Leipziger Buchmesse 2019 – der Freitag. Bela B., brandenburgische Dörfer, Manga und die Frage, wie wir in Zukunft Bücher lesen

März 2019 – auf ein neues! Dieses Mal lockte die Leipziger Buchmesse (LBM) mit blendendem Sonnenschein und wäscht die düsteren Erinnerungen an die LBM 2018 im Schnee-Chaos weg. Der Messe-Planer war randvoll mit Lesungen, Vorträgen, parallelen Veranstaltungen, Hoffnungen Blognachbarn und -freunde zu erwischen und die Vorfreude wurde nur maximal von randvollen Straßenbahnen getrübt. 😉 Neues Messejahr, neuer Messebericht. Spoiler: es war voll, bunt, großartig. Disclaimer: Und falls ihr Marken, Namen von Verlagen etc. im Bild seht: nein, ich wurde nicht bezahlt. Sie waren halt da. Überall. Und falls ihr, liebe Leser, euch in einem Foto wiedererkennt und das hier nicht sehen möchtet: kontaktiert mich, ich entferne es.

Wir zwei

Auf der Messe war ich dieses Jahr mit meiner guten Freundin Jasmin unterwegs, für die es die erste Messe war. Für mich als Buchmesse-Fan war es daher besonders spannend zu sehen und zu hören wie die Messe auf Erstbesucher wirkt. Ist es ein literarisches Muss? Oder ein Muss für Literatur-Fans? Was irritiert? Was begeistert? Was funktioniert? Was nicht? Ich bin seit Jahren jedes Jahr da, habe mich an einiges gewöhnt. Kenne die Hallen, das System, weiß wie das alles funktioniert (oder denke das zumindest 😉 ) und wenn etwas nicht funktioniert, wen ich frage. Das Endfazit muss ich Jasmin überlassen 😉 Aber auch wenn unsere Programmpunkte unterschiedlich waren, hatten wir so unseren Spaß. V.A. beim Austausch über eben diese Veranstaltungen. Zusammen mit den Berichten meiner Bloggerkollegen und -freunde bekomme ich da eine ziemliche gute Zusammenfassung in Tonspur. Vielleicht sollte ich in Zukunft Agenten mitnehmen und bei all dem was ich nicht besuchen kann platzieren. Denn parallele Programmpunkte hatte ich dieses Jahr jede Menge auf meinem Zettelchen …

Workshopping

Für mich ging es los mit dem Workhop „Eine Reise nach Japan – Reisevorbereitung und Planung“ aus einem Anlass, den ihr euch sicher denken könnt 😉 Inzwischen ist das Thema Reisevorbereitung für mich so weit, dass der Workshop mir aber keine neuen Erkenntnisse brachte. Wie bei den meisten Workshops und Vorträgen ist es eben so, dass er auf eine bestimmte Zielgruppe abzielt – das sollte noch das geflügelte Wort der Buchmesse 2019 für mich und die meisten werden, mit denen ich gesprochen habe. Was den Vortrag von Sekai Media betrifft, ist der aber sehr gut geeignet für Leute, die gerade erst anfangen sich zu belesen, zu planen oder in deren Köpfen vielleicht noch ungeordnetes Chaos herrscht.

Der Vortrag wurde sympathisch geführt, auch wenn ein paar Programmpunkte fehlten wie beispielsweise der versprochene Absatz zum Thema japanische Mentalität und Kulturschock. Der wäre zumindest für die 50% der Hörerschaft, die offenbar Mangafans sind, wahrscheinlich sogar überflüssig. Das leider nur angerissene Thema „Wann sollte man am besten reisen?“ ist für meinen Geschmack zu kurz gekommen. Da kann man eigentlich jede Menge falsch machen. Nicht erwähnt wurden beispielsweise die Feiertage (Stichwort Golden Week) im Frühjahr und die Kirschblüte. Zwei Faktoren wegen derer es im Nahverkehr und an Sehenswürdigkeiten immens voll werden kann und man sich daher fragen sollte, ob man die Kirschblüte(nzeit) nicht doch auslässt. Nur ein Beispiel – zum Thema richtiger Zeitpunkt gibt es viel zu bedenken und zu sagen. Sehr hilfreich war aber wiederum, dass die Veranstalter des Workshops mal realistische Preise für Flüge und Hotelübernachtungen sowie Hochrechnungen für einen ganzen Urlaub abgegeben haben. Und da ich bei meiner Reiseplanung den Aspekt schon durch hab, kann ich sagen: das passte so und das ist eine Qualität, die man seltener antrifft. Ob die Mythen rund um winzig kleine Hotelzimmer nicht zu unrecht gepflegt wurde, davon kann ich mich hoffentlich in absehbarer Zeit selbst überzeugen, wenn es alles nach Plan läuft.

