Rückblick: Oktober 2017

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When in Slovakia

Das war ein bewegender Monat, im geografischen Sinne. Ich war soviel unterwegs, dass ich für die Feier- und Brückentage sehr dankbar war. Nicht alles lief so wie erhofft, manches war besser als erwartet. Typischerweise war entweder der Start oder das Ende der Unternehmungen holprig. Das lange Wochenende in der Heimat begann an Freitag, dem 13. mit einer leeren Autobatterie. Ich werde jetzt nicht über Freitage am 13. des Monats philosophieren. Dafür war es extrem schön mal wieder die Heimat zu sehen (als wir dann angekommen waren) und am See zu spazieren, es war ein fantastisch warmes Wochenende. Das hätte ich mir eine Woche später beim Wandern im Ilsetal auch gewünscht. Es hat nicht so sollen sein, dafür wurden wir mit wandern im Nebel belohnt, was Schauwerte der anderen Art hatte. Im Oktober versucht man noch alles unterzukriegen und zu schaffen, bevor sich die dunklen Jahreszeiten melden und die Tage gefühlt kürzer sind. Dass die letzte Oktoberwoche wie im Flug vergangen ist liegt vor Allem an einer Dienstreise, die uns dieses Mal etwas weiter weg geführt hat: in die Slowakei. Nach langen Tagen voller Meetings bleibt nicht viel Zeit die Gegend zu erkunden, aber zumindest ein bisschen.

Insgesamt tue ich mich etwas schwer mit Dienstreisen. Auf der einen Seite sind da die Vorteile: sich mal persönlich zu sehen. Eine wichtige Sache, damit man nicht ein unpersönliches, digitales Gesicht bleibt. Der Beweis: hier, ich bin auch ein Mensch aus Fleisch und Blut. Und du auch. Manchmal funktioniert die Kommunikation so auch besser und es gibt meistens strahlende Gesichter, wenn man die Kollegen begrüßt, die man sonst nur aus Chats oder Anrufen kennt. Aber bei Dienstreisen fühle ich mich auch immer etwas verloren. Weg von allem, was mir etwas bedeutet, was mich erdet. Und wenn ich die engen Propellermaschinen sehe und das Geschaukel bei Wind und Wetter mit kleineren und größeren Turbulenzen, da wünsche ich mich wirklich wieder zurück mit beiden Beinen auf den Boden, den ich kenne. Ich hege die stille Erwartung an den November, dass alles etwas ruhiger wird.

Weltgeschehen

Anfang des Monats hätte ich den Absatz hier wie folgt angefangen: In Spanien entbrannte ein Streit um das Unabhängigkeitsgesuch Kataloniens. Und was ist nach ein paar Wochen passiert? Katalonien hat sich für unabhängig erklärt und diese wird allgemein nicht anerkannt. Es gibt mächtig Stress und das ganze geht als Katalonien-Krise durch die Medien. Beide Parteien, Spanien und Katalonien, haben ihre Beweggründe – mir als Außenstehende, die etliche hundert Kilometer weit weg wohnt, fällt es schwer das Für und Wider zu beurteilen. Nur um Europa als solches mache ich mir Sorgen. Sind Konflikte nicht anders zu lösen? Auf dem Papier und mit Regeln statt auf der historischen Weltkarte? Das mit dem Papier macht der Trump stattdessen mit Feuereifer. Er hat es sich scheinbar zum Ziel gemacht die Politik seines Vorgängers rückgängig zu machen. Eine traurige Botschaft und ein zweifelhafter Ruhm für den angeblich mächtigsten Mann der Welt. Derweil ging durch Spanien und Portugal eine Welle an Waldbränden.

