7ème art: Filme von Susanne Bier

Posted by in 2002, 2004, 2007, 2010, 2014, 2018, 7ème art, Dänemark, Drama, Film, Frankreich, Genreübergreifend, Historic Fiction, Horror und Mystery, Literaturverfilmung, Review, Schweden, Spielfilm, UK, USA

Eigentlich hätte ich gern im „Womens History Month“ März Filme einer Regisseurin gefeatured. Aber stattdessen habe ich die im März geschaut (auch gut) und jetzt besprochen. Denn hey … gehört nicht jeder Monat allen? Susanne Bier stand schon ewig auf der Liste der Regisseurinnen, deren Filmografie ich mich mal widmen wollte. Und als ich vor einer Weile mal fragte, welche Regisseurinnen ihr kennt, die mindestens sieben Filme „draußen“ habt, wurde von mehreren Leser*innen hier Susanne Bier genannt. Und das stimmt! Sie hat tatsächlich eine beachtliche Filmografie. Erschreckenderweise als eine der einzigen eine Werkliste, die es anzahlmäßig mit der vieler männlicher Kollegen aufnehmen kann. Das muss gefeiert werden – heute mit sieben Filmen, bei denen die Dänin Susanne Bier Regie führte.

Open Hearts

Eben noch haben Joachim (Nikolaj Lie Kaas) und Cecilie (Sonja Richter) ihre Hochzeit geplant, da steigt er ohne zu schauen aus dem Auto aus, wird überfahren und ist halsabwärts gelähmt. Die Fahrerin Marie (Paprika Steen) fühlt sich unfassbar schuldig und schickt ihren Mann Niels (Mads Mikkelsen), um nach den Beiden zu sehen. Niels ist Arzt im selben Krankenhaus, in dem Joachim behandelt wird – nur auf einer anderen Station. Er bekommt trotzdem aus erster Hand mit wie der schwer gezeichnete Joachim Cecilie abweist. Aus Niels Trost für Cecilie entwickelt sich eine Drei- oder Vierecksbeziehung, die kein richtig und falsch mehr zu kennen scheint.

Zu Beginn des Films wird kurz das Zertifikat eingeblendet, mit dem sich Susanne Bier den Stempel Dogma 95 Film verdient hat. Ob das auch bei anderen Filmen des Kollektivs so war, ist mir bisher entgangen. Tatsächlich weist Open Hearts die typischen Merkmale auf. Er kommt ohne Filter aus, ist an Originalschauplätzen in Kopenhagen gedreht, verzichtet auf touristisches und bleibt nah am „normalen Menschen“. Auffällig ist am ehesten noch der Einsatz von Musik, der aber auch nicht unpassend erscheint. Insbesondere am Anfang fühlt sich Open Hearts stark nach Fernsehfilm-Ästhetik an und hat liebe Müh und Not den grausigen Unfall abzubilden, denn nach Dogma wird auch auf Special Effects verzichtet und das sieht man. An solchen Stellen, die sich „hemdsärmelig“ verglichen zu anderen Produktionen anfühlen, fragt man sich am ehesten, ob wirklich alle Dogma Regeln Sinn machen.

Der Fokus auf die Inhalte, des genrebefreite und die Charakterdarsteller*innen zeigt schon wieder stärker den Wert des Gedankens und Ziel des Dogma-Kollektivs. Denn die sind ausgezeichnet. Nikolaj Lie Kaas‘ Darstellung Joachims ist gleichzeitig so verbissen und verletzlich, Mads Mikkelsen so hin- und hergerissen zwischen seiner Familie und Cecilie, Sonja Richter als Cecilie und Paprika Steens Rolle als Marie so gut nachfühlbar. Open Hearts versetzt uns in eine unheimliche schwere Lage und fast schon schicksalhaft vertrackte Beziehungskiste, dass man davor zurückschrecken möchte sich zu fragen „was hätte ich getan?“

Open Hearts (auch: Für immer und ewig, OT: Elsker dig for Evigt), Dänemark, 2002, Susanne Bier, 113 min, (7/10)

Sternchen-7


„Brothers / Brødre Trailer“, via Sheri Feitshans (Youtube)

