Blogophilie August 2019

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Der Monat war unerwartet schnell vorüber – und so hinkte meine Blogophilie gar nicht unbedingt hinterher, weil ich so langsam gelesen habe (Urlaub sei Dank), sondern weil so viele Artikel zuerst geschrieben werden wollten. Ich spare mir eine längere Vorrede und präsentiere: einen kleinen Auszug der besten Blogbeiträge, schrägsten Artikel und interessantesten Denkanstöße, die ich im August lesen durfte. For non-german-readers: ‚Blogophilie‘ is a collection of blogposts I really liked and would like to share with others. So if you’re featured here, then it’s because you’ve done something great.

Filme, Serien, Lite­ra­tur, Manga, Anime und andere Sachen die Spaß machen

Der Urknall des Clamp-Universums Annalena Baasch hat auf Tanuki Republic über die Manga-Künstlerinnen-Gruppe CLAP geschrieben und das Multiverse der CLAMPschen Charaktere, die u.a. in Tsubasa vielgestaltig aufeinander treffen. Ich schwöre, es ist rein zufällig, dass ich auch vor einer Weile eine Ode an CLAMP schrieb und neulich dasselbe Beitragsbild verwendet habe …

John Steinbeck: Der Winter unseres Missvergnügens (1961). Geld ist nicht freundlich Jana hat sich einen Roman von John Steinbeck vorgenommen, der den Amerikanischen Traum seziert.

#EXCHIANGING: WIR LASEN GEMEINSAM „EXHALATION“ – UND DIE MEDIENPÄDAGOGIN IN MIR IST WIEDER VOLLER NEUER INSPIRATION Kathrin hat innerhalb einer Leserunde (mit Voidpointer und mir 🙂 ) Ted Chiangs jüngsten Kurzgeschichtenband „Exhalation“ gelesen und führt auf ihrem Blog durch das Buch mitsamt kurzer Inhaltsangaben und der Impulse und Denkanstöße, die die wirklich sehr vielseitigen Erzählungen geweckt haben. Wer ihn noch nicht kennt: beobachtet diesen Ted Chiang, der kann was.

… wenn „4 3 2 1“ von einer Frau geschrieben worden wäre Frauenleserin Kerstin stellt sich die Frage, wie die Versionen des Lebens einer Frau nach dem Muster von Paul Austers Mammutwerk aussehen würden. Und kommt zu einigen Lebensplänen und Ausgängen, die Austers Entwurf nicht berücksichtigt hat.

[MEHR ALS KRIMIS] VON BÜCHERN UND NORWEGERN Gabriela nahm als Anlass, dass Norwegen das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019 ist und hat uns mal ein buntes Gemisch aus norwegischer Literatur zusammengestellt.

Screened zeigt am (nicht spoilerfreien) Beispiel einiger koreanischer Horrorfilme wie Train to Busan, A Tale of Two Sisters und The Wailing was der koreanische Horrorfilme anders macht – und was so anziehend und diskutierungswürdig.

„What We Can Learn From Korean Horror“, via Screened (Youtube)

 

DIE KUNST DES HERR DER RINGE VON J.R.R. TOLKIEN – W.G. HAMMOND + C. SCULL Der Herr der Ringe ist derzeit öfter in den Blogs zu Gast – in Leserunden oder auch im Beitrag von Sandra zu einer besonderen Ausgabe über die Kunst in HdR. Concept Art ist das Thema des Buches, das Tobi von Lesestunden auf seinem Blog vorstellt („Reise durch Mittelerde“).

Das Ölgemälde als Jungbrunnen – „The Picture of Dorian Gray“ von Oscar Wilde Marion hat zum Einen Oscar Wildes Klassiker und Sittenbild besprochen, andererseits mit der Erwähnung von Insta-Storys mein Kopfkino angestoßen. Wieviele Dorians gibt es wohl da draußen?

Women in Science (18) Cordelia Fine Stellvertretend für Sabines gesamte Beitragsreihe #WomenInScience steht hier heute ein Beitrag über Cordelia Fine, die mit Gendermythen und dem Biologie Blaming aka „biology as fallback“ aufräumt. Keine Ausreden mehr.

Ian McEwan – „Maschinen wie ich“ Constanze Matthes zieht auf Zeichen & Zeiten einen Vergleich zwischen dem modernen Prometheus aus Mary Shelleys Klassiker „Frankenstein“ und Ian McEwans jüngsten, maschinellem „Monster“.

What Happened to Offred? Margaret Atwood’s Big Sequel Answers Readers’ Questions Keine Spoilerwarnung nötig, weil nicht gespoilert wird. Kürzlich erschien Margaret Atwoods Fortsetzung zu „The Handmaid’s Tale“ mit dem Titel „The Testaments“. Goodreads führte ein Interview mit der Autorin, in dem statt Offreds Schicksal andere spannende Fakten verraten werden. Beispielsweise, ob sich das Buch mit der Handlung der Serie deckt. Ich bitte großzügig zu übersehen, dass der Artikel eigentlich Anfang September erschien 😉 ich kann den nicht einen Monat für mich behalten.

The dark side of Japan’s anime industry Keine Ahnung, wo ich den Artikel aufgegabelt habe, aber Vox schrieb bereits im Juli über die üblichen Praktiken der Anime-Industrie. Von Dumping-Löhnen, endlosen Schichten und einer Industrie, die dennoch oder gerade deswegen wächst und wächst und wächst.