Gute Neuigkeiten gibt es aber auch: sehr zu meiner Freude bekam Kazuo Ishiguro den Literatur-Nobelpreis. Deutschland schafft die WM-Quali, wir hatten stellenweise einen goldenen Herbst mit Wärmewelle (ihr merkt schon: die Stürme verschweige ich) und es Forscher wurden Zeuge einer Kilonova. Außerdem wurden einige Menschen freigelassen, die in der Türkei aus fadenscheinigen Gründen inhaftiert wurden wie beispielsweise der Author Doğan Akhanlı. Und an dem Tag, an dem dieser Artikel erscheint, feiert zur Abwechslung mal das ganze Land den Reformationstag zur Feier des Jubiläums – 500 Jahre ist es her, dass Luther die Thesen anschlug.

Filme, Bücher, Serien, IT und alles andere was Spaß macht

Habe ich schon erwähnt, dass ich seit Kurzem glückliche Besitzerin einer PlayStation 4 bin? 🎉 Und es kristallisiert sich bereits heraus was für Spiele ich mag. Gespielt habe ich bisher Firewatch und Journey. Ersteres hat Spaß gemacht und mich ein bisschen paranoid werden lassen – so wie es angedacht ist. Und es hat mir an verregneten Tagen gut das wandern ersetzt. Letzteres war eine spirituell bewegende Reise. Journey habe ich inzwischen zweieinhalb Mal gespielt und es lässt mich nicht los. Für diejenigen, die keine Waffen und kein Abschlachten beim Spielen brauchen eine wirklich wunderbare Reise.

Gereist bin ich auch im Buch. Allerdings brauchte es oben besagte Dienstreise und das Einsperren in mehreren Flugzeugen, damit ich Reinhard Stöckls Der Lavagänger zu Ende lese. Es war einfach nicht mein Buch. Inzwischen habe ich es ausgelesen und Das Orakel vom Berge gestartet. Gefällt mir bis jetzt besser als die Serienadaption (The Man from the High Castle). Bei Serien ging viel diesen Monat. Ich habe in einem irren Tempo die Doku The Keepers geschaut, bald gibts dazu auch die Review. Außerdem habe ich In the Flesh Season 1 und den Death Note Anime zu Ende geschaut. Und ansonsten v.A. sehr viele Serien angefangen, darunter u.a. Lore, Mindhunter, Once upon a Time Staffel 4. Nach einer kurzen Serienflaute alles sehr spannend.

Und dann stand der Oktober natürlich im Zeichen des Horrorfilms 🎃 und allen seinen Schattierungen. Dieses Jahr war meine Filmauswahl aber nicht so klasse und zu trash-lastig. Nächstes Jahr gehe ich das anders an. Ziemlich gut fand ich dabei Pandorum, The Lottery und Es (2017). Besonders viele sind es also nicht gerade. Wenn dieser Artikel online geht, habe ich noch einen Film vor mir. Im Kino lief es besser: Radiance und Blade Runner 2049 haben mich sehr begeistert.

Und sonst so?

Der Monat stand ganz im Zeichen des Horrorctober. Es galt 13 Horrorfilme oder ähnliches im Zuge der Challenge zu schauen. Und im Laufe dieser Woche erzähle ich euch, ob ich es geschafft habe. Dank der vielen Reisen diesen Monat war es zumindest ziemlich knifflig. Aber die nächste Challenge steht schon in den Startlöchern. Dazu morgen mehr 😉

Wie war euer Oktober? Wohin führen euch in der Regel eure Dienstreisen? Oder gibt es das in euren Jobs eher nicht? Bedauert ihr es oder seid ihr froh darüber? Habt ihr auch am Horrorctober teilgenommen? Seid ihr von den Stürmen relativ verschont geblieben? Außerdem wollte ich mal eine delikate Frage und Diskussion lostreten … was tun mit Büchern, die einem nicht gefallen? Abbrechen oder eine Chance geben und bis zum bitteren Ende auslesen? Oder das hier machen:

(enthält Spoiler zu Hemingways „In einem andern Land“)

„Silver Linings Playbook – Stupid Fucking Book“, via Driver6647 (Youtube)

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