The Anime Diversity: Senkou no Night Raid

Posted by in Anime, Review, The Anime Diversity

Header_TAD1

„Senkou no Night Raid“ – Worum gehts?

Der 13-teilige Anime dreht sich um die Sakurai Kikan, eine Truppe übersinnlich begabter Spione, die für das japanische Militär im Jahr 1931 in Shanghai stationiert sind. Sie untersuchen Korruption, Gewalt und Menschenhandel und nutzen dabei Fähigkeiten, die die normaler Agenten übersteigen. Unter ihnen befindet sich der lockere Aoi, der Telekinese beherrscht; der etwas trockene und ernste Kazura, der sich teleportieren kann; sowie der stille Natsume, der eine übermenschliche Wahrnehmung hat und Yukina, eine junge, quirlige Telepathin. Sie alle werden früher oder später mit den Problemen konfrontiert, die ihre Fähigkeiten mit sich bringen und von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt und müssen dabei ihre Schein-Identität aufrecht erhalten.

Hintergrund

Wer sich für Geschichte interessiert, hat wahrscheinlich einen kleinen Vorteil beim Schauen des Anime, der ein wenig an Ian Flemings Bond-Bücher erinnert. Die Geschehnisse wurden maßgeblich beeinflusst durch den ersten Japanisch-Chinesischen-Krieg, den Japanisch-Chinesischen-Krieg und den ersten Weltkrieg. Die gespannten Beziehungen und Konflikte zwischen den Nationen, sowie die geschichtlichen Bezüge machen den Anime zu etwas ganz anderem als das, was man sonst als Anime-Schauer geboten bekommt. Nicht, dass ihr denkt, dass die Japaner per se gut wegkommen: hier kriegt jeder sein Fett weg. Besonders viel Mühe hat man sich nicht nur mit den geschichtlichen Hintergründen gegeben, sondern auch mit den bildlichen. Die Kulissen und Kostüme versetzen einen in eine andere Zeit und sind sehr aufwendig und detailiert – das kennt man sonst nur von historischen Filmen und Fernsehserien. Im Englischen trägt die Serie übrigens den Titel Night Raid 1931.

Fazit

Night Raid ist eine anspruchsvolle Serie, die die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers erfordert. Es ist schwer zu sagen was eigentlich die Zielgruppe ist. Geschichtsfans könnten sich an den begabten ESP-Spionen stören, während für den quirligen Durchschnitts-Anime-Gucker die Handlung wahrscheinlich bei weitem zu trocken ist. Aber die Zutaten von Night Raid sind besonders. Der Zeichenstil ist realitätsnah, detailgetreu und die Actionszenen sind trotz der übersinnlich begabten Spione nicht zu übertrieben. Manche Episoden kommen spannungsarm rüber, stellen den Zuschauer aber vor interessante Fragen und wirken in ihrer Inszenierung erwachsen – das was viele von Anime eben nicht erwarten. Trotzdem sorgen die charmant-bissigen Dialoge und Spannungen zwischen den Charakteren für Erheiterung. Ein schwer zu fassender Anime und gerade deswegen eine Ausnahmeerscheinung.


Zur Einstimmung gibts mal das Opening, das hier und da nach Codering/Decodierung aussieht

Anime sind unheimlich vielseitig – genau das möchte ich in „The Anime Diversity“ ausdrücken und stelle jeden Monat einen Anime vor. 😀 Lustig, kultig, alt, neu, grenzwertig, gruselig, romantisch, verrückt: Anime eben.