7ème art: Moral-Disaster-Movies

Mit den dunkleren Jahreszeiten steigt bei mir die Lust auf schwierige, düstere und gruselige Stoffe. Desaströse Geschichten, die uns mit moralisch-grenzwertigen Fragen konfrontieren – nicht immer leichte Kost. Ein Kollege hat mal gesagt, er würde nichts gucken, was negative Gefühle hinterläßt. Ich finde es aber interessant wie stark und spannend es sein kann, wenn der Zuschauer gefordert wird und die Grenzen verschwimmen. Zwischen Gut und Böse, Opfer und Täter, Recht und Unrecht. Es gilt: 7 Filme mit einem gemein­sa­men Nen­ner. Dies­mal: Moralisch-schwierige Filme.

Sleep Tight

Luis Tosar verkörpert in dieser spanischen Produktion aus dem Jahr 2011 César. Den wohl bösartigsten, gruseligen Hausmeister, den wir uns alle nicht wünschen. Er ist unglücklich mit seinem Leben, findet keine Antworten für sein Unglück und drangsaliert im Geheimen die Bewohner des Mietshauses, für das er zuständig ist. Er kennt die Geheimnisse, Sorgen und Schwächen der Leute und spielt damit wie es ihm beliebt. Ein besonderer Dorn im Auge ist ihm die stets fröhliche Clara (Marta Etura), deren Leben und Lächeln er vollends zerstören will. Es beginnt mit kleinen Biestigkeiten wie in ihre Kosmetik Stoffe zu mischen, die bei ihr Allergien auslösen und wird bald aber extrem widerwärtig.

Sleep Tight ist der krasseste Horrorfilm, den ich jemals gesehen habe, der kein Horrorfilm ist. Soll heißen: ich habe früher Horror immer mit Extreme im Sinne von extrem gruseligen metaphysischen Begebenheiten gleichgesetzt oder mit extremer körperlicher Gewalt (Slasher, Torture Porn). Sleep Tight ist aber ein moralischer Horrorfilm, denn die Bewohner des Hauses sind César auf gewisse Weise einfach ausgeliefert – ohne es zu wissen. Wem das oben beschriebene noch zu vage ist, dem verrate ich: der Titel Sleep Tight hat unmittelbar damit zutun, dass César Clara betäubt, und sich nachts neben sie legt. Um nur ein Beispiel für die Verletzung der Privatsphäre zu nennen. Es wird aber noch krasser, bis man sich in der eigenen Haut nicht mehr Wohl fühlt angesichts der Bösartigkeit. Dem Gedanken, dass jemand so sehr das Leben eines anderen Menschen zerstören will. Einfach weil der andere in der Lage ist fröhlich durchs Leben gehen zu können – auch im Angesicht von Widrigkeiten. Allgemein ist der Film was die Machart betrifft solide. Mir ist nichts außergewöhnlich gutes oder schlechtes an der Machart aufgefallen, weshalb ich nicht in Jubelstürme ausbreche und eben keine 10 Punkte gebe. Am meisten fällt das drastische Drehbuch auf, genauso wie auch das intensive Spiel der Figuren. Das Geschäft mit der Bösartigkeit ist aber allgemein schwierig und hinterläßt bei mir die Frage: warum macht man so einen Film? Wohl nur um zu schocken?

(7/10)

Sternchen-7

Trust

Annie Cameron (Liana Liberato) ist 14 Jahre alt und bekommt einen Laptop geschenkt – sie schreibt Mails, surft, geht in Chatrooms online und unterhält sich mit Leuten, die sie nur aus den Tiefen des WWW kennt. Einer davon ist Charlie. Er sagt, er ist 16, er scheint sie in allen Dingen zu verstehen. Sie sind auf einer Wellenlänge. Er sieht gut aus, auf den Fotos, die er ihr schickt. Das Problem ist nur: Charlie ist nicht 16 Jahre alt. Er ist älter. Und schon bald gerät Annie in einen Strudel der Gefühle, Sehnsucht danach geliebt zu werden, vermischt mit Unsicherheit und Schuld, der ihre Familie tief erschüttern wird. Allen voran ihr Vater Will (Clive Owen), der seine Tochter beschützen wollte, aber die Katastrophe nicht kommen sah.

