Miss Booleana

ausgelesen: Jane Austen „Stolz und Vorurteil“

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Ein Glück, dass ich mich an fast nichts mehr aus der Verfilmung mit Keira Knightley aus dem Jahr 2005 erinnern kann. Am Ende war ich sehr angefixt und ein bisschen verzaubert. Und das Ende vergaß ich auch nicht. Nur alles bis dahin. Jahre später sah ich irgendwo im Regal einer Buchhandlung meines Vertrauens die blumige, edel aussehende Ausgabe von Stolz und Vorurteil aus dem dtv Verlag und gab meiner ganzen Oberflächlichkeit (also quasi wortwörtlich Stolz und Vorurteil) nach und kaufte das Buch. Einfach nur weil es so schön ist. Inzwischen…read more

ausgelesen: Haruki Murakami „Wenn der Wind singt / Pinball 1973“ & Yōko Ogawa „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“

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Den gestrigen #ThrowbackThursday nehme ich mal als Anlass um zwei Buchbesprechungen in die Welt hinauszuschicken, die ich sehr lange vor mir hergeschoben habe. Die Bücher, die ich hier bespreche, hatte ich nämlich vor einem Jahr in Japan im Gepäck. Die Idee liegt auf der Hand: „in Japan Bücher japanischer Autoren lesen“. Die Aktion habe ich mir von Sabine abgeschaut, die auf Reisen öfter Bücher von Autoren des entsprechenden Landes liest, was ich sehr cool finde und rotzfrech nachgemacht habe. 😉 Beide Bücher habe ich in Japan tatsächlich hauptsächlich während langen…read more

Fantastischer Film: Burning

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Das war eine lange Pause. Lee Chang-dong ist bekannt für seine komplexen und metaphorisch aufgeladenen Filme. Sein letzter war Poetry aus dem Jahr 2010. Erst 2018 legte er mit Burning nach. Der basiert auf Haruki Murakamis Kurzgeschichte Scheunenabbrennen aus dem Jahr 1983 und wurde inhaltlich von Japan nach Südkorea verlegt. Anders als man denken könnte, handelt der nur am Rande vom Abbrennen von Scheunen. Der Film beginnt mit dem jungen Arbeiter Lee Jongsu (Yoo Ah-in), der gern Schriftsteller werden möchte. Er trifft eine Klassenkameradin von früher wieder und verliebt sich…read more

ausgelesen: Olga Tokarczuk „Gesang der Fledermäuse“ #OlgaLesen

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2019 bekam die polnische Schriftstellern Olga Tokarczuk rückwirkend den Literaturnobelpreis 2018. Ihr Name war mir nicht geläufig und das wollte ich, wie scheinbar einige, ändern. Die Aktion #OlgaLesen wurde u.a. von Karla Paul ausgerufen. Aus einer Mischung aus Solidarität für weibliche Autorinnen und Neugier griff ich nun zu einem Buch, das mir bei der #OlgaRecherche sehr positiv auffiel. Gesang der Fledermäuse handelt von einer zurückgezogen lebenden, älteren Polin; die Astrologie praktiziert und sich sehr mit der Natur verbunden fühlt. Als in ihrer Umgebung ein Jäger stirbt, ist sie überzeugt: die…read more

ausgelesen: George Saunders „Fuchs 8“

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„Libe Leserinen und Leser: Zuers möchte ich sagen, Entschuldigung für alle Wörter, di ich falsch schreibe. Weil ich bin ein Fuks!“ So beginnt die Geschichte des ungewöhnlichen Helden in George Saunders Kurzgeschichte. Ein Fuchs richtet sich in einem Brief an uns Menschen. Er hat ein Anliegen. Aber er fängt ganz am Anfang an. Also zuerst einmal: er hat Menschisch gelernt. Und zwar indem er abends einer Familie zugehört hat, die ihren Kindern Gute-Nacht-Geschichten vorliest. Manchmal hat er auch seine Augen sehr stark angestrengt und hat die Buchstaben und Wörter gelernt….read more

Game-Besprechung: „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ (Switch)

