Serienlandschaft: Impressionen eines Star-Trek-Newbie, Teil II und: Serien-Review Staffel 1

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Ja – da ist er nun der zweite Teil meiner Eindrücke zu Star Trek. Inzwischen ist auf Netflix mit ‚Discovery‘ ein weiterer Ableger des Franchise gestartet. Tatsächlich habe ich aber für die erste Staffel schlappe 3 Monate gebraucht. Wie man in meinem ersten Zwischenbericht gelesen hat, war mein Start mit der vielleicht nerdigsten alle Serien (neben ‚IT-Crowd‘ und ‚The Big Bang Theory‘) etwas holprig. Dabei mag ich Science-Fiction sogar sehr. Aber! Während ich anfangs sagte „Eigentlich schaue ich es nur, wenn mein Freund mitguckt“, wurde die zweite Hälfte der Serie dann doch ein Selbstläufer. Aber lest selbst – meine Eindrücke und die Besprechung der ersten Staffel gibt’s im Folgenden. Zuletzt geschaute Folge: Raumschiff Enterprise/Star Trek 1×29 „Spock außer Kontrolle (Operation – Annihilate!)“. Eigentlich die für mich 30. Episode, wenn man den Pilot mitzählt.

„Raumschiff Enterprise“ Season 1 – Serien-Besprechung

Im Jahr 2200 steht die Menschheit im regen Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen. Die Technik ist soweit fortgeschritten, dass hunderte Menschen auf bemannten Raumschiffen wie der Enterprise reisen und die fremden Gegenden erforschen können. Die Enterprise steht unter dem Kommando von Captain James T. Kirk (William Shatner). Ihm zur Seite stehen sein erster Offizier und Halb-Vulkanier Mr. Spock (Leonard Nimoy), der Schiffsarzt Dr. Leonard McCoy (DeForest Kelley), die Kommunikationsoffizierin Lt. Uhura (Nichelle Nichols) und viele andere. Zusammen erkunden sie das Weltall und erleben auf ihren Missionen so ziemlich alles. Von kuriosen Abenteuern bis hin zu gefährlichen Auseinandersetzungen mit fremden Spezies, die nicht selten das Leben der Crew gefährden.

Besonderes Hauptaugenmerk der Serie aus der Feder von Gene Roddenberry liegt auf der Sicherung des Friedens zwischen den intergalaktischen Kulturen. Das Universum ist groß und teilweise unerforscht, weshalb das Team wie das Intro verrät nicht selten Orte betritt an deinen noch kein Mensch war. Diese Vielfalt und der humanistische Gedanke machen zusammen mit der diversen Crew die Serie zu einer, die ihrer Zeit voraus war. Und das bringt offensichtlich auch einige Wachstumsschmerzen mit sich. Roddenberry hatte scheinbar eine schwere Zeit sein Projekt als das unterzubringen, was es ist – irgendwann inmitten des Kalten Krieges. Man vergisst beim Schauen der kniffligen moralischen Dilemmata manchmal, dass die Serie aus dem Jahr 1966 stammt. Zumindest wenn einen Kostüme und Kulissen nicht daran erinnern. Denn was verständlicherweise nicht so gut mitkommt ist die damalige szenische Gestaltung. Effekte, Kostüme, manchmal auch Dialoge bedienen sich einfacher Mittel und hauen heutige Zuschauer selten aus dem Sessel. Auch das aus heutiger Sicht manchmal wenig natürliche Schauspiel verursacht bei Zuschauern des 21. Jahrhunderts trotz all der Fortschrittsgedanken ein paar Schmerzen ganz anderer Art. Das Zusammenspiel der Charaktere und die fortschrittlichen Ideen in bester Science-Fiction-Manier bringen aber den Spaß.

(7/10)

Sternchen-7

Besser.

Das in der Besprechung waren eben die schnöden Zahlen. 7 von 10 möglichen Sternen fremder Galaxien klingt nicht viel, ist aber eher dem zögerlichen Start der Serie zu verdanken, die sicherlich Anlaufschwierigkeiten und Budget zu verdanken ist. Dafür ist das schon gut, wenn man bedenkt, dass Star Trek einst der erste seiner Art war. Altlasten, die ich in der ersten Hälfte und meinem ersten Zwischenbericht noch bemängelte wie die Rolle der Frau wurden etwas relativiert. Auch die Themen der Episoden wurden diverser und aus meiner Sicht spannender.

Die Serie ruft alle möglichen moralischen Fragen auf den Plan und fordert damit nicht nur die unterschiedlichen Charaktere der Crew, sondern auch den Zuschauer. Soll man ein feindliches Schiff ohne weitere Information über die Umstände abschießen? (1×18) Auch offensichtlich sehr fortschrittliche Themen wie „digital warfare“ treten auf den Plan in einer krassen Version. So gesehen in 1×23 „Krieg der Computer (A Taste Of Armageddon)“. Das ist Science-Fiction.

Ich erkenne ein Muster. Es ist nicht subtil. Nicht subtil!

