Oscar-Wunschkonzert 2021

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Es ist wieder soweit! In der Nacht von heute zu morgen werden die Goldjungen vergeben und die besten Filme, Darsteller*innen und Filmschaffenden honoriert. natürlich aus Sicht eines bestimmten Gremiums und aus Sicht einer spezifischen Industrie – der amerikanischen. Trotzdem ist es eins der Länder mit dem größten, filmischen Output. Ich weiß, dass viele diesen dekadenten Preisverleihungs-Bohei nicht abkönnen. Sobald ich aber sehe, dass Filme und Filmschaffende, die ich sehr verehre nominiert sind, bin ich unendlich gespannt und fiebere mit.

Morgen vormittag werde ich wieder versuchen den Spoilern aus dem Weg zu gehen, um dann zumindest zum Feierabend die Verleihung anschauen und mich nachträglich freuen zu können … oder bedauern. Was inzwischen dazu gehört ist das fabulieren, wer die Preise abräumt. Dieses Jahr wurden pandemie-bedingt mehr Filme nominiert, die man auf Streamingplattformen bewundern kann. Der Anlass mag traurig sein, wollen wir doch alle wieder ins Kino, aber er hat uns interessanterweise mehr „internationale Chancengleichheit“ eingeräumt. Trotzdem habe ich es nicht geschafft alle Filme zu schauen, die mir möglich gewesen wären zu schauen (Zeit) oder alle, die ich gern gesehen hätte („Nomadland“, „The Father“, …). Nichtsdestotrotz begebe ich mich mangels eines „full pictures“ ans tippen. 🙂

Legende:

blau/unterstrichen = gesehen und besprochen (verlinkt)
fett = sollte imho gewinnen (Wunschkonzert)
kursiv/italic = wird wahrscheinlich stattdessen gewinnen

Bester Film

The Father – Produktion: David Parfitt, Jean-Louis Livi und Philippe Carcassonne
Judas and the Black Messiah – Produktion: Shaka King, Charles D. King und Ryan Coogler
Mank – Produktion: Ceán Chaffin, Eric Roth und Douglas Urbanski
Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (Minari) – Produktion: Christina Oh
Nomadland – Produktion: Frances McDormand, Peter Spears, Mollye Asher, Dan Janvey und Chloé Zhao
Promising Young Woman – Produktion: Ben Browning, Ashley Fox, Emerald Fennell und Josey McNamara
Sound of Metal – Produktion: Bert Hamelinck und Sacha Ben Harroche
The Trial of the Chicago 7 – Produktion: Marc Platt und Stuart M. Besser

Für mich war Darius Marders Sound of Metal ein unerwartet rundes und einschneidendes Filmerlebnis. Ich hatte wenig Ahnung was mich erwartet und wurde vielleicht auch gerade deswegen umgehauen. Für mich ist der Film einfach absolut rund und stimmig. Aber vielleicht auch etwas zu „grungy“, scharfkantig und zu Indie für die Academy. Minari habe ich ähnlich geliebt und wenn der Film gewinnt, bin ich ebenso mehr als glücklich damit. Aber ich unterstelle der Academy auch, dass der Unterton vom American Dream sie vielleicht mehr anzieht – auch wenn Minaris Botschaft eine andere ist. Die Buchmacher setzen sicherlich viel auf Nomadland, kann ich mir auch gut vorstellen. Setzt die Academy mehr auf Pathos, werden es wohl auf die Chicago 7.


„Sound of Metal – Official Trailer | Prime Video“, via Amazon Prime Video (Youtube)

Beste Regie

Lee Isaac Chung – Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (Minari)
Emerald Fennell – Promising Young Woman
David Fincher – Mank
Thomas Vinterberg – Der Rausch (Druk)
Chloé Zhao – Nomadland

Von Nomadland habe ich soviel gutes gehört, gesehen und jeder spricht über Chloé Zhao – es käme mir unnatürlich vor, wenn jemand anderes gewinnt. Ich weiß es ist etwas gewagt das zu sagen, wenn man den Film gar nicht gesehen hat, aber das sagt mein Gefühl.

