Blogophilie April 2019

Posted by in Blogophilie, Internet

Heute ist Muttertag – also ein klassischer Tag zum „Danke“ sagen. 🙂 Ich tue das mal für die Blogosphäre und die fantastischen Artikel, die die fleißigen Blogger da draußen stets und ständig in die Welt schicken. Wie immer nur ein kleiner Auszug … For non-german-readers: ‚Blogophilie‘ is a collection of blogposts I really liked and would like to share with others. So if you’re featured here, then it’s because you’ve done something great.

Filme, Serien, Lite­ra­tur, Manga, Anime und andere Sachen die Spaß machen

„AUF EINMAL WAR ICH IM AUENLAND.“ – DER GROSSE „HERR DER RINGE“-ABEND IN LEIPZIG Was wäre eine Blogophilie ohne Kathrin … gibt’s ja gar nicht 😉 Sie schrieb im April in ihrem Blog Phantásienreisen von der literarischen Reise ins Auenland. Dahin versetzte sie und viele andere Besucher der „Herr der Ringe“-Abend im Zuge des Leipziger Buchmesse-Programms „Leipzig liest!“. Neben zahlreichen Anekdoten, die bewusst machen wieviele Geschichten es alleine um die Bücher Tolkiens zu erzählen gibt (mal abgesehen von der Geschichte zwischen den Buchdeckeln), ist gleich noch der Live-Mitschnitt verlinkt, der auch mich etwas mit dem Herr-der-Ringe-Fieber angesteckt hat.

Trailer: Spoiler oder Stimmungsvermittler? Felix Jung erörtert in seinem Blog The Blog Cinematic wann ein Trailer Spoiler oder Stimmungsvermittler ist – an prominenten und aktuellen Beispielen.

#Women in Science (3) Mary Anning Sabine hat in ihrem Blog im Zuge der Reihe #WomenInScience wieder Gastautoren mobilisiert, die so u.a. über die Fossiliensammlerin Mary Anning oder auch theoretische Physikerin Sabine Hossenfelder geschrieben haben. Neben den beeindruckenden Persönlichkeiten, von denen ich in der Reihe regelmäßig erfahre, lerne ich hier auch immer mal wieder neue Blogs kennen. Selbstredend, dass es erstaunlich ist welchen Beschränkungen (und beschränktem Denken) die Wissenschaftlerinnen teilweise begegneten.

#DOSTOPIE: ABSCHLUSSBERICHT ZU „VERBRECHEN UND STRAFE“ (TEIL 4 BIS 6 UND GESAMTFAZIT) Im April lieferte die liebe Kathrin ihr Gesamtfazit zu Dostojewsijs Verbrechen und Strafe und unserem gemeinsamen Lesen nach und fasst treffsicher und kritisch zusammen, was an dem Literaturklassiker verblüfft und so ganz anders ist als die Lobesreden erwarten lassen.

Zum Welttag des Buches: It’s a Kind of Magic! Karo schrieb auf Fiktion fetzt ein glühendes Plädoyer für das Lesen. Kann ich nur so unterschreiben. 🙂

ETA Hoffmann – Rüdiger Safranski Bingereaderin Sabine hat sich anhand Rüdiger Safranskis Buch mit dem Leben und Schaffen E.T.A. Hoffmanns auseinandergesetzt, einem vielfältigen Autor, dessen Der Sandmann ich beispielsweise sehr empfehlen kann und über den ich dank des Artikels mehr und überraschendes erfahren habe. So beispielsweise, dass er sich das „A“ in E.T.A. selber gegeben hat.

Karen Duve: Fräulein Nettes kurzer Sommer (2018) „Annette von Droste-Hülshoff ist eine Nervensäge“, dass und wie sich die Dichterin in einer durch männliche Dichter und Denker dominierten Welt zurechtfand (inklusive Gastauftritten der Grimms und vieler anderer) erlebte Jana in Karen Duves Buch und teilte es mit uns auf ihrem Blog Wissenstagebuch. Schon damals als Droste-Hülshoff einen DM-Schein zierte, war mir schmerzlich bewusst, dass ich so viele große deutsche DichterInnen nicht kenne … eine weitere Wissenslücke, die es zu schließen gilt. Sich das bewusst zu machen ist der erste Schritt.

[Manga] Der Mann meines Bruders [1] Wenn der Lebenspartner des homosexuellen, verstorbenen Bruders plötzlich vor der Tür steht … . Auf Vincisblog geht es darum wie ein Mann und seine kleine Tochter mit der emotionalen Situation umgehen und um Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Paare oder andere Lebensweisen. Gelingt die Auseinandersetzung durch den kindlichen Blick des kleinen Mädchens?

