7ème art: Die Pink-Panther-Filmreihe

Posted by in 1964, 1968, 1975, 1976, 1978, 1982, 1983, 7ème art, Film, Filmreihe, Komödie, Krimi und Noir, Review, Spielfilm, UK, USA

Es wurde mal wieder Zeit eine Filmreihe aus der To-Watchliste zu streichen, die ich schon lange in Angriff nehmen wollte. Die chaotische Energie der „Pink Panther“-Filme (bzw. „Rosaroter Panther“-Filme) macht insbesondere am Anfang der Reihe Spaß, aber schon ab dem zweiten Teil war auch klar, dass die Produktionsgeschichte selber sehr wild ist! Heute bespreche ich also sieben Filme der Pink-Panther-Filmreihe, aber Achtung: erst ab dem zweiten Film. Der erste wurde schon hier besprochen.

Ein Schuß im Dunkeln

Der zweite Teil der Rosaroter-Panther-Filme kommt ohne rosaroten Panther aus und scheint die Geschehnisse des ersten Film total außer Acht zu lassen. Es wird weder darauf eingegangen wie Inspektor Clouseau (Peter Sellers) vom Ende des ersten Films bis hierher kam (was durchaus diskutabel wäre), noch was aus seiner Ehefrau aus dem ersten Film wurde. Man könnte sich das als Prequel erklären, aber die Wahrheit liegt wie so oft in der Produktionsgeschichte. Eigentlich basiert der Film auf einem Bühnenstück, in dem der herrlich schusselige Inspektor Clouseau gar nicht auftaucht. Peter Sellers aber sollte die Hauptrolle des ermittelnden Beamten spielen und auf sein Anraten hin wurde die Rolle zu Clouseau umgeschrieben. Jetzt macht es auch Sinn, dass Ende vom ersten und Beginn des zweiten Films nicht zueinander passen wollen. Finden wir das aber gut? Ich für meinen Fall war etwas davon überrumpelt, dass dieser Rosarote-Panther-Film ganz ohne rosaroten Panther auskommen muss.

Die eventuell gestörte Erwartungshaltung tut dem Filmgenuss aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Der Film beginnt mit den Bewohnern des üppigen Anwesens des Millionärs Benjamin Ballon (George Sanders). Eine um die andere Person stiehlt sich aus seinem oder ihrem Bett und schlüpft in eins ein paar Türen weiter. Spannend. 🙂 Dann hören wir den titelgebenden Schuss im Dunkeln und oh Schreck: es gibt eine Leiche. Der Fall wird „aus Versehen“ Inspektor Clouseau zugeteilt, der es nicht mal ohne kleinere Unfälle bis zur Haustür des Millionärs schafft. Sehr zum Leidwesen seines Chefs Charles Dreyfus (Herbert Lom). Clouseau verliebt sich prompt in die Hauptverdächtige Maria Gambrelli (Elke Sommer), das Hausmädchen der Familie. Das Opfer ist ihr Geliebter. Clouseau ermittelt und lässt dabei kein Fettnäpfchen aus. Von brennenden Jackentaschen, kleineren Unglücken im Nudistencamp und er wird auch mindestens drei Mal festgenommen. Die Gagdichte ist viel höher als noch im ersten Clouseau-Film und gipfelt in einem Finale, das so witzig ist, dass man sogar vergisst, dass die Frage wer denn nun der Mörder ist gar nicht aufgelöst wurde. Außerdem legt Ein Schuß im Dunkeln den Grundstein für weitere Running Gags wie Clouseaus relativ rücksichtslose Kämpfe mit „Cato“ (hier: Burt Kwouk), eine Anspielung auf The Green Hornet. Unglaublich witzig!

