7ème art: Mia Wasikowska

Posted by in 7ème art, Film, Review

Die australische Schauspielerin Mia Wasikowska habe ich das erste Mal in Alice im Wunderland oder Restless wahrgenommen, ich weiß es nicht mehr genau. Sie ist nur ein Jahr jünger als ich, ihre zarte, ruhige Persönlichkeit und ihr elfenhaftes Auftreten bringt mich am ehesten zu der Aussage „so wie die, wäre ich gern“. Und das ist ein Satz, den man aus mir nur sehr schwer rauskriegen wird, weil ich normalerweise nicht das Bedürfnis habe wie irgendjemand anders zu sein. Man könnte sagen: es ist leicht einen ‚girl crush‘ bei ihr zu haben. Sie hatte das Glück in einer Familie aufzuwachsen, in der Kunst wichtig ist. Sie geht wie ihre Eltern der Fotografie nach und an der Wahl ihrer Lieblingsfilme merkt man, dass sie nicht unbedingt Mainstream ist. So sind auch ihre Filme alles andere als Einheitsbrei und wirken immer wohl ausgewählt. Ich halte noch eine Weile fest an meinem Vorhaben hier einige Monate lang nur Schauspielerinnen vorzustellen. Warum? Weil sie es verdient haben. Dieses Mal: sieben Filme mit … Mia Wasikowska.

Amelia (2009)

Amelia Earhart (Hilary Swank) ist schon seit Kindesbeinen an von dem Gedanken an die Fliegerei fasziniert. Und sie kann es. Besser als viele andere. Aber das interessiert keinen. Man traut Frauen das Fach allgemein nicht zu. Als sie sich auf eine prestige-trächtige Ausschreibung für eine Atlantiküberquerung bewirbt, erklärt ihr George Putnam (Richard Gere), dass sie nicht selber fliegen werde. Man würde nur der Öffentlichkeit gegenüber so tun als ob. Amelia ist alles andere als begeistert, aber spielt mit. Sich einen Namen zu machen, ist vielleicht ein erster, guter Schritt, der ihr viele Türen öffnen kann. Und so wird es sein: sie erinnert sich 1937 während der riskanten Aktion die Welt umrunden zu wollen an ihre Etappen im Leben. Erfolge und Misserfolge.

Amelia ist meines Erachtens nach eine sehr oberflächliche Verfilmung, die kaum Platz für Dramaturgie läßt und durch Earharts Lebensabschnitte hetzt. Dabei war Earhart offensichtlich ein unkonventioneller Charakter, forderte sie doch beispielsweise eine Ausstiegsklausel aus ihrer Ehe, falls sie und Putnam nach einem Jahr nicht mehr glücklich sind. Die oberflächliche Inszenierung ohne viel Drama hätte auch eine Stärke sein können und ich würde wirklich gerne die Regiesseurin Mira Nair über den Klee loben. Schließlich ließe die Darstellungsform Platz für eigene Interpretation. Nur passt das Gezeigte und Angedeutete manchmal einfach nicht zusammen. Es ist mehr Interpretation als nachvollziehbar, warum die stolze und starke Persönlichkeit Amelia Earhart sich darauf eingelassen hat der Öffentlichkeit nur vorzugaukeln, dass sie selber fliegen würde. Um nur ein Beispiel zu nennen. Auch ihr familiärer Hintergrund und ihre Probleme Menschen gegenüber, die gerne mal zur Flasche greifen, wirken zu kurz thematisiert. Nicht so, als ob man ein paar Brotkrumen streut, sondern so als ob man das dringend nochmal erwähnen müsste. Und dann schnell weiter zur nächsten Szene. Darunter leidet auch die dargestellte Leistung der Schauspieler. Vielleicht waren sie gut. Beurteilen kann ich es nicht. Hervorgestochen haben Hilary Swank als Earhart, Christopher Eccleston als Navigator Fred Noonan, Mia Wasikowska mit einem sehr kurzen Auftritt als charakterstarker Flieger-Nachwuchs Elinor Smith. Außerdem war Joe Anderson zu sehen, der in der demnächst laufenden 3. Staffel der Serie ‚Hannibal‘ die Figur des Mason Verger verkörpert. Alles in allem: die Geschichte Earharts ist eigentlich großartig und bewegend, die Inszenierung leider nur mittelmäßig. Man kann nur erahnen, was der Film hätte werden können.