Trust ist ein unbequemer Film (wie vermutlich viele der heute vorgestellten) – aber ein sehr gut gemachter. Es ist kein Rachethriller, in dem Clive Owen den Typen sucht und zur Rechenschaft zieht, der seine Tochter in Chatrooms bezirzt hat. Der Film ist realistisch, glaubwürdig und brisant. Die schauspielerischen Leistungen sind großartig und wirken wie aus dem Leben gegriffen. Man hat das Gefühl den Ausschnitt einer Tragödie zu sehen, von der man schon zig Mal in den Nachrichten gehört hat. Die Gefahren der Anonymität im Internet wirken beklemmend und keiner der Charaktere wirkt wie ein stumpfes Abziehbild oder Klischee, egal in welcher Opferrolle sie sich wiederfinden. David Schwimmers (‚Ross‘ aus Friends hat schon andere gute Filme gemacht!) Regiearbeit ist kompromisslos, jagt einem eine Gänsehaut ein und rüttelt uns wach. Ein guter Film, aber die Warnung ist angebracht: kein Feelgood-Movie. V.A. am Ende.

(9/10)

Sternchen-9

I Saw The Devil

Eine junge Frau hat in einer kalten Winternacht eine Autopanne. Während sie auf Hilfe wartet, telefoniert sie mit ihrem Freund. Ein Mann (Choi Min-sik) bietet ihr seine Hilfe an. Er kommt zu dem Schluss, dass man da nichts machen kann. Aber er geht nicht weg. Er ist ihr unheimlich. Fährt er jetzt endlich wieder weg? Sie ist vorsichtig, lässt die Türen verschlossen. Aber das nützt nichts. Er kommt an sie ran, er schlägt auf sie ein. Sie stirbt nicht – die Tortur beginnt erst. Aber er hat sich die falsche ausgesucht. Ihr Vater ist der ehemalige Polizeichef, ihr Verlobter ein Geheimagent (Lee Byung-hun). Und der ist schon bald hinter dem Mörder seiner Frau her.

I Saw The Devil habe ich wegen seines ihm vorauseilenden Rufs geschaut und v.A. auch wegen Choi Min-sik, der mich in Oldboy schwer begeistert hat. Aber scheinbar auch das Opfer von Typecasting ist? Er spielt wohl nicht nur hier eine unbequeme Rolle (u.a. auch in Lady Vengeance). Die hier ist aber besonders unbequem. Seine Darstellung eines eiskalten Mörders und Vergewaltigers lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Dieser Mörder ist absolut kaltschnäuzig, pervers und widerlich. Ebenso wie die Darstellung anderer Serienkiller – die sind vielleicht mit Bauernschläue ausgestattet, aber ansonsten nicht gerade intelligent und widersprechen mal dem überstrapazierten Bild, was Figuren wie Hannibal Lecter vermitteln. Der kultivierte Teufel, für den man manchmal Sympathien hegt. Vergiss es. Die hier dargestellten Mörder haben nichts mit diesem Mythos gemein und sind einfach Schweine. Das extreme Dilemma von Kim Soo-hyeon (Lee Byung-hun), der versucht seine Frau zu rächen, wird hier umso deutlich. Desto mehr Gefühlskälte und Grausamkeit ihm begegnet, desto mehr überschreitet er die Grenzen der Moral. Selbst bei dem noch so größten Schwein, dass er sich vornimmt, bleibt die Frage im Raum: ist er noch besser als die anderen? Was hat er los getreten? Hat er das noch im Griff? Der Film entwickelt einen Abwärtssog, einen Teufelskreis der Gewalt, dem man nur schwer zuschauen kann. Trotz der Genialität des moralischen Dilemma muss ich sagen: ist das nicht schon wieder zu blutig? Schon zu krass? Ich möchte nicht, dass der Film als Geheimtipp unter Menschen gilt, die ihn gucken wollen, weil er „voll krass blutig und so, Alter“ ist.

(7/10)

Sternchen-7

Entgleist

Der Familienvater Charles (Clive Owen) lernt im Zug die attraktive Lucinda (Jennifer Aniston) kennen. Beide sind auf einer Wellenlänge und landen kurze Zeit später in einem Hotel – ein Seitensprung, ein kleines (fast) anonymes Geheimnis wird zu einem Desaster. Ein Krimineller (Vincent Cassel) bricht in das Hotelzimmer ein, setzt Charles außer Gefecht und vergewaltigt Lucinda. Als er verschwunden ist, hindert Lucinda Charles daran die Polizei zu rufen. Sie will auf keinen Fall, dass ihr Mann davon erfährt. Dann kommen zwangsläufig Fragen auf wie „Warum warst du zu dieser Tageszeit überhaupt in dieser billigen Absteige?“ Aber der Gangster hat die Situation als Seitensprung erkannt und kennt die Identitäten der Beiden. Er erpresst Charles und fordert horrende Summen. Charles findet sich in einem Dilemma ohne Ausweg wieder.

