7ème art: Robin Williams II

Posted by in 1980, 1982, 1996, 1998, 2004, 2006, 2014, 7ème art, Arthouse & Indie, basiert auf wahren Begebenheiten, Deutschland, Drama, Fantasy, Film, Kanada, Komödie, Literaturverfilmung, Musical, Review, Schwarze Komödie, Science-Fiction, Spielfilm, UK, USA

Als ich vor einer Weile ‚Garp und wie er die Welt sah‘ las, sah ich vor meinem inneren Auge immer Robin Williams als Garp. Das passiert mir schnell, wenn ich weiß, dass ein bestimmter Schauspieler eine Rolle in einer Literaturadaption spielt. Deswegen mache ich meist einen Bogen um solche Details, wenn ich noch vor habe ein bestimmtes Buch zu lesen. Aber in dem Fall war es mir egal. Robin Williams ist ein Kindheitsheld, mein DVD-Regal ist voll von seinen Filmen. Ich hab ‚Garp‘ mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen und ich werde Robin Williams wahrscheinlich nie vergessen – er ist viel zu früh gegangen. Er ist nun schon vier Jahre fort, aber ich werde es nicht müde ihm ein Plätzchen im www zu widmen. Und immer und immer und immer wieder. Der gemeinsame Nenner der heute vorgestellten sieben Filme ist der einzigartige: Robin Williams.

Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag

Elzie Segar entwarf 1919 den Seemann, der super stark wird, wenn er Spinat isst. Als ich Kind war, war er immer wieder ein Argument, warum man seinen Spinat essen sollte. Allerdings muss ich gestehen, dass ich es trotzdem nicht getan habe. Popeye-Cartoons begleiteten meine Kindheit im Fernsehen, umso überraschter war ich, dass ein Popeye-Film aus dem Hause Disney existiert, der mir gar nicht bekannt war. Regie führte niemand geringeres als Robert Altmann. Und Robin Williams spielte den Seemann „mit dem harten Schlag“. Wer hat nochmal Witze gemacht, dass in allen Disney-Filmen gesungen wird? Heute mag man meinen, dass das nicht mehr so ist. Damals wohl schon. Der Film in dem Popeye in eine Küstenstadt kommt, um seinen Vater zu suchen, ist von Musicaleinlagen durchzogen. In dem Ort lernt er zum Einen Olive Oyl (Shelley Duvall) kennen und wird unverhofft „Mudder“ des Kleinen Swee’pea und legt sich natürlich mit Bluto an (Paul L. Smith), vor dem das ganze Städtchen zittert. Aber so richtig viel gibt die Handlung nicht her. Die Charaktere sind nervöse Energiebündel, die die ganze Zeit aneinander vorbei reden und es ist anstrengend den fast nebenbei genuschelten Dialogen zu folgen, obwohl der Humor des Films auch heute noch ganz witzig ist. Allerdings hat es dem Film, der sicherlich v.A. auch für Kinder gedacht ist, nicht gut getan, das Setting derart anzulegen. Robin Williams Make-Up bzw. Protese der typischen dicken-muskulösen Unterarme Popeyes und die depressive Küstenstadt wirken eher befremdlich, obwohl Robin Williams den Seemann angenehm witzig spielt. Er ist von allen wohl noch der entspannteste in dem ganzen Film und seine Figur hat das Herz am rechten Fleck. Die nervös-hysterische Inszenierung kann aber auch das nicht retten. Waren die Cartoons auch so? Nicht, dass ich wüsste. Es dauert übrigens relativ lange bis er zum Spinat greifen muss 😉 Die Kulisse kann man in Malta noch heute besuchen.

Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag (OT: Popeye), USA, 1980, Robert Altmann, 114 min, (4/10)

Sternchen-4

„The World According to Garp – Original Theatrical Trailer“, via Warner Bros. (Youtube)

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Garp und wie er die Welt sah

