Miss Booleana

ausgelesen: David Mitchell „Die Knochenuhren“

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Über achthundert Seiten Welten, Orte, Eindrücke. Wo soll man anfangen bei David Mitchells Die Knochenuhren? Am besten am Anfang. Und am Ende. Der Roman beginnt 1984 mit Holly Sykes, einer britischen Teenagerin im besten Alter für Revolte. Mit ihren 15 Jahren ist sie unsterblich verliebt in einen Typ namens Vinny. Als die Beziehung von ihren Eltern nicht gutgeheißen wird und es zum Streit kommt, reißt sie aus. Dabei macht sie (nicht nur eine) folgenschwere Begegnung. Von nun an werden wir in jedem Kapitel Holly begegnen. Zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen…read more

ausgelesen: Stefan Zweig „Schachnovelle“

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Einer der vielen Gründe, aus denen ich so gern Blogs verfolge ist, dass ich durch die Artikel Autoren und deren Werke kennenlerne, die andernfalls eventuell nicht in meiner Blase auftauchen würden. Seitdem ich Blogs lese, und das sind inzwischen einige Jahre, haben viele Menschen, Autoren und Eindrücke meinen Weg gekreuzt, die mich schwer beeindruckt haben. Und erstaunlicherweise viele, von denen ich vorher nichts gehört habe. Wie konnte mir Stefan Zweig entwischen? Ein so bedeutender, österreichischer Autor? Was durch den Unterricht nicht abgedeckt wurde oder mir einfach nicht begegnete, haben die…read more

ausgelesen: Shirley Jackson „We Have Always Lived in the Castle“

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Shirley Jacksons We Have Always Lived in the Castle gilt als eines ihrer bekanntesten Bücher. Wird Jackson irgendwo erwähnt, dann auch meistens dieses Buch oder The Haunting of Hill House, manchmal auch The Lottery. Dieses Jahr war ich dann neugierig genug um We Have Always Lived in the Castle zu lesen. Dabei ist der erste Absatz schon so aussagekräftig, dass man sich eine Inhaltsangabe sparen kann:

ausgelesen: Simone de Beauvoir „Alle Menschen sind sterblich“

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Als Régine Fosca trifft, hält sie ihn für einen Sonderling. Aber gerade interessant genug, um ihn zu bemerken. Sie ist schön, arrogant, lebenslustig; eine Schauspielerin mit einem unstillbaren Durst nach Anerkennung. Er hingegen scheint sie kaum zu beachten. Und das macht sie wahnsinnig. Als sie endlich seine Aufmerksamkeit hat, drängt sie ihn, von sich zu erzählen. Was Fosca tut. Und das ist eine längere Geschichte, denn Fosca ist unsterblich. Er wurde im 13. Jahrhundert in der fiktiven italienischen Stadt Carmona geboren. Er sieht in Carmona Könige aufsteigen und fallen und…read more

ausgelesen: Lawrence Block „Nighthawks – Stories nach Gemälden von Edward Hopper“

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Edward Hopper ist ein amerikanischer Maler des Realismus, der von 1882 bis 1967 lebte. Seine Bilder zeigen oft städtische Motive, die von der Einsamkeit des Menschen in Gesellschaft vieler anderer Menschen handeln. Nachdenkliche Gestalten, die in Straßenzügen, Cafés oder Räumen verweilen, die von einem dezenten Lichtspiel durchzogen sind – so fühlt sich Hopper an. Eins seiner bekanntesten Gemälde ist „Nighthawks“ („Nachtfalken“), das eine Gruppe von Menschen zeigt, die in einer Bar oder einem amerikanischen Diner sitzen. Es ist offensichtlich Nacht – die Straße ist verlassen, nur die Drei und der…read more

ausgelesen: Bela B. Felsenheimer „Scharnow“

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Gemessen daran, dass auf den ersten dreißig Seiten von Bela B.’s Romandebut ein Literaturblogger von einem Buch getötet wird, sollte ich mich wohl vorsehen. Vielleicht ist das der heimliche Grund, warum es soviele extrem gute Bewertungen im Netz gibt? 😉 Wer so einleitet, muss es auch auf den Punkt bringen. Scharnow ist ein Buch für Fans von Trash. Es wird viel gesoffen, gekotzt und es hat einen Fantasy- bzw. Science-Fiction-Aspekt. In dem Buch kommen Tiere zu schaden, aber keine Sorge: Tierschützer kommen auf ihre Kosten. Mit brandenburgischen Dörfern hat das…read more

ausgelesen: Shirley Jackson „The Haunting of Hill House“ (engl. Ausgabe) und Vergleich zur Serie

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Nachdem ich letztes Jahr schwer angetan von der Netflix-Serie Spuk in Hill House bzw The Haunting of Hill House war und las, dass die Literaturvorlage relativ anders ist, war ich am Haken. Als ich las, dass die Autorin des zugrunde liegenden Schauerromans Shirley Jackson ist, war der Plan perfekt, besiegelt, abgemacht. Von ihren Kurzgeschichten war ich schon zuvor schwer angetan. Aber den Stoff wollte ich mir für die richtige Jahreszeit und Stimmung aufheben. Und die Überraschungen und Unterschiede zur Serie sind definitiv da. So beginnt die Geschichte mit Dr. Montague,…read more

ausgelesen: Jirō Taniguchi „Vertraute Fremde“

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Der japanische Architekt Hiroshi Nakahara steht mitten im Leben. Er hat eine Ehefrau, zwei Töchter – eine davon schon fast erwachsen. Ähnlich wie sein Vater, der die Familie ohne Vorwarnung oder erkennbaren Grund verließ als Hiroshi vierzehn Jahre alt war. Während einer Geschäftsreise steigt der erwachsene Hiroshi in den falschen Zug und landet in seiner Heimatstadt Kurayoshi. Das weckt Erinnerungen an die schwere Zeit, die die Familie damals durchzustehen hatte und an seine Mutter, die inzwischen verstorben ist. Während Hiroshi in Gedanken an all das durch die Straßen seines Geburtsortes…read more

ausgelesen: Han Kang „Deine kalten Hände“

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Es ist (leider) selten, dass ein Buchrücken oder Klappentext die Geschichte, die sie umgibt, wirklich gut beschreibt. Aber wenn da steht, dass das Buch die „lebenslange Suche nach Nähe und Wahrhaftigkeit in einer Welt voller Masken“ schildert, dann erscheint mir das sehr passend. Deine kalten Hände beginnt mit der Journalistin und Schriftstellerin H., die nur kurz den Bildhauer Jang Unhyong kennenlernt und von dessen Werken eine Sogwirkung ausgeht, die H. nicht loslässt. Unhyong macht Skultpuren aus Gips-Lifecasting, d.h. Körperabformungen von Modellen. Ein Prozess, der nicht besonders angenehm ist, aber Körper…read more

ausgelesen: William Gibson „Neuromancer“ (engl. Ausgabe)

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Manchmal ist es schwerer als sonst. Vier Monate habe ich es vor mir hergeschoben eine Besprechung zu Neuromancer zu schreiben. Dabei habe ich damals mit viel Enthusiasmus zu dem Buch gegriffen. Nicht nur, dass es ein Teil meiner 19 Bücher für 2019 war, es war auch mehrere Jahre auf meiner To-Read-Liste. Zufälligerweise wurde es im Buchclub vorgeschlagen und ich war Feuer und Flamme es zu lesen, wenn mir der Zufall schon so gut zuspielt. Die Sprawl-Trilogie von William Gibson gilt als die Geburt des Cyberpunk zusammen mit dem fast parallel…read more