Es gibt immer mal wieder Elemente, die in der Staffel bei den Drehbuchschreibern offensichtlich sehr beliebt waren 😉 Einer meiner Kritikpunkte seit Anbeginn meines Star-Trek-Newbie-Daseins bleibt auch während der zweiten Hälfte Kritik. Anfangs waren es Menschen mit besonderen Fähigkeiten, in der zweiten Hälfte der ersten Staffeln ist es dagegen der Lieblingskniff der Serie entweder Kirk zu entführen oder Teile der Crew auf Zeitreise zu schicken. So beispielsweise in 1×19 „Morgen ist gestern (Tomorrow Is Yesterday)“ und 1×28 „Griff in die Geschichte (The City On The Edge Of Forever)“, in der sich Spock und Kirk echt herrlich unauffällig verhalten. 😉

Einige Wiederholungen sind aber ziemlich genial. So wird jetzt endlich immer wieder Spocks Sicht auf die Dinge Thema. Seine durch Logik und Deduktion diktierte Welt passt nicht ganz zu der Weltsicht der Menschen, die von Moral (Kirk) und Gefühl (Bones/Pille) bestimmt wird. So bilden die Drei oftmals eine Art Tribunal, das moralische Dilemmata und Entscheidungen auslotet. Und nicht selten einen Witz auf Kosten der Anderen reißt – sehr cool. 🙂 Das Muster kommt mir sehr gelegen, denn ich finde es besonders spannend, wenn Spock aus seiner comfort zone raus muss und eben doch mit Gefühlen und solch Dingen konfrontiert wird. Ich habe das untrügliche Gefühl, dass das in den kommenden Staffeln noch einige Male passieren wird und freue mich darauf. Eine meiner Favoriten war Episode 1×24 „Falsche Paradiese (This Side Of Paradise)“ – schon fast too much. 😉

„Star Trek – Are You Out of Your Mind?“, via CBS (Youtube)

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Gorn FTW!

Mein Freund hält mich schon seit Anfang der ersten Staffel für ein subversives Element was Star Trek betrifft. Dass ich Kirk nicht besonders viel abgewinnen kann und das Ende der Episoden oft vorhersagen kann, wird wohl der Anlass sein 😉 Eine neue Dimension hat es aber erreicht, als ich für Gorn und gegen Kirk war in der Episode „Ganz neue Dimensionen (Arena)“ 1×18. Ich meine ehrlich … Gorn ist Kult, oder? Er hätte bei dem Mortal Kombat gewinnen sollen …, sorry Schatz 😉

„STAR TREK: THE VIDEO GAME — Shatner vs. Gorn Trailer“, via Bandai Namco Entertainment America (Youtube)

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„Now you’re over-acting“ Der Shatner hat Humor. 😜

Sonstige Beobachtungen

In der Zukunft ist es scheinbar sehr schick, dass Männer allen möglichen netten Lidschatten tragen. Spock, Kirk und Bones sind ganz vorn mit dabei. Ich fordere lackierte Fingernägel. In der Episode 1×21 „Landru und die Ewigkeit (The Return Of The Archons)“ gibt es eine Kostümparty. Es wird nicht die einzige in dieser Staffel bleiben. Außerdem: täusche ich mich oder passen die englischen Episodentitel manchmal erschreckend schlecht? Normalerweise erwarte ich das von den Deutschen. Ein weiteres Highlight ist das in Episode 1×20 „Kirk unter Anklage (Court Martial)“ genannte Forschungsgebiet Space Psychology. Wenn ich nochmal studiere, dann das! Jetzt fällt mir ein, dass Kirk in dieser Staffel gern unter Anklage gestellt wird … scheint ein heißes Pflaster zu sein, Captain von einem Raumschiff sein zu wollen. In Episode 1×26 sieht man übrigens das erste Mal Klingonen – und sogar ich weiß, dass es nicht das letzte Mal in dieser Serie sein wird. Allerdings … sehen sie irgendwie … nicht so aus!? Noch eine Beobachtung: Spocks Tricorder scheint alles zu können. Vielleicht auch Spiegeleier braten. Weiterer Nonsense: So tragisch die Umstände in 1×29 auch sind unter denen wir Kirks Bruder kennenlernen, musste Shatner wirklich beide spielen? Kirks Bruder unterscheidet sich von Kirk optisch nur dadurch, dass er einen dicken Oberlippenbart hat. Aber Zwillinge sind sie eigentlich nicht oder? 😉 Ein bisschen Kult ist das alles schon.

So da sind wir nun: Fazit und … gucke ich weiter?

In Anbetracht der Tatsache, dass ich mich anfangs kaum dazu bewegen konnte weiterzuschauen und ein Vierteljahr für eine Staffel gebraucht habe, steht es eigentlich nicht so gut. Fairerweise muss man sagen, dass ich lange Serienstaffeln mit 30 oder 25 Episoden müde geworden bin. Ich tendiere sogar dazu solche Serien gar nicht mehr anzufangen. Schon alleine deswegen war das eine ziemliche Herausforderung und wird eine bleiben, denn auch die folgenden zwei Staffeln mit Kirk & Co. haben 30 Episoden. Richtig: ihr lest raus, dass ich weiterschaue. Die zweite Hälfte der Staffel hat mir sehr viel Spaß gemacht und wenn es so weitergeht, dann werde ich wahrscheinlich sogar gerne weiterschauen. 😉

Zu den bisherigen Artikeln der Reihe:

Impressionen, Teil I

Immer zwischen dem 5. und 10. eines jeden Monats mache ich einen kleinen Ausflug in die Serienlandschaft. Ob aktuelle Serien, all-time-favorites, irgendeine TOP-5 oder einfach ein paar zerstreute Gedanken: es ist alles dabei :).