Rückblick: Juni 2020

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Wiedersehen, Heimat, Arbeit, Hitze

Mit den vier Worten könnte man den Juni wohl ganz gut beschreiben. Über die zumindest für unser Bundesland bis Herbst vorerst letzten Feiertage habe ich mich mal in die Heimat getraut. Nach fast einem halben Jahr habe ich endlich mal wieder meine Familie gesehen (#Coronakrise). Mit artigen zwei Wochen Abstand dann auch den Rest der Familie anlässlich eines Geburtstags. So war ich seit langem auch mal wieder in Dresden. Es tut gut die Gesichter auch mal wiederzusehen – und das nicht nur als Stimme am Telefon oder über Bilder in Whats-App-Storys. Wir haben in der Heimat gegrillt und sind beim Geburtstag in Dresden entlang der Elbhänge flaniert.

Ansonsten war der Juni unglaublich arbeitsreich. Ich hänge das nicht an die große Glocke, weil es Arbeitskram ist und das in der „Öffentlichkeit“ unschicklich, aber ich bin in die Situation geraten, dass ich aktuell für zwei Projekte arbeite. Das ist eine ganze Menge Stress. Selbst wenn man sich selbst gut managen kann. Es macht was mit dem Kopf und dem Körper, wenn man „eigentlich keine Pausen hätte“. Heißt, es gibt immer viel zutun und man hat manchmal nicht mehr die „Wahl“ sich seine Zeit und Handgriffe ganz selbstbestimmt einzuteilen. Entweder hier oder dort droht immer ein Bottleneck, wenn man zulange an dem einen oder dem anderen arbeitet. Das geht schon eine Weile so, inzwischen steht aber ein Datum fest und ich hoffe, dass das dieses Mal eingehalten wird und sich meine Situation verbessert. Die Belastung ist groß und ich bin regelrecht dankbar, dass das während der Lockdown-Zeit so gekommen ist, denn dadurch habe ich eher die Möglichkeit bei Pausen den Kopf wirklich frei zu kriegen. Ob im Feierabend, bei einer kurzen Frische-Luft-Pause auf dem Balkon, während das Teewasser kocht oder langen Spaziergängen am Wochenende.

Man lernt Freizeit anders zu schätzen. Ich saß jeden Abend oder Nachmittag auf dem Balkon, wenn ich nicht gerade arbeitete oder es regnete. Was das betrifft, habe ich den Sommer bis jetzt sehr genossen. Die Pausen, das Spazieren und Biergarten mit Freunden und meinem Liebsten, Eis essen und Abenteuer im Alltäglichen suchen. Ich habe mehr gezeichnet! Eskapismus ist höchst willkommen. Mein absolutes Jahreshighlight wird wohl aber, dass das japanische Filmfestival Nippon Connection dieses Jahr aufgrund der Coronakrise online statt „analog“ stattfand. Ich war vor ein paar Jahren mal dort und habe es seitdem aus diversen Gründen nicht nochmal hin geschafft, weswegen das für mich eine große, wunderbare, geniale Sache ist. Ich habe das sehr genossen! Als die Woche rum war, war eine Kuhle in der Couch, mein Nacken etwas steif und die Augen quadratisch. Aber ich bin immer noch sehr glücklich 😀 Und habe gerade erfahren, dass derzeit auch das italienische Far East Film Festival online stattfindet … mmmh. Wiederholung? 😉

Weltgeschehen

Im Juni folgte eine Welle von Anteilnahme, wachrüttelnden Aktionen und Debatten rund um #BlackLivesMatter und Polizeigewalt dem Tod von George Floyd. Es gab starke Reden und auf Video und Ton gepresste Mahnmale, die hoffentlich etwas für das Umdenken tun. Was mich dabei v.A. beunruhigt ist neben dem offensichtlichen immer wieder Zeit. Wie lange knabbert unsere Gesellschaft daran solche irrationalen Vorurteile und Ungerechtigkeiten aus den Köpfen zu bekommen? So lange … . Ach und übrigens: Happy Pride Month! 😉 Vielleicht wartet auch eure Stadt in diesem oder den folgenden Monaten (das soll wohl mitunter sehr unterschiedlich sein) mit vielen Aktionen rund um die LGBTQ+ Community auf. Dankbarerweise haben nun viele in Zeiten von Corona Wege gefunden Veranstaltungen zugänglich zu machen und dabei gesetzlich vorgeschriebene Einschränkungen einzuhalten. Die Corona-Warn-App ist inzwischen verfügbar und es ist ein großes Konjunkturpaket am Start, zu dem auch eine gesenkte Mehrwertsteuer gehört. Wer hätt’s gedacht? Wie schnell Politik in solchen Zeiten gehen kann – und muss. Leider gibt es aber auch Corona-Hot-Spots – hier bei uns in Magdeburg einen kleinen, in Gütersloh einen großen … . Man darf gespannt sein wie sich das entwickelt, wenn alle aus ihren Sommerurlauben wiederkommen.

