Serienlandschaft: Trends

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Serien haben in den letzten Jahren sehr viel Aufmerksamkeit und Budget für sich beansprucht. Die gute alte Sitcom mit Familien die sich auf ihre ‚einzigartige‘ Weise durch den Alltag schlagen, haben es mitlerweile schwer aufgrund erstklassiker Drehbücher. Viele Sender und Filmschaffende haben erkannt: hier ist mehr Zeit um Charaktere und Story zu entwickeln. Serienfinale sind mitunter bombastische Inszenierungen und die Leute kauen auf den Nägeln, wenn sie nicht als allererste die neuste Folge sehen. Diesen Umständen ist es zu verdanken, dass sich in der Serienlandschaft einige Trends herauskristallisieren.

Große Namen

… mischen auch schon seit längerem in Serien mit. Steven Spielberg beispielsweise war schon reichlich oft als Produzent von Serien vertreten (Band of Brothers, Taken, Smash). Ansonsten haben sich bis vor einigen Jahren nur sporadisch mal Regiesseure und Schauspieler aus dem Filmbusiness an Serien herangetraut. Vielleicht wirkte das Fernsehen wie eine Einbahnstraße ohne Zurück auf die meißten? Aktuell kommt es mir eher so vor, als ob es einen echten run auf Serien gäbe. Hierbei lesen wir nicht nur bei den Produzenten große Namen. Auch Regiesseure wagen sich auf dieses Terrain (M. Night Shyamalan) und vor Allem natürlich Schauspieler, die wir vielleicht eher aus Filmen kannten. Mads Mikkelsen in Hannibal, Laurence Fishburne in CSI und ebenfalls in Hannibal. Vera Farmiga in Bates Motel, Famke Janssen in Hemlock Grove, Claire Danes in Homeland, Jean Reno in The Cop oder auch Martin Freeman in Sherlock – man könnte Stunden so weiter machen. Hält man sich die Jahreszahlen vor Augen wird deutlich, dass die meisten dieser Serien relativ neu sind. Früher gab es eher mal Gastauftritte von Stars in vereinzelten Episoden. Dann wurden Schauspieler kurzzeitig mal zu einem Extra-Aufhänger und mitlerweile ist es fast normal. So wie unsere Diane Krüger im US-Remake The Bridge auftaucht oder auch demnächst mit Steven Soderbergh und Clive Owen zwei starke Zugpferde The Knick pushen werden.

Es werden aber auch bekannte Autoren verpflichtet und mehr und mehr literarische Stoffe im Serienformat produziert. Mini-Serien kennt man ja. Aber ganze Staffeln voller Teenie-Vampir-Schmonzetten wie Vampire Diaries oder großartige Fantasy-Settings wie bei Game of Thrones? Sehr aktuell auch Stephen Kings Under the Dome. Wobei Mr. King dem Seriengenre zugegebenermaßen schon früher sehr zugetan war. Auch erst kürzlich stieg Arrow auf den (schwindenden) Comic-Trend-Zug auf und ist somit seit Smallville die erste Serie die sich der Superhelden-Thematik bedient. Aktuell häufen sich die Meldungen über Produktionen in denen übliche Verdächtige aus dem Filmgeschäft mitwirken wie nie zuvor. Und ich, die Filme und Serien sehr liebt, kann mich nur fragen: Warum erst jetzt? 🙂

Sequels, Prequels und Anlehnung an Bekanntes

Es ist ein wenig gruselig aber mir fallen tatsächlich zuallererst die beiden Psychothriller-Serien Hannibal und Bates Motel ein. Beide sind Prequels zu Filmen und wollen uns zeigen was passierte bevor ‚es‘ passierte. Aber das ist scheinbar noch längst nicht alles. So wird beispielsweise Sleepy Hollow ins Serienformat gepresst (allerdings unter einer etwas anderen Prämisse, als wir jetzt vermuten könnten – Stichwort Zeitreise). Auch Agents of S.H.I.E.L.D. reiht sich hier ein dank Filmen des Marvel Cinemativ Universe wie Iron Man, Thor oder Avengers, in denen das Team von S.H.I.E.L.D. auftrat. Eine Serien-Adaption von Rosemarys Baby und Tommyknockers oder auch 12 Monkeys klingt spannend in meinen Ohren. Das Aufgreifen manch anderer Stoffe kann ich weniger gut nachvollziehen, zum Beispiel Serien-Ableger der Filme Scream und Legion. Ob man die anstehende Serie über den Grafen Dracula dazu zählen darf? Ich bin mir nicht sicher. Bei den zuletzt genannten bin ich mir unsicherer als bei Hannibal und Bates Motel, dass es ein Erfolg werden kann. Stellt sich mir die Frage, ob wir eine Flut von Serien zu erwarten haben, die an Filme angelehnt sind und ob wir nicht am Ende übersättigt sind.

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Scheinbar sind sich alle Filmschaffenden mitlerweile bewusst was für ein Potential Serien haben und nutzen das auch. Dass sich große Namen dem Serien-Business zuwenden, kann ich nur begrüßen und auch mit den Prequels/Sequels usw. wurden einige Serien geschaffen die im wahrsten Sinne des Wortes irre gut sind. Nur bei diesem Prequel/Sequel-Wahn habe ich meine Bedenken, ob sich dieser Trend lange hält. Wenn es dann erst einmal Serien von solchen Gurken wie Scream gibt, könnte sich das schnell erledigen. An und für sich finde ich die Idee aber großartig. Was sagt ihr zu diesen beiden Trends die sich absetzen? Seid ihr über den einen oder anderen besonders froh? Gibt es bestimmte Schauspieler die euch in einer Serie besonders überrascht haben? Oder Prequels, Sequels etc. zu bestimmten Filmen?

Immer zwischen dem 5. und 10. eines jeden Monats mache ich einen kleinen Ausflug in die Serienlandschaft. Ob aktuelle Serien, all-time-favorites, irgendeine TOP-5 oder einfach ein paar zerstreute Gedanken: es ist alles dabei :).