Garp und wie er die Welt ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von John Irving, der (fast) instant eine Verfilmung gewonnen hat. Robin Williams spielt den titelgebenden T. S. Garp, einen Jungen der ohne Vater aufwächst, aber dafür mit einer sehr resoluten Mutter. Das ist Jenny Fields (Glenn Close), die ein Kind haben wollte, ohne die Verbindung mit einem Mann eingehen zu müssen. Sie fühlte sich nicht zur Ehefrau geboren, sondern wollte arbeiten und ihrer Berufung als Krankenschwester nachgehen. Eine Einstellung mit der Jenny Fields in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg oftmals aneckte und das anecken lernt Garp, so sein Rufname, sehr gut von Jenny. Der Film schildert sein Leben und wie er von einer Station zur nächsten schlittert, seinen Weg als Schriftsteller, Ehemann, Vater, Ringer und als vermeintlicher „Bastard“ in einer Welt, die das Konzept der alleinerziehenden Mutter noch nicht kennt. Kein Wunder, dass Garp insbesondere mit dem Feminismus die eine oder andere Begegnung in Form dieser schwarzen Komödie hat.

Der Film als solcher funktioniert, aber ist weder Fisch noch Fleisch. Man weiß nicht so recht wo er hin will und was seine Botschaft ist. Vermutlich liegt es daran, dass man sich Mühe gegeben hat eine kohärente Adaption des Buchs zu liefern und dabei das große Ganzen aus den Augen gelassen hat. „Das und das und das ist im Buch wichtig, also muss es in den Film“ – das macht im Falle sehr umfangreicher Büche die wenigstens glücklich. Zwar finden sich viele Elemente wieder, aber viele auch nicht. Buch-Leser sind unter Umständen also nicht glücklich. Film-Schauer auch nicht, weil man nicht so recht weiß, was einem der Film sagen will. Er ist etwas positiver und fröhlicher in der Grundstimmung als das Buch und eine schöne schwarzhumorige Komödie, die das Leben am Beispiel eines Mannes mit all seinen verrückten und tragischen Facetten erzählt. Das Leben eines Mannes, der um keine spitzfindige Bemerkung verlegen ist. Und somit lebt es von einem großartigen Robin Williams und einer großartigen Glenn Close, die mit einem Lächeln selbst die verrücktesten Situationen gelassen kommentieren. Das Buch hatte aber ein paar hundert Seiten mehr, um dem Leser begreiflich zu machen, was es einem mit auf den Weg geben will.

Garp und wie er die Welt sah (OT: The World According to Garp), USA, 1982, George Roy Hill, 136 min, (7/10)

Sternchen-7

The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel

Armand Goldman (Robin Williams) betreibt einen Nachtclub, in dem zahlreiche Travestiekünstler auftreten, darunter Armands Partner Albert (Nathan Lane). Als Armands Sohn Val (Dan Futterman) ihnen ankündigt heiraten zu wollen, haben alle gemischte Gefühle. Während Armand und Albert ihn allgemein zu jung zum heiraten finden, hat Val v.A. was seine Schwiegereltern betrifft Bauchschmerzen. Denn die sind erzkonservativ. Sein Schwiegervater in spe (Gene Hackman) ist sogar Senator und befindet sich gerade ungewollt in einer Medienschlacht aufgrund eines Kollegen, der es schon mit den Werten der Konservativen nicht so ernst nahm. Da Val und seine Verlobte Barbara (Calista Flockhart) es ihm nicht zutrauen, dass er sich mit einem jüdischen, homosexuellen Nachtclubbesitzer und dessen Lebenspartner versteht, bitten sie kurzerhand Armand und Albert so zu tun als wären so konservative, nicht-jüdische Heteros. Oh my. Vor Allem Albert traut das niemand zu.

Der Film ist das amerikanische Remake des französischen Ein Käfig voller Narren. Im Grunde basieren beide Filme aber auf dem Bühnenstück Jean Poirets. Für die französische Variante kann ich nicht sprechen, aber der US-Film verschwendet sehr viel Zeit an eine lange Exposition, die sich zwar der schillernden Travestie-Szene charmant und regebogenfarben widmet, aber ein ödes, langes Geheimnis daraus macht, wer mit wem und ob Armand jemand anderen hat. Auch das große Versteckspiel hinterlässt einen unangenehmen Beigeschmack. Warum die Beziehung zu den Schwiegereltern erstmal auf Lügen aufbauen und die eigenen Eltern verneinen? Eine schöne Botschaft ist das nicht. Sicherlich ist das Versteckspiel witzig. Neben Robin Williams und Nathan Lane sorgt dafür auch eindrucksvoll Hank Azaria als Haushaltskraft Agador für schillernde Momente und viel Charme. Wobei die Beziehung zwischen Williams und Lane nicht so wirklich Funken sprüht. Alles in allem ist der Film eine zumindest in der zweiten Hälfte coole Komödie mit vielen Sätzen für die Ewigkeit wie „Fuck that shrimp“ und herrlichen Endszenen (Vor- und Mid-Credit). Aber die erste Hälfte braucht viel Geduld und was Val von seinen Eltern verlangt ist ziemlich uncool und erntet bei Zuschauern, die im 21. Jahrhundert angekommen sind eher Stirnrunzeln.

