Blogparade: Die 10 schlechtesten Filme aller Zeiten

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Zugegeben, es ist schon echt lange her seit ich die Blogparade von FilmkritikenOD bei Ma-Go gefunden habe. November. Autsch. Aber andererseits … was würde besser passen als in der Woche in der ein bedeutender Filmpreis verliehen wird, die persönlichen Flop 10 zu küren? 😉 Das ganze ist eine Mischung aus meinen mittels IMDB festgehaltenen am schlechtesten bewerteten Filmen und der Blogparade Filme für den Meeresgrund, die vor einer halben Ewigkeit durch die Film-Blogosphäre schwamm. Die Veteranen unter euch erinnern sich. Das sind sie also … die zehn schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe. Das schlimmste kommt zuletzt.

„H.P. Lovecraft’s DAGON (2001) US HD Trailer“, via Deathdealeus1984 (Youtube)

10. Dagon

Stuart Gordon scheint Lovecraft zu lieben. Fügt aber den Verfilmungen leider immer noch mehr Trash hinzu als nötig gewesen wäre. Wäre er mal etwas näher am Buch geblieben. Stattdessen ist der Film grotesk, die Hauptcharaktere stellen sich ziemlich dämlich an, das macht wiederum die ganze Prämisse der Handlung seltsam und als dann noch (anders als im Buch) Frauen geopfert werden sollten, rutschte das ganze Ding im Grunde nur noch in stupiden und gewollt sexualisierten Fetisch-Mist ab. Das zugrunde liegende Buch Der Schatten über Innsmouth ist eigentlich spannend, aber wiederum aus anderen Gründen kontrovers.

9. Wolverine: Weg des Kriegers

James Mangold hat soviele so gute Filme gemacht. Identität, Walk the Line und auch der Nachfolge-Wolverine Logan war wirklich gut! Aber Weg des Kriegers war eigentlich nur Trash, da er grandios an dem Samurai-Feeling der Vorlage scheitert. Wolverine in Japan hätte so cool werden können.

8. Bad Teacher

Es ist schwer Komödien zu machen – Humor ist subtiler als man denkt. Einen jump scare kriegt man leicht hin. Menschen erschrecken … eine körperliche Reaktion evozieren durch einen Schreck, das folgt Regeln. Aber Humor spricht den Kopf an. Und das kann schnell nach hinten losgehen. Der banale Humor dieser Schwarte mit Cameron Diaz geht nicht auf. Spätestens wenn sie und Justin Timberlake sich aneinander reiben und Sex mit Klamotten haben wollen, will man lieber wo anders sein.

„After.Life – Trailer“, via Anchor Bay (Youtube)

7. After.Life

Der Film hat eine Prämisse, die vielversprechend sein könnte. Nach einem Autounfall wacht eine junge Frau (Christina Ricci) in etwas auf, das wie eine Leichenhalle anmutet. Sie ist sich sehr sicher, dass sie nicht tot ist. Der Mann (Liam Neeson), der sie dort hin gebracht hat, versucht ihr zu erklären, dass sie sehr wohl tot ist. Sie können nur miteinander sprechen, weil er die Gabe hat mit Toten reden zu können. Ist er verrückt? Ist sie wirklich tot? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Aber der Film ist leider zu konstruiert und gewollt. Alleine dadurch, dass er Christina Ricci die ganze Zeit im knappen roten Kleidchen rumlaufen lässt … . Gefällt vielleicht anderen besser als mir.

6. Rubbeldiekatz

Die Idee könnte á la Manche mögen’s heiß ganz cool sein. Aber was Schweighöfer und Konsorten draus gemacht haben ist einfach doof. Voller Geschlechterstereotypen, unglaublich flacher Charaktere … selbst die Prämisse, dass die Frauenrolle für den Mann attraktiver und leichter zu erreichen ist, wirkt nach #MeToo irgendwie böse und blöd. Ich glaube ich hab nicht ein Mal gelacht. Kann sein, dass er einfach nicht meinen Humor trifft, aber … wessen?

„RUBBELDIEKATZ – Trailer deutsch / german HD“, via Universal Pictures Germany (Youtube)

5. Ghost Rider: Spirit of Vengeance

Wie gerät Nic Cage eigentlich immer in solche Filme? Der erste Ghost Rider hatte ja noch so seine Momente, aber der zweite gleitet in eine dermaßen flache 0815-Story ab. Der noch interessanteste Aspekt um Satans Sohn ist so dermaßen ausgelutscht und geklaut, dass es einen schon nicht mehr vom Hocker reißt. Es ist alleine ein Witz wie die Figur des Ghostriders, der einen Pakt mit dem Teufel hat, zu einem Engel erhoben wird und was für Anstrengungen es ihn kostete seine Kräfte zu verlieren nur um sie dann als es brenzlig wird einfach so wiederzuerlangen. Man fragt sich bei so offensichtlich schlechter Story: wer produziert das??