(6/10)

Sternchen-6

Alice im Wunderland (2010)

Alice Kingsleigh ist inzwischen eine junge Frau. Die Abenteuer, die sie als Kind im Wunderland erlebte, sind längst vergessen. Vielleicht waren sie ein Traum, wer weiß. Als sie mit ihrer Familie zu einer Gartenparty eingeladen ist, wird ihr nach und nach bewusst: das ist ihre Verlobungsfeier. Der öde Spross der Gastgeber hält vor allen Gästen um ihre Hand an. Klingt nach einem großartigen Tag. Alice sieht am Rand der Feier ein weißes Kaninchen und folgt dem sonderbaren Tier. Sie landet im Wunderland, scheint sich aber an nicht allzu viel zu erinnern. Schnell wird das Kaninchen gefragt: bist du dir sicher, dass das die Alice ist? Hast du eine falsche hergebracht? Als Alice erfährt, dass sie Teil einer Prophezeiung ist, bekommt sich nicht das erste Mal Zweifel. Sie soll am Blumertag den brutalen Jabberwocky töten und das Wunderland von der Herrschaft der roten Königin befreien. Das kann nur die echte Alice – ist sie das? Oder ist sie es nicht?

Tim Burtons Alice im Wunderland ist eine lose Adaption des gleichnamigen Buches und der Fortsetzung Alice hinter den Spiegeln von Lewis Carroll. Im Gegensatz zu den Büchern ist Alice inzwischen eine junge Frau. Sie läuft offensichtlich vor einer Entscheidung weg, hat scheinbar einen triftigen Grund in das Unterland (Wunderland) zu reisen, sie hat eine Aufgabe. Sie ist Teil einer Prophezeiung und muss sich fragen, wer sie ist, was sie will und ob sie dazu in der Lage ist. Das ist eine schöne Parallele zu dem Scheideweg an dem sie im echten Leben steht: soll sie den Antrag annehmen, weil alle es von ihr erwarten? Dementsprechend wird die Handlung auch wesentlich geradliniger erzählt als im Buch. Die Parallelen werden stringent weitergesponnen. So wie das Leben als Erwachsener komplizierter und manchmal unschöner wird, so ist auch das Wunderland nicht mehr nur ein kunterbunter Ort voller Sonderbarkeiten, sondern Krieg und Ungerechtigkeit sind ein nicht abzuweisendes Motiv. Bei all dem Verpflechten von Carrollschen Motiven und einer stringenten, erwachsenen Handlung, den wirklich großartigen Kostümen und Maske ist aber Alice fast ins Hintertreffen geraten. Ihre Charakterentwicklung hat fast keinen „Raum“ in dem Fantasy-Spektakel, sodass ihre Wandlung nur ansatzweise nachvollziehbar ist. Es geht von einem Abenteuer ins nächste – ja und dann? Dann ist da plötzlich die Schlacht. Als ich das erste Mal hörte, dass Tim Burton sich des Stoffes annimmt, dachte ich mir: perfekt! Aber Burton wollte zuviel. Weswegen Charaktere wie die weiße und die rote Königin fast mehr herausstechen als Alice, die eigentlich die Titelfigur ist. Und über den verrückten Hutmacher reden wir mal nicht. (Johnny Depp in einer Variation von Jack Sparrow gepaart mit Willy Wonka.) Ich bin, wie schon immer, v.A. ein Fan der Grinsekatze. Alles beim Alten.

(7/10)

Sternchen-7

Jane Eyre (2011)

Jane Eyre (Mia Wasikowska) blickt auf ein hartes Leben ohne Geborgenheit und Liebe zurück. Als Waise von Verwandten ignoriert, im Internat unter psychischer Grausamkeit und Einsamkeit gelitten, geht sie ihre eigenen Wege und hat gelernt hart zu sein, ohne ihre Empfindsamkeit einzubüßen. Sie beginnt auf einem Anwesen als Gouvernante zu arbeiten. Der Hausherr Edward Fairfax Rochester (Michael Fassbender) ist eher schroff und scheint sich nicht besonders für die junge Frau zu interessieren. Spätestens als sie ihn vor dem Ersticken rettet, als es im Anwesen brennt, fällt sie ihm auf und kurze Momente lassen erkennen, dass da mehr ist. Doch Jane Eyre wird von Rochester nicht nur einmal auf die Probe gestellt bis sie eines Tages in Tränen aufgelöst durch die Nacht fliehen wird. Was ist geschehen?