Bester Hauptdarsteller

Riz Ahmed – Sound of Metal
Chadwick Boseman – Ma Rainey’s Black Bottom
Anthony Hopkins – The Father
Gary Oldman – Mank
Steven Yeun – Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (Minari)

Im Gründe würde ich ihnen allen den Goldjungen in die Hand drücken, weil ich alle ihre Performances großartig fand. Anthony Hopkins habe ich zwar bisher nicht in The Father gesehen, aber der Mann liefert immer ab, also … . Geschwankt habe ich zwischen Chadwick Boseman und Riz Ahmed, aber letzterer war in Sound of Metal so facettenreich, dass mich wohl so entscheiden würde. Trotzdem bin ich mehr sehr sehr sicher, dass die Academy den Preis posthum an Chadwick Boseman vergibt. Was wohl auf eine eigentümliche Art glorreich ist, aber auch traurig.

Beste Hauptdarstellerin

Viola Davis – Ma Rainey’s Black Bottom
Andra Day – The United States vs. Billie Holiday
Vanessa Kirby – Pieces of a Woman
Frances McDormand – Nomadland
Carey Mulligan – Promising Young Woman

Nun habe ich nicht wirklich viele Performances dieser Kategorie gesehen und finde mich gar nicht informiert genug um eine Bewertung oder einen Wunsch abzugeben. Vermute aber, dass Frances McDormand den Preis zum wiederholten Male mit heim nimmt. Ob das noch interessant ist, wenn man schon so oft nominiert und ausgezeichnet wurde?


„NOMADLAND | Official Trailer | Searchlight Pictures“, via SearchlightPictures (Youtube)

Bester Nebendarsteller

Sacha Baron Cohen – The Trial of the Chicago 7
Daniel Kaluuya – Judas and the Black Messiah
Leslie Odom Jr. – One Night in Miami
Paul Raci – Sound of Metal
Keith Stanfield – Judas and the Black Messiah

Ich würde sie liebend gern allen Fünfen in die Hand drücken, auch wenn ich vielleicht nur drei der Leistungen gesehen habe. Alleine dass Paul Raci mit einer Nominierung bedacht wurde ist für mein Empfinden ein großer und wichtiger Schritt. Würde er gewinnen, wäre das ziemlich „trailblazing“, also wegbereitend. Zwar ist Raci selber nicht gehörlos, aber er beherrscht aus Gründen ASL und hat was das betrifft eine Art Botschafter-Rolle. Dankenswerterweise sind die Nominierten dieses Jahr nicht #OscarsSoWhite. Dass meine Wahl auf Sacha Baron Cohen fällt liegt daran, dass mir seine Leistung sehr gefallen hat, seine Präsenz in Chicago 7 stark war (und das natürlich auch nicht zufällig) und dass er zuvor bereits den Golden Globe heim nahm.

Beste Nebendarstellerin

Marija Bakalowa – Borat Anschluss Moviefilm (Borat Subsequent Moviefilm)
Glenn Close – Hillbilly Elegy
Olivia Colman – The Father
Amanda Seyfried – Mank
Yoon Yeo-jeong – Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (Minari)

Was mir erst jetzt auffällt: die Rollen von Yoon Yeo-jeong und Glenn Close sind im Kern recht ähnlich. Sie stellen Großmütter dar, die einen besonderen Stellenwert im Leben ihrer Enkel einnehmen und ihnen wichtige Lehren mitgeben. Sie werden nicht nur von allen geliebt, sind unkonventionell und sorgen für Comic Relief im Film – aber auch für dramatische Spitzen. Wo die Eine durch ihre koreanischen Wurzeln aus der Masse heraussticht, tut es die andere dadurch, dass sie arm ist. Bei Glenn Close kommt noch eine Maske dazu, bei der man sie mal wieder kaum erkennt. Aber ich werde auch nicht das Gefühl los, dass Yoon Yeo-jeong den Goldjungen hier auch noch mitnimmt. Vielleicht bin ich auch hier durch die Globes ge-biased.