Charles‘ Situation ist beklemmend und Clive Owen bringt sehr lebhaft rüber wie drastisch die Situation und sein innerer Kampf ist. Er empfindet Verpflichtung und Schuld – sowohl gegenüber seiner Frau und seiner Tochter, als auch gegenüber Lucinda. Und muss gleichzeitig fürchten, dass seine Familie bedroht wird – abgesehen von den Unsummen die er auftreiben muss. Man sieht auch Jennifer Aniston zur Abwechslung mal nicht in einer albernen Comedy-Rolle – was irgendwie sehr überraschend war. Ansonsten ist der Film sehr beklemmend und ruft unweigerlich die Frage auf: wie hätte ich gehandelt? (Oder auch: wäre ich überhaupt in diese Situation geraten? Ab wann hätte ich etwas anders gemacht?) Dabei pendelt der Film des Schweden Mikael Håfström zwischen einem atemlosen Drama und einem seichten Thriller und trifft vielleicht nicht jedermanns Nerv. V.A. weil die Thrillerelemente etwas reißerisch überspitzt wirken. Die Dramatik ist besser getroffen, finde ich.

(8/10)

Sternchen-8

Die Haut in der ich wohne

In der Villa des Chir­ur­gen Robert Led­gard (Antonio Banderas) lebt voll­kom­men iso­liert und abge­schnit­ten von der Außen­welt eine junge Frau namens Vera (Elena Anaya). Die Umstände unter denen sie lebt sind gut: sie wird von der Haus­häl­te­rin Mari­lia (Marisa Paredes) mit Lebens­mit­teln ver­sorgt und allem, was sie sonst benö­tigt. Sie trägt eine Art Stütz– und Schutz­an­zug, als ob sie eine OP hin­ter sich hätte. Obwohl sie nicht versucht auszubrechen, erweckt es auch nicht den Anschein, als ob sie freiwillig dort ist. Sie ist gefangen. Als der gewalttätige Sohn der Haushälterin einbricht, wird eine Ereigniskette losgetreten, die alle Geheimnisse offenbart – folgenschwer.

Vor­lage für die­ses außer­or­dent­li­che Werk Pedro Almodóvars ist der Roman Mygale (u.a. auch Taran­tula) von Thierry Jon­quet. Der Film sel­ber ist auf­ge­teilt in meh­rere Abschnitte. Zuerst bewegt man sich in der Gegen­wart und ver­sucht hin­ter das Geheim­nis von Vera und Led­gard zu kom­men. Dar­auf fol­gen Abschnitte der Ver­gan­gen­heit aus der Sicht von u.A. Led­gard sel­ber, bis alle losen Enden wieder in der Gegenwart zusammenlaufen. Die Haut, in der ich wohne beschäf­tigt sich mit gro­ßen The­men wie der Iden­ti­tät und Schuld. Hier­bei ver­wi­schen die Gren­zen so stark wie in bisher wenigen Filmen, die ich gesehen habe. Der Zuschauer wird auf dem Weg zur Auf­lö­sung in einen Stru­del der Zusam­men­hänge und Miss­ver­ständ­nisse geris­sen. Als das Rät­sel der Bezie­hung zwi­schen Led­gard und Vera gelüf­tet wird, trifft es einen hart. Ich war wirklich geschockt. Ins­be­son­dere weil man von Anfang an vor des Rät­sels Lösung stand und es die­sem Film wirk­lich gelingt einen nichts erra­ten zu las­sen und lang­sam immer näher zur Auf­lö­sung führt. Was das Thema Schuld betrifft, so möchte man wer­ten aber es ist fast unmög­lich. Täter sind hier gleich­zei­tig Opfer und Opfer gleich­zei­tig Täter. Ins­be­son­dere Anto­nio Ban­de­ras als Dr. Led­gard ist beängs­ti­gend und schafft es, dass man gleich­zei­tig mit ihm lei­det. Ja sogar für ihn hofft. Selten hat mich ein Film noch so lange nach dem Anschauen noch beschäftigt.

