Akte X Staffel 2 und 3 Review

Posted by in Review, Serienlandschaft

Ab heute laufen montags auf ProSieben ab 21:15 Uhr die Folgen der zehnten Staffel von Akte X. Zur Feier des Tages gibts heute ein paar noch ausstehende Staffelreviews meines Akte X Rewatches. Wie gut der Rewatch für mich funktioniert hat, verrate ich euch am Ende des Artikels. Heute heißt es aber v.A. Nostalgie genießen. Ich erinnere mich gerne an die Montagabende in meiner Kindheit, wenn mein Vater und ich die Serie geguckt haben. Seufz. 🙂 Es gilt wie immer: spoilerfrei für die besprochene Staffel, nicht spoilerfrei für vorhergehende. Hier gehts übrigens zur Staffel 1 Review.

Staffel 2

Nach den Geschehnissen am Ende der ersten Staffel wurden Mulder (David Duchovny) und Scully (Gillian Anderson) von der Bearbeitung der X-Akten abgezogen und gehen getrennte Wege. Während Mulder gelangweilt und resigniert Abhöraktionen durchführen muss, lehrt Scully an der FBI Academy. Beide stehen noch in losem Kontakt und sind nicht glücklich darüber wie ihre Zusammenarbeit endete. Mulder ist soweit, dass er sich zwar immer noch von den Vertuschern der Regierung betrogen fühlt, aber er stellt auch seine eigenen Erinnerungen in Frage. Immer öfter ist er sich unsicher darüber, was er in der Nacht als seine Schwester entführt wurde wirklich gesehen hat. Nach einiger Zeit bekommt er wieder die Chance außerhalb des Abhörkämmerchens an Fällen zu arbeiten und bekommt den Agenten Alex Krycek (Nicholas Lea) als Partner zur Seite gestellt, den er aber wenig schätzt. Seine Vertrauensperson ist nach wie vor Scully, die er trotz ihrer Berufs-Skepsis zu Rate zieht. Bis Scully eines Tages verschwindet.

Und das ist auch schon einer der großen Pluspunkte der Staffel: Scully bekommt eine Storyline und eine eigene Mythologie, die wie wir später erfahren, mit der von Mulder und den ganzen Verschwörungen maßgeblich verknüpft ist. Mein großer Kritikpunkt bei Staffel 1 war ja, dass nur Mulder eine Mythologie, also einen staffelübergreifenden Konflikt, hat. Allerdings könnte man Scully gerne noch mehr fortlaufende Handlung zuschreiben. Es wirkt auf mich zwar so, als ob sie beruflich auf Augenhöhe sind (top!), aber nicht was die Serie insgesamt betrifft. Da scheint Mulder der Hauptcharakter zu sein. Staffel 2 verliert langsam aber sicher das enorme Retro-Feeling von Staffel 1. Die Schulterpolster und Krawatten sind nicht mehr ganz so übel und langsam gleicht sich optisch alles etwas mehr ans Hier und Jetzt an. Den Staffelanfang empfand ich fast als traurig, da beide nicht mehr zusammen arbeiten. Erzählerisch ist es aber auf jeden Fall ein guter Zug: die Handlung bleibt nicht stehen. Es gibt Konsequenten. Tatsächlich dauert es einige Zeit bis die X Akten wieder geöffnet werden. Und der ausschlaggebende Grund dafür ist kein angenehmer. Die Staffel hat einige sehr starke Folgen, die mir sehr gut gefallen haben, weswegen ich sie höher bewerte als die erste. Zu den Folgen zählen beispielsweise 2×02 Der Parasit – mit einem der gruseligsten Monster der Serie. 2×07 Drei – mal ein angenehm anderer Vampirmythos. 2×08 An der Grenze – die Folge wird Konsequenzen haben, die sich durch die ganze Staffel ziehen. Außerdem haben mir die Folgen 2×14 Satan, 2×16 und 2×17 Die Kolonie Teil I und II, 2×19 Totenstille und 2×24 Unsere kleine Stadt gefallen. Aus meiner Kindheit kannte ich als einzige Folge 2×20 Der Zirkus, die mir schon damals sehr gut gefallen hat. Wer die Staffel bereits gesehen hat, merkt schon, dass es nach wie vor so ist, dass ich die Alien-Mythologie-Folgen weniger mag als die ‚Fälle der Woche‘. Was seltsam ist, weil die Alienfolgen als Kind mein absolutes Highlight waren. Ich habe quasi nur darauf gewartet bis wir wieder Aliens zu sehen bekommen. Davon mal abgesehen ist die Staffel gerade nochmal daran vorbeigeschlittert schlechter von mir bewertet zu werden als die erste. Der Grund sind extrem absurde Folgen oder welche in denen ich die Effekte und die Machart sehr schlecht finde. So beispielsweise in Episode 2×23 Das Experiment. Es geht um einen (von Tony ‚Monk‘ Shalhoub gespielten) Wissenschaftler dessen Schatten bei Berührung Leute einäschert … oh man, ich weiß nicht, was ich trashiger fand: Handlung oder Effekte? Es war beides schlimm. Und dabei komme ich normalerweise gut mit der Serie zurecht – sie ist nach wie vor nicht zu retro und die wissenschaftlichen Aspekte sind nach wie vor valide und machen Sinn. Irgendwie scheinen die schlechten Episoden hier aber abstruser zu sein als in Staffel eins. Ein Trend, der sich leider in Staffel drei verschlimmerte.

