Kleiner Quarantäne-Begleiter (Tipps für mentale Gesundheit und zur Ablenkung)

Posted by in Gedanken

Strange Times in denen wir da leben. Eben noch schaute ich Leuchtturm-Filme um mich mit dem Thema Isolation im Film zu beschäftigen, da begab ich mich kurz darauf selber in Isolation. Zuerst auf Anordnung des Arbeitgebers, dann weil deutschlandweit Pflicht. Es lebe das Home Office. #FlattenTheCurve ist an der Tagesordnung. #StayAtHome steht überall, wenn wir soziale Netze öffnen. Es scheinen sich endlich alle einige zu sein. Auch abgesehen von wirtschaftlichen und medizinischen Nöten, ist das eine anspruchsvolle Zeit. Eltern, die rauskriegen müssen wie sie Job und Kind von zuhause aus schaukeln. Risikogruppen-Angehörige, die Angst haben. Menschen, die mit ihrer mentalen Gesundheit zu kämpfen haben, weil sie alleine zuhause sitzen oder ihnen die Decke allzu sehr auf den Kopf fällt. Vielleicht schafft mein kleiner Begleiter Linderung? 🙂

Tipps für die mentale Gesundheit

Als Mensch mit vielen „introvertierten“ Hobbys, habe ich selber mit #StayAtHome nicht so das Problem. Aber ich kenne das Gefühl wie sich Isolation auswirkt aus Zeiten, in denen es mir anders ging als jetzt. Das ist anspruchsvoll und der eigen Kopf kann zum ärgsten Feind werden. Nun bin ich kein Profi … aber Die deutsche Psychotherapteuen-Vereinigung. Die hat unter Psycho-Hygiene-Tipps für Home-Office und Quarantäne einen Beitrag mit einigen Tipps veröffentlicht. Und Überraschung … die meisten davon wie Bewegung, sich ablenken, Tagesstruktur, Trennung zwischen Beruf und Freizeit und soziale Kontakte mehr fordern, halten auch meinen Motor am Laufen. Manchmal muss man sich zwingen, aber es lohnt sich. Meine Kollegen und ich verlängern beispielsweise unser tägliches Stand-up-Meeting um ein bisschen zu bequatschen wie es uns gerade geht. Mir persönlich hilft bei der Disziplin ein Belohnungssystem. „Wenn du heute ablenkungsfrei arbeitest, schaust du abends diesen einen mega langen Film, den du schon ewig sehen willst. Wenn du heute spazieren gehst und länger als eine Stunde an der Luft bist, spielst du als Belohnung ein bisschen an der Switch.“ So in der Art könnte das heißen. Sehr hilfreich, falls der Kopf sich einfach nicht zu positiven Gedanken zwingen lässt ist das Prinzip #APictureADay. Mach jeden Tag ein Foto von etwas, das positiv war oder schreib es auf. Egal wie banal es dir erscheinen mag. Heute war das Wetter schön? Heute hast du ausgeschlafen? Heute schmeckte das Essen besonders gut? Perfekt! Häng es gut sichtbar auf oder mach dir am Smartphone eine Erinnerung es jeden Tag anzuschauen und die Liste zu pflegen. Es lohnt sich. Schon nach einer Woche hast du eine Sammlung Gutes in der Hand. Und ganz wichtig: listen to the doctor:

Gratisangebote nutzen

Man muss ja sagen … Quarantäne macht erfinderisch. Egal ob wir uns nun überlegen, woraus wir so alles unser eigenes Klopapier basteln können, weil es im Supermarkt aus war oder ob wir neue Sportarten erfinden oder austesten wo in der Wohnung das Wifi am besten ist – Beschäftigung findet sich. Manchmal ungewollt. 😉 So oder so lohnt es sich mal auf Webseiten nach Sonderangeboten zu stöbern. Denn auch die wirtschaftliche Lage macht andere erfinderisch oder gibt uns die Zeit etwas zu machen, was wir vielleicht schon immer mal ausprobieren wollten.*

Streaming-Tipps

Wenn Anfahrtswege zur Arbeit entfallen oder naja .. *schluck* vielleicht sogar die Arbeit ganz, dann ist vielleicht ausnahmsweise ein bisschen mehr Zeit für die eine oder andere Serie, die man schon immer mal sehen wollten. 🙂 Ich habe da ein paar Tipps vorbereitet, die man streamen kann.*

  • Jordskott in der Arte Mediathek. Du kannst nicht raus? Schau dir diese Mischung aus Sage meets Realität und Öko-Krimi aus Schweden an. Der satte grüne Wald entschädigt.
  • Hinter der Gartenmauer auf Netflix. Herrlich verschrobene und kurzweilige Animationsserie über zwei Brüder, die sich im Wald verlaufen. Und seltsame Dinge erleben.
  • The Handmaid’s Tale für Magenta-Kunden. Harty Dystopie – unfassbar gut inszeniert. Basiert auf Margaret Atwoods großartigem Buch.
  • Gilmore Girls auf Netflix. Es soll lieber was positiveres sein? Gilmore Girls istmanchmal sehr pastellig und etwas kitschig, aber vor Allem eine sehr charmante und witzige Serie. Endlich mal ein Grund die sieben Staffeln nachzuholen, oder? 😉
  • Cowboy Bebop auf Netflix. Sciene-Fiction-Anime meets Noir meets Jazz meets Comedy meets Kung-Fu. Wunderbar abwechslungsreicher Anime mit guter Musik. Wird gerade von Netflix als Live Action Serien adaptiert.
  • The Expanse auf Amazon Instant Video. Das Science-Fiction-„Game of Thrones“ startet als Slowburner, kommt aber sehr gut in Fahrt und ist unendlich mitreißend.
  • The Americans auf Netflix. Spionage-Serie mit „60er Jahre“- und „Kalter Krieg“-Feeling.
  • Mad Men auf Netflix. Noch so ein Langläufer, den du endlich mal nachholen wolltest? Vielleicht die beste Gelegenheit. Die Dramedy steigert sich von Staffel zu Staffel.
  • Fleabag auf Amazon Instant Video. Bissig, tragisch, urkomisch. Titelcharakter Fleabag macht alles, was man sich selber nicht traut und vieles, von dem man sich wünschen würde, dass sie es auch nicht tut. Nicht ohne Tragik.
  • Killing Eve auf STARZ Play (Amazon Instant Video). Die Chemie zwischen Jodie Comer und Sandrah Oh ist fantastisch in diesem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Agentin und Killerin. Entschädigt mit der Hetzjagd um die Welt auch, gerade wenn man gerade nur mit dem Finger auf der Landkarte reisen darf.

