Rückblick: Mai 2017

Einmal Heimat und zurück. Einmal Frankfurt und zurück.

Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein bewegter Monat. Die erste Hälfte war stark durch die Arbeit geprägt und ziemlich stressig. Irgendwie gab es wenig Pausen und daher war die Aussicht auf den Urlaub besonders tröstlich. In der zweiten Mai-Hälfte dann endlich der lang ersehnte Urlaub. … Und nun schreibe ich diese Zeilen an meinem letzten Urlaubstag. Seufz. Man. Das war zu schnell vorbei. Als erstes stand ein großer, runder Geburtstag in der Familie an. Das Feiern war sehr schön aber mit dem vor- und nachbereiten kann man viel Zeit streichen. Danach gab’s zwei, drei Tage zum verschnaufen und dann ging’s zur Nippon Connection. Die hat angefragt, ob ich einen Gastbeitrag schreiben möchte. Und da ich schon Jahre vorher gerne zu dem Filmfestival gefahren wäre, habe ich mich sehr gefreut. 😀 Es war fast ein bisschen wie Schicksal, auch wenn das kitschig klingt, denn ich hatte wegen der Familienfeier sowieso Urlaub genommen. Die Gelegenheit haben der Mister und ich genutzt um uns Frankfurt anzuschauen. Und das war ein ziemlich toller Kurztrip. Außerdem war das mein erstes Filmfestival. Wenn man einen Job hat und für ein Festival Urlaub nehmen muss, ist das kein einfaches Unterfangen, aber auf der Nippon Connection war es richtig klasse. Ich habe sogar Schlopsi und MorgenLuft getroffen – war cool euch mal kennenzulernen. 😀 Allerdings bin ich nicht ganz so erholt wie man das nach eineinhalb Wochen Balkonien oder Strandurlaub wäre. Aber dafür trage ich viele Erinnerungen mit mir rum und das macht mich ziemlich glücklich. 🙂

Weltgeschehen

Eh … also … viel mitbekommen habe ich diesen Monat nicht. Aber ich weiß, dass der Trump den Chef des FBI gefeuert hat. Und damit ziemlich nah an einer Amtsenthebung dran war. Denn wie soll man das nennen, wenn man den Chef des FBI feuert, nachdem der verweigert hat Untersuchungen bezüglich der Russland-Beziehung Trumps einzustellen? Hm, denken wir mal scharf darüber nach. Ansonsten hat die Wahl in Frankreich dafür gesorgt, dass alle den Atem anhalten und anschließend beruhigt aufatmen können. Der Macron ist es geworden. Eine Wahl anderer Art sorgt immer für hitzige Gemüter und witzige Tweets. Der Eurovision Song Contest. Was als Anschlag in Manchester bekannt wurde, hätte auch ein schöner Konzert-Abend werden sollen – die Mittäter wurden inzwischen geschnappt, aber viele Fragen sind noch offen. Auf der Verlustliste des Monats steht A.R. Penck und Roger More. Und: der Sommer ist da. Und bringt mit plötzlichen 15° Unterschied Deutschland ziemlich zum schwitzen.

Filme, Bücher, Serien, IT und alles andere was Spaß macht

Spaß … mmmh. Ich lese immer noch Der Zauberberg von Thomas Mann. Wer das auf Goodreads oder hier mitverfolgt hat, weiß, dass das manchmal ein K(r)ampf ist. Aber inzwischen waren einige spannendere Kapitel dabei, sodass es etwas einfacher wird. In der ersten Hälfte gibt es einfach so wenige Fortschritte in der Handlung, dass es unheimlich zäh wirkt. Dabei sollte man eigentlich bewundern, dass das Buch so philosophisch ist. Aber das vergeht einem bei der lähmenden Zähigkeit. Ansonsten habe ich noch die auf der Leipziger Buchmesse erstandene Ausgabe von Die kleine Meerjungfrau gelesen und das Hörbuch Der Cthulhu Mythos aus H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens, #1 gehört. Kann ich sehr empfehlen, ich werde mit der Reihe wahrscheinlich auch weitermachen.

