Horrorctober 2015 – Woche 4 Recap (Excision)

Posted by in Film, Serienlandschaft

Diese Woche war soviel los, dass ich kaum dazu gekommen bin die Horrorctober-Liste abzuarbeiten. (Macht sich auch daran bemerkbar, dass ich es gar nicht schaffe eure Kommentare zu beantworten 🙁 . Ich erspare euch das Jammern, aber bitte hört nicht auf zu kommentieren 😉 ) Ein Filmchen habe ich aber trotzdem geschafft, undzwar einen von dem ich vermutet habe, dass er am wenigsten zu Halloween oder dem Überbegriff Grusel/Horror/Splatterfilm passt. Mal sehen, ob ich recht hatte …

Horrorctober-2015

Excision

Pauline (AnnaLynne McCord) scheint kaum in die Welt ihrer Mutter zu passen. Sie kümmert sich kaum um ihr äußeres, läuft mit vor Fett triefenden Haaren rum und ihre Körperhygiene ist fragwürdig. Sie ist begeistert von Chirurgie und ihre Träume voller sexueller Perversionen und blutigen Szenarien erregen sie, während andere das eher als Albtraum bezeichnen würden. In der Schule eckt sie mit ihrer provokativen Andersartigkeit an – und sie fordert das auch bewusst heraus. Alle in ihrem Umfeld wirken ratlos und überfordert, allen voran ihre Mutter Phyllis (Traci Lords). Sie versucht Pauline in ihr enges Vorstadtbild einer perfekten jungen Frau zu zwängen: statt zu einem Psychiater geht’s zur Beratung zum Pastor in die Kirche und sie soll am Figurentanz teilnehmen. (Ich weiß nicht mal was das ist.) Pauline kommt einzig und alleine mit ihrer an Mukoviszidose leidenden Schwester Grace (Ariel Winter) klar.

Ich habe oft Leute sagen hören, dass Excision ziemlich seltsam ist und das ist auch aus meiner Sicht treffend. Pauline ist praktisch eine Naturgewalt, wenn es darum geht Leute zu verprellen. Ihr Hang zu sexuellen und körperlichen Perversionen ist extrem und trotzdem hat man von Anfang an den Eindruck, dass sie die einzige ist, die versteht wie der Hase läuft. Ihre Mutter ist extrem verblendet und erkennt das Ausmaß des soziopathischen Verhaltens ihrer Tochter nicht im mindesten. Ihr Mann wird durch sie so unterdrückt, dass er quasi überhaupt nicht geistig anwesend ist und alle anderen um Pauline sind hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Ihre Schwester mal davon ausgenommen. Die Schulclique und die anderen Mädels und Jungs sind schön stereotyp dargestellt, reden den ganzen Tag über Typen und Sex oder das andere Extrem: springen im Vorgarten Springseil. Anfangs fühlt sich der Film also mehr wie eine Satire an, wenn da nicht Paulines krasse Pläne wären unter welchen Umständen sie ihr 1. Mal erleben will (fragt mich nicht), ihre einseitigen Gespräche mit Gott und ihre blutig-künstlerischen Träume. Gegen Ende des Films haben wir aber die traurige Gewissheit, dass Paulines Geist doch nicht so gesund ist wie sie allen weismachen will. Und da steckt wahrscheinlich auch die Aussage des Films: wir nehmen von Anfang ohne jegliche Erklärung teil an Paulines Innenleben und das erscheint auf seltsame Art schlüssig. Erst später erleben wir das zerfaserte Flechtwerk eines kranken Geistes. Was jetzt aber nicht heißt, dass alle anderen plötzlich gesünder wirken. Excision zeichnet das Bild einer grotesken Welt, in der man sich fast nicht wundert, dass Pauline zwischen all den Saubermännern geworden ist wie sie geworden ist. Das macht Excision aber auch zu einem Film, bei dem man manchmal physische und psychische Schmerzen beim Anschauen verspürt. Oder in anderen Worten: trotz Paulines bissiger Art und mancher witzig-ekliger Aktionen (Stichwort: „Ich bin eben seinem Charme verfallen.“) macht es nicht zwingend Spaß Excision zu schauen. Für Kenner von 90210, ist es wohl ein Fun-Fact, dass AnnaLynne McCord hier eine bewusst nicht hübsche Rolle spielt. Ich kannte sie nicht, nachdem ich aber mehrfach begeisterte Kommentare über ihre Verwandlung gelesen habe, musste ich mal googeln und komme zu dem Schluss: ja, das ist ein Unterschied. Trotz ihrer soliden Leistung empfinde ich die anderen Darsteller als etwas blass und eindimensional, was dem Film manchmal einen seltsamen Indie-Touch gibt. Was ich aber nochmal hervorheben muss, sind die extrem kreativen Albträume Paulines: Kostüme, Maske und Setting sind sehr morbide und manchmal eklig, aber auch irgendwo zwischen elegant und genial. Nur das Gesamtpaket hätte man besser konstruieren können.

(6/10)

Sternchen-6

Und sonst so?

Auch nichts zu berichten 🙁 Ich habe sage und schreibe eine Folge Akte X geguckt, mehr nicht. Aber wenn ihr diesen Artikel lest, werde ich mit meiner Challenge schon weiter sein. 😉 Da es diesmal so wenig zu berichten gab, haue ich hier noch einen Auszug aus meiner Halloween-Playlist rein. Viel Spaß damit. (Und ja, ich ziehe das Halloween-Ding voll durch.) Wer keine Bride of Chucky-Spoiler möchte, sollte sich die Augen zuhalten oder so.

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Zu den bisherigen Artikeln

The Beginning (Ankündigung)
Horrorctober 2015 — The Reckoning (Woche 1 Recap)
Horrorctober 2015 — Woche 2 Recap (The Host, The Visit)
Woche 3 Recap (Acacia, The ABCs of Death, American Horror Story S4)

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