Das ist natürlich noch lange nicht alles. Die ganzen Blogs da draußen (und hey, auch der hier :D) strotzen vor Tipps was man schauen könnte. Im April wird beispielsweise Community auf Netflix verfügbar und somit meine ich das erste Mal frei streambar in Deutschland. Kenne ich selber nicht, werde aber definitiv einen Blick drauf werfen, weil soll sehr witzig sein. Ebenso landen im April auch die restlichen Ghibli-Filme auf Netflix wie Das wandelnde Schloss oder Erinnerungen an Marnie. Wer noch mehr Ghibli braucht, kann auf NHK frei die kurze Dokuserie 10 years with Hayao Miyazaki schauen.

Dinge tun …

Jetzt ist wohl die beste Zeit mal das Sport-zuhause-machen auszuprobieren, vor dem man sich immer gedrückt hat. Es gibt auf Youtube Tonnen von Videos. Wichtig dabei (ich spreche aus eigener Erfahrung): achtet auf das was die Experten dort sagen und vorführen, sonst droht Verletzungsgefahr. Ansonsten werdet ihr feststellen, dass das erschreckend einfach ist mit dem Sport zuhause. 😉 Oder ein aufwendiges Projekt in den eigenen vier Wänden, am Blog oder sonstwo. Etwas zu lernen oder auszuprobieren, wofür man sonst nie die Zeit hatte. Das Bild da oben vom Scrabble ist kein Ausdruck meines Empfindens, sondern das erste Wort, dass ich beim ersten Zug neulich beim Scrabble legen konnte. 😉 War schon witzig. Wann habt ihr das letzte Mal ein Brettspiel ausgepackt, die entfernte Großtante angerufen oder die eine Rumpelkiste aussortiert? Eine Modenschau mit der kleinen Schwester und den schrecklichsten Outfits veranstaltet oder dieses eine besonders abschreckend-dicke Buch gelesen? Wann, wenn nicht jetzt? Dank Tools für Webtelefonie und -konferenzen wie Skype, Webex, Zoom, meinetwegen WhatApp gibt es soviele Möglichkeiten das alles auch nicht alleine tun zu müssen. Und wenn das nicht ausreicht, verlinke ich eine Webseite, die aufzählt, welche Museen ihr online besichtigen könnt.

Lokale Geschäfte, Freiberufler und die Nachbarschaft unterstützen

Die Wirtschaft zittert und wir mit ihr. Hatte man sich schon so auf den Theaterbesuch, das Konzert, das Lieblingsrestaurant gefreut … und schafft es der kleine Laden um die Ecke durch diese Zeit? Vielleicht bleibt durch viele ausgefallen Freizeitaktivitäten ein Euro übrig um freischaffende Künstler auf ihren Patreon-Seiten zu unterstützen oder irgendwie anders. Informiert euch bei euren Lieblings-Geschäften: vielleicht bieten sie einen Online-Shop an. Vielleicht liefert euer Lieblings-Café? Bücher muss man nicht beim Giganten Amazon bestellen, der lokale Buchhandel freut sich mehr. Und die Nachbarn, die vielleicht zur Risikogruppe gehören auch, wenn ihr für sie mit einkaufen gehen könnt. Da reicht schon ein Zettel im Flur oder ein Blick auf Webseiten wie nebenan.de für Nachbarschaftshilfe.

Von mir für dich

Immer dran denken: stay positive. Alles negative hat auch eine gute Seite. Für Magdeburg bedeutet das: die Schaukel an der Hubbrücke ist ausnahmsweise mal frei.

Und falls du nicht raus kannst, weil du einer Risikogruppe angehörst oder ganz einfach, weil neben all dem auch noch deine Frühjahrsallergie besonders schlimm ist, hier ein bisschen Linderung. Nur für dich: Bilder aus der Außenwelt. Und denkt dran: es wird soviel schöner sein wieder auszugehen, ins Kino, ins Café, jemanden zu umarmen, wenn das hier ausgestanden ist. Und das wird es sein.

*Ich bekomme übrigens von keinem Anbieter und keiner hier verlinkten Webseite Geld dafür, dass ich sie verlinke.

Habt ihr weitere Tipps und kennt tolle Angebote, die man von zuhause aus wahrnehmen kann? Was hilft euch bei Tiefs? Was für Erkenntnisse habt ihr aus dem Home Office mitgenommen? Oder aus der Erfahrung den ganzen Tag jeden Tag mit Partner und/oder Kinder zuhause zu sein? Oder allein?