Serien-Besprechung: „The Walking Dead“ Season 5

Nach der Hammer-Ansage Ricks am Ende der vierten Staffel darf man gespannt sein wie die Gruppe aus „Terminus“ entkommt. Ihr Überlebenswille scheint ungebrochen zu sein. Die Besprechung enthält Spoiler für die vierte Staffel.

Nachdem Terminus sich als Falle entpuppt hat und die Gruppe um Rick (Andrew Lincoln) geradewegs in die Hände von Kannibalen führte, macht Rick die Ansage, dass sie sich mit den falschen Leuten angelegt haben. Allerdings ist man in Terminus auf einiges vorbereitet. Letzten Endes erhalten sie Hilfe von außen durch die ehemals aus der Gruppe verstoßene Carol (Melissa McBride). Offen gestanden: Terminus ist halt auch ein Name, der schon sehr nach Endstation klingt und alles darin und darum wirkte zu gut, um wahr zu sein.

Die Stärke des Terminus-Kapitels ist dann eher, dass es offenbart wie andere mit dem Leben „danach“ umgehen und mit dem, was ihnen widerfahren ist. Gegenüber Rick & Co. wird es nur angedeutet, aber Zuschauende dürfen etwas mehr von dem sehen, was den Menschen in Terminus widerfahren ist und sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Die Szenen sind kurz, aber schrecklich. Muss man an diesem Punkt überhaupt noch klar machen, dass Menschen ihre schlimmsten Feinde sind? Season 5 legt trotzdem noch eine Schippe drauf.

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„We ain’t ashes“

sagt Daryl in 5×06 „Consumed“. Dafür, dass Menschen ihre schlimmsten Feinde sind, liefert die Staffel mehr und mehr Beweise und stellt den Überlebenswillen der Gruppe auf die Probe. Ähnlich zur vierten Staffel teilweise getrennt voneinander. So versuchen Daryl (Norman Reedus) und Carol Beth (Emily Kinney) zu finden, wo wir erneut hinter Daryls harten Kern blicken und an Carols schon weitaus längeren Überlebenskampf. Währenddessen stoßen Rick, Carl (Chandler Riggs), Sasha (Sonequa Martin-Green), Michonne (Danai Gurira) und die anderen auf den Priester Gabriel (Seth Gilliam), der so hilflos umherirrt, als ob er verpasst hätte, dass es eine Zombie-Apokalypse gab.

In einigermaßen neuer Zusammensetzung haben sie mal kurzzeitig ein Dach über dem Kopf, aber besonders grim sind die Abschnitte in denen sie keins haben. Hunger, Durst, nachlassende Kräfte und die stetige Bedrohung zeichnen ein düsteres Bild. Überleben in einer Gemeinschaft mit anderen? Haben sie probiert und sind stets nur gescheitert. Meistens an Menschen. The Serienschöpfer geben nicht nur durch das Auftreten Father Gabriels der Staffel einen biblischen Unterton. Ist es eine göttliche Strafe dafür, dass sie getötet haben, um zu überleben? Ihre Quasi-Hungernot fühlt sich jedenfalls so an. Da wird einem der Hals trocken beim Schauen.

„Alexandria“

Ausgehungert und von ständiger Bedrohung ausgezehrt wie sie sind, tut sich eine neue Chance auf. Alexandria ist in vielerlei Hinsicht ein interessantes Kapitel für eine Gruppe, die selber nicht weiß, wieviel ihrer Menschlichkeit sie auf der Straße zurückgelassen hat. Spannend! Vielleicht meine Lieblingsstaffel. (8/10)

Sternchen-8

das nachfolgende Video enthält Spoiler für die fünfte Staffel

The Walking Dead Season 5 Epic Rick speech, Caa129, Youtube

Übersicht der Reviews: Season 1 | Season 2 | Season 3 | Season 4 | Season 5 | Season 6 | Season 7 | Season 8 | Season 9 | Season 10 | Season 11

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Da ich inzwischen schon die neunte Staffel schaue, kann man durchaus sagen: ich hänge hinterher. Zumindest was die Reviews betrifft. Denn die meisten Leute, mit denen ich über TWD rede, haben irgendwann zwischen hier und der neunten aufgehört. Und ich verstehe warum. Der Beitrag erscheint als Teil meines Booleantskalenders. Aber um niemandem die Laune zu vermiesen (auch mir nicht), hebe ich mir die Besprechungen für Staffeln 6-8 wohl für nächstes Jahr auf.

2 Antworten

  1. […] ich über die fünfte Staffel sagte, dass sie wohl meine Lieblingsstaffel ist, leitet die sechste einen der wohl unbequemsten […]

  2. […] mal ein wenig von diesen Attributen abweichen. Vielleicht hat das kurze, aber gute Kapitel um Terminus deswegen für mich besser funktioniert als der ganze Whisperers-Arc […]

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