Cary Fukunagas Adaption von Charlotte Brontës Klassiker ist ein zartes, aber bombastisches Werk. (Achtung Widerspruch.) Die Lebensgeschichte und Charakterentwicklung Jane Eyres steht klar im Vordergrund. Ihr Leben voller Zurückweisung, in dem sie immer und immer wieder Stärke beweisen muss und doch gleichzeitig so zerbrechlich wirkt, ist eine Paraderolle für Mia Wasikowska. Die schwierige, ruhige aber unverkitschte Liebesgeschichte vor den Naturbildern, rauen Kulissen und mit den wunderbar unübertriebenen Kostümen ist vereinnahmend. Aber ganz klar nichts für Leute, die Action oder RomComs erwarten. Es ist eine Literaturverfilmung, die mit viel Sinn für die Botschaft inszeniert wurde und wirklich gut besetzt ist. Man sehe sich nur die Besetzungsliste der Nebenrollen an: Judi Dench, Sally Hawkings, Jamie Bell, Imogen Poots, … . Apropos Jamie Bell: die einzigen Probleme des Films sind die etwas arg kurz und inhaltsleer wirkende Handlung rund um seinen Charakter John Rivers und auch der etwas langsame Start des Films. Ich habe schon Mal erwähnt, dass ich kein großer Fan von Kostümfilmen und Historienschinken bin, aber Jane Eyre hat mir gut gefallen. Genauso wie Cary Fukunagas Regiearbeit bei True Detective (wie naheliegend solchen Stoff nach Jane Eyre zu machen 😉 ) Und die Aussicht, dass er Stephen Kings Es neu auflegt, läßt mich das erste Mal auf ein Remake – positiv – gespannt sein.

(9/10)

Sternchen-9

Restless (2011)

Enoch Brae (Henry Hopper) geht gern auf Beerdigungen, er ist auch gern allein. Das heißt fast allein. Er wird oft von Hiroshi Takahashi begeleitet, dem Geist eines japanischen Kamikaze-Fliegers aus dem 2. Weltkrieg. Sie führen tiefgründige Gespräche. Mit den lebenden Menschen hat Enoch es nicht so. Er stößt sie von sich weg, will mit niemandem mehr als notwendig zutun haben. Dann trifft er Annabel Cotton (Mia Wasikowska). Sie ist anders als die anderen, einfühlsam und selber ein wenig spleenig. Auch sie sucht nicht die Nähe von Menschenmassen, hat aber eine unaufdringliche Lebenslust. Diese Mischung zieht den düsteren Enoch an wie die Motten vom Licht angezogen werden. Dann sagt Annabel ihm, dass sie Krebs hat und noch 3 Monate zu leben.

Gus van Sant hat sich ja schon immer gerne extremen Charakteren gewidmet. Hier sind es Unverstandene, Außenseiter, Melancholische. Jugendliche, die viel zu früh mit dem Thema Tod konfrontiert wurden. Später wird klar, dass Enochs Spleens nicht von ungefähr kommen. Was für eine Ironie wie scheinbar gut Annabel damit umgehen kann, obwohl sie selber sterben wird und die ihr verbleibende Zeit mit diesem Wissen verbringen muss. Beide sind verletzlich. Annabel auf die elfenhafte Arte (Mein Gott, guckt euch ihren Namen an! Cotton, das Mädchen heißt Cotton!), während Enoch düster und melancholisch ist. Eine wahrhaft seltene Liebesgeschichte mit einem bittersüßen Beigeschmack, die sehr gefühlvoll inszeniert wurde. Die Bilder, Spannungskurve und die verrückten Ideen (Hiroshi Takahashi!) machen den Film einzigartig. Ein Rest-Zweifel bleibt aber in mir und ich kann selber kaum fassen mit welcher Leichtigkeit Annabel das Thema stemmt. Ich würde schreien, würde weinen, würde mich verkriechen. Daher kann der Film trotz des schönen Gesamtpakets keine 10/10 werden. Ich schließe aber keineswegs aus, dass sich einige Zuschauer in den Film schwer verlieben. Henry Hopper ist übrigens ein Sohn des 2010 an Krebs verstorbenen Schauspielers Dennis Hopper.

(7/10)

Sternchen-7

Spuren (2013)

Wenn sie den Leuten von ihrem Plan erzählt, erntet sie meist Kopfschütteln. Robyn Davidson (Mia Wasikowska) will die 2.700 km lange Strecke von Alice Springs, Australien durch die Wüste bis zum Indischen Ozean mit Kamelen durchqueren. Undzwar komplett ohne fremde Hilfe. Das ist der Grund weshalb sie sich anfangs mit Nebenjobs über Wasser hält und auf Kamel-Farmen lernt mit den Tieren umzugehen. Bald bekommt sie Hilfe angeboten – sie soll ihre Geschichte exklusiv an National Geographics verkaufen. Schnell merkt sie: anders wird es nicht klappen. Der Fotograf Rick Smolan (Adam Driver) wird ihr zur Seite gestellt sucht sie das Eine oder andere Mal auf.

