7ème art: Filme, die an einem Ort spielen

Posted by in 1957, 1997, 2003, 2010, 2012, 2013, 2015, 7ème art, Arthouse & Indie, Dänemark, Drama, Film, Finnland, Frankreich, Horror und Mystery, Kanada, Niederlande, Norwegen, Psychothriller, Review, Schwarzweißfilm, Schweden, Spanien, Spielfilm, Thriller, Tragikomödie, UK, USA

Es gibt beim Film Herausforderungen, die für sich sprechen. Dreht man beispielsweise einen Film an genau einem Handlungsort, dann sind die Ansprüche an alle anderen Aspekte umso größer. Man kann nur durch wenige Schauwerte überzeugen. Meistens sind Filme, die an einem Ort spielen daher welche mit einem besonders ausgefeilten Drehbuch. Kammerspiele sozusagen. Sie müssen manchmal mit wenig Ressourcen und Darstellern auskommen. Diese filmischen Experimente sind sich manchmal erstaunlich ähnlich, andere überraschen umso mehr durch die Restriktionen. In einem Haus, einem Auto, einem Würfel, ja sogar in einem Sarg spielen die Filme, um die es heute geht.

„Twelve Angry Men Trailer“, via Old Pete (Youtube)

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Die zwölf Geschworenen

Sidney Lumet, leider 2011 von uns gegangen, war einer der ganz großen Kino-Visionäre. Auf sein Konto gehen Filme, die noch heute immer wieder besprochen und diskutiert werden, die Zeit überdauern wie beispielsweise Serpico, Network und Die zwölf Geschworenen. Der Film spielt in einem Geschworenenzimmer, in das sich die 12 Männer nach der Verhandlung zurückziehen, um ein Urteil über den Angeklagten zu fällen. Der ist ein achtzehnjähriger Puerto-Ricaner, der seinen Vater umgebracht haben soll. Während aber elf Geschworene den Fall für offensichtlich und den Jungen für schuldig halten, spaltet der Geschworene Nr 8 (Henry Fonda) die Gruppe. Er sagt, dass er aufgrund der Verhandlung nicht eindeutig sagen kann, ob der Junge schuldig oder unschuldig ist. Nr 8 will, dass die Gruppe nicht leichtfertig ein Urteil bildet, sondern darüber diskutiert, was auf nicht viel Gegenliebe stößt. Sie diskutieren nicht mehr nur über den Fall, sondern über die Verkopftheit von Nr. 8, werden persönlich und üben Druck aus. Gruppendynamik und Rollenverhalten olé. Der Film ist ein psychologisches Kammerspiel, das umso allgemeingültiger wirkt, da alle Geschworenen ihre Namen nicht nennen dürfen und damit John Does bleiben. Und desto länger man zuschaut, desto mehr erkennt man in ihnen Charaktere, die einem jeden Tag über den Weg laufen. Die Mitläufer, die Dominanten Rechthaber, die Spalter, die Grübler, die Verschüchterten, die Nicht-Mutigen, die Stillen. Der Film aus dem Jahr 1957 hat die Zeit überdauert, denn er braucht kein Effektgewitter, sondern nur Charaktere und ihr Kammerspiel. Ein Szenario, das noch heute genauso denkbar ist, nur dass inzwischen Frauen Geschworene werden dürfen.

Die zwölf Geschworenen (OT: 12 Angry Men), USA, 1957, Sidney Lumet, 97 min, (9/10)