Ein Schuß im Dunkeln (OT: A Shot in the Dark), UK/USA, 1964, Blake Edwards, 102 min, (9/10)

Sternchen-9


„A Shot in the Dark Official Trailer #1 (1964) – Peter Sellers Movie HD“, via Movieclips Classic Trailers (Youtube)

Inspektor Clouseau

Je nachdem, wo man nachliest oder wen man fragt, gehört der Film nicht offiziell zur Pink-Panther-Reihe. Er ist der erste Pink-Panther-Film, in dem nicht Peter Sellers, sondern Alan Arkin die Rolle Inspektor Clouseaus übernimmt und Bud Yorkin anstatt Blake Edwards Regie führt. Und das merkt man. Alan Arkin ist keine Frage eine Schauspielgröße, aber bringt nicht den slapstickigen Charme Peter Sellers als Clouseau auf die Mattscheibe, sondern einen Tick zuviel Überheblichkeit. Aber auch das Drehbuch gibt bei Weitem nicht soviel Gelegenheit zu gekonnter Verwirrung und ist wesentlich eindimensionaler und die Gagdichte geringer als in beispielsweise Ein Schuß im Dunkeln.

Der Film handelt von Inspektor Clouseaus Außeneinsatz in Großbritanien als Scotland Yard um seine Unterstützung bei der Auflösung eines geplanten Banküberfalls bittet. Eine weitere verpasst Chance: warum hat man nicht mehr aus dem culture clash gemacht? Außer einem Herrenclub, einer sehr persistenten schottischen Dame und ein wenig Haggis prallen die Welten hier eher weniger aufeinander. Natürlich will man sich des tollpatschigen Clouseaus entledigen, was zu der (einzigen?) witzigen Szene im Zug führt, bei der Clouseau denkt, dass ihn jemand umbringen will, weil er gerade bei einem Kinderspiel zum Zeitvertreib gewonnen hat. Ansonsten sorgt in dem Film der Ausflug in die Schweiz und Auftreten der Lindt-Schokoladenmanufaktur für das meiste Aufsehen.

Inspektor Clouseau (OT: Inspector Clouseau), UK, 1968, Bud Yorkin, 96 min, (4/10)

Sternchen-4

Der rosarote Panther kehrt zurück

Elf Jahre sind seit dem letzten Clouseau-Film vergangen, in dem Peter Sellers den chaotischen Inspektor mimte. Und zwölf Jahre seitdem der Rosarote Panther zuletzt zu sehen war, obwohl er den Namen der ganzen Filmreihe geprägt hat. Inzwischen kann man den Edelstein in einem Museum im fiktiven Lugasch bewundern. Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen massiv sind, gelingt es einem Dieb den Klunker zu stehlen. Es gibt Hinweise, dass es sich beim Übeltäter um den Meisterdieb Das Phantom handelt. Die Behörden fordern die Hilfe des Ermittlers an, der bereits einmal mit dem Rosaroten Panther und Phantom zutun hatte. Jacques Clouseau (Peter Sellers) war zwischenzeitlich Streifenpolizist und wird nun sehr zum Leidwesens seines Chefs Charles Dreyfus (Herbert Lom) wieder zum Inspektor befördert. Währenddessen wird auch Sir Charles Litton (Christopher Plummer) alias Das Phantom auf den Fall aufmerksam und hellhörig: denn er kann sich nicht erinnern seinen Ruhestand aufgegeben zu haben um den Stein zu stehlen.


„The Pink Panther Collection: The Return Of The Pink Panther (1975) – Official Trailer“, via Shout! Factory (Youtube)

Während nun sowohl Clouseau als auch Litton versuchen den Fall auf ihre jeweils eigene Art zu klären, etabliert Blake Edwards hier zwei Parallelhandlungen. Clouseaus hervorragend chaotisch und witzig, die Littons wie ein Thriller. Obwohl zwei Filme dazwischen liegen und nun Christopher Plummer statt David Niven Das Phantom verkörpert, geht es im Grunde in bester Comedy-Heist-Manier weiter. Auch mit der chaotischen Energie der Filme an sich. Schließlich wird absolut gar nicht erklärt wie Clouseau nach dem ersten Film aus seiner misslichen Lage herauskam, was aus Cloueaus Frau wurde oder wie der Edelstein dann im Museum landete – all das war nämlich am Ende des ersten Films eine recht große Zwickmühle. Man entschied sich dazu all das zu ignorieren. Es gibt kaum eine Filmreihe, die heutzutage mit sowas durchkommen würde – außer wohl Fast & Furious, da scheint alles egal zu sein.

