Fantastischer Film: Red Lights

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Inhalt

Die Wissenschaftlerin Prof. Margaret Matheson (Sigourney Weaver) und ihr Assistent Tom Buckley (Cillian Murphy) untersuchen und entlarven sogenannte paranormale Vorfälle. Egal ob jemand behauptet schweben zu können oder Séancen abhält – sie haben alles schon gesehen und kennen alle Tricks. Besonders gerne überlisten sie die Leute, die anderen massiv das Geld aus der Tasche ziehen und ihnen Hoffnungen machen wie die sogenannten Wunderheiler und Hellseher, deren Shows in ausverkauften Hallen stattfinden. So gibt es aber eine Hürde, eine angeblich hellsichtige Person vor der sogar Prof. Matheson Respekt und einen gewissen Groll hat: das blinde Medium Simon Silver (Robert De Niro). Als dieser nach langer Bühnen-Abstinenz seine Rückkehr und neue Auftritte ankündigt, sieht Tom Buckley seine und Mathesons Chance ihn endlich zu entlarven. Aber plötzlich häufen sich seltsame, beängstigende Vorfälle im Umfeld der Forscher, die plötzlich ungeahnt persönlich und erschreckend werden. Ist Simon Silver daran Schuld?

Hintergrund

Einige der Betrüger, die Matheson und Buckley entlarven haben Vorbilder aus dem realen Leben wie man beim Guardian sehr kompakt und kurzweilig nachlesen kann. Mal abgesehen von den smarten Vorgehensweisen der Betrüger und den noch smarteren Vorgehensweisen derer, die den Schwindel aufdecken ist wahrscheinlich aber auch der Effekt der Selbstheilung durch den puren Glauben ganz interessant. Da wir aber in einer Filmbesprechung stecken, rege ich die Gedanken mal dazu nur an. 😉 Im oben genannten Artikel kann man auch schon erahnen in welche Richtung die meisten Reviews gehen. Die Bewertung des Films in den üblichen Portalen (IMDB, Rotten Tomatoes, …) ist gar nicht mal so gut. Kennt ihr das, wenn alle einen Filme blöde finden, nur ihr nicht? Ist mir egal. Meines Erachtens nach ist der Film nämlich …

Meinung

…fabelhaft! Red Lights ist kein reiner Mysteryfilm und würde Freunde von Slashern und Trashern wahrscheinlich unendlich enttäuschen. Red Lights ist irgendwo zwischen Drama, Mystery und Thriller anzusiedeln. Zwar passe ich mich mit der Wahl meines heutigen Fantastischen Films bereits der kommenden Halloween-Zeit an, aber der Film hier ist etwas für den unterschwelligen Grusel, der ein paar Schockmomente hat und Gänsehaut beschert, aber kein Horrorfilm ist. Das liegt auch an der Ausarbeitung der Charaktere. Mathesons Gründe für den Groll gegen Simon Silver sitzen nämlich tief: er hat sie allen ernstes zum Zweifeln gebracht und das bei einer zutiefst bewegenden persönlichen Angelegenheit. Sigourney Weavers Darstellung ist gut und überzeugend, man fühlt mit ihr mit und sie bringt das Drama der Dr. Matheson gut rüber aber sie wird auch hier wieder für eine kleine Rolle missbraucht, wobei wir wissen: sie könnte mehr. Und wenn man die jüngeren Abschnitte ihrer Filmographie anschaut, wird man sich dessen nochmal bewusst (Avatar, Atemlos – Gefährliche Wahrheit…). Robert De Niros Darstellung überzeugt uns absolut davon, dass Simon Silver überlegen ist. Aber der wirkliche Star ist Cillian Murphy (auch was die Screentime betrifft): anfangs ist er sehr distanziert und man weiß vielleicht nicht so ganz was man mit ihm anfangen soll, bald schon wird aber sein innerer Kampf zu einem, der auch für den Zuschauer plötzlich ganz persönlich ist. Das ist der Moment in dem er uns mit seinem nicht offensichtlichen aber intensiven Spiel in seinen Bann gezogen hat. Ich rechne es dem Film besonders hoch an, dass er zwei Twists hat. Den einen habe ich kommen sehen aber der andere … BÄM!

Jeden Monat stelle ich einen Film vor, den ich für einen fantastischen Film halte – losgelöst von Mainstream, Genre, Entstehungsjahr oder -land. Einfach nur: fantastisch. 😆