Fantastischer Film: Vergiss mein nicht

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Inhalt

Joel (Jim Carrey) trifft Clementine (Kate Winslet). Es ist Valentinstag, er ist einsam, sie laufen sich mehrmals über den Weg. Sind neugierig aufeinander. Später haben sie alberne, verrückte, verträumte Dates – gibt es sowas wie Schicksal? Vermutlich schon. Denn in Wirklichkeit haben sie sich nicht das erste Mal getroffen und auch nicht das erste Mal ineinander verliebt. Ein Mann, den Joel noch nie gesehen hat, gibt ihm eine Kassette mit brisantem Inhalt: Joel und Clementine waren vor Jahren schon einmal zusammen. Joel und Clementines Beziehung ging aber nicht gut aus, beiden waren gemein zueinander und taten sich nur noch weh. Und Clementine war bereit alles zu tun, um Joel für immer zu vergessen.

Hintergrund

Das jüngste Werk Michael Gondrys kam vor kurzem frisch in die Kinos: Der Schaum der Tage. Ein guter Grund sich mal Vergiss mein Nicht genauer anzuschauen, seine zweite Regiearbeit in einem Spielfilm. Gondry fasste nämlich ursprünglich als Regiesseur von Musikvideos Fuß und ist – wie noch heute bei Spielfilmen – für seinen Ideenreichtum und seine visionären Bilder bekannt. Dass er auch gute Geschichten verfassen kann, hat er bei Eternal Sunshine of the Spotless Mind (so der Originaltitel von Vergiss mein nicht) bewiesen: er wurde für das beste Originaldrehbuch mit einem Oscar ausgezeichnet. Es gilt aber: nicht verwirren lassen! Der Film ist eine Rahmenhandlung eingebaut und der Großteil wird in Rückblenden erzählt.

Meinung

Vergiss mein Nicht ist ein Film, der sich in den ersten paar Minuten etwas schwer anschaut. Joel wirkt einsam, gebrochen und unnahbar. Man weiß nicht so recht, ob man diesen Film über diesen Kerl schauen soll, oder ob man danach genauso schwermütig aus der Wäsche guckt wie dieser Typ. Das wäre aber sehr sehr schade. Denn Vergiss mein Nicht ist ein Film über ein paar Menschen, die vielleicht anders durch das Leben gehen, als ich das tue und sich vielleicht Haarfarben aussuchen, von denen ich eher die Finger lassen würde, die uns aber aus der Seele sprechen. Wir erleben den wunderschönen Beginn und die Demontage der Beziehung von Joel und Clementine. Und als alles auseinander fällt, fühlen wir uns ebenso herzkrank, weil wir von Anfang an dabei waren. Und dann erahnen wir, dass Joel am Anfang des Film nur deswegen so verloren wirkt, weil ihm Clementine fehlte. Eine Frau, mit der er eine Zeit seines Lebens verbracht hat, sich aber nicht an sie erinnern kann und an etwas vergessenem so krankhaft festhält, dass es ihn meilenweit zurückwirft. Eigentlich eine extrem romantische Geschichte. Wie aber Clementine und Joel ihre Erinnerung verloren haben: das erzähle ich euch nicht.

Stattdessen lobe ich mal Jim Carrey und Kate Winslet. Ich war zuletzt als Kind ein Fan von Carreys Klamauk-Komik und bin heute umso begeisterter von den leisen Tönen die er anschlagen kann. Hier spielt er einen sehr zurückhaltenden, teils verhärmt wirkenden Mann und Kate Winslet eine aufmüpfige, bunte und dominante Frau. Nicht unbedingt die Rollen für die sie weltbekannt sind – dabei machen sie das so gut! In Nebenrollen (mit viel Gewicht) sehen wir aber auch u.a. Mark Ruffallo, Kirsten Dunst und Elijah Wood. Auf die Nennung der großartigen schauspielerischen Leistungen kann ich nicht verzichten. Bei vielen Figuren erahnt man anfangs nicht wieviel sie bewegen werden und wie sehr sie bewegt sein werden – die Handlung mündet nicht nur was Joel und Clementine betrifft in einigen Twists. Dabei kleidet Gondry den Film mit grauen Bildern und nicht immer hübsch anzusehenden Kulissen ein – fast schon ein bischen wie das echte Leben an einem müden Montag morgen. Fast so, als ob man das schon Mal irgendwo gesehen hätte.

Der Trailer enthält all das, was ich nicht verraten wollte … 👿

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Jeden Monat stelle ich einen Film vor, den ich für einen fantastischen Film halte – losgelöst von Mainstream, Genre, Entstehungsjahr oder -land. Einfach nur: fantastisch. 😆