I Can’t Tell You, It Would Be Bad Luck Wusstet ihr, dass Sir Ian McKellen einen Blog hat? Und das schon sehr sehr lange?? Man kann hier seine Gedanken bis in die Zeit zurückverfolgen als X-Men gedreht wurde und noch weiter zurück. Pretty cool! Aber: retro look ahead.

Hirngymnastik Neurologie – Oliver Sacks Im Zuge ihrer Beitragsreihe widmet sich Sabine dieses Mal der Neurologie und speziell dem Neurologen Oliver Sacks und seiner bewegten und bewegenden Lebensgeschichte – ich brenne seitdem etwas von ihm zu lesen!

Russlands Supermodel-Agentin Als ob sie sich abgesprochen hätten 😉 Sebastian hat neulich ein paar Filme über Agentinnen geschaut und stolperte dabei über immergleiche sinnfreie Tropen. Christian hat auch einen geschaut, aber offenbar einen anderen.

Classical Reception in „Game of Thrones“ (by David Hogg) Michael teilt auf seinem Blog einen Beitrag von David Hogg, der aufzeigt welche Anleihen aus der Antike in Game of Thrones wiederzufinden sind

Real Life

„How dare she?“ „Otaku-Journalist“ Lauren Orsini teilt die Geschichte einer „Influencerin“, die Geld mit ähm … „erstaunlichen Dingen“ verdient und was das mit dem Imposter-Syndrom und erfolgreichen Frauen zutun hat.

Migräne „Das völlige Stillstehen von Zeit bei extremen Schmerzen ist dabei übrigens ein faszinierendes Extra, auf dass ich zumindest in den jeweiligen Stunden gerne verzichtet hätte“ – falls mal wieder jemand Migräne mit Kopfschmerzen verwechselt und nicht versteht, was mein Problem ist, verweise ich auf den knappen, aber prägnanten Artikel von Stephanie Jaeckel auf klunkerdesalltags, der auf den Punkt bringt wie sich Migräne anfühlt.

104-Year-Old Holocaust Survivor’s 400 Descendants Gather for Historic Family Photo Eine Lebenslinie fast ausgelöscht, vierhundert Leben eventuell nie existent? Shoshana Ovitz hat den Holocaust überlebt und ein ich möchte sagen legendäres Familienfoto vorzuweisen. All das: ein Mahnmal des (Über)lebens. Twisted Sifter hat’s gefunden

Simone Biles Historic Triple-Double in Extreme Slow Motion Einmal bitte volle Körperkontrolle und immense Frauenpower. Gymnastin Simone Biles hat mit ihrem Triple Double bei den US Women’s Gymnastics Championships vor Kurzem Sportgeschichte geschrieben. Ich bin beeindruckt! Die Zeitlupe teilt TwistedSifter.

Warum du nicht mit Rōmaji Japanisch lernen solltest Wahre Worte über das Erlernen der japanischen Sprache oder wie man es besser nicht macht – auf Japanische Literatur

Unbequeme Wahrheiten // Von Spiritualität und dem Geschäft mit dem Zen Der Titel verrät alles, nur nicht wie herrlich witzig-bissig sich der Artikel auf This is Jane Wayne liest.

Kunst, Design, Life­style, Musik

What Can You do if Your Artwork is Stolen? Key-Give-Away des Artikels auf Illustrators Lounge ist übrigens (Spoiler), dass es keine Formel gegen Plagiate und den Klau des geistigen Eigentums gibt. Gerade über Ländergrenzen hinweg gestaltet sich das schwierig. Aber der Artikel gibt einige Impulse zur Kennzeichnung der eigenen Werke.

Rigoletto – Bregenzer Seefestspiele Musik-Auskenner und Opernfan Hemator nimmt uns dieses Mal mit zu den Bregenzer Festspielen und bringt uns die Motive von Verdis „Rigoletto“ näher.

Kunststipendium Die Meermalerin hat ein Kunststipendium bewilligt bekommen und zeigt uns wie es sich in der Zeit gelebt hat. Ein Träumchen 😀

Lus­ti­ges, Kurio­ses, Fantastisches

Junji Ito dürfte Mangakennern für seine Horrorstoffe wie Uzumaki – Spiral Into Horror bekannt sein. Er ist ein Meister darin Situationen und Szenen zu kreieren, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. VIZ hat den Autor mit einigen (angeblich) gruseligen Videos konfrontiert und seine Reaktionen beobachtet. Spoiler: er ist nicht sonderlich beeindruckt.

„Junji Ito Reacts | Is That Scary? | VIZ“, via vizmedia (Youtube)

Review Randall Munroe fasst auf XKCD wunderbar kurz und prägnant zusammen wie sinnbefreit Reviews sein können. Und doch existieren. Ich mag da als Bloggerin, die u.a. Film- und Literaturreviews schreibt, im Glashaus sitzen, aber ich habe schon mal Reviews von Straßen gesehen. Von Straßen!!

People are Sharing Photos That Confuse Them and Now My Brain Hurts (21 Pics) Hier – falls eure Köpfe nicht schon dank der ganzen Links und des Lesestoffs rauchen. Gern geschehen. Via TwistedSifter.

Mal ehrlich – die Videos, die Junji Ito gezeigt wurden sind ja auch gar nicht gruselig, oder? Was findet ihr zum Fürchten? Womit hättet ihr versucht ihn zu erschrecken? Habt ihr eigentlich eine Lieblings-Oper? Was habt ihr im letzten Monat gelesen, das euch nachhaltig begeistert hat?