The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel (OT: The Birdcage), USA, 1996, Mike Nichols, 114 min, (7/10)

Sternchen-7

Patch Adams

Hunter Adams (Robin Williams) fühlt sich nicht wohl in seinem Leben, findet keinen Platz für sich und sieht keine Lösung bis er suizidgefährdet ist, das erkennt und sich selbst einweist. Dort wird er mit Ärzten konfrontiert, die ihm überhaupt nicht zuhören und Patienten, die ganz klar jemanden brauchen, der das tut. Er macht das und wird das Pflaster, „Patch“, auf ihren wunden Seelen. Von da an nennt er sich „Patch“ Adams, verlässt die Nervenheilanstalt und beginnt Medizin zu studieren. Er will aber ein Arzt werden, der seinen Patienten zuhört und sie zum lachen bringt gemäß des alten Spruchs „Lachen ist die beste Medizin“. Seine Einstellung trifft dabei auf mindestens genauso viel Zustimmung wie auch auf Ablehnung. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten – und Patch Adams ist eine reale Person. Der Film basiert auf einem seiner Bücher und zeigt quasi seine „Superhelden-Origin“-Story. Gnadenlos komisch und mit viel Herzblut von Robin Williams glaubhaft verkörpert. Der Film hat vom Feuilleton mitunter gnadenlose Kritiken geerntet. Der Film wäre ein Tränenzieher, der nicht halb so viel Interesse an seinen Charakteren hat wie er sollte. Tatsächlich ist der Film relativ formelhaft und greift auf bewehrte Mittel zurück, in dem er beispielsweise sehr eindimensionale Professoren und Ärzte zeigt und Robin Williams als Patch quasi nur das richtige tun lässt und nie Zweifel dagegen aufkommen lässt. Aber der Film fängt Patch Adams Philosophie perfekt ein und Robin Williams brilliert in der Rolle. Man kann sich seiner herrlichen Affigkeit nicht entziehen genauso wenig wie seinem glühenden Plädoyer dafür Patienten zu helfen statt zu behandeln. Ich erinnere mich nur an die Szene in der er ein Arzt neben einer Patientin steht und den zuhörenden Medizinstudenten kalt die Fakten ihrer Erkrankung herunterrattert und dabei erwähnt, dass eventuell ihr Bein amputiert werden muss, was die gute Frau bis dahin noch nicht wusste und höchst verängstigt ist. Patch Adams wirft nach dem „Any questions?“ ein: „What’s her name?“ Genau darum geht’s und das transportiert auch der Film.

Patch Adams, USA, 1998, Tom Shadyac, 110 min, (8/10)

Sternchen-8

„The Final Cut (2004) Official Trailer #1 – Robin Williams Movie HD“, via Movieclips Trailer Vault (Youtube)

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The Final Cut – Dein Tod ist erst der Anfang

Schade, dass Omar Naim seit The Final Cut scheinbar keinen Film mehr gemacht hat. Naim schrieb auch das Drehbuch zu diesem Science-Fiction-Drama, das viele Jahre vor Black Mirror das Szenario entwarf, dass Menschen jeden Schritt ihres Lebens aus ihrer Perspektive aufzeichnen können und was das für Konsequenzen hat. In The Final Cut spielt Robin Williams den Cutter Alan Hakman. Seine Aufgabe ist es diese Aufnahmen für sogenannte Rememorys zu sichten und zu Filmen zu schneiden, die für Hinterbliebene angefertigt werden und bei Trauerfeiern vorgeführt werden. Dabei sieht Hakman allerdings oftmals verstörende Dinge und steht oft vor der Aufgabe den Verstorbenen wie einen guten Menschen dastehen zu lassen, was offensichtlich nicht der Fall war. Als er den Job bekommt das Material einer umstrittenen Person des öffentlichen Lebens zu sichten und zu schneiden, tritt sein ehemaliger Kollege Fletcher (James Caviezel) an ihn heran und bittet um den Job. Da Fletcher seit Jahren kein Cutter mehr ist und man vermutet, dass er sich dem Untergrund angeschlossen hat, wird Hakman schnell klar, dass der Job ihn in Gefahr bringt. Aber er hat auch ein persönliches Interesse daran, seitdem er in dem Material etwas gesehen hat, dass ihn in seine eigene Kindheit zurückführt.