Bestes adaptiertes Drehbuch

Ramin Bahrani – Der weiße Tiger (The White Tiger)
Sacha Baron Cohen, Anthony Hines, Dan Swimer, Peter Baynham, Erica Rivinoja, Dan Mazer, Jena Friedman, Lee Kern und Nina Pedrad – Borat Anschluss Moviefilm (Borat Subsequent Moviefilm)
Christopher Hampton und Florian Zeller – The Father
Kemp Powers – One Night in Miami
Chloé Zhao – Nomadland

Die Idee von One Night in Miami ist eben schon zu faszinierend – treffen sich diese vier Ikonen (Cassius Clay, Malcolm X, Sam Cooke, Jim Brown), was würde gesprochen werden? Wie würde der Abend verlaufen? Es wurmt mich etwas, dass ich nicht geschafft habe Der weiße Tiger zu schauen.

Bestes Originaldrehbuch

Will Berson, Shaka King, Kenny und Keith Lucas – Judas and the Black Messiah
Lee Isaac Chung – Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (Minari)
Emerald Fennell – Promising Young Woman
Darius Marder, Abraham Marder und Derek Cianfrance – Sound of Metal
Aaron Sorkin – The Trial of the Chicago 7

Das ist eine der kniffligsten Kategorien, finde ich, da ich es mir im Grunde bei allen Filmen vorstellen könnte. Call it a hunch.


„Minari | Official Trailer HD | A24“, via A24 (Youtube)

Beste Kamera

Sean Bobbitt – Judas and the Black Messiah
Erik Messerschmidt – Mank
Phedon Papamichael – The Trial of the Chicago 7
Joshua James Richards – Nomadland
Dariusz Wolski – Neues aus der Welt (News of the World)

Eigentlich kann ich ja Nomadland nicht bewerten, aber allein von Ausschnitten, Stills und Trailern bekomme ich den Eindruck, dass der hier ganz weit vorn liegt. Unter denen, die ich bewerten kann, ist Mank für mein Empfinden einige Nasenlängen weiter vorn.

Bestes Szenenbild

Donald Graham Burt und Jan Pascale – Mank
David Crank und Elizabeth Keenan – Neues aus der Welt (News of the World)
Nathan Crowley und Kathy Lucas – Tenet
Peter Francis und Cathy Featherstone – The Father
Mark Ricker, Karen O’Hara und Diana Stoughton – Ma Rainey’s Black Bottom

Ohne jetzt frech wirken zu wollen, denke ich, dass Tenets Schauwerte in dem Punkt etwas einfach erkauft sind (bzw teuer, weil ich auf die visuellen Effekte und die Idee abziele). Mank fährt da schon eher den künstlerisch wertvolleren Ansatz für mich. Ist „Kunst“ das, was hier bewertet wird? Ich weiß es nicht. Aber wie Mank gedanklich Citizen Kane und die Realität als Blaupausen zugrunde legt hat schon was.

Bestes Kostümdesign

Alexandra Byrne – Emma
Massimo Cantini Parrini – Pinocchio
Bina Daigeler – Mulan
Ann Roth – Ma Rainey’s Black Bottom
Trish Summerville – Mank

Gewinnen immer automatisch die historisch (weiter zurückliegenden) inspirierten Kostüme? Zumindest für mich in diesem Fall. Irgendwie werde ich aber das Gefühl nicht los, dass Mulan hier abräumt…

Beste Filmmusik

Terence Blanchard – Da 5 Bloods
Emile Mosseri – Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (Minari)
James Newton Howard – Neues aus der Welt (News of the World)
Trent Reznor und Atticus Ross – Mank
Trent Reznor, Atticus Ross und Jon Batiste – Soul

Das klingt jetzt wahrscheinlich furchtbar, aber die Filmmusik ist mir bei diesen Filmen weniger stark in Erinnerung geblieben als bei anderen Filmen der 2020er. Es erscheint mir aber irgendwie naheliegend, dass Soul ausgezeichnet wird.