Filmtechnisch war der Mai durch die Nippon Connection natürlich klasse. Besonders gut haben mir A Silent Voice und Mr Long gefallen. Aber auch ansonsten war der Kino-Monat mit Get Out und Sieben Minuten nach Mitternacht ziemlich gut. Das Heimkino ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück. Zur Zeit schaue ich Filme mit Meryl Streep, u.a. Die Brücken am Fluss und The Hours. Bisher waren alle Filme sehr sehenswert, auch Dancer in the Dark habe ich endlich nachgeholt – toller Film. Nur der Rest des Heimkinos hätte besser sein können. Nicht so sehr überzeugt haben mich Kill Your Friends und Erlösung – Flaschenpost von P. Und bei all den Zauberbergen und Filmen war nicht soviel Zeit für Serien. Ich habe lediglich Into the Badlands Season 2 und Mad Men Season 2 zu Ende geschaut. Und selbstredend American Gods angefangen zu schauen. Das ist jetzt montags ein festes Date. Schließlich bin ich ein Riesenfan des Buchs. Und bisher sehr zufrieden mit der Umsetzung.

Und sonst so?

Ich durfte Gast-bloggen. 🙂 Auf dem Blog der Nippon Connection findet man seit einigen Tagen meinen Gastbeitrag über den Festival-Donnerstag. Ansonsten habe ich (vielleicht) ein Problem aus der Welt geschafft und sammle Ideen für die Neugestaltung des Zweitblogs. Außerdem schwirren wieder einige interessante Blogparaden durch die Blogosphäre. Ich werde es wohl nicht schaffen an allen teilzunehmen, da ich in dieser Woche gerne die Filmbesprechungen der Nippon Connection in die Welt schicken möchte. Aber ich hole das eine oder andere bestimmt nach. Letzte Woche gab’s beispielsweise schon die Blogparade über starke Frauen in der Literatur, die Nomnivor ins Leben gerufen hat.

Wie war euer Monat Mai? Schmelzt ihr bei den Temperaturen auch so dahin? Meinem Kreislauf hat der plötzliche Wechsel nicht gut getan, muss ich sagen. Welche Filme oder Bücher haben euch diesen Monat sehr beeindruckt? Wart ihr schon Mal auf einem Filmfestival? Und … wie gehts euch eigentlich so?

11 Antworten

  1. Film-Festival mit Mini-Bloggertreffen. Das klingt doch ziemlich famos. Schade, dass der Urlaub schon rum ist. Ist aber doch immer so: Davor freut man sich eeeeeeeewig drauf und ein paar Tage später ist alles vorbei. Du hast mein Mitgefühl.

    Sag mal, du kennst dich doch ziemlich gut mit asiatischer Literatur aus. Beschränkt sich das nur auf Japan und Manga? Oder auch genereller? Ich lese aktuell „The Three-Body Problem“ von Liu Cixin und bin schwer begeistert. Hast du davon schon einmal gehört?

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      Haha :’D danke … Urlaub … Freud und Leid. Vor Allem viel Freud davor und manchmal etwas Leid danach, weil die Zeit so schnell vergeht. XD
      Famos war es aber auf jeden Fall!

      Cool, dass du bei asiatischer Literatur an mich gedacht hast 😉 Tatsächlich beschränkt sich das bei mir nicht nur auf Manga, ich bin beispielsweise ein großer Haruki Murakami-Fan. Allerdings gilt sein Stil ja als sehr europäisch … wie auch immer. Bei Japan kenne ich mich etwas aus. Es gibt 2, 3 Autoren, von denen ich fast alles gelesen habe. Bei Korea auch ein klitzekleines bisschen, aber bei China und Taiwan weniger. Und Südostasien leider gar nicht. Aber ich kenne den Roman, der glaube ich auf deutsch „Die drei Sonnen“ oder so heißt. Zwar habe ich ihn nicht selber gelesen, aber darüber gelesen im Blog von der Binge-Readerin: https://bingereader.org/ . Sie schreibt ab und zu über Sci-Fi, Astrophysik, Dystopien, … vielleicht findest du da ähnliches Futter. Und das Buch von dem du sprichst wird wohl auch verfilmt, oder? Da muss die Physik ziemlich heavy sein, glaube ich?

      Wenn es nicht soviel Physik sein muss, sondern auch Surrealismus reicht, lege ich dir aber sehr Murakamis „1Q84“ ans Herz und „Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt“. Ted Chiang kommt mir auch gerade in den Sinn, wobei der Amerikaner ist. Aber er schrieb ja die Vorlage zu „Arrival“ – ich habe vor dieses Jahr noch zwei Bände von ihm zu lesen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass das auch sehr gut wird.