Sternchen-9

Cube

Der Polizist Quentin (Maurice Dean Wint), die Mathematik-Studentin Leaven (Nicole de Boer), die Ärztin Holloway (Nicky Guadagni), der Architekt Worth (David Hewlett), der Autist Kazan (Andrew Miller) und der berühmte Gefängnis-Entflohene Rennes (Wayne Robson) wachen in einem Labyrinth aus würfelförmigen Räumen auf. Sie kennen sich nicht und wissen auch nicht wie sie in den Raum gekommen sind. Gemeinsam versuchen sie ein System in dem Labyrinth zu erkennen, müssen aber bald feststellen, dass manche der Räume tödliche Fallen beinhalten. Der Mathematik-Studentin Leaven fällt auf, dass an den Luken zwischen den Räumen Zahlen vorkommen und sie erkennt Muster, die ihr evtl helfen zu entschlüsseln welche Räume Fallen sind und welche sicher. Gemeinsam versuchen sie aus dem Labyrinth zu entkommen. Vincenzo Natali, der am Drehbuch mitwirkte und Regie führte, hat hier ein spannendes Low-Budget-Filmchen aus dem Boden gestampft. Alles was er dazu brauchte, war ein Raum als Schauplatz und eine Handvoll Darsteller. Die Stärke liegt in dem unheimlichen Setting und der Gruppendynamik. Die stressige Situation und Verzweiflung fordert die Personen und sorgt dafür, dass unterschiedliche Meinungen und starke Gefühle in Konflikten münden. Als Zuschauer beobachtet man zwei Krimis zugleich. Zum Einen die sowieso schwierige und gruselige Situation, der Kampf um das Überleben, das Science-Fiction-lastige Setting, die Fallen, die für einige fiese Splatter-Momente sorgen. Auf der anderen Seite der menschliche Aspekt. Besonders das Auftauchen des Autisten Kazan, der sich manchmal nicht gut unter Kontrolle hat, fordert einiges an gegenseitigem Verständnis von der Gruppe. Genau daran mangelt es aber, wenn alle Durst und Hunger haben, müde sind und Angst haben. Dabei macht sich schnell bemerkbar, dass die Gruppe nicht zufällig ausgewählt worden sein kann. Ein bekannter Gefängnis-Flüchtling? Ein Architekt? Eine Mathematik-Studentin? Eine Ärztin? Ein Polizist, der sich für einen Anführertyp hält? Das passt schon frappierend gut und macht bewusst, dass das perfide Spiel nicht nur eins ums Überleben ist, sondern v.A. auch ein psychologisches. Somit ist Cube ein überraschend guter Film, dessen Schwächen 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung noch dieselben sind wie damals als es ein Überraschungserfolg wurde: das eine oder andere hölzerne Schauspiel muss man großzügig übersehen ebenso wie seltsame shaky-cam-Effekte und den kaum vorhandenen Score. Nicht missverstehen: Das bedeutet, dass er verhältnismäßig gut gealtert ist.

Cube, Kanada, 1997, Vincenzo Natali, 87 min, (8/10)

Sternchen-8

„Dogville (2003) german Trailer“, via furioustrailers (Youtube)

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Dogville

Lars von Triers Dogville ist ein Meisterwerk. Eins für das der Zuschauer Ausdauer und Nerven braucht, aber dafür einen wahrhaft intensiven Film serviert bekommt. Von Trier legt das Thema des einen und einzigen Schauplatzes doppeldeutig aus. Der Film handelt von Dogville, einem Dorf in den Rocky Mountains, das sehr abgeschieden ist und in das sich daher kaum Leute verirren. Eines Tages taucht dort die schöne Grace Margaret Mulligan (Nicole Kidman) auf, die verfolgt wird und sich verstecken muss. Die Bewohner von Dogville helfen ihr und sie darf bleiben. Das ist nicht ganz selbstverständlich, denn es ist die Zeit der Großen Depression und alle haben kaum genug Mittel um sich selber durchzuschlagen, geschweigedenn die mittellose Grace. Ihr Geld und Bleiberecht muss sie sich bei den Bewohnern verdienen, indem sie alltägliche Aufgaben erledigt, auf Kinder aufpasst, etc. Anfangs wird sie misstrauisch beäugt, bald aber gewöhnen sich die Bewohner an sie bis sie sie schließlich ausnutzen und für Grace nicht mehr im Schutz von Dogville lebt, sondern von Dogville die größere Gefahr ausgeht.