(9/10)

Sternchen-9

Birth

In Jonathan Glazers Film aus dem Jahr 2004 begegnen wir Anna (Nicole Kidman), die die Hochzeit mit ihrem Freund Joseph (Danny Huston) plant. Es wird ihre zweite Ehe. Ihr erster Mann, Sean, ist vor 10 Jahren überraschend verstorben. Eines Tages steht jedoch ein 10-jähriger Junge vor ihrer Haustür und erklärt ihr mit seiner ruhigen, fixierten Art, dass er Sean sei. Ihr Sean. Ihr vor 10 Jahren verstorbener Mann. Anna hält das für einen widerwärtigen Scherz und schickt ihn weg. Als der Junge aber immer wieder auftaucht, insistiert sie dürfe Joseph nicht heiraten und Details kennt, die nur der echte Sean wissen kann, wachsen die Zweifel in Anna.

Gibt es die Reinkarnation? Oder ist das ein geschickter Schwindel? Das waren für mich eigentlich die Kernfragen des Films. Dahingehend wurde ich auch nicht enttäuscht – es drehte sich genau um diese Motive. Und um Annas Zweifel, die Nicole Kidman auch darstellt. Vielleicht könnte sie das mit etwas mehr Emotion tun, aber ich war überzeugt. Wie geht der Film mit der Prämisse um? In welche Richtung verläuft die Handlung? Metaphysisch? Dramatisch? Das hat mich neugierig gemacht. Und ich verrate euch nicht, in welche Richtung es geht. Sonst ist es ja nicht mehr spannend. Aber was ich euch verrate: andere Leute haben ganz andere Aspekte des Films sehr viel mehr interessiert. Statt den Motiven Reinkarnation, Zweifel, Betrug sahen viele eher Motive wie Pädophilie. Kidman wurde ausgebuht, die Szene in der sie und der Junge ein Bad nehmen, vielfach diskutiert. Natürlich sollte man bei einem Thema wie Pädophilie besonders sensibel sein – was der Film meiner Meinung aber auch tut und eigentlich eher entgegen wirkt. Es tut mir richtig leid, dass es so ein Flop an den Kinokassen war. Ich empfinde die stille, stilvolle Inszenierung als sehr gelungen. Die Motive sind atemberaubend schlicht, mal atemberaubend schön. Im Vordergrund stets das moralische Dilemma, die Zweifel von Anna und dem Zuschauer. Für mich ein sehr gelungener Film. Das Ende bietet uns übrigens eine Auflösung. Die sparsamen Gefühlsregungen (fast) aller Beteiligten und die ab und zu schwer nachvollziehbaren Handlungen und unangenehmen Nebencharaktere bringen mich aber dazu hier und da mal ein paar Punkte abzuziehen. Aber die Story … stark. Mit Under the skin (2013) ist Glazer scheinbar seinen schwer zu fassenden Storys treu geblieben – wenn auch auf etwas andere Art.

(7/10)

Sternchen-7

Das verborgene Gesicht

Belén (Clara Lago) und Adrián (Quim Gutierrez) bauen sich gemeinsam ein Leben in Bogotá auf. Trotzdem fürchtet sie, dass Adrián sie betrügt. Als sie durch Zufall einen geheimen Panikraum im Haus entdeckt, beschließt sie einen Treuebeweis zu inszenieren. Sie gibt an ihn zu verlassen, verschanzt sich aber in Wirklichkeit in dem Panikraum und will sehen, was ihr Test auslöst. Dabei vergisst sie aber den Schlüssel und ist in ihrem Versteck gefangen, schallisoliert hinter schweren Eisentüren. Als bei Adrián kurz darauf die Kellnerin Fabiana (Martina García) einzieht, wird diese von seltsamen Vorgängen im Haus erschreckt.