4. The ABCs of Death

Also im Grunde hatte The ABCs of Death so seine Momente. 26 Horror-Kurzfilme, die jeweils einem Buchstaben bzw. Begriff repräsentieren und neben relativ unbekannten Künstlern auch von bekannteren Regisseuren des Genres stammen. Die Machart ist dementsprechend unterschiedlich. Aber für wenige gute Filme muss man leider eine Menge Schrott über sich ergehen lassen. The ABCs of Death 2 ist ein Stück weit besser.

3. Tusk

Die Idee von einem Podcaster, der seine Gäste fies über den Nuckel zieht und an einen Mann gerät, der ihn festhält und in ein Walross umoperieren will, klingt schräg, aber auch nach „What goes round comes round“ und einem creepy Bodyhorror-Indie-Streifen. Tatsächlich gelingt dem Film manches ganz gut. Er schafft es, dass man schon Mitleid mit dem fiesen Podcaster bekommt. Aber dann ist da auch die eine oder andere Absurdität, die man dann doch nicht mehr ignorieren kann. Zum Beispiel Johnny Depp.

„Tusk | Official Trailer HD | A24“, via A24 (Youtube)

2. Prakti.com

Kaum zu glauben, aber dafür bin ich in’s Kino gegangen. Wir waren jung, Informatik-Studenten und Google war sehr gehypt unter Informatikern als bekannt wurde, dass ihr Google Campus und ihre Büros ziemlich cool sind. Und dass sie ihre Vorstellungsgespräche wie eine kleine Challenge gestalten. Das haben auch andere gehört und Vince Vaughn und Owen Wilson probieren sich in dem Film als Nicht-Entwickler in der Firma einzuschleusen. Merkt ja keiner. Der Film macht sich an vielerlei Stellen über Nerds, Geeks und MINTler lustig und eckt deswegen bei mir an. Selbst, wenn ich das subjektive rausnehme, ist der Humor so einfach und flach, viele der Witze zünden nicht oder hat man schon tausend Mal gehört, sodass er selbst objektiv betrachtet als Komödie versagt. Auch der weichgespülte Teil, bei dem die Nicht-Coder das Selbstbewusstsein und Leben der Coder aufwerten wollen wirkt wie gewollt und nicht gekonnt und tausend mal gesehen.

1. Human Centipede – Der menschliche Tausendfüßler

Man kann sich darüber streiten, ob der Film anfangs bewusst eine Persiflage von Horrorfilmen ist oder banal. Da schickt er zwei Frauen in einen deutschen Wald. Sie suchen eine Disco oder sowas. Natürlich bleibt das Auto liegen. Natürlich fahren nur widerliche Perverse vorbei und helfen nicht. Natürlich irren sie ziellos bei Regen im Wald rum. Natürlich klopfen sie bei einem perversen deutschen Arzt an die Tür, der sie zum Gegenstand eines widerlichen Experiments macht. Aber selbst wenn man den Film als Horrorsatire betrachtet, ist es trotzdem noch menschenverachtender Dreck. Solche Filme sollten nicht gemacht werden.

Am Anfang machen mir solche Mecker-Beiträge immer etwas mehr Spaß als am Ende. Wenn ich auf diese zehn Filme schaue, die ich so unglaublich schlecht finde, dann werde ich fast etwas wütend und frage mich: wer macht sowas? Eigentlich löst lediglich Platz 1 dieses Gefühl aus. Die anderen gingen halt irgendwie daneben. Irgendjemand hat Geld gegeben, weil er es vielleicht tatsächlich cool fand oder die Prämisse besser klang als das Ergebnis. Hey, Cameron Diaz als schlechte Lehrerin, ist doch witzig? Und dann geht die Formel nicht auf. Bei den meisten kann man sagen: schade um das viele investierte Geld. Schade, um die Zeit, die man beim schauen investiert. Aber Platz 1 ist wirklich ein Film, den man nicht hätte machen sollen. Die Nachfolge-Teile sind wohl noch schlimmer. Filme sollen sicherlich Emotionen hervorrufen. Moralisch triggern, aufmerksam machen, glücklich machen, schocken, manchmal einfach unterhalten. Aber „Facepalm“ als hauptsächliche Reaktion sollte nicht dazu gehören. Was ist aber der schlechteste Film, den ihr je gesehen habt? Ansonsten gehe ich jetzt und schaue lieber einen von denen.