Der Film spielt die ganze Zeit in Dogville, das aber wie eine Theaterbühne auf einer einzigen Fläche angelegt ist, die der Zuschauer die ganze Zeit über einsehen kann. Die Gebäude und Zimmer in Dogville sind imaginär und werden nur durch auf dem Boden aufgezeichnete Grundrisse markiert. Durch diese ‚unsichtbaren Wände‘ ist Dogville für den Zuschauer transparent. Man weiß immer, was die Bewohner der Stadt machen, was dem ganzen ein Theaterfeeling gibt und insbesondere in den Szenen in denen Grace erniedrigt wird zu einem bitteren aber wirkungsvollen Stilelement wird. So spielt sich hinter verschlossenen, für den Zuschauer aber offenen, Türen so manches menschliche Drama und so manche Abartigkeit ab, während andere ihrem normalen Alltag nachgehen. Erschütternde Offenheit. Zu dem namhaften Cast zählen beispielsweise Paul Bettany als Tom Edison, ein Philosoph und Schriftsteller, der sich bald in Grace verliebt, Lauren Bacall als die schroffe Ma Ginger und Stellan Skarsgård als der übellaunige Misanthrop Chuck. Und die spielen in ihrer Gesamtheit heftig mit unseren Gefühlen. Während man anfangs zuschaut wie sich die Bewohner langsam an Grace gewöhnen und scheinbar alle zu einer großen Familie werden, schlägt die Atmosphäre drastisch um. Das Level der Erniedrigung, dass Grace durchmachen muss ist krass. Gerade wegen des Wechsels geht einem der Film gut und gerne noch Tage nach der Sichtung nicht aus dem Kopf. Man kann sogar soweit gehen und sagen, dass empfindsame Gemüter lieber einen Bogen um den Film machen sollten. Die Botschaft, die der Film in punkto Zusammenleben und Gesellschaft vermittelt ist v.A, durch ihren Aufbau fast wie eine Ringerzählung, die in einem fulminanten Finale mündet. Die Lauflänge des Films von satten drei Stunden ist einerseits während des Anschauens kaum spürbar, andererseits im Nachgang aufgrund der Intensität des Stoffs auch ein bisschen für den Zuschauer eine Tour-de-Force.

Dogville, Dänemark / Schweden / Frankreich / Norwegen / Niederlande / Finnland, 2003, Lars von Trier, 177 min, (9/10)

Sternchen-9

Buried – Lebend begraben

Paul Conroy (Ryan Reynolds) wacht in einem Sarg auf. Er braucht Minuten um zu begreifen, was ihm widerfahren ist. Er ist Lastwagenfahrer im Irak und sein Konvoi wurde angegriffen. Mit ihm im Sarg liegt ein Handy. Er versucht irgendjemanden zu erreichen, der ihm helfen kann. Er erreicht Mailboxen, Leute die ihm nicht glauben, Leute die ihn in seiner ausweglosen Situation im Stich lassen. Dann die Unsicherheit: wie lange wird die Luft ausreichen? Wie lange der Akku des Handys? Panik. Warum lebendig begraben? Warum ihm ein fremdes(!) Handy mit in den Sarg legen? Dem Zuschauer sei gesagt: man erfährt, warum Conroy dort in einem Sarg lebendig begraben wurde und von wem. Das Warum ist unerwartet, wenn man gar nichts über den Film weiß, aber nicht unglaubwürdig. Ryan Reynolds ist der einzige sichtbare Akteur. Alle anderen sind maximal als Stimmen via Telefon wahrnehmbar. Man kann sich an dieser Stelle mal fragen, was man tun oder denken würde, wenn man von jemandem angerufen wird, der behauptet lebendig begraben worden zu sein. („Wenn das stimmt, warum hast du Empfang?“) Und dann die bittere Ausweglosigkeit für Conroy, der seine Situation kaum beeinflussen kann, solange der mögliche Retter nicht an sein Handy geht. Diese Suspense träg den Film und schockiert den Zuschauer das eine oder andere Mal. Die abwechselnden Gemeinheiten die Conroy zu Schaffen machen, sind eine Tour-de-Force. Aber trotz Reynolds mitreißendem Kammerspiel wirken in der zweiten Hälfte des Films einige Details höchst unwahrscheinlich und hanebüchen. Wie viele Lichtquellen er beispielsweise im Laufe der Zeit im Sarg entdeckt.