Das war so ein „Noch nie von dem Film gehört, aber neugierig“-DVD-Kauf. Und ein Fehlkauf? Die Zusammenfassung auf dem DVD-Rücken ist auf jeden Fall extra so formuliert, dass man eine ziemlich falsche Vorstellung von dem Film bekommt. So ist Das verborgene Gesicht weniger gruselig, sondern eher dramatisch und wirft einige Fragen auf. Mal abgesehen von der Frage „Wie konnte sie denn nur den verdammten Schlüssel vergessen!!!???“ Stattdessen fragt man sich unweigerlich, ob Beléns missglücktes Versteckspiel nicht am Ende Adrián provoziert hat. Hätte er sie ansonsten auch betrogen? Und bezahlt sie letztendlich deswegen mit ihrem Leben und verhungert in dem Panikraum? Es geschieht noch mehr, das ebenfalls moralische Fragen aufwirft. Dabei bleibt die Inszenierung einfach, fast simpel. Nur die Plausibilität stelle ich in einigen Szenen in Frage. Ist mancher Aspekt nicht extra provozierend gefilmt? Und ganz nebenbei … dass der Panikraum natürlich einmal von einem Nazi gebaut wurde, finde ich jetzt echt lahm und klischeehaft.

(5/10)

Sternchen-5

Vor kurzem habe ich erst Gone Girl geschaut – der hätte sich auch ganz gut in dieser Reihe gemacht. Wie ist das eigentlich bei euch? Erwischt ihr euch auch dabei, dass ihr in den dunkleren Jahreszeiten zu düsteren Themen greift? Oder eher nicht? Welche Filme der hier vorgestellten kennt ihr? Und wie ist eure Meinung darüber? Habt ihr mal einen Film erlebt, der total an den moralischen Fragen vorbeischrammt – oder auch einen, der hier bestens reinpasst? Welcher Film hat euch auf moralischer Ebene zutiefst getroffen oder verstört?

„7ème art“ (Sprich: septième art) heißt „siebte Kunst“. Gemäß der Klassifikation der Künste handelt es sich hierbei um das Kino. In dieser Kategorie meines Blogs widme ich mich also Filmen – evtl. dehne ich den Begriff dabei etwas. Regulär stelle ich zwischen dem 1. und 5. jeden Monats jeweils 7 Filme in kurzen Reviews vor.

21 Antworten

  1. Spannende Filmkategorie! Ich seh solche Filme ja sehr gern, kann sie aber oft nur einmal sehen bzw. kann ich bestimmte Szenen dann bei Re-Watches nicht noch einmal ertragen 😉

    Du hast hier auf jeden Fall eine sehr bunte Mischung vorgestellt und den ein oder anderen Titel werde ich unbedingt noch sehen müssen („Trust“ klingt besonders gut).

    Ich finde ja „Prisoners“ mit Hugh Jackman, Paul Dano und Jake Gyllenhaal unglaublich gut – den Film hätte ich gerne ein paar Oscars (oder wenigstens Nominierungen) gewünscht.

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Danke! Freut mich, dass dir die Kategorie gefällt. War mir nicht sicher, ob das nicht etwas zu düster hier wird XD
      Da sprichst du einen guten Punkt an … ich habe auch keinen der Filme zweimal angesehen und würde es wahrscheinlich auch nicht machen. Soooo gerne setze ich mich mit moralischen Gräueln dann wohl doch nicht auseinander XD

      Trust kann ich dir sehr empfehlen – sehr gut gemachter Film.
      Prisoners muss ich auch unbedingt noch sehen und bin schon sehr gespannt. Danke fürs wieder dran erinnern 😀

  2. Ich mag solche Filme, unabhängig von der Jahreszeit. Muss aber auch Lust drauf haben. Ohne die richtige Stimmung, verliere ich da oft mal den Faden, weil ich mich njicht wirklich auf den Film konzentriere. Die hier kenne ich übrigens alle noch nicht, deshalb danke für die Tipps.

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Bitte gerne! Ich gucke solche Filme meistens auch nur, wenn mir wirklich danach ist. Das geht nicht immer, manchmal brauch man einfach was stumpfes, irgendwas worüber man lachen kann. 🙂

  3. Von deinen vorgestellten Filmen kenne ich tatsächlich nur zwei, „Entgleist“ und den Almodovar-Film. Letzterer ist mir wirklich in Erinnerung geblieben, weil die Story und das Schauspiel hier durchweg begeistern können. Aber irgendwie ist das ja immer so bei Almodovar-Werken. Btw: Glazers „Under the Skin“ ist gar nicht so verwirrend und seltsam, sofern man sich nicht auf die Alien-Frage der Story konzentriert, sondern auf die menschlichen und mensch-definierenden Aspekte bezieht.