Habt ihr gewusst, dass es wilde Kamele in Australien gibt? Ich nicht. Wieder was gelernt. Im Zentrum von Spuren steht wieder ein starker Frauencharakter wie in Amelia. Die Sache ist die: hier funktioniert es besser. Man hat das Gefühl Robyn Davidson zumindestens zu verstehen. Auch wenn man ihr Abenteuer nicht für sich selber wählen würde und sie nicht beneidet. Ich persönlich wäre für das Nomadentum nicht geschaffen. In meinen 4 Wänden fühle ich mich am wohlsten. Selbst ein Zelt hat für mich keine wilde Romantik, sondern schreit nach Unsicherheit, statt Freiheit. Aber wenn man sie so abgeschieden von allem Bösen, von Menschen sieht, dann fängt man an die Freiheit zu fühlen. Dass sie dabei am liebsten komplett unabhängig sein will und keine Hilfe wollte, ist eine mehr als deutliche Botschaft, die ich bewundere. Genauso wie ich es am liebsten auf Fahnen schreiben und diese in den Himmel halten würde, wie großartig es ist, dass das (fast) eine One-Woman-Show ist. Mia und die Kamele. Und der Hund selbstverständlich. Ab und zu kommt Adam Driver mal vorbeigefahren und beißt sich die Zähne an der spröden Robyn aus. Das macht mir irgendwie Spaß. Wobei Robyns Tour auch oft eine Tortur ist. Dem Mut den Stoff zu verfilmen zolle ich viel Respekt – ich glaube auch, dass das für alle Beteiligten kein einfacher Prozess war. Der Anfang mag etwas langatmig erscheinen und die Frage ‚Warum müssen es Kamele sein? Warum diese Wüste? Warum diese und keine andere Reise?‘ – aber irgendwie verfliegen diese Fragen angesichts der willensstarken Hauptfigur. Apropos … Original und Film-Version haben sich auch getroffen.

(8/10)

Sternchen-8

The Double (2013)

Schon schlecht, wenn das Mädchen in das du verliebt bist, das du durch das Teleskop beobachtest und dessen zerstörte Kunstwerke du aus dem Müll fischst und sammelst, eines Tages sagt, dass es immer seltsame Typen anzieht und schon Mal einen Stalker hatte und den Typen hasst. Schon schlecht, wenn du sieben Jahre tagaus tagein in der Firma arbeitest und dich niemand kennt. Nicht nur nicht kennen, sondern nicht mal bezeugen können, dass du existierst. Willkommen im Leben von Simon James (Jesse Eisenberg). Er ist ein Typ mit so wenig Selbstbewusstsein, dass die Menschen praktisch durch ihn durchschauen. Dabei möchte er nur wahrgenommen werden. Anerkennung erhalten für seine Arbeit. Der Typ, dem das gar nicht so schwer fällt ist der Neue. James Simon. Die Sache ist nur die: er gleicht Simon James bis aufs Haar. Und wird vom ersten Tag an wie der neue beste Kumpel aufgenommen, hat sogar Chancen bei Simons Angebeteter Hanna (Mia Wasikowska). Und bald ist Simon am Abgrund.

Der Regiesseur von The Double, Richard Aoyade, ist übrigens wirklich der Mensch aus IT Crowd. Und ja, er hat auch bei Submarine Regie geführt. Und das was die Leute über The Double sagen stimmt wirklich: es ist ein außergewöhnlicher Film. Visuell, vom Drehbuch her, von der Konzeption vermittelt er den Stoff einzigartig und punktgenau. Das sage ich zwar ohne die literarische Vorlage von Fjodor Dostojewski zu kennen, aber es ist offensichtlich, dass das eine Umsetzung ist, die den Kern der Geschichte und die Atmosphäre perfekt in Szene setzt. Sonnenlicht sucht man in dieser Stadt der tristen Gleichförmigkeit jedenfalls vergebens. Mein Problem damit ist nur: es ist so deprimierender Stoff. Dabei ist der schwarze Humor und die leicht eingewobene Situationskomik echt gut gemacht. So scheint beispielsweise sogar die Technik gegen Simon zu sein und spielt ihm während des gesamten Film Streiche ohne in Slapstick überzugehen. Aber in diesem Werk aus Dunkelgrau, Braun und Melancholie überwiegt eben die Depression. Trotz des künstlerischen Anspruches und der schauspielerischen Leistung aller Beteiligten ist das Anschauen kein Genuss, was sich in meiner Punktewertung niederschlägt. Wer sich nicht so schnell von der (negativen) Stimmung eines Films in Beschlag nehmen lässt, wird mit dem Film mehr Freude haben als ich.