Brothers – Zwischen Brüdern

Als die zwei Militärs die Nachricht überbringen, kippt Sarahs (Connie Nielsen) Welt von einem auf den anderen Moment. Ihr Mann Michael (Ulrich Thomsen) wird nach einem schrecklichen Zwischenfall im Dienst im nahen Osten für tot erklärt. Für Sarah und die Kinder die größte anzunehmende Katastrophe. Auch Michaels Eltern und sein Bruder Jannik (Nikolaj Lie Kaas) leiden. Für seinen Vater galt Michaels als der vernünftige, fleißige Soldat und Jannik als der, der immer Probleme macht. Das bekommt er nun doppelt zu spüren. Obwohl er seiner Schwägerin früher nicht viel abgewinnen konnte, werden sie in ihrer Trauer gegenseitige Bezugspersonen, deren Beziehung keinen Labels standhält. Was die Zuschauenden bald wissen, aber Jannik und Sarah nicht: Michael ist im nahen Osten gefangen genommen worden, ergo noch am Leben.

Susanne Bier und Anders Thomas Jensen arbeiteten gemeinsam an dem Drehbuch und stellen darin die Beziehung zwischen Brüdern unter den bittersten Umständen auf die Probe. Während Jannik charakterlich daran wächst für Sarah und seine Nichten da zu sein, wird Michael während der Gefangenschaft mit den Grauschattierungen von Moral konfrontiert. Als Michael später zurückkehrt, wird keiner von beiden mehr derselbe sein und der Konflikt ist vorprogrammiert, wenn er die Vertrautheit zwischen Sarah und Jannik bemerkt. Brothers ist einer dieser Filme, die perfekt zeigen, dass es kein „Schwarz“ und kein „Weiß“, selten ein eindeutiges „richtig“ oder „falsch“ in der Welt gibt. Das Geflecht aus Beziehungen und bitteren Erfahrungen ist so dicht, dass es Hollywood auch ein US-Remake wert war (das ich bisher nicht kenne). Schade ist nur, dass zwischen all dem die anderen Figuren wie Abziehbilder von Klischees wirken. Beispielsweise der Vater von Michael und Jannik, der Krieg toll findet, davon spricht, dass dort ein „anderes Land aufgebaut wird“ und Michael ein guter Samariter. Er ist unbelehrbar über seinen Alkoholkonsum und seine Bevorzugung Michaels. Dass das nicht gewertet wird und Zuschauenden überlassen wird, ist dabei der beste Schachzug.

Brothers – Zwischen Brüdern (OT: Brødre), Dänemark, 2004, Susanne Bier, 110 min, (7/10)

Sternchen-7

Things We Lost in the Fire

Nach dem Tod ihres Mannes kontaktiert Audrey (Halle Berry) seinen Freund Jerry (Benicio del Toro), den sie immer für einen ausputzerischen Junkie hielt. Ein „Junkie“ ist er auch. Er kommt nur schwer aus der Drogensucht, wird immer wieder rückfällig. Nun, da ihr gemeinsamer Bezugspunkt weg ist, kann Audrey diesen anderen Menschen nicht mehr ignorieren, der um ihren Mann trauert. Der Beginn einer Beziehung, die viele Film-Tropen heraufbeschwört, aber dankbarerweise anders verläuft. Tatsächlich ist Things We Lost in the Fire ein einfühlsames Drama, das sich der Trauerarbeit Audreys widmet und der Drogensucht Jerrys inklusive des brutalen Prozesses der Abgewöhnung, des cold turkey in dem Fall. Absolut verblüffend: ich hätte wahrscheinlich nie eine „darstellerische“ Ähnlichkeit zwischen Benicio del Toro und Nikolaj Lie Kaas vermutet und bemerkt, wenn dieser Film nicht wäre.

Unter allen englischsprachigen Produktionen Biers fühlt sich dieser am meisten nach ihr an – und das ist was sehr gutes. Sowohl inhaltlich als auch optisch. Anders als in ihren dänischen Produktionen ist es nicht ihr Stamm-Kameramann Morten Søborg, sondern Tom Stern, der hier die Leitung hat. Das Ergebnis ist ähnlich und man kann munkeln, dass man Susanne Bier in dieser Produktion vielleicht mehr kreative und optische Einflussnahme gestattet hat? Die Bilder sind ähnlich kurze, einfühlsame, ungeschönte Momentaufnahmen. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Brothers lässt sich in der kurzen Inhaltsangabe nicht von der Hand weisen. Das grundsätzliche Motiv ist ein anderes wie auch das Ende. Etwas schwierig ist die Lehre die man aus dem Film ziehen soll. Am ehesten verstehe ich es als: man soll sein Herz für andere öffnen und Gutes zulassen, statt vor Abweisung und Misserfolg zurückzuschrecken. Aber letzten Endes ist vieles an dem Film warmherzig, aber einiges auch etwas einfacher als es das sogenannte echte Leben uns macht.