Buried – Lebend begraben (Buried), Spanien, 2010, Rodrigo Cortés, 91 min, (7/10)

Sternchen-7

„DER VORNAME | Trailer [HD]“, via vipmagazin (Youtube)

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Der Vorname

Vincent (Patrick Bruel) ist zum Essen bei seiner Schwester Babou (Valérie Benguigui) und ihrem Mann Pierre (Charles Berling) eingeladen, ebenso wie der Freund der Familie Claude (Guillaume De Tonquedec). Der gesellige Abend plätschert so dahin, man redet, man scherzt, man isst. Da beginnen sie darüber zu reden welchen Namen Vincent und seine Frau Anna (Judith El Zein) sich für ihr Kind überlegt haben – der Geburtstermin steht nämlich schon fast vor der Tür. Anfangs will Vincent nicht mit der Sprache herausrücken zur Verwunderung aller. Und als er dann sagt, was sie sich überlegt haben, eskaliert die Situation. Und ja, der Film demonstriert sehr gut wie aus einem so unschuldigen Thema ein handfester Streit und eine Grundsatzdiskussion werden kann. Dabei basiert der Film auf dem gleichnamigen Bühnenstück aus der Feder der Regiesseure.

Die meisten Filme, die an einem Handlungsort spielen, können kaum mehr als eine Stunde Spieldauer vertragen. Insbesondere, wenn sie an einem kleinen abgeriegelten Schauplatz spielen und nur von einer Person getragen werden wie in Buried oder No Turning Back. Der Grund dafür ist, dass in diesem Rahmen nur ein bestimmtes Set an Aktionen denkbar ist und dessen ist sich meistens auch der Zuschauer bewusst. Das sorgt dafür, dass man erstens den Film nicht mit vielen Szenarien füllen kann und zweitens droht den Zuschauer zu langweilen. Der Vorname schöpft das Thema Kammerspiel aber gut aus. Dadurch, dass der Streit eskaliert und von einem banalen Thema zu persönlichen Beleidigungen übergeht und jede Person auseinandergenommen wird, kommen immer wieder neue Streitthemen auf die Agenda. Das ganze Setting ist ein Mittelding aus First-World-Problems, aber auch ein Spiegelbild einer Gesellschaft und der menschlichen Schwäche, dass man sich grundsätzlich insgeheim für einen Tick besser, schlauer, netter und mehr im Recht fühlt als andere. Hier kommt das schlechteste vom Menschen zum Tragen. Das was dafür sorgt, dass sich Familie und Freunde bitterböse zerstreiten, obwohl alles mit einer Banalität angefangen hat.

Der Vorname (Le Prénom), Frankreich, 2012, Alexandre de La Patellière / Mathieu Delaporte, 109 min, (8/10)

Sternchen-8

No Turning Back

Steven Knight ist v.A. als Drehbuchautor bekannt, führte hier aber bei einem Film Regie, der quasi pures Drehbuch und pure Geschichte ist und natürlich aus seiner Feder stammt. Es gibt wenig, dass bei dem Film ablenken kann. Es ist ein Charakterdrama, das nicht nur an einem Ort spielt, sondern sogar nur eine Person zentriert. Tom Hardy spielt Ivan Locke, einen Bauleiter, der eines abends in sein Auto steigt und losfährt, obwohl er dringend am Bau gebraucht wird. Während seiner Autofahrt muss er seine Angelegenheiten klären. Seiner Familie gestehen, wohin er unterwegs ist. Den Kollegen am Bau sagen was zutun ist ohne das hoch-dotierte Projekt in den Sand zu setzen. Und diejenigen beschwichtigen zu denen er auf dem Weg ist. Obwohl die anderen Darsteller (im Original u.a. Andrew Scott, Olivia Colman, Ruth Wilson) nur akustisch als seine Gesprächspartner erscheinen und man nur Hardy sieht, spürt man deutlich die Verzweiflung der Situation, den Druck von allen Seiten und wie Lockes Leben zerbröselt, während er im Verkehr feststeckt. Tom Hardy liefert zwar eine glaubhafte und mitreißende One-Man-Show ab und die Stimmen der Nebendarsteller haben die Situationen perfekt getroffen und untermalt, aber durch die festgefahrene Situation ist es einfach für den Zuschauer zu erraten und zu erahnen was als nächstes passiert. Ein Schicksal das der Film mit Genre-Kollegen wie Buried teilt. Schick einen Menschen in einen abgeschlossenen Raum und das was ihm widerfahren kann, steht für den Zuschauer bereits fest. Eine schwierige Hürde für Filme, die genau einen Schauplatz haben. Locke ist ein guter Film, aber kein guter Film für Neugierige. Übrigens ergibt sich aus einer Szene im Film eine Erklärung, warum der Originaltitel der bessere ist. Es ist ein Kammerspiel und eine Charaketrstudie, auf die man sich einlassen können muss. Und am Rande sei bemerkt: Augen auf im Straßenverkehr und es lebe die Freisprechanlage.