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Habe „Under the Skin“ noch nicht gesehen, von dem was ich aber in Reviews gelesen habe, ergab es für mich irgendwie einen roten Faden in dem was Glazer so macht. Ist auf jeden all abseits des Mainstreams. Wie kontrovers das aber auch enden kann, hat man an „Birth“ wohl gesehen. Eigentlich eine so interessante Ausgangslage, die in soviele Richtungen gehen könnte, aber sofort schreit jemand Skandal… finde ich in dem Fall irgendwie schade.

      1. „Birth“ werde ich mir dann wohl mal geben, um mehr selbst ein Bild zu machen.

  4. Ich kenne leider keinen einzigen der vorgestellten Filme! Ich denke, ich habe es lange so gehalten wie dein Kollege. Warum sich beim entspannten Filmgucken auch noch negativ belasten? Aber mittlerweile finde ich, dass das manchmal richtig gut tut. Es ist wie die Griechen sagen: ein in der Tragödie erlebtes Dilemma wirkt im wahren Leben in gewisser Weise reinigend auf den Menschen. Aber dennoch gehe ich sehr ausgewählt vor… ein Film, der mich besonders belastete, war die Verfilmung vom Tagebuch der Anne Frank (mit einem ganz großartigen Maximilian Schell). Und ich schätze, wenn dann tue ich mir tatsächlich solche historischen Thematiken an (mag wohl auf mein Geschichtsstudium zurück zu führen sein).

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Oh da haben die Griechen aber was sehr weises gesagt. Ich finde da steckt viel Wahrheit drin und durch deinen Kommentar merke ich gleich wie der Niveau-Pegel im Blog steigt 😉
      Den Ausspruch muss ich mir mal merken, der bringts auf den Punkt.

      1. Da hat sich mein Tragödien-Seminar ja mal gelohnt! Wenn du so richtig Klugscheißern willst, dann sprich von Katharsis und Aristoteles 🙂

  5. Ich liebe ja solche Filme!! Gerade bei so einem düsteren Novemberwetter wie heute. Gesehen hab ich bisher „Entgleist“,“Trust“, „Die Haut in der ich wohne“ und „Sleep Tight“. Alles gute Filme, wobei ich bei „Die Haut in der ich wohne“ auch richtig, richtig schockiert war. Die anderen Filme muss ich unbedingt noch nachholen. In die Reihe würde „Hard Candy“ auch noch gut passen, der ist ja auch ziemlich krass.

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Von Hard Candy habe ich schon ein paar Mal gehört und erst letztens den Trailer angeschaut. Das war genau mein Gedanke, dass der hier bestimmt reinpassen würde! 🙂 Hab auch überlegt Gone Girl mit reinzunehmen, habs aber dann doch gelassen.
      Die Haut in der ich wohne ist wirklich erschütternd. Ich weiß nicht, ob ich jemals zuvor so geschockt war. Vielleicht noch bei Oldboy.Gings dir aber trotzdem auch so, dass du nicht sagend könntest, wer für dich der Böse ist?

      1. Gone Girl würde da auch reinpassen, ja. Oldboy hab ich nur die US-Version gesehen, der war auch heftig, wobei der mir schon manchmal zu abgedroschen war… Ich glaube die Botschaft solcher Filme ist ja eigentlich, dass es kein Gut und kein Böse gibt, zumindest nicht in klar definierbarer Art und Weise. Alle Figuren haben Schuld auf sich geladen oder nehmen Rache an ihren Peinigern, sind aber meistens nicht durch und durch böse. Das machts dann auch interessant.

        1. Avatar von Miss Booleana
          Miss Booleana

          Gut gesagt! Das mit dem „Es gibt kein Gut und Böse“ passt vielleicht nicht auf jeden Film hier in der Liste, weil manche schon einfach böse zu sein scheinen (Sleep Tight), aber generell ist das wahrscheinlich DER Hauptgrund. Gerade in „Die Haut in der ich wohne“ war das deutlich zu merken. 🙂

  6. Da sind ein paar wirklich interessante Filme dabei — und insgesamt ist diese Kategorie wohl auch viel gruseliger, da näher an der Realität, als echte Horrorfilme. Ich habe davon nur „Trust“ gesehen und als Vater haben sich bei mir dabei alle Nackenhaare aufgestellt. Wirklich harter Tobak.