Herr Felsenheimer

Es gibt größere Ärzte-Fans als mich, aber es gab eine Zeit, da habe ich sie sehr gehypt. So oder so ist die selbsternannte „beste Band der Welt“ aus der deutschen Musikszene nicht wegzudenken und mit ihr Bela B., der unter halb-Künstlername und halb-Geburtsname Bela B. Felsenheimer neulich sein Buch Scharnow rausbrachte. Das alleine würde mich noch nicht dazu bringen zu sagen „muss ich lesen“. Aber als ich aufschnappte, dass es von einem brandenburgischen Dorf handelte, war klar, dass ich mir das zu Gemüte führe. Wer weiß. Vielleicht ist es da wie in meinem brandenburgischen Dorf? 😉 Da er zur LBM zu Gast auf dem blauen Sofa war, weiß ich, dass das fiktive Scharnow wahrscheinlich nicht ganz wie mein brandenburgisches Dorf ist. Auch gut. Mega sympathisch war, dass Bela bekundete, dass er Riesenfan von seinem eigenen Buch ist. Ist halt wahrscheinlich auch nur bei ihm sympathisch 🙂 2 Jahre hat er sich fingernägelkauend gefragt „schaffe ich das?“ Und es hat geklappt. der Moderator ulkt, dass er ihn nun bald „siezen“ müsse. Vielleicht muss er das wirklich. Bela macht Scherze darüber, dass es so warm in der Halle ist, löst die Krawatte und öffnet das Hemd (die Frauen jubeln) und darunter ein Shirt auf dem steht: „Spiegel Bestseller“ (alle jubeln). Witzigstes und lockerstes Interview, das ich hier je gehört habe. 🙂 Außerdem – wenn ich ihn mir so anschaue … er könnte gerne mal die Rolle Johnny Depps als Grindelwald übernehmen.

Man bekam im Gespräch gut einen Eindruck davon wie das Buch ist. Dass es aus einer Vielzahl Charakteren besteht. Darunter ein schwules Eichhörnchen; ein Literaturkritiker, der gleich zu Beginn stirbt (deutliche Botschaft 😉 ), nackte Supermarkträuber und ein Mangamädchen. Überhaupt, dass soviele Mangamädchen da sind, freue ihn. Uns auch. Satire gibt es mit Sicherheit, so tritt ein an Pegida-angelehnter Ableger auf, der aber aus besorgten Eltern besteht, die nur so tun, als ob sie rechts wären, um ihre Kinder zu sensibilisieren. Ha! Aber genug gespoilert – es klingt als würde es Spaß machen. Habe mich anstecken lassen, konnte aber keine der signierten Ausgaben mehr ergattern.

„Wie wir in Zukunft Bücher lesen werden“ und was Influencer und Bücherregale damit zutun haben