Dafür gibt der Film uns Catherine Schell in der Rolle der Lady Claudine Litton und etabliert damit dankenswerterweise eine Frauenrolle, die keine damsel in distress ist. Hinzu kommen ein paar neue Gags, die ausgesprochen gut zu Clouseau passen wie der im O-Ton sehr schön nachvollziehbare überzogene französische Akzent und Running-Gag, das selbst Clouseaus Landesgenoss*innen ihn nicht verstehen, wenn er mit Akzent Englisch spricht („Minkey“ = „Monkey“, „Reum“ = „Room“, …). Ich habe die herrlich affektierten Wortneuschöpfungen noch eine Weile nach dem Film nicht aus dem Kopf bekommen. Davon mal abgesehen aber laggt der Film etwas. Das Verwirrspiel um den tatsächlich Dieb ist für den Zuschauer leider zu schnell durchschaubar, die Suche Littons und Clouseaus dafür etwas zu lang. So wirkt der Film bei Weitem nicht so rasant wie er könnte. Auch manche Gags wie der mit Cato (Burt Kwouk) und Clouseaus desaströsen Attacken aufeinander oder Dreyfus ständige Verwechslungen zwischen Feueranzünder und Pistole, die einige Opfer fordert, werden etwas zu oft ausgereizt.

Der rosarote Panther kehrt zurück (OT: The Return of the Pink Panther), UK, 1975, Blake Edwards, 113 min, (7/10)

Sternchen-7

Inspektor Clouseau, der „beste“ Mann bei Interpol

Obwohl der deutsche Titel zu lang und sperrig ist, gibt er den Inhalt besser wieder als der Originaltitel. Der ist nämlich The Pink Panther Strikes Again und damit eher irreführend. Der rosarote Panther, d.h. der Edelstein und zentrales Objekt der Begierde früherer Filme spielt gar keine Rolle. Irgendwie wurde der rosarote Panther aber zu einem geflügelten Wort oder Wiedererkennungsmerkmal der Filme, in denen der tollpatschige Inspektor Clouseau (Peter Sellers) irgendwas jagt. In diesem Fall ist es eher Clouseau der gejagt wird. Anfangs soll Clouseau, der inzwischen Chief Inspector der Sûreté (frühere, französische National-Gendarmerie) ist, das Verschwinden eines britischen Professors auflösen und wird zu dem Zweck von Interpol angefordert. Wir hinterfragen das wie so oft nicht weiter. 😉 Nachdem also „der beste Mann“ der Sûreté in England Steinway Pianos zerstört und mittlere Katastrophen mit Personenschaden verursacht, tritt sein Gegenspieler in Erscheinung. Niemand geringeres als sein früherer Chef Charles Dreyfus (Herbert Lom), den er offenbar in den Wahnsinn getrieben hat. Und der hat inzwischen eine Verbrecherorganisation gegründet und trachtet Clouseau nach dem Leben.

Selbstredend, dass der Fall Clouseaus und Dreyfus Plan im Zusammenhang stehen, was alle wissen außer Clouseau. Letzten Endes wird Clouseau dann selber zum Gejagten. Im 5. Clouseau-Film (den ohne Peter Sellers mitgerechnet), kumulieren nun alle Merkmale und Kennzeichen von Peter Sellers ikonischer und chaotischer Figur: irre Kämpfe mit Cato (Burt Kwouk), alberne Verkleidungen, ein so starker Akzent, dass selbst Clouseaus Landsleute ihn nicht verstehen und natürlich seine nahezu gefährliche Schusseligkeit. Was sich ebenso von Film zu Film verstärkt ist Clouseaus zu großes Selbstbewusstsein, das zumindest mich hier das erste Mal ein klein wenig gestört hat. Dreyfus Plan erweckt nicht ganz zufällig den Eindruck eines megalomanischen Bond-Bösewichts und bringt einen Hauch abstruse Science-Fiction in den Film, mit dem man dann doch das erste Mal den Eindruck hat, dass sich der Film thematisch etwas zu sehr wegbewegt. Rein klimaktisch mischen sich zuviele einzelne, voneinander losgelöste Etappen in den Film – dabei war er ursprünglich sogar noch länger. Trotzdem ermüdet der Film zwischenzeitlich. Besonders angenehm fällt in dem Film aber wieder die Musik Henry Mancinis auf – eins meiner Lieblingsstücke ist The Evil Theme.