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Du hast mich ertappt, ich habe kurz überlegt, ob ich die zu Halloween bringen soll 😉 es dann aber doch nicht gemacht.
      Das kann ich mir lebhaft vorstellen, dass das für Elten wie ein Horrorfilm sein muss. Ich sehe ja gerade bei „Trust“ schon sowas wie einen Lehrauftrag, bin mir aber unsicher, was mir der Horror in den anderen Filmen sagen will. Bspw. Sleep Tight.

  7. Wenn auch etwas spät, aber ich wollte mich an dieser Stelle noch für deine EMpfehlung von „trust“ bedanken. Ich wäre wohl ohne diesen Beitrag hier nie auf den Film gestoßen! Ich befürchte nur, dass das Ende erschreckend realistisch ist :/

    1-2 andere Filme dieser Liste werden es demnächst wohl auch noch werden 😉

    Grüße
    Ronny

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Spät gibts hier nicht 😉 freut mich sehr, wenn dir der Artikel gefallen hat und du den vorgeschlagenen Filmen eine Chance gibst. Bei dem Ende von Trust hast du wahrscheinlich Recht – aber vielleicht auf eine andere Art, als du jetzt denkst. 😉

  8. […] frag­wür­dige Filme — von der Sorte habe ich schon einige gese­hen. Aber nur wenige bis gar keine (beson­ders guten) basier­ten auf wah­ren […]

  9. […] aber die Auflösung und der Weg bis dahin sind sehr spannend. Der Film passt in das Subgenre der Moral Disaster Movies und auch Home Invasion Movies, nicht nur weil Gordo um das Heim des Paares herumschleicht, sondern […]

  10. […] Der spanische Film ist in der deutschen Filmbloglandschaft noch etwas unterrepräsentiert. Am ehesten sind noch spanische Horrorfilme und Thriller verbreitet, der spanische Film hat aber auch beachtliche Dramen zu bieten. Bis zu einem gewissen Grad vereint Shrew’s Nest beides. Der Titel ist ein Verweis auf die Spitzmaus, die ein kleines Tier ist und häufig die Beute größerer Jäger. Aber sie weiß sich durch ihren Bau zu schützen, der viele im sicheren Erdreich verzweigte Gänge hat. Ähnlich versteckt sich Montse (Macarena Gómez) vor der Welt. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, kümmerte sie sich aufopferungsvoll um ihre kleine Schwester Nia (Nadia de Santiago) und versuchte der Unterdrückung des besitzergreifenden Vaters (Luis Tosar) zu trotzen. Der hat ihr allerdings seit jeher verboten nach draußen zu gehen, wodurch sich im Laufe der Zeit eine Angst vor der Außenwelt im Nachkriegs-Spanien entwickelte. Nun, da ihre Schwester erwachsen ist und beginnt sich für Männer zu interessieren, ergreift Montse Panik. Wer wird für sie da sein, wenn Nia auszieht und ihr eigenes Leben lebt? Wie wird Montse weiterleben, die quasi keine Kontakte zur Außenwelt hat und ihre Wohnung nicht verlassen kann? Sie begegnet Nia mit doppelter Strenge. Als dann ein verwundeter Nachbar in ihr Leben tritt, den Montse pflegen will, entspinnt sich ein illusorischer Traum von einem „normalen Leben“, den Nia schnell durchschaut. Wie so oft endet das Stören der empfindlichen und durch Abhängigkeit geprägten Beziehung in einem Blutbad. Shrew’s Nest beginnt moderat als Drama um Religiosität und Aufopferung, endet aber in einem blutigen Desaster, das Montses Zurechnungsfähigkeit in Frage stellt. Aber auch die Logik. Wie konnte beispielsweise der Nachbar nicht misstrauischer sein? Was Montse mit ihm macht erinnert an Misery. Auch die plötzliche und absolut irrsinnige Gewalteskalation Montses ist ein zu starker Wechsel verglichen zu dem, was der Zuschauer zuvor von ihr gesehen hat. Später im Film muss man sich zumindest die Frage stellen, ob Montse nicht Angst vor der Außenwelt hat, sondern viel mehr ihre Wohnung zu verlassen und die darin verborgenen Geheimnisse den Augen fremder auszusetzen. Ihre Tragödie ist stark, aber die irrationale Gewalteskalation und viele nur angerissene Punkte und abstruse Erklärungen machen es schwer den Film für voll zu nehmen. Immerhin gibt es ein diabolisches Wiedersehen mit Luis Tosar (u.a. bekannt aus Sleep Tight). […]

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