Bester Filmsong

Fight for You aus Judas and the Black Messiah – Musik: H.E.R. und D’Mile, Text: H.E.R. und Tiara Thomas
Hear My Voice aus The Trial of the Chicago 7 – Musik: Daniel Pemberton, Text: Daniel Pemberton und Celeste Waite
Husavik aus Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga – Musik und Text: Savan Kotecha, Fat Max Gsus und Rickard Göransson
Io sì (Seen) aus Du hast das Leben vor dir (La vita davanti a sé) – Musik: Diane Warren, Text: Diane Warren und Laura Pausini
Speak Now aus One Night in Miami – Musik und Text: Leslie Odom Jr. und Sam Ashworth

Dieses Jahr finde ich in fast allen die Nominierten echt stark – ich kann nur wieder sagen, dass ich sie allen in die Hand drücken würde. Nur Husavik ist mir ein Stück weit zu sehr Ballade, wie man sie schon zu oft gehört hat.

Bestes Make-up und beste Frisuren

Mark Coulier, Dalia Colli und Francesco Pegoretti – Pinocchio
Eryn Krueger Mekash, Matthew Mungle und Patricia Dehaney – Hillbilly Elegy
Marese Langan, Laura Allen und Claudia Stolze – Emma
Sergio Lopez-Rivera, Mia Neal und Jamika Wilson – Ma Rainey’s Black Bottom
Gigi Williams, Kimberley Spiteri und Colleen LaBaff – Mank

Außerdem könnte ich es mir für Emma gut vorstellen, auch wenn (oder gerade weil?) die Frisuren da teilweise teil der Karikatur sind.

Bester Schnitt

Alan Baumgarten – The Trial of the Chicago 7
Yorgos Lamprinos – The Father
Mikkel E.G. Nielsen – Sound of Metal
Frédéric Thoraval – Promising Young Woman
Chloé Zhao – Nomadland

Bester Ton

Nicolas Becker, Jaime Baksht, Michelle Couttolenc, Carlos Cortés und Phillip Bladh – Sound of Metal
Ren Klyce, Jeremy Molod, David Parker, Nathan Nance und Drew Kunin – Mank
Ren Klyce, Coya Elliott und David Parker – Soul
Warren Shaw, Michael Minkler, Beau Borders und David Wyman – Greyhound – Schlacht im Atlantik (Greyhound)
Oliver Tarney, Mike Prestwood Smith, William Miller und John Pritchett – Neues aus der Welt (News of the World)

Heute denke ich noch, dass man Sound of Metal bei dem Thema Ton kaum übergehen oder übertrumpfen kann. Andererseits habe ich viele der anderen Nominierten bisher nicht gesehen – oder gehört.

Beste visuelle Effekte

Nick Davis, Greg Fisher, Ben Jones und Santiago Colomo Martinez – Der einzig wahre Ivan (The One and Only Ivan)
Sean Faden, Anders Langlands, Seth Maury und Steve Ingram – Mulan
Andrew Jackson, David Lee, Andrew Lockley und Scott Fisher – Tenet
Matthew Kasmir, Chris Lawrence, Max Solomon und David Watkins – The Midnight Sky
Matt Sloan, Genevieve Camilleri, Matt Everitt und Brian Cox – Love and Monsters

Ich hätte jetzt fast geschrieben „Was, wenn nicht „Tenet“?“, denn die visuellen Effekte und die Idee sind wohl der eigentliche Aufhänger (vielleicht sogar Grund) des Films. Aber dann habe ich nochmal „The One and Only Ivan“ gesucht und mir ein paar Trailer angeschaut. Mmmmmh – die Animation der Tiere sieht wirklich sehr gut aus. Gerade bei der Animation von Tieren und Menschen ist aber die Gefahr groß, dass die Effekte hier schlechter altern als es ein Tenet tun wird. Und ich vermute, dass das die Academy ähnlich sieht.