Inspektor Clouseau, der „beste“ Mann bei Interpol (OT: The Pink Panther Strikes Again); UK, 1976, Blake Edwards, 103 min, (6/10)

Sternchen-6


„Henry Mancini – The Evil Theme (Late Night Tales: Agnes Obel)“, via Late Night Tales (Youtube)

Inspector Clouseau – Der irre Flic mit dem heißen Blick

Ohne Erklärung weiß man weder, wer der irre Flic ist oder was ein Flic überhaupt ist, noch wer hier genau den heißen Blick hat. Aber wie man sich schon denken kann ist Clouseau gemeint. 🙂 Flic ist eine volkstümliche Bezeichnung für französische Polizisten. Der französische „Unternehmer“ Philippe Douvier (Robert Webber) hat ein Problem. Seine Drogen-Geschäfte mit der Mafia platzen, weil jeder vor dem französischen Ermittler Jacques Clouseau (Peter Sellers) Angst hat. Also beschließt er kurzerhand Clouseau aus dem Weg zu räumen.

Da ist er ja nicht der erste … . Clouseau kann sich auch hier wie immer mehr durch Zufall herauswinden und hinterlässt dabei eine Schneise der Verwüstung. Er wird aber offiziell für Tod erklärt und nutzt die Möglichkeit um unterzutauchen und den Fall undercover zu lösen. Dabei bekommt er tatkräftige Unterstützung von Simone (Dyan Cannon), der ehemaligen Geliebten Douvriers und natürlich von Cato (Burt Kwouk), der hier endlich mal länger als 5 Minuten zu sehen ist. Manche der Gags fruchten inzwischen vielleicht weniger als andere. Das hängt maßgeblich vom Zuschauer ab. Dass Herbert Lom als Charles Dreyfus plötzlich wieder mit von der Partei ist und wie schlüssig das ist, darf man einfach nicht in Frage stellen. Fairerweise muss man aber sagen, dass er einige der coolsten Szenen und Running Gags des Films hat. Auch dass Clouseau Attentätern entkommt, ist nicht zwingend neu. Aber zu den positiven Aspekten des Films gehört definitiv die clevere Simone, mit der nun endlich wieder eine Frau dabei ist und mit den Männern in punkto Gewieftheit mithalten kann. Der größte Trumpf ist aber die Kohärenz der Storyline. Hier führt tatsächlich mal eine Szene zur nächsten und verläuft wesentlich plausibler nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip. So ist der Film auch kurzweiliger und einfacher zu verfolgen als seine Vorgänger, die manchmal etwas verwirren und oft zu abstrusen Schlussfolgerungen führten.

Inspector Clouseau – Der irre Flic mit dem heißen Blick (OT: Revenge of the Pink Panther), UK, 1978, Blake Edwards, 104 min, (7/10)

Sternchen-7

Der rosarote Panther wird gejagt

Nachdem der legendäre Diamant Der Rosarote Panther mal wieder gestohlen wurde, wird wieder Inspector Clouseau (Peter Sellers) für die Ermittlungen angefragt. Die Obrigkeiten in Lugash haben aber inzwischen bereits eine enorme Versicherungssumme für den Diamanten ausgezahlt bekommen. Der Gedanke das zurückzahlen zu müssen, gefällt ihnen gar nicht. Was, wenn Clouseau den Fall lösen würde? Das wäre verheerend … ein Schelm, wer an Böses denkt als Clouseaus Flugzeug plötzlich als verschollen gilt. Die renommierte Reporterin Marie Jouvet (Joanna Lumley) beginnt zu ermitteln.