No Turning Back (OT: Locke), USA/UK, 2013, Steven Knight, 85 min, (7/10)

Sternchen-7

The Invitation

Will (Logan Marshall-Green) und Kira (Emayatzy Corinealdi) fahren mit einem seltsamen Gefühl zu ihrer Einladung zum Dinner. Gastgeber sind Wills Ex-Frau Eden (Tammy Blanchard) und ihr neuer Freund David (Michiel Huisman), die sie in dem Haus empfangen, in dem Eden und Will früher lebten und den Tod ihres Kindes erleben mussten. Das zu verkraften war nicht einfach, hat damals beide tief erschüttert und an den emotionalen Folgen ging auch ihre Beziehung in die Brüche. Von Eden hat man lange nichts gehört, weswegen alle sehr neugierig, verwundert, aber auch besorgt sind, was es mit dem Dinner auf sich hat. Eingeladen sind auch noch einige Freunde von Will und Eden, die sie schon lange kennen. Außerdem einige neue Freunde von Eden. Sie erzählt ihnen, dass sie sich bei der Gruppe kennengelernt haben, der Eden beigetreten ist. Diese Gruppe hat ein sehr spezielles Verständnis von Spiritualität und Verarbeitung von Schmerz, der nicht bei allen Gästen auf viel Gegenliebe stößt. Durch die Offenbarung über die Sekte bzw. den Kult entwickelt sich der Abend in eine andere Richtung. Will wird schnell misstrauisch aufgrund der Überzeugungen der Gruppe und unterstellt Eden und den anderen, dass an dem Abend was faul ist. Bald schon stellt sich dem Zuschauer die Frage, ob Will Recht hat oder man lediglich Zeuge seiner Trauer und Vergangenheitsbewältigung wird? Eine unheilvolle Stimmung breitet sich aus und hält den Zuschauer gut bei Stange. Was ist die Wahrheit? Geht man dem Setting sogar auf den Leim? Das unterstützt die unheimliche Atmosphäre nämlich mit allen Mitteln. Verstrahlt-wirkenden Charakteren, verschlossenen Türen, entrückten Szenen, klassischen Suspense-Stilmitteln. Leider baut sich das alles etwas zu langsam und zu erzwungen auf und die Handlungen der Personen wirken teilweise schwer nachvollziehbar und unnahbar. Das Ende überrascht aber (mehrfach).

The Invitation, USA, 2015, Karyn Kusama, 100 min, (7/10)

Sternchen-7

Es gibt noch soviel mehr Filme, die man an dieser Stelle nennen könnte. The Thing, Panic Room, Non-Stop, Flight-Plan, Nicht auflegen, Red Eye und nicht zu vergessen die zahlreichen Filme, die an Bord eines Raumschiffs spielen. Die Auswahl ist riesig, das Ergebnis meistens sehr durchwachsen. Manches Setup kann scheinbar nur einmal erzählt werden und brandmarkt alle darauffolgenden mit einem „Habe-ich-schon-gesehen“-Gefühl. Desto enger der Raum und desto weniger Darsteller, desto größer die Gefahr, dass man den Zuschauer nicht mehr überraschen und fesseln kann. Umso erstaunlicher ist es was manche Filmschaffenden aus dem Setup herausholen. Was sind eure Empfehlungen für Filme, die an einem Ort spielen bzw. genau einen Schauplatz haben? Habt ihr die oben genannten Filme gesehen? Und wie habt ihr sie wahrgenommen?

„7ème art“ (Sprich: septième art) heißt „siebte Kunst“. Gemäß der Klassifikation der Künste handelt es sich hierbei um das Kino. In dieser Kategorie meines Blogs widme ich mich also Filmen – evtl. dehne ich den Begriff dabei etwas. Regulär stelle ich zwischen dem 1. und 5. jeden Monats jeweils 7 Filme in kurzen Reviews vor.