Man hört und liest immer mal wieder, dass das Lesen zurückgeht und immer weniger Leute zum Buch greifen. Der Aufhänger, im Zuge dessen Lennart Schäfer‎ in einem Vortrag erörterte „Wie wir in Zukunft Bücher lesen werden“. Schäfer ist selber Blogger und befindet sich in Ausbildung in der Verlagsbranche. Die Reise ging über „Wieviel Zeit haben wir eigentlich zum Lesen“, wo er auf 140 freie Tage im Jahr kam (104 Tage Wochenende, 8 Feiertage, im Schnitt 28 Urlaubstage). Ich brauche die Rechnung gar nicht, um mich zu wundern, dass das Lesen so rückläufig ist. Aber ich lese auch gerne. Das Angebot an Freizeitmöglichkeiten ist ebenso immens groß, was er auch in seinem Vortrag nannte. Dass das Lesen gefördert wird, sei eine Aufgabe von Eltern und Schulen – ein Fakt, den man gern mit noch mehr Tipps untermalen könnte. Auch ich hatte Lehrer, die mir Literatur besser, ermunternder, spannender, aufschlussreicher nahe bringen konnten als andere, indem sie uns Schüler damals beispielsweise gezielt und geschickt an die Interpretation herangeführt haben oder klar gemacht haben wie zeitgemäß manche moralische Dilemmata immer noch sind. Oder das eben nicht tun. Der Vortrag machte dann weiter die Runde über „Was die Verlage machen“. So wurde beispielsweise die Nachfolge-Aktion zu „Vorsicht Buch!“ genannt, die auch an mir total vorbeigegangen ist – heißt „Jetzt ein Buch“. Schäfers frage, warum uns solche Dinge gar nicht mehr erreichen ist valide.

Die Lösung, an die er uns heranführt, liegt für ihn im Digitalen. Die Zukunft des Buches sieht er aber beim Druckerzeugnis statt beim E-Book. Die Argumentation „warum“ finde ich schwierig. So sagt er, dass Ebooks zwar 5-10% der konsumierten Literatur einnimmt, aber das gedruckte Buch im gefüllten Bücherregal immer noch ein Statussymbol ist. Das endet schnell in scheinheilig angehäuften ungelesenen Büchern als Prestige-Objekt. Für meinen Geschmack leider ein dünner und fadenscheiniger Anreiz der Möchtegern-Gesellschaft. Ich denke so sollte das auch nicht rüberkommen. Er nennt später viel bessere Gründe: fordert das Gehirn, steigert die Kreativität, steigert die Allgemeinbildung, erweitert Vokabular: das sind schon eher Gründe. Ich würde noch Vorstellungsvermögen fördern, aktivere Auseinandersetzung mit Inhalten und Eskapismus hinzufügen. Dass die Förderung im Digitalen, d.h. bei Influencern liegt, ist durchaus möglich. Die Aussage, dass Influencer Bücher besprechen und in ihre Beiträge aufnehmen sollen, wirkt etwas gewollt. Ist das der richtige Weg? Hoffentlich, wenn sie die Bücher auch lesen und nicht nur als Zierde neben eine Kaffeetasse legen. Sie sollen auch gerne Bücher schreiben, heißt es. Vor dem Hintergrund, dass er für den TINCON e.V. spricht, wird klar, woher die Argumentation kommt. Der gemeinnützige Verein fördert die Medienkompetenz in der „vernetzten Gesellschaft“, d.h. Influencer und soziale Medien gehören dazu wie Bücher. Prinzipiell eine gute Sache Medienkompetenz zu fördern. Etwas, das auch in meiner Schulzeit gnadenlos zu kurz kam. Aber ich bin nicht gänzlich mit allen Botschaften des Vortrags einverstanden (auch wenn der sympathisch und bodenständig rübergebracht wurde). Auch einen weiteren Punkt zur Debatte, den man recherchieren kann, hätte ich gern noch hinzugefügt: da das Thema Smartphone kam (und nur in Hinblick auf Instagram etc. erwähnt wurde), wäre es interessant zu untersuchen, warum auf dem asiatischen Markt Handy-Novelas seit über einem Jahrzehnt so gut funktionieren.