The Final Cut hat zwar zuweilen die Mittel und Qualität eines Fernsehfilms und die CGI-Szenen sind schlecht gealtert, aber die Idee des Films ist so innovativ, dass sie mich an den niedrigen Bewertungen auf IMDB und Konsorten zweifeln lassen. Schon beim ersten Sehen des Films hat mich das Drehbuch fasziniert. Es entbehrt für mich zwar jeglicher Logik, warum jemand erstens sein ganzes Leben aufzeichnen lassen möchte und zweitens das Material nicht mal für einen selber bestimmt ist (dafür würde ich kein Geld ausgeben), aber die sich daraus ergebenen Implikationen sind interessant. Verbrechen könnten durch das Auslesen des implantierten Chips geklärt werden. Entscheidende Schlüsselmomente eines Lebens sind auf dem virtuellen Band – aber die Privatsphäre ist nicht vorhanden. Hat man den Chip, kann man ihn nur mit aufwendigen Tweaks ausschalten oder blockieren. Ansonsten ist alles drauf. Der Toilettengang, sich übergeben müssen, Bettgeschichten. Deswegen ist die Rolle des Cutters in dem Film auch eine sehr restriktive und ein angesehener Beruf. Man hat jede Menge sensible Daten auf dem Tisch. Das Design des Films ist ausgeklügelt und wartet mit einigen schönen Ideen auf mit denen das Produktionsteam seiner Zeit voraus war, wenn man bedenkt, dass der Film über zehn Jahre alt ist. Interessant ist aber v.A. was für Elemente Naim in dem Film verbindet. Terroristische Taten der Untergrund-Organisation um Fletcher, verbunden mit einem Kriminalfall. Aber auch wie Hakman durch das Material Zeuge von Missetaten wird und wie man damit umgeht, was man im Material der Verstorbenen gesehen hat. Aber auch Hakmans eigene Vergangenheit, die ebenso eine Bürde ist. Und dann kommt noch das Element dazu, dass Hakman zwischen all den Aufnahmen aus dem Leben der Anderen vergisst selber zu leben. Ein sehr interessanter Film, der zu Unrecht so untergegangen ist.

The Final Cut – Dein Tod ist erst der Anfang (OT: The Final Cut), Kanada/Deutschland, 2004, Omar Naim, 95 min, (8/10)

Sternchen-8

Nachts im Museum

Was Museen betrifft, scheint es nur zwei Ansichten zu geben. Die einen finden sie todsterbenslangweilig, die anderen sind begeistert und wollen das Wissen förmlich in sich aufsaugen. Milan Trencs Kinderbuchreihe und Shawn Levys auf ihnen basierende Filme geben dem ganzen einen Twist, den nur die wenigsten überprüfen können. 🙂 Nachts ist im Museum nämlich ganz schön was los. Zumindest in dem einen, in dem Larry Daley (Ben Stiller) beginnt als Nachtwächter zu arbeiten. Der glücklose, geschiedene Hobby-Erfinder will seinem Sohn beweisen, dass er etwas auf die Reihe kriegt. Aber die Arbeit scheint nicht ohne zu sein, wenn es nach den Nachtwächtern geht, die in Rente gehen und die Larry ersetzen soll. Er bekommt ein par kryptische Hinweise, aber sobald es dunkel ist, offenbart sich ihm das ganze Chaos. Alle Exponate werden nachts lebendig. Egal ob Neandertaler, Figuren von den Osterinseln oder Dinosaurierskelette. Die alle zu hüten ist ein Knochenjob, bei dem anfangs gar keine Zeit für die Frage bleibt: warum werden sie denn lebendig!? Der Film glänzt mit einen bekannten Größen in den Nebenrollen wie Robin Williams als Theodore Roosevelt oder Rami Malek als Pharao. Es ist ein ziemlicher Spaß zuzuschauen wie Larry an der Aufgabe wächst einerseits seinem Sohn etwas zu bieten und andererseits die lebendig gewordenen Ausstellungsobjekte zu bändigen. Andererseits ist die Geschichte schon arg vom typischen Hollywood-Story-Reißbrett abgeschrieben. Wahrscheinlich wird die Geschichte des sympathischen Träumers nie alt. Es sind die Blödeleien und Nebencharaktere die der Geschichte die nötige Zerstreuung und den Witz geben und über die Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen. Die lebendig gewordenen Wachsfiguren wie Robin Williams als Theodore Roosevelt geben außerdem eine wunderbar menschliche Note ab. Er stellt zwar einen Präsidenten mit viel Selbstbewusstsein dar, aber er traut sich nicht seine Angebetete anzusprechen.