(8/10)

Sternchen-8

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Season 2 gag reel – the gags are out there. Beware the spoilers!

Staffel 3

Auch die dritte Staffel beginnt wieder mit einigen einschneidenden Fortschritten in der Handlung. Im Staffelfinale der zweiten Staffel wurde Mulder mit ausrangierten Alien-Leichen in der Wüste konfrontiert und ist an Ort und Stelle als diese vernichtet werden sollen. Natürlich ist der Krebskandidat (William B. Davis) nicht weit. Mulders Leben hängt nach dieser Aktion in der Schwebe. Zur selben Zeit versucht Scully ihn zu retten und gerät selber ins Visier der Hintermänner des Krebskandidaten. In der dritten Staffel ist die Mythologie sehr einschneidend und zeigt wie sehr alle Beteiligten mit drin hängen. Dazu zählt auch Mulders eigene Familie. Was Mulder und Scully herausfinden wird nicht nur sie maßgeblich beeinflussen, sondern auch ihre Familien im Hier und Jetzt. Es gibt Tote und die Bitterkeit darüber, dass die Drahtzieher sich aus der Affäre ziehen ist groß und ein starker Motor, der auch nicht verschwiegen wird. Mulder ist nicht mehr der Einzige, der die Wahrheit sucht. Scully und ihrer Familie wurde Übel mitgespielt und dass die Vertuscher damit zutun haben ist nicht zu leugnen. Allerdings ist es schade zu sehen, dass diese einschneidenden Erlebnisse meistens in ein, zwei Folgen bereits verarbeitet sind und dann später nochmal mit maximal einer Folge zurückkommen. Auch der Fortschritt bei Scullys Geschichte ist wieder schleppend, während Mulder mehr von seiner eigenen Mythologie zugesprochen bekommt. Obwohl die Mythologie-Episoden für mich in dieser Staffel spannender waren, empfand ich die normalen monster of the week Folgen als schwächer im Gegensatz zu den vorhergehenden Staffel.