Manga und Mamoru

In weiser Voraussicht habe ich am Freitag Halle 1 bzw. die Manga-Comic-Con besucht und genau unter die Lupe genommen, da es mir dort samstags meistens zu voll ist und ich nicht unbedingt zu den Cosplay-Spottern gehöre. Wirkliche Programmpunkte gab es für mich dieses Jahr allerdings nicht. Es war keiner der Zeichner, die ich lese und verfolge anwesend. Die Verlage haben statt einer gemeinsamen Mangako („Manga-Konferenz“) wie in den letzten Jahrenjeweils ihr eigenes Süppchen gekocht. Das ist gleichzeitig interessant und schade. Ich kam kurz beim Panel von Carlsen-Manga vorbei, wo sehr ähnliche Fragen wie in den Vorjahren bei der Mangako Thema waren. Martina Peters und andere Zeichner diskutierten beispielsweise wie sie für eine Story recherchieren und auch die Frage „Wie steht es um den deutschen Manga“ wurde besprochen. Mit wenig neuen Erkenntnissen. Ja, die Verlage suchen und ja, das Gesamtpaket muss stimmig sein, d.h. eine ausgefeilt recherchierte Geschichte und Talent, das bereits gefestigt ist mit einem Mind-Set, das darauf ausgelegt ist regelmäßig liefern zu müssen. Schön war, dass auch Altraverse das erste Mal(?) vertreten ist und dann gleich mit einer großen Präsenz. Davon mal abgesehen könnte die Halle noch mehr individuelle Programmpunkte (noch mehr Workshops, noch mehr Themen-Areale, wo ist der Comic? Da geht noch mehr!) vertragen und weniger Merchandise. So oder so habe ich bei den Graphic Novels und Mangas zugeschlagen und ein paar japanische Süßigkeiten durften auch mit.

Und sonst so?

Blogger treffen! 😀 Wie schön! Am Freitag bin ich den Mädels vom Comicklatsch bzw. 3 Frauen n Comics das erste Mal über den Weg gelaufen und habe ihre ruhige Mittagspause gecrasht. Die Blogs der Drei lese ich ja länger als ich den Podcast höre und fand es wie immer toll mal die Menschen hinter den Zeilen und Worte persönlich zu treffen, namentlich Christin von Life4Books, Ariane von Nerd mit Nadel und Sandra von Booknapping. Und ja, ich verstehe wofür das n in 3 Frauen n Comics steht und es ist cool 😉 Spoiler: am nächsten Tag haben wir dann auch Visitenkarten ausgetauscht. Unglaublich – hat sich also doch gelohnt die Dinger drucken zu lassen XD

Es war ein sehr bunter und randvoll gepackter, aber fast perfekter Messetag. 🙂 Nur noch besser wäre er gewesen, wenn ich all die lieben anderen Blogger auch noch getroffen hätte. Und ein signiertes Exemplar von „Scharnow“ abgegriffen hätte. Wart ihr Freitag auch auf der Messe? Was war euer Programm-Höhepunkt? Was denkt ihr wie wir in Zukunft lesen werden? Und wie integriert ihr Literatur in euren Alltag? Seid ihr Ebook- oder Druckerzeugnis-LeserIn?

9 Antworten

  1. Das klingt nach einem tollen Messetag!
    Ich habe in letzter Zeit vermehrt Druckexemplare dem E-Book bevorzugt, und zwar aus folgendem Grund: Ich muss aufs Geld schauen und kaufe kaum etwas neu. Außer bei wirklich ganz neuen Büchern sind die gebrauchten Druckexemplare schlicht billiger als die entsprechenden E-Books…

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      War es 😀 Aber sehr anstrengend. Insbesondere die Menschenmassen zusammengepfercht in der Straßenbahn haben etwas an meiner Energie gezehrt. Was finde ich teilweise schlimmer als lange zu stehen oder unterwegs zu sein.
      Aha! Das mit dem finanziellen Faktor und Gebrauchtkauf ist auch ein Argument! Hier würden sicherlich viele Leute argumentieren, dass man aber auch Ebooks günstig bzw kostenlos illegal runterladen könnte, was eben dann noch günstiger für das Portemonnaie ist. Aber da bewegt man sich ja dann auch auf dünnem Eis – moralisch und gesetzlich. Ein Vorwurf, den du dir schon mal nicht gefallen lassen musst 😉