Things We Lost in the Fire (auch: Eine neue Chance), USA/UK, 2007, Susanne Bier, 113 min, (8/10)

Sternchen-7


„In einer besseren Welt – Trailer (deutsch/german)“, via LEONINE Studios (Youtube)

In einer besseren Welt

Als die Frau von Claus (Ulrich Thomsen) und Mutter von Christian (William Jøhnk Nielsen) nach langer Krankheit stirbt, ziehen beide um. Christian ist es gewöhnt der neue an der Schule zu sein und freundet sich schnell mit seinem Mitschüler Elias (Markus Rygaard) an. Der wird stark verbal und physisch gemobbt. Christian hilft ihm, greift aber dabei selber zu immer gewalttätigeren Mitteln. Parallel dazu wird die Geschichte von Elias Vater Anton (Mikael Persbrandt) erzählt. Der arbeitet als Arzt in einem sudanesischen Flüchtlingslager und ist sowohl Pazifist als auch Verfechter der Ansicht, dass moralische Überlegenheit vor Gewalt Konflikte lösen kann und sollte. Als er aber mit den Gräueltaten der Warlords konfrontiert wird, rüttelt das an seinem Weltbild. Beide Geschichten sind durch Elias miteinander verbunden und stellen in einem Gänsehaut-Finale die Frage: wenn guter Wille und Moral erfolglos waren, ist dann doch Gewalt das einzige Mittel, das bleibt?

Klingt hart? Ist es. In einer besseren Welt demonstriert, dass Dramen genauso gewalttätig und brutal wie ein Thriller sein können. Die Hilflosigkeit gegenüber Gewalt und Unfairness wird gespiegelt in Anton, seiner Frau Marianne (Trine Dyrholm) und den handlungsunfähigen Lehrer*innen in Bezug auf das Mobbing von Elias. Was genau fehlt um Gewalt zu beenden? Als Christian ins Spiel kommt, tut sich in einer enorm starken zweiten Storyline die Lösung auf. Zuerst denkt man diese wäre Gegengewalt, was eine erschreckende Botschaft wäre. Dann zeigt Susanne Bier uns aber: würden wir es schaffen verletzlich zu sein, das Wort vor den Fäusten zu nutzen, käme es vielleicht nicht zu diesem Ende. Aber nicht, dass irgendjemand denkt, dass diese Lösung einfach erkauft wäre. Für Christian, Elias und Anton sicherlich nicht. In einer besseren Welt wurde u.a. 2011 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet und das zu recht.

In einer besseren Welt (OT: Hævnen), Dänemark, 2010, Susanne Bier, 113 min, (9/10)

Sternchen-9

Serena

In den Hauptrollen: Jennifer Lawrence und Bradley Cooper, die gerade erst eine mega Chemie in Silver Linings hatten – da kann doch nichts schief gehen? Ein Susanne Bier Film zusammen mit Kameraarbeit von Morten Søborg – klare Sache? Ich weiß nicht, was hier schief gelaufen ist, aber Serena ist ein trotz guter Zutaten ausgesprochen flacher Film. Ein Schelm, wer die Antwort für das Dilemma in der viel zu langen Liste von Produzent:innen sucht. Die titelgebende Serena wird von Lawrence gespielt und ist die Tochter eines ehemaligen Holz-Barons. In den USA der 1929er Jahre verliebt sich George Pemberton (Cooper) auf den ersten Blick in sie. Auch er plant ein großes Holzgeschäft in North Carolina aufzuziehen, das auf einigen Gegenwind stößt. Nachdem Serena sich im Unternehmen ihres Mannes in der ländlichen Gegend Gehör verschafft, wird der Einfluss der beiden starken Persönlichkeiten aufeinander bald schon gefährlich für ihre Gegner.