In Liebe, dein Vaterland (1+2) Nein, nicht der Murakami. Der andere. Auf dem Blog Japanische Literatur wird Ryu Murakamis Buch besprochen, dass das Szenario einer koreanischen Invasion in Japan entwirft – als tausendseitiger Epos. Ebenfalls neugierig gemacht hat mich Und über mir das Meer, ein Buch über die sogenannten „Trost-Frauen“ und Verschleppung.

Essen aus Büchern: Boeuf Bourguignon aus Kate Atkinsons „Life After Life“ Marion hat mir mit ihren Beiträgen über Essen aus Büchern erstmal bewusst gemacht, was das teilweise an Subkontext transportiert. Was war überhaupt in einer gewissen Zeit oder in einer bestimmten Region verfügbar? Mal abgesehen von den Sinneseindrücken, die das hervorruft. Bevor ich Marions Beiträge gelesen habe, war mir das deutlich weniger bewusst. Und ich glaube, dass ich dieses Boeuf mal nachkoche. 🙂 Dabei fehlen natürlich in Marions Beiträgen nie die Bezüge zum Buch. Die Rezepte und Eindrücke gibt es übrigens auch auf dem schiefgegessen-Blog.

Real Life

Drei Frauen über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt Sehr mitgenommen hat mich der Artikel von Fabienne auf dem Blog This is Jane Wayne, in dem drei Frauen von sexueller Gewalt und Missbrauch sprechen, die ihnen eben nicht in dunklen Gassen auf dem nach Hause weg widerfahren ist und zeigt, dass Gewalt oft in Grauschattierungen stattfindet. Situationen, die von Nahestehenden ausgenutzt werden, die moralisch knifflig und schwer einzuordnen sind. Und einen ein Leben lang verfolgen – wie hätte ich handeln sollen? Habe ich richtig gehandelt? Und vor Allem: was hat er sich dabei gedacht mir das anzutun? Ein Geist, der schwer auszutreiben ist.

Is acting hazardous? On the risks of immersing oneself in a role Auf Aeon schrieb Samuel Kampa über den Mythos, dass Schauspieler so stark in ihrer Rolle aufgehen, dass sie deren selbstzerstörerisches Verhalten auf sich übertragen und wie viele diesen Mythos auf das tragische Ende des großartigen Heath Ledgers übertrugen und was dran ist.

Osterspecial: 5 Religiöse Sachbücher Die Bücherreisende Sunita schrieb auf ihrem Blog über Religion, insbesondere Bücher, die das Christentum behandeln. Egal ob erklärend oder mit einem kritischen Auge. Das könnte ich nun unter Literatur einordnen, sehe das aber eher hier, da die (auch kritische) Auseinandersetzung mit Religion sehr vielschichtig ist und (zumindest habe ich den Eindruck) Religion oftmals stigmatisiert oder negativ konnotiert und deswegen ein seltenes Thema in Blogs ist. Wie seht ihr das? Kann man über Religion noch ein normales Gespräch führen oder artet das schnell im Clash gegensätzlicher Meinungen aus?

Was ich an anderen Frauen bewundere Kann und sollte man sich auch einfach mal sagen! Danke und was man an anderen gut findet, sagt man viel zu wenig. Julia macht es auf This is Jane Wayne vor und ich mache das einfach auch mal. Egal, ob die Damen das Lesen oder nicht. Kathrin, ich finde es fantastisch auf wievielen Bereichen du dich kritisch auseinandersetzt – allen voran Literatur, aber auch in deiner Leidenschaft zu Job und wie fit und bewusst du lebst. Sabine, ich finde es bewundernswert mit wievielen wissenschaftlichen Themen du dich auseinandersetzt und was für ein breites Wissen du über Literatur hast. Und das sind nur zwei! Ich könnte jetzt eine Weile so weitermachen. Und den Frauen, die ich im nicht-digitalen Leben sehe, sage ich das selber 😉

Day in the Life of a Typical Japanese Office Worker in Tokyo Ich schaue seit einer Weile mit Begeisterung den YT-Channel von Paolo fromTOKYO der aus seinem Leben in Tokyo berichtet (inkl. Reisetipps und soviel Streetfood, dass mir der Zahn tropft) und offenbar auch aus dem Leben der anderen. 🙂 Es drängt sich ja sehr auf, dass der Alltag dieser japanischen Office Lady in einer sehr ungewöhnlichen und für japanische Verhältnisse sehr offenen und freundlichen Firmenkultur stattfindet … man sollte das mit der Brille schauen, dass es wirklich eine ungewöhnliche Firma ist. Aber das Video zeigt, was es irgendwo auf der Welt allen erstes gibt und was möglich wäre und mit welchen Bewusstsein das angelegt ist. Spoiler: sie haben dort einen Tierpark in der Firma!! EINEN TIERPARK!!!