      1. Danke für die Infos! Ja, „Die drei Sonnen“ heißt der erste Band auf deutsch. Die anderen beiden habe ich mir inzwischen auch zugelegt. Wird wohl meine Urlaubslektüre. Ist ziemlich Hard-Sci-Fi mit wirklich viel Physik und Mathe, aber sehr faszinierend und toll geschrieben (zumindest in der englischen Übersetzung). Einen chinesischen Film dazu soll es wohl noch dieses Jahr geben. Vielleicht wage ich mich daran auch einmal, wenn er es nach Europa schafft.

        Ted Chiang merke ich mir mal vor. Danke für den Tipp! 🙂

        1. Avatar von Miss Booleana
          Miss Booleana

          Ja das mit der vielen Physik habe ich schon bei der Binge-Readerin gelesen und bewundert wie man sich dazu durchringen kann 😉

          Bitte, gerne 🙂

  2. Schade dass wir meist aneinander vorbeimussten und kaum Zeit zum schnacken hatten! Willkommen im Festivaltumult *grins* (Ja, es kann wirklich unglaublich anstrengend sein.
    Wenn es nächstes Mal nochmal klappt, dann versuch doch mal zum BloggerPowWow zu kommen (Anhängsel ist auch willkommen!). Da treffen wir uns zwei Stunden vor dem ersten Film und haben Gelegenheit, auch so ohne Zeitdruck zu quatschen, gerade wenn man nicht immer im selben Film sitzt. 🙂 Aber die Freude war ganz meinerseits!

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      BloggerPowWow!? Klingt gut! Habe ich gar nicht gewusst 🙂 Wäre aber gut gewesen, ich finde es doch ziemlich schade, dass wir so wenig gequatscht haben. Aber meistens war ich auch verdammt hungrig und auf der Suche nach was essbarem in den Pausen … schande über mich ^^“

      1. Nächstes Mal gebe ich direkt Bescheid! (Also ich impliziere jetzt einfach mal, dass es ein nächstes Mal geben wird! :P) Es ist halt ganz gut, diese 1 1/2 – 2 Stunden vor dem eigentlichen Festivalgetümmel zur Ruhe zu kommen. Ich hatte oft ja nicht mal die Zeit, überhaupt etwas zu essen zu holen. Da wurde kurz vor Filmbeginn mal kurz was genascht. Das war’s dann auch schon. ^^“

        1. Avatar von Miss Booleana
          Miss Booleana

          Ich hoffe stark, dass es ein nächstes Mal auf der Nippon Connection gibt 😀 Dann muss ich das auch mal vorher planen und mir mehr Urlaub reservieren. ^^“
          Ja das glaube ich, dass das gut ist vorher zu quatschen. ^^b Nur mal kurz naschen klingt aber auch anstrengend … dann schreit mein Magen während des Films so laut Hunger, dass alle was davon haben …

          1. Na dann hoffe ich doch sehr, dass es terminlich und motivationsbedingt klappt. 😉
            Och, man gewöhnt sich recht schnell daran. Und Prinzenrolle + Brezeln sind der ideale Snack für die Filmpause. Irgendwann schaltet das Hungergefühl eh auf Standby. ^^

  3. Nächstes Jahr mehr davon 🙂 Dancer in the Dark ist einer dieser Filme, die ich liebend gern im Kino gesehen hätte. Beklemmender Film, großartiges Ende. Freut mich, dass du einen schönen Urlaub hattest und wünsche dir einen stressfreien Arbeitsbeginn!

    1. Avatar von Miss Booleana
      Miss Booleana

      NIPPON CONNECTION! ANOTHER!
      https://www.youtube.com/watch?v=CIQ7kgJnQz4
      😀
      Ja, mehr davon. Mehr Filme nächstes Jahr auch gerne.

      Da sagst du was – Dancer in the Dark im Kinosaal wäre bestimmt toll! Aber wer weiß … manchmal bekommt man die Gelegenheit ja noch.
      Das Ende ist mir auch sehr nahe gegangen. Ich hatte nicht gedacht, dass es so krass wäre. Andererseits … Lars von Trier ^^
      Danke! Der Arbeitsbeginn war tatsächlich einigermaßen stressfrei diesmal.

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