Nachts im Museum (OT: Night at the Museum), USA/UK/Kanada, 2006, Shawn Levy, 105 min, (7/10)

Sternchen-7

„Nachts im Museum“, via 20th Century Fox Switzerland (Youtube)

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Boulevard

In seinem letzten Film spielt Robin Williams den Bank-Angestellten Nolan Mack, der wie ein Gefangener in seinem eigenen Leben wirkt. Der Zuschauer braucht nur wenige Minuten um zu verstehen, dass etwas in Nolans Leben nicht so ist wie es sein soll. Seine Frau Joy (Kathy Baker) und er haben getrennte Schlafzimmer und er erzählt ihr nicht mal die wichtigen Dinge wie eine anstehende Beförderung. In den ruhigen Momenten, wo niemand um ihn herum ist, sieht er todtraurig aus. Es ist vielleicht die Erkenntnis, dass er sein Leben zu ängstlich und daher falsch angegangen hat. Nun ist er sechzig und fragt sich wieviel er noch ändern kann? Vielleicht es das, was ihn dazu bewegt immer wieder den Stricher Leo (Roberto Aguire) zu treffen. Die meiste Zeit redet er nur mit ihm oder inszeniert Dates, die mehr und mehr mit seinem echten Leben kollidieren. Schmerzlich ist dabei, dass Leo wenig zurückgibt oder die Situation aufgrund seiner eigenen, schwierigen nicht versteht. So wird Boulevard für den Zuschauer ein schwer anzuschauendes, aber berührendes Drama, das zeigt wie sich Nolan fast manisch in der Vorstellung verirrt ein anderes Leben zu konstruieren. Alle Darsteller sind dabei genial, aber Cinematografie und Kamera verirren sich in Nichtigkeit und verpassten Chancen und das Drehbuch stellt Nolan stellenweise als nicht zurechnungsfähig dar, was (vermutlich) nicht gewollt ist.

Boulevard, USA, 2014, Dito Montiel, 88 min, (6/10)

Sternchen-6

Es gibt eine Szene in „Patch Adams“, in der er mit Philip Seymour Hoffman zu sehen ist. Und auf der DVD einen wunderbaren Outtake, in dem sich die beiden lange nicht vor Lachen zusammenreißen können, weil immer wieder einer der beiden rumblödelt. So wunderbar die Szene anzuschauen ist, so traurig ist sie auch, denn beide Darsteller sind bereits verstorben. Robin Williams Ableben wird mich aufgrund der herzlichen Fröhlichkeit vieler seiner Rollen wahrscheinlich noch auf lange Sicht nicht loslassen. Psychische Krankheiten, die Probleme die der einzelne zu bewältigen hat – das sind Fakten, die wir im Kopf haben müssen im Umgang mit anderen Menschen. Es mag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber fragt lieber einmal öfter als einmal zu wenig „Wie geht es dir?“ Wer in dieser Liste bestimmte „Robin Williams“-Filme vermisst, den verweise ich mal auf die erste Williams-Werkschau hier im Blog. Und zum Schluss noch eine kleine Botschaft …

„Bobby McFerrin – Don’t Worry Be Happy“, via BobbyMcFerrinVEVO (Youtube)

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„7ème art“ (Sprich: septième art) heißt „siebte Kunst“. Gemäß der Klassifikation der Künste handelt es sich hierbei um das Kino. In dieser Kategorie meines Blogs widme ich mich also Filmen – evtl. dehne ich den Begriff dabei etwas. Regulär stelle ich zwischen dem 1. und 5. jeden Monats jeweils 7 Filme in kurzen Reviews vor.