Wir lesen … „Wer die Nachtigall stört“ #ToReadAMockingbird (I)

Posted by in Literatur

Ja, genau. Wir – das sind (bis jetzt) Kathrin von phantásienreisen.de und ich. Und das hat meine liebe Bloggerkollegin bereits vor ein paar Tagen angekündigt. Lasst euch nicht davon abhalten euch uns noch anzuschließen. Unter #ToReadAMockingbird könnt ihr auf Twitter unsere Gedanken mitverfolgen. Nach etwa jedem Drittel des Buches werde ich ein kleines Zwischenfazit einlegen und zum Schluss mit einer Review abschließen.

photomirror_201510417225749

Es war einmal in Alabama in den 1930ern

Wir machen im Buch eine kleine Zeitreise und schauen Jean Louise und Jeremy Finch beim aufwachsen zu. Die beiden waren für mich im ersten Moment etwas schwer zu trennen, denn Jean Louise ist ein kleiner Wirbelwind und wird Scout genannt, während Jeremy Jem genannt wird und gern besonders erwachsen wirken möchte. Auf den ersten paar Seiten musste ich mich etwas dran gewöhnen, dass der so weiblich klingende Name Jem zum Jungen gehört. Aber ich habs überwunden und war erstaunt wie gut mich Scouts Geschichte von ihrer Einschulung bei Laune hält. Maycomb ist schon ein besonderes Fleckchen. Eine Versinnbildlichung aller kleinen Ortschaften mit ihren Halbkriminellen, Vorurteilen, Gartenzäunen, der Kulisse, in der man förmlich den Sommer riecht und nicht zu vergessen den Gerüchten. Über Boo Radley zum Beispiel. Oder dann diese schlaue Lehrerin … . Und nicht zu vergessen der Zitatreichtum des Buches:

Die Schnoddrigkeit des Südstaaten- und Kinderslangs macht die Erzählung zu einem Vergnügen – und das obwohl ich anfangs Vorbehalte hatte, dass ich eventuell nicht gut damit klarkommen würde. Das Buch hat mich sehr sehr oft an meine Kindheit erinnert. Das Spielen, das Gefühl von Freiheit – ohne die Last von Verantwortung auf den Schultern, aber auch Angst vor Dingen zu haben, wo es vielleicht nicht notwendig wäre. Und dann die Schule und das Unverständnis der Ewachsenen, denen die Denkweise der Kinder verloren gegangen ist. Oder die Kindern nicht zuhören. Ich habe ehrlich nicht erwartet, dass mich Scouts Kindheit so fesseln würde. Aber wie Scout die Welt beobachtet ist herrlich entlarvend, auch wenn unsere Ich-Erzählerin das selber noch nicht weiß. Doch nach und nach frage ich mich: wann kommen wir am Konflikt an? Langweilig wurde mir nicht, dafür sind Scout und Jem zu lustig. Wir lernen ihren Vater Atticus kennen. Einen scharfsinnigen, gebildeten und ruhigen Mann. Es fällt mal das N-Wort. Und dann plötzlich ist es da: der Konflikt. Atticus‘ Fall. Aber bis zur 100. Seite, meinem Zwischenstopp, wurde noch nicht enthüllt worum es bei Atticus‘ Fall geht. Und ich frage mich auch, ob das einem siebenjährigen Mädchen so klipp und klar gesagt wird. Dank des Bekanntheitsgrades von Harper Lees Buch wissen wir aber eh worum es geht.  

Eine Frage, die bleibt …

… wie ist aus der Spottdrossel eine Nachtigall geworden? Ich habe dazu noch gar keine Informationen gefunden. Ist das einfach ein Übersetzungsfehler? Oder liegt es daran, dass die Spottdrossel in Amerika verbreiteter ist und man dachte, dass hierzulande niemand mit dem Tierchen was anfangen kann? Ich muss gestehen, ich weiß nur durch die Tribute von Panem, dass es Spottdrosseln gibt. (Ist das jetzt peinlich?) Das was ihr übrigens auf dem großen Foto seht, das doppelte Buch, soll unser gemeinsames Lesen verdeutlichen. Zufälligerweise haben sowohl Kathrin als auch ich die Jubiläumsausgabe. Meine habe ich wiederum Amerdale zu verdanken – habe das Buch nämlich durch Amerdales Blog gewonnen. 🙂

Na – habt ihr Lust bekommen euch uns noch anzuschließen? Kennt ihr das Buch vielleicht sogar schon? Dann bitte nicht spoilern 😉 Wie hat es euch gefallen? Und kennt ihr vielleicht sogar den Film?