(6/10)

Sternchen-6

Maps to the Stars (2014)

Haifischbecken Hollywood. Der Ort, an dem die Neurose erfunden wurde? Während die abgehalfterte Schauspielerin Havana Segrand (Julianne Moore) darum kämpft im Remake des bedeutendsten Films ihrer Mutter die Hauptrolle zu ergattern, kommt die junge Agatha (Mia Wasikowska) in Hollywood an. Durch ihre Kontakte versucht sie in der Gegen Fuß zu fassen. Dabei trifft sie den Chauffeur und Möchtegern-Schauspieler Jerome (Robert Pattinson) und verliebt sich. Bald schon findet sie eine Anstellung als Personal Assistant bei … der neurotischen Havana. Deren Therapeut und Esoterik-Lifestyle-Guru Stafford Weiss (John Cusack) erkennt in der durch Brandnarben gezeichneten Agatha seine Tochter, die er ursprünglich in eine Nervenheilanstalt abgeschoben hatte. Warum ist Agatha zurückgekehrt und was hat sie vor?

Der Titel ist eine Anlehnung an die ‚Maps to the Stars‘ – Landkarten, auf denen die Grundstücke bekannter Hollywoodgrößen eingezeichnet sind. Damit der Touri sich durch das Domizil der Reichen und Schönen schlängeln darf und beim Anblick von Brad Pitts Gartenzaun (oder Leibwächter) sagen kann „Oooh! Aaah!“. Und der Film ist mindestens so unangenehm wie die Kurzzusammenfassung klingt. Es gibt keinen einzigen wirklich sympathischen Hauptcharakter in diesem Film. Was letztendlich den Eindruck hinterlässt, dass Hollywood nur kaputte Menschen hervorbringt. Wahrscheinlich besonders, wenn man schon dort geboren wurde. Das sieht man an den Jungdarstellern und verwöhnten Belgern der Schauspieler, allen voran Stafford Weiss‘ Sohn Benjie – verkörpert durch Evan Bird. Agathas Bruder ist ein Ekelpaket, das seines Gleichen sucht. All die schrägen Nichtsnutze sind eine übermäßig krasse Karikatur einer Überschuss-Gesellschaft voller Selbstbeweihräucherung oder eben Selbstmitleid. Agatha war meine große Hoffnung auf eine Identifikationsfigur in diesem Morast, leider hat sie dafür vielleicht sogar noch zu wenig Screen Time und ihr Charakter bleibt zu ungeschliffen. David Cronenbergs Film funktioniert damit als Karikatur und Satire bestens. Ist aber leider kein Film, den man gerne guckt.

(5/10)

Sternchen-5

Noteable Mentions: In ‚Only Lovers Left Alive‘ spielt sie bravourös eine nervige Vampir-Göre, in Stoker erleben wir die von mir vermisste dunkle Seite und in ‚Albert Nobbs‘ ist sie mal unausstehlich. Leider sind diese Filme schon für andere 7ème art-Ausgaben geplant oder waren schon dran. In jedem Fall beweist Wasikowska gerade in ihren jüngeren Filmen, dass sie auch böse oder zügellos sein kann. Das habe ich mir schon länger im Sortiment ihrer Rollen gewünscht und bin gespannt was noch kommen wird nach den nächsten Streichen: Madame Bovary und Crimson Peak. Beides sicherlich eine Paraderolle für die Wandelbare Miss Wasikowska, die gerade in ein historisches Setting wunderbar passt. Welche Filme von ihr habt ihr gesehen? In welchem ist sie euch besonders in Erinnerung geblieben? Findet ihr ihre Rollenwahl auch so grandios?

„7ème art“ (Sprich: septième art) heißt „siebte Kunst“. Gemäß der Klassifikation der Künste handelt es sich hierbei um das Kino. In dieser Kategorie meines Blogs widme ich mich also Filmen – evtl. dehne ich den Begriff dabei etwas. Regulär stelle ich zwischen dem 1. und 5. jeden Monats jeweils 7 Filme in kurzen Reviews vor.