Rückblick: April 2018

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Home is where the heart is. And the Baustelle.

In den sozialen Netzen ist es vor Kurzem etwas stiller um mich geworden. Dafür hatte ich einen guten Grund: mein Freund und ich sind zusammengezogen. Das „real life“ hat zugeschlagen. Schon in den letzten zwei Monaten wurde immer mal geplant, die Traumwohnung noch viel viel länger gesucht. Jetzt war es endlich soweit und wir sind glücklich, obwohl noch ein bisschen Arbeit aussteht. 🙂 Trotz all der Planerei lief nicht alles so glatt wie gehofft. So hat man unseren Internetanschluss beispielsweise im falschen Gebäude freigeschaltet und zwei Internet-hungrige warten darauf wieder Lieblingsserien streamen zu können. Auch einige meiner Pläne für die paar Tage Urlaub, die ich Anfang Mai genommen habe, sind damit mehr oder weniger hinüber. Oder auch nicht. So weit das mobile Datenvolumen und die Zeit eben reicht 😉 Wir wollen das gut machen mit unserer Wohnung und da gibt es noch eine Küche, die aufgebaut werden will. Zumindest ist es eins: sehr spannend. 🙂 Aber wenn man die Fortschritte sieht, mit denen zuerst die Wohnung und jetzt die Küche immer mehr Gestalt annimmt, ist das ein echt geiles Gefühl. Handmade sozusagen.

Weltgeschehen

War was? Ok, ein bisschen was habe ich trotz allem mitbekommen. Beispielsweise den Fall Skripal in Großbritannien. Ein ehemaliger russischer Spion und seine Tochter wurden wortwörtlich an ihrer Haustür vergiftet. Das sorgte für allgemeine Entrüstung ob solcher aus der Zeit gefallenen und offenkundig nachweisbaren und politisch motivierten Eingriffe in das öffentliche Leben. Russische Diplomaten wurden im großen Stil ausgewiesen. Das ist jetzt nicht spöttelnd gemeint: Russland sorgt wenigstens für ein bisschen Spannung und gute alte tödliche Intrigenspinnerei bei internationalen Affären.

Dann gibt es ja noch den Trump, der den Laden ordentlich aufmischt. Säbelrasseln bezüglich Syrien, Strafzölle und Treffen mit Merkel und Macron – letzteren hat er direkt zu seinem best buddy befördert. Schauen wir mal, was da noch kommt. Auf der Verlustliste stand im April hingegen der Schöpfer wunderbarer Filme wie Die letzten Glühwürmchen: Isao Takahata. Wer jetzt traurig ist, dem sollen Erinnerungen geweckt werden an Osterfeiertage und sonniges Aprilwetter bis hin zu Hitze – das war ja mal was.

Filme, Bücher, Serien, IT und alles andere was Spaß macht

So bei Umzügen muss auch für Pausen gesorgt sein. Im Kino wurde daher A Quiet Place und Lady Bird bewundert. Beides gutes Kino. Wirklich umgehauen hat mich allerdings der Animationsfilm Der Illusionist im Heimkino, nicht zu verwechseln mit dem ambitionierten aber langweiligen gleichnamigen Film mit Edward Norton. Der Illusionist ist wunderbar animiert, charmant, menschlich und ein bisschen traurig.

Serientechnisch ging noch etwas mehr, weil sich in lange Abende des Kisten packens am besten Serienepisoden quetschen lassen. Requiem auf Netflix war für mich eher ein bisschen ein halbgarer Hipster-Exorzismus-Drama, das nicht wusste, was es werden will, wenn es groß ist. The Punisher folgte sehr vorhersehbaren Mustern, war aber zumindest sehr spannend. Über Violet Evergarden habe ich an anderer Stelle schon ein paar Worte verloren – ich fand’s toll. The Ancient Magus Bride war schön und ich würde es sehr gern weiterschauen, aber die Story entwickelt sich für meinen Geschmack etwas langsam und auch das Character Design ist nicht so ganz mein Fall. Deswegen habe ich auch zuvor nach bereits einem Band die Finger vom Manga gelassen. Angefangen zu schauen habe ich A Korean Odyssey, ein TV-Drama mit Mystery, Fantasy und Comedy-Elementen, das wirklich das perfekte Guilty Pleasure und ein spitzen Ausgleich zum Umzugsstress war. Es ist eine modernisierte Version der asiatischen Legende Journey to the West mit Romcom-Elementen. Die Koreaner schaffen es immer wieder, dass ich deren Romcoms suchte, während mich westliche eher zum wegrennen bringen.

Leider habe ich es aber diesen Monat verhältnismäßig wenig geschafft zu lesen. Ich bin immer noch an T.C. Boyles Die Terranauten dran und immer noch nicht begeistert. Ansonsten habe ich mir Stephen und Owen Kings Sleeping Beauties als Hörbuch genehmigt. Die Prämisse, dass alle Frauen auf der Welt in einen tiefen Schlaf fallen, sich in einen Kokon betten und wenn sie geweckt werden zu gewalttätigen Furien werden, hat bei mir vorher schon Stirnrunzeln ausgelöst. Es wäre auch übertrieben zu sagen, dass mich die Geschichte begeistert hat. Aber dazu wird es einen längeren Artikel benötigen. Gelesen habe ich außerdem noch ein Sachbuch: Frauenbewegung und Feminismus von Ute Gerhard. Vermutlich als Ausgleich zu Sleeping Beauties, was schon Holzhammer-Feminismus ist.

Und sonst so?

Nichts. Wirklich nichts. Ich glaube ich habe im ganzen April nur eine handvoll Blogartikel aus der Bloggerlandschaft gelesen und das tut mir wirklich weh. Ich hoffe sehr, dass wir uns bald wieder in schöner Normalität lesen.

Wie geht es euch so? 🙂 Habt ihr ein paar Umzugspannen, die ihr mir erzählen könnt, damit ich wegen des fehlenden Internets nicht so traurig bin? In welches Buch seid ihr zuletzt so gar nicht rangekommen? Bzw. welches war so anders als das was der Klappentext versprach?