„WOLFWALKERS – Official Trailer (2020)“, via JoBlo Animated Videos (Youtube)

Bester Animationsfilm

Die bunte Seite des Monds (Over the Moon) – Glen Keane, Gennie Rim und Peilin Chou
Onward: Keine halben Sachen (Onward) – Dan Scanlon und Kori Rae
Shaun das Schaf – UFO-Alarm (A Shaun the Sheep Movie: Farmageddon) – Richard Phelan, Will Becher und Paul Kewley
Soul – Pete Docter und Dana Murray
Wolfwalkers – Tomm Moore, Ross Stewart, Paul Young und Stéphan Roelants

Jajaja – wieder reichlich viele 3D-Animierte Filme, die alle den gleichen Gumminasen-Look haben. Ist ja nicht so meins. Während ich aus vollem Herzen Wolfwalker sage und erwarte, dass er nun beim wiederholten Versuch endlich mal an Tomm Moore & sein Team gehen wird, heimst wahrscheinlich in echt eher Soul oder Onward den Preis ein. Weil das beim Animationsfilm (so war mein Eindruck) gefühlt immer an den Einspielergebnissen gemessen wird. Eine der Kategorien und Verleihungen mit deren Ausgang ich fast immer unzufrieden bin.

Bester Dokumentarfilm

Kollektiv – Korruption tötet (Colectiv) – Alexander Nanau und Bianca Oana
Der Maulwurf – Ein Detektiv im Altersheim (The Mole Agent) – Maite Alberdi und Marcela Santibáñez
Mein Lehrer, der Krake (My Octopus Teacher) – Pippa Ehrlich, James Reed und Craig Foster
Sommer der Krüppelbewegung (Crip Camp) – Nicole Newnham, Jim LeBrecht und Sara Bolder
Time – Garrett Bradley, Lauren Domino und Kellen Quinn

Just guessing – Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Ihr? Ärgerlich ist, dass derzeit (oder bis vor Kurzem) alle der Filme irgendwo streambar waren. Egal, ob auf Netflix oder in Mediatheken. Ich kam nicht dazu und bereue das schon.

Bester fremdsprachiger Film

Better Days (少年的你 / Shàonián de nǐ), Hongkong – Regie: Derek Tsang
Kollektiv – Korruption tötet (Colectiv), Rumänien – Regie: Alexander Nanau
The Man Who Sold His Skin, Tunesien – Regie: Kaouther Ben Hania
Quo Vadis, Aida?, Bosnien und Herzegowina – Regie: Jasmila Žbanić
Der Rausch (Druk), Dänemark – Regie: Thomas Vinterberg

Obwohl ich sowohl Colectiv als auch Druk sehr mochte, sehe ich sie nicht als „besten irgendwas Film“. In Colectiv fehlte mir ein bisschen Dramaturgie und ich fühlte mich nicht besonders gut abgeholt, was die auslösenden Ereignisse um den Brand im Club Colectiv anging. Druk ist ein Film, bei dem dramatische Umstände mitschwingen und eine steile These, aber ich halte ihn trotzdem ich die anderen Filme nicht gesehen habe auch nicht als stärker als The Man Who Sold His Skin oder Quo Vadis, Aida?, die starken Zeitgeist und eine politische und moralische Botschaft haben. Wer es aber von den beiden wird – uff. Ich könnte mich nicht entscheiden.

Das wars mit dem Tippspiel! Und ich kann sagen: dieses Jahr ist es für mich unheimlich schwierig. Ich finde die Nominierten tatsächlich richtig richtig gut und facettenreich. Hinzu kommt folgendes … Letztes Jahr schrieb ich an der Stelle „So habe ich zunehmend das Gefühl, dass die Academy Filme honoriert von denen sie denken, dass erwartet wird sie zu honorieren. Und das auf Kosten derer, die es für ihren Mut und ihre Unkonventionalität verdienen.“ Die Auszeichnung „Parasites“ als bester Film, bester internationaler Film und Bong Joon-hos als beste Regie hat für ein historisches Triple gesorgt und mir den Glauben ein Stück weit zurück gegeben, dass sich die Academy geändert hat, moderner und v.A. „gerechter“ wird. Mehr nach dem „Wie“ statt nach der Abrechnung entscheidet. Kurzum: ich werde die Verleihung wie einen Krimi schauen. Wie stehts um euch? Werdet ihr die Oscars gucekn? Wo hättet ihr anders entschieden als ich?