Mehr Handlung gibts nicht – das da oben ist schon großzügig formuliert. Leider verstarb Peter Sellers bevor die Produktion startete. Man möchte hinter die Kulissen schauen als entschieden wurde den Film eben doch umzusetzen und für Clouseau nicht etwa zu recasten, sondern vorhandenes, bisher unveröffentlichtes Material der vorhergehenden Filme zu benutzen. Aber nicht nur: es gibt auch neues Material. Insbesondere die Szenen in denen Jouvet Bekannte Clouseaus befragt wie er aufgewachsen ist, ob sie ihn für tot halten oder gar eine Spur haben. Und der Film recycelt innerhalb dieser Rückblicke Material der vorherigen Filme wie beispielsweise die Kämpfe Cloueaus mit Cato (Burt Kwouk). Jouvets Recherche und der sehr dünne Fall des schon wieder verschwundenen Diamanten sind der Kitt, der dieses Flickwerk zusammehält.

Das funktioniert sogar über weite Strecken recht gut. Leider wird es am Ende aber doch zu dünn, aufgrund des ganz offensichtlichen überstürzten und unreifen Endes. Je nach Zuschauenden kann der Film sogar insgesamt sehr amüsant sein, da er wie ein Supercut der witzigsten Szenen Clouseaus wirkt und wie eien Hommage an Sellers ikonische Figur. Für diejenigen, die gerade relativ tief in der Reihe drinstecken und sich beispielsweise schon in der Vergangenheit sehr an Inkonsistenzen störten, wird der Film eher ein Ärgernis. Nicht nur wegen der mangelnden Geschlossenheit, sondern auch weil das Kuddelmudder von „Was passierte von Film 1 zu Film 2 zu Film 3“ hier nochmal auf den Kopf gestellt wird, indem beispielsweise Capucine hier plötzlich (wieder) als Clouseaus Ex-Frau auftritt, inzwischen Sir Litton geheiratet hat. Wir stellen nicht in Frage, wo Lady Claudine Litton hinverschwunden ist.

Der rosarote Panther wird gejagt (OT: Trail of the Pink Panther), UK/USA, 1982, Blake Edwards, 97 min, (5/10)

Sternchen-5

Der Fluch des rosaroten Panthers

Nur ein Jahr nach Der rosarote Panther wird gejagt sollte eine neue Titelfigur für die Pink-Panther-Reihe eingefüht werden, die das klaffende Loch füllt, das Original Clouseau-Darsteller Peter Sellers hinterlassen hat. Der Fluch des rosaroten Panthers versucht außerdem mit durchwachsenem Erfolg die Lücke zum Vorgängerfilm zu schließen, in der Clouseau verschwand und der Edelstein namens Rosaroter Panther erneut gestohlen wurde. So beginnt der Film damit, dass Chefinspektor Dreyfus (Herbert Lom) damit beauftragt wird einen Ermittler zu finden, der ähnliche Fähigkeiten wie Clouseau hat und Clouseaus Verschwinden auflöst. Dreyfus will aber keinesfalls, dass Cloueseau gefunden wird und manipuliert das Verfahren so, dass ein ähnlich planloser Tollpatsch wie Clouseau die Ermittlung übernimmt. Die Wahl fällt auf den amerikanischen Polizisten Sergeant Clifton Sleigh (Ted Wass). Cliftons Ermittlungen werden ähnlich chaotisch wie wir das von Clouseau gewohnt sind und führen ihn überraschend nah an die Frage nach Clouseaus Verbleib und dem Rosaroten Panther!


„Curse of the Pink Panther (1/10) Movie CLIP – Detective Sleigh Has Arrived (1983) HD“, via Movieclips (Youtube)

Eigentlich hat die Figur Clifton Sleigh vieles was Closeau auch hat: einen „Signature Look“, also einen, den man leicht wiedererkennt; sowie die absolut chaotische Energie. Im Gegensatz zu Clouseau ist er strebsam, weil er versucht sich vor seiner Polizistenfamilie zu beweisen. Außerdem verbreitet er keine Stereotypen. Aber Fans verzichten eben ungern auf ihre Helden und die oberflächliche und planlose Grantigkeit Clouseaus und sein Akzent fehlen wohl einfach. Die Figur kam nicht gut an und so ist dieser Film der erste und letzte der Reihe mit Clifton Sleigh, obwohl ich ihn durchaus als würdigen Nachfolger empfand, wenn man der Figur vielleicht noch ein paar mehr Quirks mitgeben würde.