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Wer mich kennt, weiß, dass ich ein mäkeliger Spieler bin. Zu lange Spiele sind doof. Zuviel Gemetzel ist doof. Zuviel Heiteteiti ist doof. Zu gleiche Quests sind doof. Doofe Grafik ist doof. Das ist jetzt natürlich etwas überzogen, aber sagen wir es mal so: es muss schon viel passieren, damit ich über 130 Spielstunden durchhalte. 😉 Die Besprechung ist spoilerfrei. „It’s dangerous to go alone!“ Unser Held Link wacht auf – ohne jegliche Erinnerung. Eine Stimme scheint ihn in der Ferne zu rufen, ein paar Hinweise verdichten sich, ein paar…read more

Serienlandschaft: „The Handmaid’s Tale“ Season 3 Besprechung

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Wie „passend“, dass heute Muttertag ist. Ein 1985 erschienenes Buch mit einer Fortsetzung. Eine Serie mit zwei Staffeln, die den Inhalt des Buches sogar weiterdenkt. Und „The Handmaid’s Tale“ haut mich immer noch um. Was für eine aufrüttelnde Serie. Inzwischen kann man die ersten beiden Staffeln bei Amazon Instant Video als Prime-Kunde frei schauen, was ich euch sehr empfehlen kann (hier gehts zur Besprechung der ersten und zweiten Staffel). Auf die dritte konnte ich nicht mehr warten und die BluRay durfte bei mir zuhause einziehen. Die Angst war aber da:…read more

7ème art: Filme von Jane Campion

Posted by in 1982, 1990, 1996, 1999, 2003, 2006, 2009, 7ème art, Arthouse & Indie, Australien, basiert auf wahren Begebenheiten, Biografie, Drama, Film, Frankreich, Historienfilm, Krimi und Noir, Kurzfilm, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Neuseeland, Review, Spielfilm, UK, USA

Obwohl Das Piano kurze Zeit später einer meiner Lieblingsfilme werden sollte, war meine erste Begegnung mit Jane Campion ihre Serie Top of the Lake. Darin spricht sie schonungslos Themen wie verweigertes Selbstbestimmungsrecht, Missbrauch, Prostitution und Einwanderung an – und das mit zahlreichen weiblichen Hauptrollen und verschiedenen Rollenbildern. Dabei machte sie schmerzlich klar, dass diese Themen teilweise nur hinter einem dünnen Schleier aus angeblicher Kultiviertheit verborgen sind. Aber eben immer noch da. Ich bewunderte sie unendlich für so rigorose, fast schonungslos brutale Stoffe, die trotzdem voller zarter Momente sind. Immer wenn…read more

Das gehörte Wort … Hörbuch-Besprechung zu „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann

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„Die Vermessung der Welt“ war ein großer internationaler Erfolg. Die New York Times führt das Buch weit vorn in einer der Liste der weltweit meistverkauften Bücher 2006 auf. Als es den großen Durchbruch feierte, war ich bereits eine begeisterte Leserin, steckte aber eher so bei Thriller und Horror fest und dachte noch nicht daran was über Gauß und von Humboldt zu lesen. Als ich studierte, wurde „Die Vermessung der Welt“ in meiner Uni-Stadt als Theaterstück aufgeführt und ich sah ein paar Ausschnitte davon. Aber der Welt-Bestseller ging einfach so an…read more

Fantastischer Film: Brazil

Posted by in 1985, Fantastische Filme, Film, Review, Schwarze Komödie, Science-Fiction, Spielfilm, UK

Brazil spielt in einer dystopischen, durch Bürokratie bis ins kleinste diktierten Welt. Selbst die absurdesten Aktionen des täglichen Lebens werden durch seltsame Maschinen erledigt. Die Technik ist dabei furchtbar am Nutzer vorbei gestaltet. Zusammen mit der Bürokratie ist das Leben einfach nur umständlich und von ständigen kleinen Fehlschlägen begleitet. Sam Lowry (Jonathan Pryce) lebt in dieser Welt, arbeitet im Archiv des Ministry of Information (kurz M.O.I.) und ist in seinen Träumen ein geflügelter Held in schimmernder Rüstung, der eine schöne blonde Frau aus eben diesem Molloch zwischen grauen Hochhausschluchten befreit….read more