  2. Wie cool, das zu lesen, da hat man das Gefühl, man wäre dabei gewesen – was für mich leider dieses Jahr nicht ging. Vielen Dank für die ausfürhliche Impression, ich find es sehr interessant, was für Themen bei diesen Diskussionen angerissen werden, mir gefällt, was du über die Zukunft des Lesens geschrieben hast! , Als ich auf der Messe war, war ich zugegebenermaßen sehr grün hinter den Ohren und klebte eher an den Verlagsständen.
    Ich find es so schön, wenn ich höre, dass Leute einander auf diesen Messen treffen, muss verrückt sein, Leute, die man sonst liest in Person zu sehen. Nächstes Jahr will ich es defintiv versuchen 🙂

    LG Katha

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Das freut mich – ich habe gehofft, dass der Eindruck beim Lesen entsteht 🙂
      Bei meinen ersten Besuchen der Buchmesse, war das aber genauso! Ich war auch nur bei Verlagen. Was das betrifft, war ich sogar noch „grüner“ und war quasi nur in der Manga-Halle unterwegs. Aber irgendwann hat es klick gemacht. Eben auch bedingt dadurch, dass ich angefangen habe mehr und unterschiedliche Literatur zu lesen (als Manga).
      Wenn du mal wieder auf der Messe bist, wäre es echt cool, wenn wir uns mal auf einen Kaffee treffen und schnacken. Aber ich glaube Magdeburg und Berlin(? oder stecke ich dich da jetzt in die falsche Stadt???) sind auch nicht so weit auseinander 😀 Vielleicht kriegt man das sogar mal so hin.

      So oder so habe ich bisher tatsächlich nur angenehme Erfahrungen gemacht und durch das Treffen der gleichgesinnten Blogger auch einige gute Freundschaften geschlossen, über die ich sehr glücklich bin. Menschenkenntnis funktioniert wahrscheinlich eben doch über das www!

      Ebenso Liebe Grüße

  3. Also mein Fazit als Erstbesucherin der Leipziger Buchmesse ist „Cool gesehen zu haben, aber das nächste Mal komme ich wegen der Autoren.“ Die LBM ist schon irgendwie eine riesengroße Verkaufsveranstaltung, die versucht Menschen in den Bann der Spontankäufe zu ziehen. 🙂 Ich bin da leider zu verkopft für und dachte mir immer „Ja, aber durch die Buchpreisbindung kann ich dieses Buch auch einfach bei mir um die Ecke kaufen und muss es nicht den ganzen Tag mit mir rumschleppen.“ Das wäre natürlich etwas anderes, wenn der Autor dieses Buch signieren würde. Dann hat es einen Mehrwert, dann schlepp ich es auch. 😀 Aber leider habe ich nur einen Autoren sehen dürfen (jaaa Kai Meyer), dessen aktuelle Buchreihe ich aber leider nicht gelesen habe. Außerdem wusste ich schlichtweg nicht, dass man sich nach seinem Interview dann Groupiemäßig alle möglichen Dinge von ihm signieren lassen kann. D.h. ich habe aus der Erfahrung gelernt:
    1. Willst du was signieren lassen, solltest du auch was mitbringen, was man signieren lassen kann.
    2. Selbst wenn der Vortragstitel interessant klingt, wird der Vortrag selbst sich vermutlich immer um den Autoren/Literat selbst drehen – auch wenn man es nicht wissen will.
    3. Manche Stände bieten rabattierte Bücher an, finde sie.
    4. Bring dir einen großen Beutel für die Unmengen an gefundenen, gebrauchten Büchern mit und bringe sie zwischendurch in die Garderobe. (Meine Schulter tut immer noch weh…)
    und 5. und der vermutlich wichtigste Punkt: Geh mit einem lieben Menschen zur Buchmesse, macht euch aber nicht voneinander abhängig. In unserem Alter hat man seinen eigenen Rhythmus und eine genaue Vorstellung davon was man will. So ist es schön immer wieder einen Anker auf der LBM zu haben, mit dem man alles auswerten kann und der das ganze Gedrängel wett macht, doch schaut euch die Sachen an, die EUCH Spaß machen. Sonst ist keiner der „beiden“ glücklich.
    Steffi, wir haben unseren Rhythmus gefunden und das war wunderbar. Danke, dass du mich in die Welt der Buchmessen entführt hast. Herzensfunde wie „Ozean der Liebe“ werden mich immer an diese Tage erinnern und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. :-*