Es sind andere Probleme, die den Film zu einer Geduldsprobe machen. Er ist viel zu lang und nimmt sich viel zu viel Zeit für Details und Gags, die schon alt sind. Beispielsweise dass erneut zig Attentäter auf Clifton losgelassen werden, die er einzig mit Tollpatschigkeit los wird. Stattdessen wird beim Ende gespart und so erfährt man nicht was Clouseau nun eigentlich dazu bewegt hat, zu tun, was er tat oder wo überhaupt Joanna Lumley als Gräfin Chandra herkam und warum sie unbedingt den Edelstein will. Ansonsten entführt uns auch dieser Film wieder an viele Orte innerhalb Europas wie Ibiza und Valencia und macht ein bisschen Fernweh. Traurigerweise ist es der letzte Film David Nivens, der kurz nach den Dreharbeiten in Folge seiner Erkrankung starb. Großartig, dass er nochmal dabei sein konnte. Einen besonderen Auftritt hat Roger Moore in einer Nebenrolle, die den Film dazu herrlich meta macht. Offenbar hatte man auf Rowan Atkinson als Clifton Sleigh gehofft, was aber abgelehnt wurde. Nichts gegen Ted Wass, aber man, das wäre groß gewesen!

Der Fluch des rosaroten Panthers (OT: Curse of the Pink Panther), USA/UK, 1983, Blake Edwards, 109 min, (5/10)

Sternchen-5

Liest man das so, könnte man denken, dass mit Sellers und Niven auch die Pink-Panther-Filmreihe gestorben ist. Tatsächlich gab es aber zehn Jahre nach „Der Fluch des rosaroten Panthers“ doch nochmal den Versuch eines Neustarts mit Roberto Benigni als Clouseaus Sohn. Nicht zu vergessen ist auch Herbert Lom als gebeutelter Inspektor Dreyfus, der später der Kitt ist, der die Filme zusammenhält. Es ist aber auch ein wirklich wilder Ritt! Was für eine Produktionsgeschichte. Wechselnde Hauptdarsteller, Filme die nicht an ihre Vorgänger anknüpfen und auch sehr „interessant“: Sachverhalte, die nie aufgeklärt werden. Wie beispielsweise alles was am Ende des ersten Films passiert.

Umso stärker sind die Alleinstellungsmerkmale Clouseaus und Peter Sellers ist mit der Figur unsterblich geworden. Neben allen Merkmalen, die oben genannt wurden, wird häufig eins besonderes vergessen: die Internationalität der Filme. Fast jeder Film spielt in wechselnden europäischen Ländern, der letzte gar kurz in New York und macht somit Clouseau zu einer Art Anti-James-Bond, was Roger Moores Auftreten in „Der Fluch des rosaroten Panthers“ eben so herrlich meta macht. Aber die Reihe strapaziert die bekannten Muster ab einem gewissen Punkt zu stark. Desto länger und gedehnter die Filme werden, desto weniger lustig sind sie. Wiederum irreführend ist auch, dass Clouseau oftmals als der „Rosarote Panther“ missverstanden wird. Der ist wiederum der heiß begehrte Edelstein, der auch nicht in allen Filmen auftritt. Vermutlich könnte man die Zeichentrickfigur des Pink Panther als eine Metapher auf alle Gegner Clouseaus sehen – aber das interessant ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr, so lange es den ikonischen Zeichentrick-Vorspann gibt und natürlich die herrliche Musik Henry Mancinis. Sollte man die Filme nun unbedingt gesehen haben!? Nun, ich denke die ersten drei mit Peter Sellers in der Hauptrolle schon. Den Rest … je nach Geduld. 😉 Kennt und mögt ihr die Filme?

„7ème art“ (Sprich: septième art) heißt „siebte Kunst“. Gemäß der Klassifikation der Künste handelt es sich hierbei um das Kino. In dieser Kategorie meines Blogs widme ich mich also Filmen – evtl. dehne ich den Begriff dabei etwas. Regulär stelle ich zwischen dem 1. und 5. jeden Monats jeweils 7 Filme in kurzen Reviews vor.