Serienlandschaft: Medien, um die Pandemie-Panik zu füttern

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Nun, wo der Coronavirus auch in Deutschland angekommen zu sein scheint, will sich vielleicht der eine oder andere unter euch darauf vorbereiten wie man sich in Zeiten von Desinfektionsmittelmangel und Quarantäne (nicht) verhält. Denn dankbarerweise haben uns zahlreiche Bücher, Serien und Filme darauf vorbereitet wie das ist, wenn die Krankheit ausbricht, die uns alle in nach Menschenblut gierende Zombies verwandelt. Oder habe ich da gerade was verwechselt? Hmmm … .

Natürlich haben Pandemien anfangs und solange es noch witzig ist immer den Scherz auf ihrer Seite: Zombie-Apokalypse ik hör dir trapsen. The Walking Dead, Black Summer und andere Medien erzählen uns in vielfarbigen Schattierungen von dem Ausbruch der Seuche. Manchmal als Anlass für einen blutigen und ekligen Gewaltexzess, der die „Generation Krass“ anspricht. Manchmal als echte und dramatische Metapher darauf, was eine außergewöhnliche Notsituation aus der Menschheit und Menschlichkeit macht. Mal ein anderer Ansatz: in In the Flesh geht es um „geheilte“ Zombies, die aber aufgrund ihrer Taten während der Erkrankung und den Spuren der Seuche immer noch wie aussätzige behandelt werden. Tatsächlich gibt es aber auch einige Serien, die sich dem Thema einer Ansteckungskrankheit bodenständiger gewidmet haben und ganz ohne Blutfontänen auskommen. Die deutsch-amerikanische Koproduktion Counterpart handelt von zwei koexistierenden Welten, die eigentlich „Zwillinge“ wären. In der einen brach aber ein verheerender Grippevirus aus, der die Bevölkerung stark dezimierte und politische Unruhen schürte. Hat „die andere Seite“ den Virus mit Absicht eingeschmuggelt?


„Counterpart | Official Trailer Starring J.K. Simmons | STARZ“, via STARZ (Youtube)


„CONTAGION – offizieller Trailer #1 deutsch HD“, via Warner Bros. DE (Youtube)

Wer es etwas hanebüchener mag, der kann einen Blick auf In Between werfen. Auch dort grassiert eine Krankheit. Ihr special feature: an ihr sterben alle Menschen ab einem bestimmten Alter. Man findet sie derzeit zuhauf, diese Serien. Pandemie gibt es gar wortwörtlich auf Netflix – eine Dokuserie. Wer sich filmisch auch noch der Panik widmen möchte, dem empfehle ich gar sehr den Film Contagion. Der fährt auch den Ansatz einer grippe-artigen Erkrankung und der Ausbruchsherd ist dem von Covid 19 nicht unähnlich. Aber nicht mal hier in diesem furchterregend realistischen Film hat man mit dem Rassismus gerechnet, den wir jüngst beobachten mussten. Eine japanische Bekannte von mir wurde auf der Straße von einem panischen Passanten angeschrien. Solche Situationen holen offenbar das schlechteste aus den Menschen hervor. Wie hätte er sich verhalten, wenn der Virus hier zuerst ausgebrochen wäre? Das hat nicht mal die Fiktion vorhergesehen. Wer es mit Zombie-Metaphern mag, kann sich ja mal 28 Days later anschauen. Und wer es metaphernreicher und künstlerischer mag, kann es mal mit meinem Lieblingsfilm Perfect Sense versuchen. Dort verlieren die Menschen durch eine Pandemie nach und nach ihre Sinne. Am Ende bleibt eine Botschaft: es geht trotzdem irgendwie weiter, wenn wir uns unsere Menschlichkeit bewahren.


„Perfect Sense – Trailer (deutsch/german)“, via Universum Film (Youtube)

Achtung: wer es jetzt immer noch nicht ahnt, der Artikel ist nicht vollständig ernst gemeint. 😉 Die gelobten Filme und Serien sind aber trotzdem gut! Tatsächlich kamen mir bei den stündlichen Meldungen über Covid-19 einige Serien und Filme in den Sinn, die sich allerlei Schreckensszenarien einfallen ließen. Manche mehr oder weniger (un)realistisch und aufrüttelnd. Das wohl krasseste ist aber, was die Medien und Nachrichten (und Menschen allgemein) aus dem Virus machen. Manch einer scheint angesichts der Meldungen seinen Anstand zu vergessen und die Nachrichten vergessen dabei auch mal über was anderes zu berichten (z.B. darüber, dass die Buschfeuer in Australien inzwischen gelöscht sind) und schüren zusätzlich Panik für etwas, das im Grunde eine schwere Grippe ist. Das soll den Virus keineswegs banalisieren! Nur wünschte ich mir, dass man den gesunden (pun intended) Mittelweg bei der Berichterstattung findet und die Standards, die man aktuell versucht in die Wege zu leiten auch bei „normalen“ Grippen lebt. Denn Überraschung: die sogenannten Risikogruppen, sind auch bei denen Risikogruppen.

Immer zwischen dem 5. und 10. eines jeden Monats mache ich einen kleinen Ausflug in die Serienlandschaft. Ob aktuelle Serien, all-time-favorites, irgendeine TOP-5 oder einfach ein paar zerstreute Gedanken: es ist alles dabei :).