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Ahaaaa – das ist ja spannend 😀 Messe-Erkenntnisse! Ich glaube es würden vielen gut tun, sich sowas erstmal durchzulesen, bevor sie die LBM oder ähnliche Veranstaltungen besuchen, das kann sehr irreführend sein. Andererseits frage ich mich auch, ob ich dir nicht noch viel mehr hätte erzählen sollen … aber andererseits wäre das auch irgendwie langweilig oder bevormundend!?
      Zu 2.: das merkt man manchmal sehr schmerzhaft, ja. Bisher hatte ich da echt Glück und habe nicht soviele unangenehme Erfahrungen gemacht. Aber letztes Jahr war ein seltsames Erlebnis dabei und die Tendenz den wirklich brennenden Fragen aus dem Weg zu gehen, habe ich bei so mancher Manga-Veranstaltung rund um deutsche Verlage schon mal gehabt. Auch der Vortrag über die Zukunft des Lesens dieses Jahr war deutlich davon gefärbt Influencer zu pushen, auch wenn sich das nicht auf den Vortragenden selber bezog.
      Zu 4.: oder: kaufe sie zum Schluss, falls es geht 😀
      Und zu 5.wie wahr! Es besteht ja auch kein Zwang alles zusammen machen zu müssen und sich dann zu langweilen. Und awwww, freut mich, dass du es so empfunden hast, dass wir unseren Rhythmus gefunden haben 😀 Ich hatte ein bisschen Angst, dass es dir zu wenig zusammen erleben ist … oder zuviel!? Aber so haben wir es ja scheinbar hinbekommen 🙂 Es hat mich auch sehr gefreut, dass du dabei warst – gerne wieder, falls du Lust hast 😉 Das seltsame Essen beim Inder wäre ohne dich auch bei Weitem nicht so lustig geworden XD

  4. Mensch, das Interview mit Bela B. klingt echt nach einer Menge Spaß! 😀 Ich bin auch kein „Fan“ der Ärzte, schätze sie aber als Künstler und Menschen sehr für ihre Offenheit, ihr Engagement und ihre immer wieder klare Positionierung zu politischen/ gesellschaftlichen Themen. Davon braucht es mehr Kreative in Deutschland bzw. überall!

    Zu dem Vortrag über das Lesen an sich bzw. Literaturvermittlung habe ich nun schon von mehreren Seiten die Kritik gehört, dass der Vortrag zu oberflächlich war. Dass das Elternhaus und die Bildungseinrichtungen (Schule, Kita…) eine entscheidende Rolle spielen, ist nichts Neues. Die Frage ist aber: WIE. Und da gibt es leider keine Garanten, keine eindeutigen Erfolgsrezepte, sondern lediglich verschiedene Möglichkeiten der Heranführung an Geschichten und das Lesen bzw. an die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen. Und gerade in Schule muss sich viel verändern, wie sich Lernende und Lehrende mit Büchern/ Texten auseinandersetzen und welche Texte überhaupt ausgewählt werden. Aber dazu müsste man an verschiedenen Schrauben drehen (z.B.den Lehrplänen, der Aus- und Fortbildung, der Art des Unterrichts etc.).

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Zu deinem Aufruf bzgl der Kreativen: volle Zustimmung! 😀

      Exakt! Das „wie“ wurde nur kurz angerissen. Dabei gibt es da so viele Aspekte. Mal abgesehen vom vorhanden oder nicht vorhandenen Herzblut und der Motivation, beispielsweise auch die Unterschiede in der Vermittlung des Stoffs und im Lehrplan. Ich staune immer wieder was andere im Lehrplan hatten und ich/wir nicht. Und andersrum.
      Da gibt es echt viel, was man beachten muss. Aber zumindest der Vortrag, den ich gehört habe, gilt ja nun eben scheinbar den Influencern 🙁 und um den Vortragenden auch noch zu verteidigen: er hatte nur 30 Minuten und das ist eben doch nicht so viel um alle Probleme zu lösen oder anzusprechen … (wäre aber mal was für so eine Buchmesse als größeren Themenkomplex)

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