Filme, Bücher, Serien, IT und alles andere was Spaß macht

Mit innerhalb eines Monats 28 geschauten Filmen habe ich wohl meinen Alltime-Rekord gebrochen. Kann sein, dass das für andere nicht so der Hit ist, aber für mich ist das extrem viel. Im Durchschnitt wäre das ja fast ein Film pro Tag. Zu verdanken habe ich das natürlich der Nippon Connection. 🙂 Zwar war zum Feierabend normal nur ein Film pro Abend, manchmal „zwei Kurze“ ( XD ) drin, aber am Wochenende habe ich gebinged. Dabei bin ich so gar kein Binge-Watcher! Ich gönne mir normalerweise Zeit zum Verarbeiten des Gesehenen. Aber das hier habe ich richtig gehyped, wie man an der Masse der Beiträge im Blog dazu wahrscheinlich kaum übersehen konnte. Mein Festival-Highlight My Sweet Grappa Remedies wurde ja auch direkt zum Fantastischen Film erklärt. Den kann man übrigens derzeit beim oben erwähnten italienischen Filmfestival gerade online schauen. Ich kann es sehr empfehlen, es ist ein schönes, melancholisches Feelgood-Movie. Ansonsten stand der Monat im Zeichen der Hackerfilme. Eigentlich stand die Liste schon länger und beinhaltete mehr Filme als die „gewöhnlichen Sieben“, aber wir haben nochmal nachgelegt. Mein Freund hat aus professioneller Neugier nämlich dieses Mal mitgemacht. 😀 Danach ging es vor und nach der Nippon Connection mit der Werkschau aller Christopher-Nolan-Filme weiter. Damit ist klar, welchen Filmen sich die nächste Ausgabe von 7ème art widmet. 😉

Ja ne … außer Filme gucken war dann diesen Monat nicht viel, ne? XD Lesen auf dem Balkon: klar. Nach der Lektüre von 20.000 Meilen unter dem Meer I und II im Zuge unserer Leserunde hatte ich erstmal Lust auf „Kürzeres“. Obwohl Jules Vernes Roman auch kein Türstopper ist. So machte ich u.a. endlich beim 20th Century Boys-Re-Read weiter, las die neuste Ausgabe von Gideon Falls, setzte mal mit Bakuman eine vor Ewigkeiten angefangene Mangareihe fort und las das allererste Mal einen Band von Tove Janssons Mumin-Geschichten. Die sind so herrlich wie alle sagen. Ein wenig Serien habe ich geschaut, aber eben sehr viel weniger als sonst. Wir haben Community Season 2 zu Ende geschaut und Mr Mercedes angefangen. Aber bis jetzt finde ich die Serie so „mäh“ wie das Buch. Trashig, brutal, witzig – das beschreibt wohl Dorohedoro sehr gut. Der Anime hat mir extrem gut gefallen! Und worauf ich mich sehr gefreut habe: die dritte und letzte Staffel der deutschen Netflix-Serie Dark. Das zweite Mal, dass ich diesen Monat etwas binge. Strange times!

Und sonst so?

Wenn man Stand jetzt den Blog durchscrollt, dann könnte man denken, dass die Nippon Connection meinen Blog gekapert hätte. Aber die vielen Filme haben eben viele Eindrücke hinterlassen. 🙂 Ich bin noch so gehyped von dem Filmfestival, dass ich die Hochstimmung etwas verlängere. 😉 Also ungewohnt viel Pink hier! Ansonsten war gar nicht so wahnsinnig viel Platz für anderes. Die in der Werkschau geschauten Filme haben sich breit gemacht und auch Netzgeflüster in Beschlag genommen. Thema waren ja auch Hackerfilme. Es gab auch ein Zwischenfazit zum gemeinsam Lesen von Jules Vernes 20.000 Meilen unter dem Meer, was aber eben auch die Besprechung zum ersten Band ist. Der Cut in der Mitte war ein passender Anlass. Und mal wieder zwischendurch einfach bei einem Tag (Bin ich ein Buch-Snob?) mitzumachen hat auch Spaß gemacht.

Wie war euer Monat Juni? Wie handhabt ihr das Thema Sommerurlaub und Corona? Wie geht es euch derzeit und ist von Lockdown oder den Folgen noch viel in eurer Region zu merken? Habt ihr zufällig an der „Nippon Connection“ online teilgenommen? Oder habt ihr große Favoriten unter etwaigen Online-Angeboten von Kulturbetrieben, Organisationen, Vereinen, etc wahrgenommen?