Miss Booleana

ausgelesen: Hanya Yanagihara „Ein wenig Leben“

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Zur Zeit seiner Veröffentlichung im englischsprachigen Original 2015 bis zur Zeit der deutschen Erstauflage 2018 ging Hanya Yanagiharas Buch wie ein Gespenst in den Literaturgesprächen und der Blogosphäre um. Jeder schien es zu lesen, zu besprechen und es schien nur zwei vorrangige Meinungen und Gefühle zu geben: Abneigung oder Liebe. Für die einen schien es das beste Buch zu sein, das sie je gelesen haben; für die anderen prätentiös und formelhaft. Viele empfanden das Buch als eines, das sie auf der Suche nach einem Happy End für geschundene Seelen an…read more

ausgelesen: Henrik Siebold „Inspektor Takeda und die Toten von Altona“

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Als ich erst vor ca zwei Wochen für einen Kurzurlaub nach Hamburg fuhr, durfte ein Buch mit, dass in der Hansestadt spielt. Inspektor Takeda und die Toten von Altona tauchte zufällig in meiner Goodreads-Timeline auf. Der Schauplatz bediente meine „romantische“ Vorstellung ein Buch über eine Stadt zu lesen, während in durch die Straßen genau dieser wandele. Dann punktete der Klappentext noch mit der Hauptfigur des Saxophon spielenden japanischen Ermittlers. Für mich als (jetzt gerade, kein Scherz) Saxophon lernende Japanophile umso mehr Argumente. Krimi und Thriller waren v.A. in meiner Teenager-…read more

ausgelesen: Kazuo Ishiguro „An Artist of the Floating World“

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Wenn es darum geht ein Buch zusammenzufassen oder zu erzählen wie einem ein Buch gefallen hat, gibt es ja immer mal diesen nervösen Aufschrei einiger Leser: „Da ist irgendwie gar nichts passiert“. Kennt ihr das? Und folgt meist einem „Das Buch hat mir nicht gefallen, weil …“. Wir haben das beispielsweise im Buchclub ab und zu. Oder mir begegnet das im Gespräch mit Arbeitskollegen. Über die Aussage wundere ich mich jedes Mal sehr, da es quasi kaum ein Buch gibt, von dem ich behaupten würde, dass dort rein gar nichts…read more

ausgelesen: David Mitchell „Die Knochenuhren“

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Über achthundert Seiten Welten, Orte, Eindrücke. Wo soll man anfangen bei David Mitchells Die Knochenuhren? Am besten am Anfang. Und am Ende. Der Roman beginnt 1984 mit Holly Sykes, einer britischen Teenagerin im besten Alter für Revolte. Mit ihren 15 Jahren ist sie unsterblich verliebt in einen Typ namens Vinny. Als die Beziehung von ihren Eltern nicht gutgeheißen wird und es zum Streit kommt, reißt sie aus. Dabei macht sie (nicht nur eine) folgenschwere Begegnung. Von nun an werden wir in jedem Kapitel Holly begegnen. Zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen…read more

ausgelesen: Stefan Zweig „Schachnovelle“

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Einer der vielen Gründe, aus denen ich so gern Blogs verfolge ist, dass ich durch die Artikel Autoren und deren Werke kennenlerne, die andernfalls eventuell nicht in meiner Blase auftauchen würden. Seitdem ich Blogs lese, und das sind inzwischen einige Jahre, haben viele Menschen, Autoren und Eindrücke meinen Weg gekreuzt, die mich schwer beeindruckt haben. Und erstaunlicherweise viele, von denen ich vorher nichts gehört habe. Wie konnte mir Stefan Zweig entwischen? Ein so bedeutender, österreichischer Autor? Was durch den Unterricht nicht abgedeckt wurde oder mir einfach nicht begegnete, haben die…read more

ausgelesen: Shirley Jackson „We Have Always Lived in the Castle“

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Shirley Jacksons We Have Always Lived in the Castle gilt als eines ihrer bekanntesten Bücher. Wird Jackson irgendwo erwähnt, dann auch meistens dieses Buch oder The Haunting of Hill House, manchmal auch The Lottery. Dieses Jahr war ich dann neugierig genug um We Have Always Lived in the Castle zu lesen. Dabei ist der erste Absatz schon so aussagekräftig, dass man sich eine Inhaltsangabe sparen kann:

ausgelesen: Simone de Beauvoir „Alle Menschen sind sterblich“

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Als Régine Fosca trifft, hält sie ihn für einen Sonderling. Aber gerade interessant genug, um ihn zu bemerken. Sie ist schön, arrogant, lebenslustig; eine Schauspielerin mit einem unstillbaren Durst nach Anerkennung. Er hingegen scheint sie kaum zu beachten. Und das macht sie wahnsinnig. Als sie endlich seine Aufmerksamkeit hat, drängt sie ihn, von sich zu erzählen. Was Fosca tut. Und das ist eine längere Geschichte, denn Fosca ist unsterblich. Er wurde im 13. Jahrhundert in der fiktiven italienischen Stadt Carmona geboren. Er sieht in Carmona Könige aufsteigen und fallen und…read more

ausgelesen: Lawrence Block „Nighthawks – Stories nach Gemälden von Edward Hopper“

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Edward Hopper ist ein amerikanischer Maler des Realismus, der von 1882 bis 1967 lebte. Seine Bilder zeigen oft städtische Motive, die von der Einsamkeit des Menschen in Gesellschaft vieler anderer Menschen handeln. Nachdenkliche Gestalten, die in Straßenzügen, Cafés oder Räumen verweilen, die von einem dezenten Lichtspiel durchzogen sind – so fühlt sich Hopper an. Eins seiner bekanntesten Gemälde ist „Nighthawks“ („Nachtfalken“), das eine Gruppe von Menschen zeigt, die in einer Bar oder einem amerikanischen Diner sitzen. Es ist offensichtlich Nacht – die Straße ist verlassen, nur die Drei und der…read more

ausgelesen: Bela B. Felsenheimer „Scharnow“

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Gemessen daran, dass auf den ersten dreißig Seiten von Bela B.’s Romandebut ein Literaturblogger von einem Buch getötet wird, sollte ich mich wohl vorsehen. Vielleicht ist das der heimliche Grund, warum es soviele extrem gute Bewertungen im Netz gibt? 😉 Wer so einleitet, muss es auch auf den Punkt bringen. Scharnow ist ein Buch für Fans von Trash. Es wird viel gesoffen, gekotzt und es hat einen Fantasy- bzw. Science-Fiction-Aspekt. In dem Buch kommen Tiere zu schaden, aber keine Sorge: Tierschützer kommen auf ihre Kosten. Mit brandenburgischen Dörfern hat das…read more

ausgelesen: Shirley Jackson „The Haunting of Hill House“ (engl. Ausgabe) und Vergleich zur Serie

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Nachdem ich letztes Jahr schwer angetan von der Netflix-Serie Spuk in Hill House bzw The Haunting of Hill House war und las, dass die Literaturvorlage relativ anders ist, war ich am Haken. Als ich las, dass die Autorin des zugrunde liegenden Schauerromans Shirley Jackson ist, war der Plan perfekt, besiegelt, abgemacht. Von ihren Kurzgeschichten war ich schon zuvor schwer angetan. Aber den Stoff wollte ich mir für die richtige Jahreszeit und Stimmung aufheben. Und die Überraschungen und Unterschiede zur Serie sind definitiv da. So beginnt die Geschichte mit Dr. Montague,…read more