„Day in the Life of a Typical Japanese Office Worker in Tokyo“, via „Paolo fromTOKYO“ (Youtube)

There’s a Real-Life Enchanted Forest and It’s In Dartmoor, England Einmal raus aus dem Alltag und ab in den Wald. Twisted Sifter hat Neil Burnells fantastische Fotografien geteilt, bei denen man die kühle des düsteren Märchenwalds in Dartmoor auf der Haut zu spüren meint. Einatmen. Ausatmen. Einatmen.

Reiwa 令和: Japans neue Ära befiehlt den Frieden (?) In Japan ist die (traditionelle) Zeitrechnung an die Amtszeit des Kaisers gebunden. Diese Ära hat stets einen Namen, der zeitgleich eine Devise und Wunsch für die Epoche ist. Während der Amtszeit des Kaisers Akihito hieß diese Heisei und 2019 war beispielsweise das „31. Jahr Heisei“, d.h. „Heisei 31“. Natürlich existiert neben dieser Lesart auch die westliche für ein Datum und eine Jahreszahl. 😉 Zum 01. Mai dankte Kaiser Akihito ab und übergab das metaphorische Zepter an seinen Sohn Naruhito und es wurde die neue Devise verkündet: Reiwa. (Das macht 2019 also auch zu „Reiwa 1“, alles klar, oder?) Der Japan-Blog Kotoba hat für uns die Schriftzeichen bereits im April mal genauer und kritisch betrachtet. Inzwischen ist die offizielle Lesung aber bekanntgegeben worden. Reiwa heißt „schöne Harmonie“. Auf eine harmonische Ära der japanischen Geschichte und alles gute für die Zukunft!

Was du in deinen 30ern erreicht haben solltest k4tze schreibt auf ihrem Blog ein glühendes Plädoyer dafür sich nicht von anderen diktieren zu lassen, was Lebensziele sein sollen und bis wann man was zu erreichen hat. Geht keinen was an. Basta. Finde ich gut.

Science, Baby!

The Mystery at the Bottom of Physics aka Would You Like an Existential Crisis? Twisted Sifter teilte das großartige geschnittene und montierte Video von exurb1a, dass von der Frage über physikalische oder allgemein naturwissenschaftliche Konstanten zu der existenziellen Frage kommt, woher diese Konstanten kommen, uns tief in die Existenzkrise stürzt, nur um fast ein bisschen bewusstseinserweiternd zu enden. Witzig ist es auch noch. Viel Spaß.

„Das der Physik zugrunde liegende Geheimnis“, via exurb1a (Youtube)

Infor­ma­tik und alles rund ums Inter­net und die Bloggerei

UI vs UX Jaja, auf XKCD sehen wir einmal mehr wie vielschichtig Usability und User Experience (nicht nur bei Software) ist. 😉

On This Day, 14 Years Ago, the First Video Ever Was Uploaded to YouTube Twisted Sifter hat uns daran erinnert, dass vor so ungefähr 14 Jahren das erste Youtube Video hochgeladen wurde. Und es ist herrlich normal und zeigt auch ein bisschen wie zugemüllt das Internet im Allgemeinen ist. Der Uploader hat seitdem nie wieder etwas veröffentlicht. 🙂 Und wie sich das gehört, hat das Video einen eigenen Wikipedia-Artikel. Ha. :‘)

Kunst, Design, Life­style, Musik

Acryl gießen – Open Cup mit Silikonöl Ich hatte keine Ahnung, dass es „Acryl gießen“ gibt und weiß auch nicht mehr wie das Video meinen Weg kreuzte, aber ich finde es faszinierend was Tiktus color Art da macht. Acryl habe ich als Medium immer sehr gemocht und fand es wunderbar in der Handhabe, wenn man malen möchte. Aber dass man damit auch solche ätherischen Bilder hinkriegt. Vermutlich sieht es einfacher aus als es ist … und die Videos (und davon gibt es nicht nur auf diesem Channel jede Menge, YT ist voll davon) sind sehr meditativ. 😉

„Acryl gießen – Open Cup mit Silikonöl“, via Tiktus color Art (Youtube)

Lus­ti­ges, Kurio­ses, Fantastisches

These Storks Had an Interesting Way of Celebrating Their First Egg Wenn Störche sich freuen. Twisted Sifter hat es geteilt und irgendwie kann ich nicht wegschauen. 🙂

Apropos danke sagen … wem wolltet ihr schon immer mal Danke sagen? Findet ihr, dass zu wenig Danke gesagt wird? Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Scrum Master in einer Retrospektive mal alle Mitglieder des Scrum Teams dazu aufgefordert habe einem anderen Mitglied (oder mehreren) für etwas zu danken. Erstaunlicherweise war das einigen sehr unangenehm. Ist Danke sagen schwer?? Und über Religion sprechen? Was habt ihr im April gelesen, dass euch schwer begeistert hat? Mensch … ich muss meine Beiträge früher veröffentlichen, April wirkt schon wieder so weit weg!