulehnen, weil die Brenner-Bauern alles im Griff haben und überall Verbündete. Man kann sich denken, dass umzusiedeln in der damaligen Zeit und der unwegsamen Gegend nicht einfach ist. Umso spannender und ergreifender ist wie Greider sich in das Geschehen einmischt. Zuerst noch verdeckt, aber natürlich fällt schnell der Verdacht auf den Fremden. Der Film und höchstwahrscheinlich ebenso das zugrunde liegende Buch sind aber schlau gemacht – Greider ahnt, dass er verdächtigt werden wird und ergreift Maßnahmen. Nebenbei erfährt der Zuschauer warum das Brechen der grausigen Regeln im Dorf für ihn so persönlich ist. Der Mix aus Rache-Geschichte, Western im Schnee und der Hauch Historienfilm machen Das finstere Tal zu einem beklemmend-spannenden und modern inszenierten Heimatfilm. Die Bilder und die vorsichtig errichteten Suspense-Elemente sind großes Kino. Alle Charaktere werden mit einem reduzierten, natürlichen Spiel portraitiert, was sicherlich blockbuster-verwöhnte Zuschauer befremdlich finden, aber bei weitem realistischer wirkt. Während Sam Riley gebrochenes, aber ziemlich gutes Deutsch spricht, muss man sich ggf. etwas an den Dialekt der Dorfbewohner gewöhnen, fühlt sich aber umso mehr in die damalige Zeit versetzt. Ein ungewöhnliches und unerwartetes Setting für einen Western, aber eins bei dem man sich angewöhnen kann, Western großartig zu finden. Der Film basiert übrigens auf dem gleichnamigen Buch des deutschen Autors Thomas Willmann.

Das finstere Tal, Deutschland/Österreich, 2014, Andreas Prochaska, 115min, (9/10)

Sternchen-9

„Das finstere Tal“ Trailer, via vipmagazin

Winter’s Tale

Winter’s Tale ist die erste Regiearbeit von Akiva Goldsman, der sich bisher als Drehbuchautor einen Namen gemacht hat Undzwar bei großen Stoffen: A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn; I, Robot; Die Geisha, Sakrileg – seine Spezialität sind scheinbar aus Literaturvorlagen adaptierte Drehbücher. So auch im Falle von Winter’s Tale, dem 1983 erschienenem Fantasy-Roman von Mark Helprin. Allerdings ist Akiva Goldsman auch bekannt dafür die Stoffe zuweilen etwas frei zu adaptieren und den Sehgewohnheiten der Popcorn-Kino-Zuschauer anzupassen. Inwiefern er das bei Winter’s Tale getan hat, kann ich nicht bewerten. Aber es soll wohl ein Herzensprojekt sein. Das sieht man sowohl dem sehr namhaften Cast an, als auch den Schauwerten.

Winter’s Tale erzählt die Geschichte des Diebs Peter Lake (Colin Farrell), der in das Haus des reichen Zeitungsverlegers Penn einbricht unter Annahme, dass alle verreist sind. Dort findet er aber Penns Tochter Beverly (Jessica Brown Findlay) vor. Sie leidet an Tuberkulose und die Ärzte geben ihr nicht mehr viel Zeit. Peter ist eigentlich ein guter Typ und würde ihr nie im Leben etwas tun. Die beiden unterhalten sich miteinander, treffen sich bald wieder und verlieben sich ineinander – trotz des ungewöhnlichen Kennenlernens. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Nicht nur wegen Beverlys Erkrankung und des gesellschaftlichen und sozialen Unterschieds, sondern auch weil Peter für den Ganoven Pearly Soames (Russell Crowe) arbeitet, der ein waschechter Diener des Teufels ist und dringend versucht den Einfluss des Guten auf der Erde zu schmälern. Auch wenn es kitschig kling, kann man sich gut vorstellen wie märchenhaft die Originalvorlage daherkommt und warum sie soviele begeisterte Fans hat. Letzten Endes wird die Geschichte über Dämonen und Wunder bis ins das heutige New York weiterverfolgt. Das könnte schon episch und fantastisch und magisch sein, wären da nicht die etwas aufgesetzt wirkenden Lichtspiele, aus denen Pearly liest, was geschehen wird oder der Pegasus. Ja – ein Pegasus. Mit drei Ausrufezeichen !!! Pegasus !!! Je nachdem wie man gestrickt ist, kann das den Zuschauer entweder total verschrecken und als Kitsch verschrien werden oder es kann gefallen. Goldsman versucht den Kitsch in Grenzen zu halten, aber über eine Sache kann er nicht hinwegtäuschen. Wie das Label Magie alles unmögliche möglich macht. Immer wenn die Geschichte nicht mehr funktioniert, ausweglos erscheint, dann grätscht irgendwie die Magie rein und das ist irgendwo zu plüschig und zu schön um akzeptiert zu werden. Daher kann man den Film nicht zu 100% ernst nehmen. An Gefühl fehlt es nicht, aber das wirklich überzeugende am Film sind die enormen Schauwerte, Kulissen, Kostüme – auch die sind märchenhaft, die möchte man nicht missen. Auch wenn auch sie zu schön sind um wahr zu sein. Und ein bisschen over the top. Genauso wie der Cast. Da poppen noch Jennifer Conolly irgendwo auf und der Teufel ist niemand geringeres als … naja, lasst euch überraschen. Und obwohl alles so over the top und verrückt und manchmal erzählerisch billig ist, schafft der Film es dann doch einen zu rühren. Man. Wie funktioniert das nur immer? Die Einzelteile des Films kann man nicht immer gut finden, aber unterm Strich und in der Summe schafft der Kitsch es dann doch einen zu bewegen. Verrückt!

Winter’s Tale, USA, 2014, Akiva Goldsman, 118min, (7/10)

Sternchen-7

Da war jetzt alles dabei. Kitsch, blutiger Horror, Krimi, Märchen – was ist euer liebster Winter-Film? Gibt es eigentlich spezielle Filme (aber nicht-klassische Kinderfilme) die euch aus eurer Kindheit in Erinnerung geblieben sind so wie bei mir Smillas Gespür für Schnee?

„7ème art“ (Sprich: septième art) heißt „siebte Kunst“. Gemäß der Klassifikation der Künste handelt es sich hierbei um das Kino. In dieser Kategorie meines Blogs widme ich mich also Filmen zu meinem bestimmten Thema – eine Mini-Werkschau. Regulär stelle ich zwischen dem 1. und 5. jeden Monats jeweils 7 Filme in kurzen Reviews vor.