Kurzum: es ist alles zu einfach und zu gelackt. Sind doch gerade die nahbaren, menschlichen Charaktere in Susanne Biers Filmen (und häufig aber nicht nur Anders Thomas Jensens Drehbüchern) so starke Identifikationsfiguren, entfremden einen hier alle. Am ehesten versteht man noch die Entwicklung Coopers, der anfangs kalt und kalkuliert versucht sein Geschäft durchzuziehen bis er sein Gewissen entdeckt. Serena hingegen wird von Anfang an als stark und gewissenlos dargestellt, was nicht nur unnatürlich, sondern auch uninteressant ist. Klar, spiegelt sich hier und da auf Jennifer Lawrence Gesicht die Verletzlichkeit, die Serena nicht zulassen will. Leider wird das alles in nur allzu perfekte Bilder und 20er-Jahre-Wellen gegossen und entbehrt so auch unterschwellig des nötigen Realismus. Manchmal sind es die kleinen Dinge wie der Mangel Aufbau der Beziehung und damit der Mangel an Leidenschaft und glaubwürdig. Sie sehen einander, sie heiraten einander. In anderen Bereichn gönnt sich der Film dann leider Langatmigkeit. Stark ist das Bild der Jagd auf den Puma – zuviel gewollt, daran zugrunde gegangen.

Serena, USA/Frankreich, 2014, Susanne Bier, 110 min, (5/10)

Sternchen-5

Zweite Chance

Als der Polizist Andreas (Nikolaj Coster-Waldau) während einer Ermittlung in der Wohnung des bekannten Kriminellen Tristan (Nikolaj Lie Kaas) auch dessen Freundin Sanne (Lykke May Andersen) und ein verwahrlostes Baby findet, fühlt sich das für ihn regelrecht persönlich an. Der Anblick des im eigenen Kot liegenden, verwahrlosten Babys ist schon schlimm genug. V.A. erinnert es Andreas aber an sein Kind. Seine Frau Anna (Maria Bonnevie) und er sind erst vor Kurzem Eltern geworden und fühlen Freud wie alles was noch dazukommt. Ihr kleiner Alexander schreit viel und kann sich oftmals kaum beruhigen. Aber ein Kind deswegen so sich selbst überlassen? Eines nachts aber findet seine Frau ihren gemeinsamen Sohn leblos in seinem Bettchen. Als Andreas einen Arzt rufen will, tickt Anna aus und gibt an sich umzubringen, wenn ihr jemand das Baby wegnimmt. In einer Art Kurzschlusshandlung vertauscht Andreas sein totes Baby mit dem des Junkiepärchens.


„ZWEITE CHANCE Trailer German Deutsch (2015)“, via KinoCheck (Youtube)

Geneigte Zuschauende wissen schon, dass das kein Feelgood-Movie ist. Es kann auf unfassbar viele Arten auffliegen, Frage ist wohl eher wie und mit welchen Konsequenzen? So vorhersehbar das Szenario scheint, so gut behalten aber Susanne Bier und Drehbuchautor Anders Thomas Jensen noch ein paar Asse im Ärmel. Mehrmals steht unausgesprochen die Frage im Raum, ob es nicht unfair ist wie ungleich verteilt es manchmal im Leben ist. Die wohlmeinenden Eltern verlieren ihr Kind, während die rücksichtslosen (oder im Fall von Sanne eher hilflosen) mit einem Kind beschenkt werden, das irgendwie die Torturen durchsteht. Aber es wäre keine Bier/Jensen-Kollaboration, wenn das schon alles wäre. Zweite Chance fürchtet sich nicht prekäre Zustände und menschliche Abgründe zu zeigen, für die man insbesondere anfangs einen starken Magen und am Ende eher starke Nerven braucht. In der Masse dessen was er zeigt und auch der fast unvorstellbaren Taten von allen erscheint der Film aber leider auch wie ein moralischer torture porn.

Zweite Chance (OT: En chance til), Dänemark/Schweden, 2014, Susanne Bier, 105 min, (7/10)

Sternchen-7

Bird Box – Schließe deine Augen

Mit der Adaption von Josh Malermans gleichnamigen Romans unter der Schirmherrschaft des Hauses Netflix hat sich Susanne Bier in das Mystery-Genre vorgewagt und soviel sei bereits verraten: Krimi, Drama und genrebefreites Dogma 95 hat in der Vergangenheit mehr überzeugt. Zuerst einmal handelt Bird Box von Malorie (Sandra Bullock), Protagonistin in einer nie dagewesen Katastrophe. Menschen begehen massenhaft Suizid. Offenbar nachdem sie „etwas“ gesehen haben. Wir erleben einmal rückblickend wie Malorie sich noch als Schwangere in ein Haus flüchtet und dort zusammen mit anderen versucht zu verstehen, was passiert, wie man sich schützt und was die Ursache der Massensuizide ist. Abwechselnd sehen wir ebenso wie Malorie später mit ihren beiden Kindern versucht eine Siedlung anderer Überlebender zu finden.