Queequeg traut der Sache auch nicht …

Leider gab es daher nicht viele Episoden, die ich wirklich mochte. Dazu zählt 3×03 Blitzschlag – großartig mit Giovanni Ribisi & Jack Black in Nebenrollen. 3×04 Der Hellseher – nimmt Möchtegern-Hellseher aufs Korn. In 3×13 Energie ist Scully wunderbar eifersüchtig 🙂 Außerdem mochte ich 3×11 Die Offenbarung, 3×22 Der See und 3×23 Ferngesteuert. Wenn man bedenkt, dass die Staffel 24 Folgen hat, sind das aber nicht viele. Stattdessen habe ich nebenbei einige 10-Folgen Staffeln gesehen, bei denen ich auch tatsächlich 10 Folgen gut fand. Es ist leider tatsächlich so, dass die Staffel bei mir deswegen einen faden Beigeschmack hinterlassen hat. Das Konzept der 24-Folgen-Staffeln ist für mich fast gestorben, muss ich sagen. Es gibt noch aktuelle 2-3 Serien mit rund 24 Folgen pro Staffel, die ich aktuell schaue, aber selbst da stört mich die Zahl sehr. Hier fällt mir das nochmal mehr auf. Eine positive Entwicklung ist aber, dass sich die Serie ab jetzt hin und wieder selbst mächtig aufs Korn nimmt. Undzwar nicht nur mit lockeren Sprüchen hier und da, sondern ganzen Episoden. So beispielsweise in 3×20 Andere Wahrheiten als ein Bestseller-Autor sich mit Mulder und Scully trifft oder auch 3×12 Krieg der Koprophagen, der aufgrund des enormen Aufkommens von Kakerlagen nicht eine meiner Lieblingsfolgen wurde. Humor hin oder her. Ich habe viel gelacht, aber ich fand die Folgen schon sehr abstrus. Schön aber, dass auf die damals allgemein herrschenden Verschwörunstheorien um Alien-Entführungen und Männer in schwarzen Anzügen reagiert wurde. Wenns auch mächtig trashig rüberkommt. Trumpf ist immer noch die Chemie zwischen Mulder und Scully inklusive der lockeren Sprüche. Es ist also nicht so, dass ich die Staffel extrem schlecht fand. Dass die Mythologie-Episoden inzwischen noch persönlicher (auch für Scully) geworden sind, ist ebenfalls ein Plus. Aber leider haben mich die stand-alone-Folgen oft eher gelangweilt. Ich hoffe die nächsten Staffeln werden besser. Übrigens gabs in dieser Staffel eine der am schrägsten animierten Indianer-Wunderheilungs-Delirium-Szenen und weitere bekannte Gesichter in Nebenrollen wie bspw. Lucy Liu und Ryan Reynolds.

(6/10)

Sternchen-6

Rewatches waren noch nie mein Ding. Ich tue mich sehr schwer mit dem Gedanken eine Serie zu schauen deren Inhalt und Ausgang ich schon kenne. Bei Akte X dachte ich, dass das ein Selbstläufer wird. Schließlich war es meine Lieblingsserie als Kind und Teenager. Außerdem habe ich unter Garantie nicht alle Folgen gesehen, ein bisschen was Neues würde also mit dabei sein. Aber leider hat mich die Serie doch nicht so stark gefesselt wie ich dachte. Staffeln zwei und drei haben zwar jede Menge Witz auf Kosten von Mulder und Scully und einige echt gute Folgen, aber ich empfand sie schwächer als die erste Staffel. Es gab zuviele Folgen, die mir etwas zu trashig vorkamen. Scheinbar habe ich als Teenager auch keine einzige der Folgen gesehen, so war es letztendlich nicht ganz ein Rewatch. Ich kann mich lediglich an Zirkus erinnern. In meiner Erinnerung war Akte X irgendwie besser, deswegen hoffe ich, dass das mit den folgenden Staffeln meine Begeisterung wieder zunimmt. Letztendlich habe ich nur hier und da mal eine Folge geschaut und meine Neugier auf andere Serien war zu groß. Am 10.02. erscheinen meine Reviews der ganzen anderen Serienstaffeln, die ich nebenbei geschaut habe. Hätte ich das nicht gemacht, hätte ich mein selbst gestecktes Ziel (‚alle neun Akte X Staffeln bis Februar 2016 zu sehen‘) halten können. Allerdings werde ich trotzdem ab heute die neuen Folgen anschauen, denn an die letzten Akte X Staffeln kann ich mich noch etwas besser erinnern. Den Rewatch werde ich weiterverfolgen, aber genauso lose wie bisher. Ach so … eine Sache ist da noch …

Ich finds gut, dass in dieser Serie mal der männliche Hauptdarsteller öfter oben ohne zu sehen ist als die weibliche Hauptdarstellerin. Akte X war eben seiner Zeit voraus … 😉