Machen wir uns nichts vor. Wir gucken doch alle den Film v.A. um zu wissen, was sie da sehen!? Zeigt der Film es? Nein. Er gibt uns Anhaltspunkte, aus denen wir uns eine Theorie zusammen stricken können. Das ist gleichzeitig klug und unklug, weil wir sind neugierig, dann möglicherweise enttäuscht. Unter der Haube ist der unsichtbare Gegner Malories eigene Bindungsangst. Sie will ihren Kindern nicht einmal Namen geben. Leider wird der Prozess und Malories Beweggründe sehr hermetisch dargestellt und sie bleibt einem stets etwas fern. Vielleicht sind wir alle auch etwas von dem Überlebenskampf abgelenkt. Über weite Teile passiert dabei all das, was man in Survival-Horrorfilmen über (scheinbar?) unsichtbare Gefahren schon zig Mal gesehen hat: knappe Ressourcen, der menschliche Faktor aus Angst gegenseitigen Beschuldigungen, etc. Da gibt es also nicht soviel Neues wie die Prämisse verspricht (die sich auch stark nach Shyamalans The Happening anfühlt). Richtig schwierig wird es dann mit den Widersprüche. Obwohl sehr eindeutige Hinweise gestreut werden, was es mit dem „Monster“ oder „Gegner“ auf sich hat, gibt es am Ende widersprüchliche Botschaften. Die Effekte sind außerdem etwas überbordend und effektheischerisch, was sich seltsam wenig nach Susanne-Bier anfühlt und es für die eigentlich starke Metapher nicht gebraucht hätte.

Bird Box – Schließe deine Augen (OT: Bird Box), USA, 2018, Susanne Bier, 124 min, (5/10)

Sternchen-5


„Bird Box | Official Trailer [HD] | Netflix“, via Netflix (Youtube)

In dieser Liste da oben fehlt übrigens ein weiterer sehr starker Susannie-Bier-Film: Nach der Hochzeit. Woran erkennt man nun einen Susanne Bier Film? An den Inhalten! Vielleicht auch an der häufigen Zusammenarbeit mit Anders Thomas Jensen, Mads Mikkelsen, Ulrich Thomsen und Nikolaj Lie Kaas. Sie ist außerdem eine der Begründerinnen von Dogma95. Durch diverse Hollywood-Remakes (Brothers, Nach der Hochzeit) merkt man, dass ihre Stoffe Anklang finden. Dankenswerterweise alterniert Susanne Bier aber zwischen Hollywood und der dänischen Filmindustrie. Denn seien wir offen: so wirklich nach „Susanne Bier“ fühlen sich die wenigstend der US-Produktionen an. Und das nicht nur vom Look, sondern auch die Inhalte betreffend.

Susanne Bier ist für mich die Regisseurin, die uns emotionale Ausnahmesituationen auf die Leinwand bringt, die so brutal und schwierig sind, dass sie Krimis in den Schatten stellen. Ihre Filme laden zum diskutieren und nachdenken ein und sind so realistisch, dass sie Staunen wie Beklommenheit auslösen. Ziemlich kraftvoll. Obwohl Inhalte und Machart komplett unterschiedlich sind, sehe ich viele Ähnlichkeiten zwischen Susanne Bier und Kathryn Bigelow. Noch habe ich einige Susanne Bier Filme offen und auch einige ihrer Serien (wobei ich The Night Manager auch sehr empfehlen kann). Also gibts noch viel zum freuen. Welche Susanne Bier Filme könnt ihr empfehlen? Welche von dort oben habt ihr ähnlich oder auch ganz anders wahrgenommen?

„7ème art“ (Sprich: septième art) heißt „siebte Kunst“. Gemäß der Klassifikation der Künste handelt es sich hierbei um das Kino. In dieser Kategorie meines Blogs widme ich mich also Filmen – evtl. dehne ich den Begriff dabei etwas. Regulär stelle ich zwischen dem 1. und 5. jeden Monats jeweils 7 Filme in kurzen Reviews vor.